Wie funktioniert Frugalismus?
Die Regeln der Strategie lauten: Genügsam leben, Geld sparen und investieren, finanziell unabhängig werden. Simple as that? Nicht ganz.
Real wird ein solcher Traum nur durch Disziplin: Sparen statt Shopping-Exzesse, Luxus-Urlaube und teure Autos. Und erfolgreiche Vermögensbildung funktioniert auch nur mit entsprechenden Einnahmen: Schließlich muss man für sich (und möglicherweise seine Familie) den Lebensunterhalt finanzieren. Ein extremes Frugalismus-Modell wie „Rente mit 40“ ist deshalb sicher nicht für jedermann und -frau geeignet. Muss es aber auch nicht. Denn viel entscheidender ist es, überhaupt Geld zur Seite zu legen. Wieviel? Das hängt von der individuellen Situation ab. Und von der Bereitschaft zu einem bescheiden(er)en Lebensstil: Sie geben z. B. nach einer Gehaltserhöhung nicht automatisch mehr Geld aus? Glückwunsch, dann sind Sie schon auf einem guten Weg!
Geld sparen
Sie wollen wissen, wie mehr Geld für Investments übrigbleibt? Hier gibt‘s (Spar-)Tipps als Starthilfe. Im Frugalismus-Alltag haben kleine Steps manchmal große Wirkung:
- Reparieren statt neu kaufen
- Second-Hand-Shops nutzen
- Selbst kochen statt essen gehen
- Günstig Urlaub machen und nicht zu oft im Jahr verreisen
- Mit dem Fahrrad fahren, statt ein Auto zu besitzen
- Bei Neukäufen die 24h-Regel befolgen: Geben Sie sich einen Tag Bedenkzeit, ob es die Neuanschaffung wirklich braucht. So können Sie Impulskäufe vermeiden, die Sie später bereuen.
- Einen Überblick über Ausgaben haben, z. B. durch ein Haushaltsbuch via App
- Nicht benötigte Besitztümer verkaufen und tendenziell eher minimalistisch leben
Geld investieren
Die möglichen Sparmaßnahmen klingen machbar? Perfekt, dann heißt’s jetzt: Die Ersparnisse investieren, damit sich Ihr Guthaben im Idealfall vermehrt. Und Sie eventuell dank Zinsen und Dividenden sogar ein passives Einkommen haben. Zum Beispiel durch Wertpapiere, ETFs oder Investmentfonds. Übrigens: Weitere Infos zu ETFs und dem Thema Geld anlegen haben wir für Sie zusammengestellt.
Die Höhe (monatlicher) Sparraten und Investitionen ist individuell. Und hängt von persönlichen Faktoren ab, wie z. B.: Wie hoch sind Einkommen und Ausgaben? Ist man Single? Oder hat man eine (Ehe-)Partnerin, einen (Ehe-)Partner oder Kinder mitzuversorgen?
Manche Frugalistinnen und Frugalisten sparen nach eigenen Angaben 70 bis 80 Prozent des Einkommens. Tatsächlich? Ja, aber so hohe Quoten dürften für viele kaum zu stemmen sein. Und mal ehrlich: Schneller und garantierter Reichtum durch Frugalismus ist ohnehin utopisch. Denn auch (oder gerade) bei einem früheren Renteneintritt ist ein disziplinierter und bewusster Umgang mit Geld weiterhin entscheidend
Unser Tipp: Setzen Sie sich zunächst ein Ziel (siehe oben): Was wollen Sie durch Ihre frugale Lebensweise erreichen? Und dann einfach mal machen. Sind Sie noch unsicher, tasten Sie sich langsam heran. Man kann auch mit geringeren Sparraten und Investitionen starten und diese steigern, so wie es passt.
Beispiel:
Sie haben ein Einkommen von 4.000 Euro netto im Monat und sparen davon 70 Prozent, das sind 2.800 Euro und Ihnen bleiben 1.200 Euro für Ihre laufenden Ausgaben.
Oder in der Light-Version: Verdienen Sie 2.500 Euro netto im Monat und legen davon etwa 40 Prozent zurück, macht das 1.000 Euro. Damit bleiben 1.500 Euro für die eigenen Ausgaben übrig.