Geld dort anlegen, wo es noch Zinsen gibt

Für herkömmliche Einlagen erhält man kaum noch Zinsen. Manchmal ist sogar das Gegenteil der Fall: Negativzinsen müssen gezahlt werden. Für ihre Kundinnen und Kunden hat die Sparkasse KölnBonn dazu einige Alternativen im Angebot.

April 2021

2008 war die Welt aus Sicht der Sparerinnen und Sparer noch in Ordnung. Damals bekam man für die Einlagen auf einem Online-Geldmarktkonto noch vier Prozent Zinsen, bei täglicher Verfügbarkeit. Heute sind es gerade noch 0,001 Prozent – und bald könnte sogar ein Minus vor dem Zinssatz stehen.

Verwahrentgelt bei der EZB

Der Grund: Längst müssen Banken und Sparkassen für ihre Einlagen bei der EZB einen Negativzins von -0,5 Prozent bezahlen, das sogenannte Verwahrentgelt. Bisher hat sie dieses nicht an ihre Kundinnen und Kunden weitergegeben. Dies gilt zunächst auch weiterhin, jedoch nur noch bis zu einem Betrag von 100.000 Euro für Bestandskunden und 50.000 Euro für Neukunden. Sind auf einem Girokonto, einem Sparbuch oder einem Tagesgeldkonto Beträge angelegt, die darüber hinausgehen, nimmt die Sparkasse persönlichen Kontakt auf.

Silke Peiter, Vertriebsdirektorin Privatkunden der Sparkasse KölnBonn

„Wir suchen das Gespräch, um den Kundinnen und Kunden vor Augen zu führen, dass sie schon jetzt wegen fehlender Zinsen und der Inflation real Geld verlieren und sich die Situation mittelfristig nicht ändern, sondern wegen Negativzinsen weiter verschlechtern wird“, sagt Silke Peiter, Vertriebsdirektorin Privatkunden der Sparkasse KölnBonn. „Gleichzeitig bieten wir ihnen echte Alternativen an!“

Orientierung bei der Geldanlage: der Zinsnavi

Kundinnen und Kunden der Sparkasse KölnBonn können auf Empfehlung der Sparkasse entscheiden, Tagesgeldkonten mit einem Mindestanlagebetrag von 10.000 Euro bei einer oder mehreren Partnerbanken zu eröffnen und ihre Einlagen oder einen Teil davon darauf zu transferieren. Sie müssen schriftlich zustimmen, brauchen ansonsten aber nichts zu tun. „Sie bleiben Kundinnen und Kunden unseres Hauses“, erklärt Peiter, „wir kümmern uns um alles!“

Die Sparkasse KölnBonn kooperiert dazu derzeit mit fünf Partnerbanken:

  • CreditPlus
  • Deutsche Pfandbrief Bank
  • My Money Bank
  • SWK-Bank
  • Avida Finans AB

Vor Aufnahme in das Angebot der Sparkasse KölnBonn haben alle diese Banken einen Prüfprozess durchlaufen. Es handelt sich durchweg um Banken mit gutem Rating, deren Geschäft vor allem aus der Vergabe von Krediten besteht – wofür sie jederzeit Einlagen benötigen. Dafür sind sie – anders als viele andere Marktteilnehmer – bereit zu zahlen: von 0,05 bis 0,55 Prozent, je nach Bank und Laufzeiten, die von drei Monaten bis zu fünf Jahren reichen.

Streuung empfohlen

Die Sparkasse hat diese Partnerbanken sorgfältig ausgewählt, ein gutes Rating ist selbstverständlich. „Außerdem unterliegen alle diese Banken der Einlagensicherung“, betont die Finanzexpertin, „Beträge bis zu 100.000 Euro sind definitiv sicher.“ Deshalb empfiehlt sie Kundinnen und Kunden eine Streuung innerhalb des Zinsnavis, am besten auch zusätzlich über Wertpapiere oder eine Versicherung.

Negativzinsen – Das muss nicht sein

Weitere Möglichkeiten, um Negativzinsen zu vermeiden, können die Beraterinnen und Berater der Sparkasse ihren Kundinnen und Kunden aufzeigen:

 

Wertpapiere: Viele Deutsche zeigen sich nach wie vor skep-tisch und sind in Sachen Geldanlage wenig risikobereit. Die Sparkasse rät dennoch dazu, über diese Form der Geldanlage nachzudenken, zumindest für einen Teil des zur Verfügung stehenden Geldes. „Selbst wer das Risiko niedrig halten und den Aktienanteil deshalb gering halten möchte, kann je nach Markttagen zwischen einem und drei Prozent Rendite pro Jahr erzielen“, betont Peiter.

Versicherungen: Auch einige Versicherer bieten Kapitalanlage-Produkte mit positiver Gesamtverzinsung. Die Sparkasse kooperiert zum Beispiel mit der HanseMerkur: Ab 5.000 Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren sind dort zurzeit knapp 1,3 bis 1,5 Prozent Zinsen möglich.

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