Kurs auf mehr Ertrag

Ein Ende der Zinsflaute ist nicht in Sicht. Eine Alternative zu klassischen Sparanlagen sind Investmentfonds. Mit Ausdauer und einem gut aufgestellten Depot nutzen Anleger die Chancen der Märkte.

Foto: Plainpicture/NaturePL

Thomas Meyer kennt sich mit dem Auf und Ab der Börse aus. Der 60-jährige Kölner hat lange Zeit privat mit Aktien gehandelt, bis ihn zunehmende Verluste verunsichert haben. Seitdem setzt er nicht länger auf Einzelwerte. „Ich wollte zurück in ruhigeres Fahrwasser“, sagt er. Ruhiges Fahrwasser – wenn es um die Geldanlage geht, ist das für die meisten Bundesbürger das Sparbuch. Auch Fest- und Tagesgeld, Sparverträge und Bundesanleihen stehen in der Gunst weit oben. Wie das „Vermögensbarometer“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes zeigt, räumt die Mehrheit der Deutschen Sicherheit, Flexibilität und Verfügbarkeit Priorität bei der finanziellen Vorsorge ein. Doch selbst wenn die Höhe der Rendite nicht denselben Stellenwert besitzt: In jüngster Zeit hat sich die Einstellung hier gewandelt. So zeigen sich inzwischen sechs von zehn Befragten beim Vermögensaufbau gegenüber einem Investment in Wertpapiere aufgeschlossen. 

Auf lange Sicht erfolgreich
An den Börsen ist immer wieder mit Schwächephasen und Rücksetzern zu rechnen. Das wirkt sich besonders bei einem kurzfristigen Anlagehorizont aus. Doch auf lange Sicht verspricht ein Wertpapierengagement Erfolg – zumal mit Investmentfonds, da sie das Geld der Anleger in viele verschiedene Wertpapiere investieren und so das Risiko breit streuen. Nach Berechnungen des Bundesverbands Investment und Asset Management erzielten Anleger mit einem Wertpapiersparplan auf einen deutschen Aktienfonds in den vergangenen 30 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 6,6 Prozent. Ein guter Grund, der für ein Engagement in Wertpapiere spricht. So sieht es auch Thomas Meyer, der nach wie vor vom Prinzip Börse überzeugt ist. Allerdings nicht länger von Investments in Einzeltitel. Deshalb hat ihm sein Berater Michael Krapohl, Wertpapierspezialist der Sparkasse KölnBonn, geraten, sein Depot neu aufzustellen. „Herr Meyer möchte sein Geld sicherer anlegen, ohne auf die Chancen der Aktienmärkte zu verzichten. Dafür sind Investmentfonds gut geeignet“, so Krapohl. 

„Bei vielen Investmentfonds ist eine Streuung über mehrere Dutzend Titel üblich."

Dem vorausgegangen war eine Analyse der finanziellen Gesamtsituation Meyers sowie seiner Risikobereitschaft. Dieser Schritt ist unverzichtbar, um die Anlageform auf die Wünsche des Kunden abstimmen zu können. So sollte etwa in Wertpapiere nur Geld investiert werden, das mittel- bis langfristig angelegt werden kann. Auch die aktuelle Lebenssituation spiele eine Rolle. Geht es um die Geldanlage für den Nachwuchs oder die eigene Altersabsicherung? Soll für eine größere Anschaffung gespart oder Vermögen aufgebaut und gesichert werden? Und steht ein einmaliger Betrag oder eine monatliche Rate zur Disposition, eventuell ergänzt um vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers? „Auf Basis dieser Informationen erstellen wir eine konkrete Anlagestrategie“, erläutert Holger Horstmann, Leiter des Teams Wertpapierprodukte bei der Sparkasse KölnBonn. Im Fall von Thomas Meyer war das eine konservative Risikobereitschaft. Dazu eignet sich nach Überzeugung seines Beraters Michael Krapohl ein Anteil an Rentenpapieren und Einlagen von rund 60 Prozent, ergänzt um 15 Prozent offene Immobilienfonds, fünf Prozent liquide Mittel sowie circa 20 Prozent Aktienanlagen. 

Weniger Verluste durch breite Streuung
„Durch die breite Streuung des eingesetzten Kapitals ist das Verlustrisiko bei Fonds gegenüber Einzeltiteln deutlich geringer. Damit fahren Anleger in ruhigerem Fahrwasser“, betont Krapohl. Das gilt sowohl für Wertpapiersparpläne, die bereits mit regelmäßigen Sparbeträgen von 25 Euro ein breites Anlageuniversum erschließen, als auch für Einmalbeiträge. Denn es werden nie mehr als zehn Prozent in einen einzelnen Wert investiert – in der Regel sogar viel weniger. Horstmann: „Bei vielen Investmentfonds ist eine Streuung über mehrere Dutzend Titel üblich.“ Thomas Meyer hat sich dafür entschieden, als Teil der Gesamtstrategie 20.000 Euro in zwei Fonds zu investieren: einen Aktienfonds mit deutschen Standardwerten und einen weltweit aufgestellten Dividendenfonds. „Seit ich mein Depot gut aufgestellt weiß und Investmentfonds einzelnen Aktien vorziehe, bin ich viel entspannter als früher“, sagt Meyer. „Auch wenn es mal Gegenwind gibt: Mein Kurs stimmt!“ 

Fonds verstehen – die wichtigsten Arten

Investmentfonds können entweder aktiv oder passiv sein. Aktive Fonds werden durch einen Fondsmanager verwaltet. Dieser legt die Anlagestrategie fest, wählt die aussichtsreichsten Wertpapiere und trifft die Kauf- und Verkaufsentscheidungen. Bei passiven Fonds – sogenannten Exchange Traded Funds – gibt es keinen Fondsmanager. Solche Fonds bilden die Wertentwicklung eines ausgewählten Indexes ab.

GELDMARKTFONDS
investieren in Tages- und Termingelder sowie in Geldmarktpapiere und Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten.

RENTENFONDS
investieren in Staats-, Länder- oder Unternehmensanleihen.

AKTIENFONDS
investieren in Aktien von Unternehmen bestimmter Regionen, Länder, Branchen, unterschiedlicher Größe oder Dividendenstärke.

OFFENE IMMOBILIENFONDS
investieren in überwiegend gewerblich genutzte Grundstücke, Gebäude und Bauprojekte.

MISCHFONDS
investieren in Aktien und Anleihen oder Geldmarktpapiere, mitunter auch in Rohstoffe oder Währungen.

DACHFONDS
investieren in Anteile anderer Aktien-, Anleihe-, Immobilien- oder Geldmarktfonds.

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