Typenkunde für Anleger

Wie halte ich es mit dem Geld? Eine Frage der Mentalität.

Foto: Getty Images/krisanapong detraphiphat

Jeder Anleger sollte sich vor seinem ersten Investment die Frage stellen: Welcher Anlegertyp bin ich? Es gibt, wie in anderen Lebensbereichen auch, auf der einen Seite ausgesprochene Draufgänger, die dem Reiz der Spekulation erliegen und mit waghalsigen Finanzgeschäften viel höhere Risiken eingehen, als es ihnen finanziell gesehen gut tut. Am anderen Ende des Spektrums stehen Anleger, die eher zögerlich agieren und zaudern, die sich mit ihrer großen Vorsicht bei Geldanlagen häufig selbst im Weg stehen. Sie legen ihr gesamtes Geld in sicheren Zinsanlagen an und lassen damit Renditechancen an den Finanzmärkten ungenutzt. Die große Masse dazwischen ist entweder hin- und hergerissen zwischen Vorsicht und Wagemut oder schafft es, sehr überlegt Risiken und Chancen bei der Geldanlage auszutarieren.

Wichtig für einen Anleger ist es, zu wissen, zu welcher Gruppe er gehört. „Jeder Anleger hat ein anderes Sicherheitsbewusstsein und Risikoempfinden“, weiß Claudia Steinmetz, Wertpapierexpertin im ExpertenCenter Bonn-Stadtbezirke der Sparkasse KölnBonn. „Bei der Geldanlage kommt es auf die dazu passende Mischung an. Wichtig und empfehlenswert ist es in jedem Fall, seine Gelder auf unterschiedliche Anlageklassen zu verteilen.“ Entscheidend ist, im Depot eine Mischung zu finden, die der jeweils eigenen „Anlagementalität“ entspricht.

„Jeder Anleger hat ein anderes Sicherheitsbewusstsein und Risikoempfinden.“

Wer vorsichtig und auf Sicherheit bedacht ist, sollte einen Großteil seines Geldes in eher wertstabile Anlageformen investieren wie zum Beispiel Anleihen. Das bedeutet im Gegenzug aber auch: Eine überdurchschnittlich hohe Rendite ist nicht drin. Das ist der Preis für die Sicherheit, sein Geld ungeschmälert zurückzubekommen. Mit einem (geringeren) Teil des Anlagekapitals ein bisschen mehr zu riskieren – etwa mit einem Aktieninvestment – kann also nicht schaden – vor allem, wenn das Geld sehr langfristig angelegt wird. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass auf lange Sicht Kursschwankungen kaum eine Rolle spielen und die Wahrscheinlichkeit am Ende Verlust zu machen deutlich sinkt.

Anleger, die höhere Renditechancen nutzen wollen, müssen sich fragen, ob sie auch bereit sind, die damit verbundenen Risiken zu tragen. Allein das Wissen um die Möglichkeit von Verlusten bedeutet schließlich noch nicht, dass sie auch abschätzen können, wie gelassen sie bleiben, wenn die Kurse einbrechen. Viele von ihnen bringt es bereits um den Schlaf, wenn ihre Papiere gegenüber dem Einstandspreis fünf oder zehn Prozent an Wert verlieren.

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