Falschgeld: Woran erkenne ich es? Was muss ich beachten?

Im Jahr 2020 registrierte die Bundesbank fast 60.000 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 2,9 Millionen Euro. Hier einige Tipps zum Erkennen von Falschgeld.

Juni 2021

Foto: javitrapero.com/stock.adobe.com

Bargeld lacht, sagt der Volksmund. Man könnte allerdings sagen: Es lacht immer seltener. Laut dem Kölner EHI Retail Institute greifen die Kundinnen und Kunden an der Kasse im Einzelhandel immer häufiger zu Karten statt Münzen und Scheinen. 2018 lag der Kartenumsatz erstmals knapp über dem Bargeldumsatz, seitdem nimmt der Abstand zu. Im Jahr 2020 hatte Bargeld noch einen Anteil von 40,9 Prozent am gesamten Umsatz im Einzelhandel, 56,3 Prozent der Umsätze wurden mit Karten beglichen. Damit gingen 2020 aber immer noch knapp 178 Milliarden Euro in bar über die Ladentheke.

Anzahl der Fälschungen nimmt zu

Bargeld lacht also immer noch – doch manchmal ist es ein falsches Lachen. Wie die Bundesbank im Januar 2021 mitteilte, registrierte sie im Jahr 2020 knapp 59.000 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 2,9 Millionen Euro. Ein Anstieg von 6,5 Prozent gegenüber 2019, wobei der Nennwert der sichergestellten Banknoten um 14,3 Prozent sank. Wurden 2019 vorrangig 50-Euro-Noten gefälscht, habe sich 2020 der Anteil an 10- und 20-Euro-Fälschungen deutlich erhöht. Das sind ausgerechnet die Scheine, die wir am häufigsten einsetzen. Bei den falschen Scheinen habe es sich vor allem um leicht zu erkennende Fälschungen ohne Sicherheitsmerkmale gehandelt.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, weiß man bei der Bundesbank, kommt Falschgeld in Deutschland offenbar weiterhin nur unterdurchschnittlich vor. „Das Risiko, in Deutschland mit Falschgeld in Berührung zu kommen, ist nach wie vor sehr gering. Rechnerisch entfallen pro Jahr rund acht falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesbank vom August 2020.

Doch was passiert eigentlich, wenn man selbst betroffen ist?

Tipps zum Erkennen von Falschgeld*:

Die Bundesbank empfiehlt,

die Banknoten, die man bekommt, nach dem Prinzip „Fühlen – sehen – kippen“ selbst zu prüfen. Sie sind mit einer Vielzahl überprüfbarer Echtheitsmerkmale ausgestattet. Dazu sollte man im Verdachtsfall eine zweifelsfrei echte Banknote als Vergleich zur Hand haben. Zudem sollte man unbedingt mehrere Sicherheitsmerkmale in Augenschein nehmen. Eine Übersicht zu den Merkmalen, bietet die Bundesbank.

Fühlen
  • Banknotenpapier fühlt sich griffig und fest an. Schon beim Anfassen der Banknote können so einfache Fälschungen oft erkannt werden. Zur Sicherheit empfehlt die Bundesbank jedoch, weitere Merkmale zu prüfen.
  • Auf der Vorderseite der Banknoten sind zum Beispiel hervorgehobene Teile des Druckbildes als Relief zu fühlen. Am linken Rand finden sich in der Europa-Serie der Schriftzug „BCE ECB EЦБ EZB EKP EKT EKB BĊE EBC“ (sowie „ESB“ ab der 50-Euro-Note) und zusätzlich Schraffuren am rechten und linken Rand.
Sehen
  • Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich jeder Note als Schattenbild sehen, wenn man sie gegen das Licht hält.
  • Im oberen Bereich des Hologrammstreifens befindet sich bei der Europa-Serie ab der 20-Euro-Note ein durchsichtiges Fenster. Es zeigt ein Porträt der Europa, einer Figur aus der griechischen Mythologie.
Kippen
  • Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote. Es zeigen sich regenbogenfarbige Effekte, welche die Motive umgeben.
  • Die Banknoten der Europa-Serie weisen zudem auf der Vorderseite links unten die Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe, und ein heller Balken wandert auf- oder abwärts.
  • Die 100- und 200-Euro-Banknoten wurden zusätzlich sicherheitstechnisch aufgewertet: In der Smaragdzahl sind mehrere Euro-Symbole zu sehen, die ihre Größe und Farbe ändern. Im Hologramm ist das Satellitenmerkmal zu finden. Hier kreisen zwei Euro-Zeichen um die Wertzahl.
Falsche Münzen prüfen

Laut Bundesbank wurden im Jahr 2020 knapp 45.000 falsche Münzen im deutschen Zahlungsverkehr festgestellt, vor allem 2-Euro-Münzen. Auch Münzen lassen sich auf Echtheit prüfen*:

  • Bei echten Münzen tritt das Münzbild deutlich abgegrenzt aus dem Münzgrund hervor. Münzfälschungen wirken dagegen oft verschwommen und weisen häufig Unebenheiten auf.
  • Die Farbtönung weicht in der Regel von echten Münzen ab.
  • Die Randprägungen der echten 2-Euro-Münzen sind gestochen scharf in den Münzrand eingeprägt. Fälschungen weisen häufig unvollständige oder unregelmäßige Randprägungen auf.
  • Echte 1- und 2-Euro-Münzen sind nur schwach magnetisch. Sie bleiben zwar am Magneten haften, lassen sich dann aber auch leicht wieder ablösen. Fälschungen hingegen werden in der Regel entweder nicht angezogen oder haften sehr fest am Magneten.

Was tun, wenn man Falschgeld bekommen hat?

Wer Falschgeld entgegennimmt und dies zu spät erkennt, hat laut Bundeskriminalamt in mehrfacher Hinsicht den Schaden: Sie oder er bekommt keine Entschädigung, und wer Falschgeld wissentlich weitergibt, macht sich strafbar. Das Bundeskriminalamt rät deshalb zum persönlichen Schutz und um den Fälscherinnen und Fälschern das Absetzen falscher Banknoten zu erschweren**:

Benachrichtigen Sie bei Falschgeldverdacht umgehend die Polizei.

Geben Sie das Falschgeld nicht zurück und auf keinen Fall an andere Personen weiter. Sie können sich dadurch selbst strafbar machen.

Versuchen Sie nach Möglichkeit, die Falschgeldausgeberin oder den Falschgeldausgeber bis zum Eintreffen der Polizei zum Verbleiben zu überreden. Sollte dies nicht gelingen, empfiehlt das BKA, sich sein Aussehen einzuprägen und das Kfz-Kennzeichen zu notieren, falls ein Fahrzeug benutzt wurde.

Stecken Sie das Falschgeld in einen Briefumschlag, denn es könnten Fingerabdrücke darauf enthalten sein, die für die Ermittlungen wichtig sind. Übergeben Sie anschließend das Falschgeld der Polizei.

Wichtiger Hinweis:

Die Bundesbank sowie alle Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute sind gemäß Paragraf 36 Bundesbankgesetz zur Anhaltung von falschem oder falsch verdächtigem Geld verpflichtet. Falsches Geld muss an die Polizei, falsch verdächtiges Geld an die Bundesbank übergeben werden. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro rechnen. Betroffene Kundinnen und Kunden erhalten bei Einzug der Banknoten eine Quittung. Diese gilt auch als etwaige Grundlage einer persönlichen Anzeige bei der Polizei.

Werden falsch verdächtige Banknoten von der Bundesbank als echt bewertet, erhalten die Kundinnen und Kunden eine Gutschrift der Bundesbank (dies kann erfahrungsgemäß bis zu sechs Wochen dauern). Werden Banknoten als falsch bestätigt, erfolgt leider keine weitere Information seitens der Bundesbank.

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