Wie Kreditkarten das Leben erleichtern

Ob im Internet, auf Reisen oder doch einfach als flexibler Alltagshelfer – Kreditkarten bieten inzwischen mehr Vorteile als viele denken. Bei der Fülle an Angeboten fällt die Auswahl schwer. Die Faustregel: Je mehr Inklusivleistungen die Karte aufweist, desto höher in der Regel der Preis. Besonders die Zusatzleistungen können ihr Geld wert sein. meinkoelnbonn.de wirft für Sie einen Blick ins Dickicht der Welt von Mastercard®, Visa und Co.

Mai 2021

Foto: Stocksy/Beatrix Boros

Kreditkarten sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. So nimmt gerade in der aktuellen Corona-Pandemie der Online-Handel Fahrt auf, denn immer mehr Menschen erledigen Teile ihrer Einkäufe im Internet. Aber auch im stationären Handel zahlt es sich bei Discountern, Supermärkten und vielen mehr mit Mastercard® und Co. dank kontaktloser Bezahlmöglichkeit schnell und vor allem hygienisch. Und das Konzert der Lieblingsband oder der Städtetrip sind ebenso unkompliziert zu buchen und zu bezahlen. Ein Aspekt, bei dem wir uns wohl alle wünschen, dass er bald wieder stärker in den Mittelpunkt rücken wird. Auch wer gerne ins Ausland reist, weiß, dass die Debit- und Kreditkarten von Mastercard® oder Visa dort in Geschäften, Hotels oder Restaurants akzeptiert werden. Die passende Währung ist anstatt als Bargeld in Form der Karte immer im Portemonnaie und so kann das Risiko, dieses zu verlieren, auch direkt gesenkt werden.

Inzwischen werden fast überall im Einzelhandel Kontaktloszahlungen angeboten, über die Karte selbst oder über das Smartphone. Das ist nicht nur praktisch, sondern gerade in Zeiten verstärkter Hygienemaßnahmen eine gute Möglichkeit seine Mitmenschen und sich selbst zu schützen. An der Kasse einfach die Karte nah ans Terminal halten und den Einkauf bezahlen. Bei Zahlungen bis 50 Euro klappt das grundsätzlich sogar ohne PIN-Eingabe – auch beim Discounter.

Welche Kreditkarte soll’s denn sein?

Wer bisher noch keine Kreditkarte hat, kann unter vielen Angeboten wählen. Besonders bequem ist es, eine Karte der Hausbank zu nehmen. Oft werden mehrere Modelle angeboten, die sich sowohl beim Preis als auch bei den Zusatzleistungen unterscheiden: So gibt es Karten, bei denen man eventuell einen Anspruch auf eine Rückvergütung erwirbt, wenn man beispielsweise Reisen, Reiseleistungen oder Karten für Konzerte oder Sportveranstaltungen über den angeschlossenen Kooperationspartner damit kauft. Auch bieten einige Karten einen umfassenden Versicherungsschutz auf Reisen oder Einkaufsvorteile im Handel.

Kundinnen oder Kunden haben darum oft die Qual der Wahl. Sie sollten vergleichen, wo sie das Meiste für ihr Geld bekommen – und natürlich auch, ob die Zusatzleistungen zu ihrem Leben passen. Übrigens bieten auch große Unternehmen aus Bereichen wie Transport oder Handel in Zusammenarbeit mit Finanzdienstleistern eigene Kreditkarten an. Allerdings können Interessierte auch mit der Karte ihrer Hausbank bei solchen Anbietern bezahlen. Die Bonusprogramme sind nämlich meist auf spezielle Leistungen dieser Anbieter ausgerichtet. Zu prüfen ist also, ob zum Beispiel die Bonuspunkte, die man pro Kauf erwirbt, tatsächlich etwas bringen. Anderes Beispiel: Wer gerne reist, sollte sich mit Karten näher auseinandersetzen, die unabhängig von der Bezahlung der Reise mit der Kreditkarte ein Reiseversicherungspaket – mindestens bestehend aus einer Reiserücktrittskosten- und Auslandsreisekrankenversicherung – beinhalten. Oder die auch Versicherungsleistungen anbieten, wenn die Erkrankung, wegen der die Reise nicht angetreten werden kann oder abgebrochen werden muss, auf eine Pandemie zurückzuführen ist.

Gut zu wissen: Je günstiger die Kreditkarte ist, desto höher sind häufig die Gebühren, wenn man damit Geld im Ausland abhebt. Wer das oft macht, sollte darum prüfen, ob eine höhere Jahresgebühr für die Karte nicht die günstigere Alternative ist – wenn damit niedrigere oder gar keine Kosten beim Geldabheben verbunden sind.

Kreditkarten gibt es als Prepaid, Debit oder Charge Card

Nicht nur zwischen den Modellen, auch zwischen den Kreditkarten an sich gibt es übrigens große Unterschiede. In Deutschland ist besonders die so genannte Charge Card verbreitet: Dabei bucht das Institut, das die Kreditkarte ausgegeben hat, zu einem festen Termin die gesamten Ausstände ab. Sie haben also einen Zahlungsaufschub, ohne dafür Sollzinsen bezahlen zu müssen. Daneben gibt es Debit Cards: Dort wird das Geld ohne Zahlungsaufschub direkt vom Konto abgebucht – also im Prinzip so, als ob Sie mit der Girokarte bezahlen würden. Die Prepaid- Variante ist eine weitere Alternative: Damit kann nur das ausgeben werden, was vorher auf das Kartenkonto eingezahlt wurde. Diese Karte eignet sich beispielsweise für Interessierte mit geringem oder nicht regelmäßigem Einkommen oder für den Auslandsaufenthalt von Schülerinnnen und Schülern. Praktisch: Zuschüsse der Eltern oder Geldgeschenke können gleich auf die Karte überwiesen werden. Aber egal, für welche Variante Sie sich entscheiden, Sie genießen immer die Vorteile eines weltweiten Zahlungsverkehrsnetzes, online und vor Ort.

Die echte Credit Card, bei der auch Teilzahlungen möglich sind, ist in Deutschland nicht so verbreitet wie zum Beispiel in den USA. Wer mit einer Credit Card zunächst nur einen Teil der Ausgaben vom Girokonto abbuchen lassen möchte, muss für den offenen Betrag meist hohe Zinsen zahlen.

Ausreichende Bonität als Voraussetzung für eine Kreditkarte  

Um eine Kreditkarte zu bekommen, muss man nicht besonders reich sein. Vorbezahlte „Prepaid“-Karten gibt es in der Regel ohne vorherige Schufa-Auskunft.

Marion Strohmenger, Kreditkartenexpertin bei der Sparkasse KölnBonn

„Bei der klassischen Kreditkarte, der Charge Card müssen regelmäßige Eingänge auf dem Girokonto vorhanden sein. Der Monatsrahmen der Karte wird gemeinsam im Beratungsgespräch nach dem individuellen Bedarf festgelegt.“

So können die mit der Karte bezahlten Ausgaben am Ende des Monats vom Girokonto aus beglichen werden.

Warum Sie eine Kreditkarte mit Bedacht auswählen sollten

Speziell an Flughäfen bekommt man an Werbeständen häufig einen Kreditkartenvertrag angeboten. Bei solchen Angeboten sollte man jedoch auf der Hut sein – schließlich hat man auf dem Weg in den Urlaub selten die Zeit und Muße, sich ausführlich mit Vertragskonditionen auseinanderzusetzen. Das kann Konsequenzen haben: Möglicherweise kostet die Kreditkarte dann im ersten Jahr keine Gebühren – dafür werden sie im zweiten Jahr umso höher. Nicht alle Kartenorganisationen bieten ein weltweit dichtes Netz von Akzeptanzstellen. Die Folge: Die Karte kann gegebenenfalls nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Außerdem kann, wer sich spontan entscheidet, nicht vergleichen, was andere Kartenherausgeber anbieten. Sinnvoller ist es, sich mit den Konditionen und Mehrwertleistungen gezielt auseinanderzusetzen und einen Vertrag für genau die Karte abzuschließen, die zu einem passt.

Sicheres Bezahlen mit Kreditkarte

Die online gekauften Flugtickets oder die Packung des Lieblingskaffees bezahlen Sie mit Ihrer Kreditkarte. Was aber, wenn Fluggesellschaft oder Kaffeehändlerinnen und -händler ihrer Leistung trotz Aufforderung nicht nachkommen und weder die Tickets noch die Kaffeebohnen verschicken? Ein klassischer Fall von Leistungsausfall. Aber da Sie Ihre Kreditkarte zur Zahlung eingesetzt haben, kann die Zahlung in Fällen wie diesen oder auch bei einer Insolvenz der Händlerin oder des Händlers bei Ihrer Bank oder Sparkasse reklamiert und das Geld meist zurückgebucht werden, wenn die Händlerin oder der Händler dies nicht nach Aufforderung erledigt. Das kann das Nervenkostüm ordentlich schonen.

Außerdem wichtig: Viele Shops tragen das „Trusted Shops-Siegel“. Dabei handelt es sich um ein Gütesiegel, das vertrauenswürdige Online-Shops kennzeichnet und ihnen einen verantwortungsvollen Umgang mit Kundendaten attestiert. Der Online-Kauf sollte nur in einer verschlüsselten Verbindung zur Händlerin oder zum Händler abgewickelt werden.

Aber auch beim Einsatz der Kreditkarte im Einzelhandel oder im Restaurant sind Sie auf der sicheren Seite. So wird eine Zahlungsanfrage zum Beispiel abgelehnt, wenn zeitnah zueinander in Bonn ein Paar Schuhe und in New York ein Taxi bezahlt werden soll. Denn weltweit anerkannte Mechanismen und Regeln sorgen im Hintergrund bei der Zahlungsabwicklung dafür, dass die Kreditkarte eines der sichersten Zahlungsmittel überhaupt ist.

Sorgen über einen Missbrauch der eigenen Karte braucht sich übrigens niemand zu machen, solange verantwortungsbewusst und entsprechend der vereinbarten Kartenbedingungen mit ihr umgegangen wird – dann nämlich haftet die oder der Inhabende nicht für eventuelle Schäden.

„Wurde nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt, übernimmt das Finanzinstitut den Schaden.“

Marion Strohmenger, Kreditkartenexpertin bei der Sparkasse KölnBonn

Seit 15. März 2021: noch mehr Sicherheit durch 3-D Secure

Ein weiteres Plus bei der Nutzung einer Kreditkarte ist der EU-Standard 3-D Secure. Dieser stellt sicher, dass Online-Zahlungen mit der Kreditkarte weiterhin sicher abgewickelt werden.

Um diesem 3-D-Secure-Standard zu entsprechen, werden Sie, wenn Sie in einem in der EU registrierten Onlineshop kaufen und mit Kreditkarte bezahlen möchten, nach „Mastercard Identity Check“ oder „Visa Secure“ gefragt. Um dann auch online bezahlen zu können, müssen Sie sich einmalig registrieren. Dazu ist zum Beispiel die kostenfreie S-ID-Check-App erforderlich. Darin registrieren Sie Ihre Kreditkarte. Sämtliche Zahlungen werden dann von Ihnen in der App freigegeben – per PIN oder biometrischem Merkmal (Face-ID oder Touch-ID).

Vorteile einer Kreditkarte

Die Zahlungsweise ist verlässlich, ihr liegt ein weltweit einheitliches Regelwerk zugrunde, das für den Handel und für Verbraucherinnen und Verbraucher verbindlich ist.

Ihr individuelles Kartenlimit ermöglicht das komfortable und verlässliche Bezahlen.

Das Bezahlen mit Kreditkarte ist sicher.

Die monatliche Abrechnung bietet eine hohe Transparenz über das eigene Ausgabenverhalten.

Immer häufiger ist im Einzelhandel kontaktloses Zahlen möglich – bei Beträgen unter 50 Euro entfällt in der Regel die PIN-Eingabe.

Mobiles Bezahlen ist möglich: Fügen sie einfach Ihre Karte in die Wallet App Ihres Apple-Geräts hinzu, um Apple Pay zu nutzen. Oder laden Sie für Ihr Android-Smartphone die App „Mobiles Bezahlen“ herunter.

Sofortige Hilfe bei Kreditkartendiebstahl

Wer seine Kreditkarte verliert oder wem sie gestohlen wird, der sollte sie sofort sperren lassen. Der Sperrnotruf ist +49 - 116116. „In dieser Situation ist die Karte viel sicherer als Bargeld“, sagt Strohmenger. Denn Geld ist in diesem Fall unwiederbringlich weg. Kundinnen und Kunden können selbst im Ausland sehr schnell vor Ort eine Ersatzkarte bekommen. Bei manchen Kartenmodellen ist es sogar möglich, dass sie Geld für den Notfall geliehen bekommen, um nicht ganz ohne Bargeld dazustehen.

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