Raus aus der Schuldenfalle

Wer seinen Dispo häufig in Anspruch nimmt, sollte das Gespräch mit seinem Geldinstitut suchen. Es gibt deutlich günstigere Wege, einen erhöhten Finanzbedarf zu decken, sagt Christina Prinz-Koopmann, Senior-Finanzberaterin bei der Sparkasse KölnBonn. 

Foto: istock/xijian

Frau Prinz-Koopmann, warum schnappt die Schuldenfalle so oft zu? 
Viele Verbraucher lassen sich von den immer häufiger angebotenen Null-Prozent-Finanzierungen zum Kauf verführen. Hier mal schnell ein Handy, da einen Fernseher oder einen Kühlschrank – das läppert sich, und die Belastungen werden irgendwann zu hoch. Viele Menschen mit Schulden suchen das Gespräch zu spät.

Warum? 
Geld ist für viele ein Tabuthema, und bei Schulden kommt häufig noch Scham dazu. Es geht aber nicht darum, das moralisch zu bewerten, sondern gemeinsam mit den Betroffenen Wege aus der Misere zu finden.

Welche Rolle spielt der Dispositionskredit bei Überschuldung? 
Eigentlich ist der Dispo nur zur kurzfristigen Überbrückung finanzieller Engpässe gedacht. Leider wird er aber immer wieder über längere Zeiträume in Anspruch genommen. Das ist nicht empfehlenswert, weil der Dispo zu den teuersten Kreditformen gehört. Die Ablösung durch einen Ratenkredit ist die deutlich günstigere Alternative.

Wann lohnt sich dieser Schritt besonders? 
Er kommt vor allem dann infrage, wenn gleichzeitig noch weitere Finanzierungen, beispielsweise bei einem Auto- oder Möbelhaus, abgelöst werden, unerwartete Reparaturen anfallen oder eine weitere Neuanschaffung geplant ist.

Wo genau liegt da der Vorteil? 
Durch die Bündelung steigt nicht nur die Übersichtlichkeit, sondern zugleich kann auch die monatliche Belastung sinken. Denn bei einer größeren Kreditsumme fällt der Zinssatz häufig niedriger aus als bei Darlehen mit kleineren Beträgen. Die geringere monatliche Belastung oder die schnellere Rückzahlung bedeuten für den Kreditnehmer ein Plus an Lebensqualität.

Sollten Kunden lieber ganz auf einen Dispo verzichten? 
Das würde ich nicht sagen. Ein Dispokredit bietet maximale Flexibilität, denn er kann jederzeit in Anspruch genommen und auch wieder zurückgeführt werden. Wenn zum Beispiel am Ende des Monats etwas Geld für die laufenden Kosten fehlt, das Gehalt aber erst in ein paar Tagen eingeht, ist der Dispo von großem Vorteil.

Christina Prinz-Koopmann, Privatkundenberaterin bei der Sparkasse KölnBonn. (Foto: Bozica Babic)

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