Stürme & Co.: Wer zahlt bei Unwetter?

Extreme Wetterlagen werden durch den Klimawandel auch bei uns immer häufiger. Das spüren wir gerade im Herbst. Oft mit sintflutartigem Regen und der Überflutung von Kellern. Daher ist eine gute Absicherung wichtig. Aber welche Versicherung zahlt was?

10. Oktober 2020

Schäden durch Unwetter am Haus und allem, was damit verbunden ist, reguliert die Wohngebäudeversicherung. Sie zahlt Schäden durch Sturm, Hagel, Blitzschlag, Brand, Leitungswasser und Überspannung. In bestimmten Fällen gibt’s aber nicht automatisch Geld, zum Beispiel bei Schäden die nach Starkregen eintreten, also wenn Euer Keller vollläuft, wegen Hochwassers oder Rückstau aus dem Kanalnetz.

Finanzexperte Maximilian Blusch:
„Um auf Nummer sicher zu gehen gilt: Schaut in Eure Police! Dort muss ausdrücklich ein sogenannter Elementarschaden eingeschlossen sein, der nur zusammen mit einer Wohngebäudeversicherung vereinbar ist. Prüft in Eurer aktuellen Police auch, ob eine Absicherung gegen Rückstauschäden besteht und checkt mit einem Experten, ob die technischen Einrichtungen in Eurer Immobilie ausreichend sind. Achtet darauf, dass die Versicherung auch zahlt, wenn Ihr grob fahrlässig gehandelt habt. Zum Beispiel, wenn versehentlich das Fenster bei einem Unwetter nicht geschlossen war. Außerdem sollte die Versicherungssumme ausreichen. Soviel zur Wohngebäudeversicherung. Auch die Hausratversicherung für Möbel, Geräte und anderes in Haus oder Wohnung deckt in der Regel Schäden ab, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Überspannung und Leitungswasser, Sturm und Hagel entstehen.“

Wichtig: Dokumentiert den Schaden genau. Macht also Fotos und schreibt auf, was beschädigt wurde. Informiert die Versicherung schnell. Vielleicht ist es auch bei Euch höchste Zeit für einen Versicherungscheck bei Eurer Sparkasse oder Bank. Bringt Eure Versicherungsunterlagen mit und lasst Euch beim „Fachchinesisch“ durch den Spezialisten helfen.
Wenn ein Sturm mindestens Windstärke 8 erreicht und zum Beispiel Euer Dach abdeckt, so zahlt in der Regel die Versicherung den Schaden. Auch Folgeschäden beispielsweise durch eindringendes Regenwasser sind abgedeckt. Mithilfe des Deutschen Wetterdienstes könnt Ihr das gegenüber Eurem Versicherer nachweisen. Ihr habt außerdem eine „Schadensminderungspflicht“, das heißt bei Schäden am Dach müsst Ihr zum Beispiel versuchen, dieses notdürftig abzudecken. Ein Sonderfall sind Schäden aus dem Rückstau der Kanalisation. Die Gemeinden haften grundsätzlich für den sicheren Betrieb der Kanalisation, außer bei ganz ungewöhnlichem und seltenen Katastrophenregen. Daher müsst Ihr als Eigentümer geeignete Maßnahmen zum Schutz gegen Rückstau selbst treffen. Falls die Kosten für die Versicherung zu hoch sind, könnt Ihr einen beitragssenkenden Selbstbehalt vereinbaren. Wenn Euer Auto bei Sturm etwas abkriegt, so steht dafür die sogenannte Teilkaskoversicherung im Rahmen der Kfz-Versicherung ein.

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