Absicherung für Berufsanfänger: Gegen Risiken wappnen

Der erste Job markiert einen Meilenstein im Leben: Endlich fließt das eigene Gehalt aufs Konto. Auf zwei Dinge sollten Berufseinsteiger jetzt nicht verzichten: passenden Versicherungsschutz und eine Sparzulage vom Chef.  
 

Mai 2019

Das erste selbst verdiente Geld bringt Unabhängigkeit mit sich. Damit das so bleibt, sind junge Leute gut beraten, einen Teil davon abzuzweigen, um sich langfristig finanziell abzusichern. Berufseinsteiger können dabei klein aufangen: Mit nur drei Versicherungsprodukten sind sie gut gegen Risiken gewappnet. Und wer die vermögenswirksamen Leistungen vom Chef nicht verschenkt, hat schon den ersten Schritt zum Vermögensaufbau gemacht.

Versicherungsschutz: existenzielle Risiken absichern 
Beim Versicherungsschutz sollten junge Leute eine Faustregel verinnerlichen: „Existenzielle Risiken gilt es abzusichern“, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Hamburg. Alles andere ist Kür. Gemeint sind Risiken, die einem langfristig erheblichen finanziellen Schaden zufügen können. Das kann geschehen, wenn man krank wird, andere Personen oder deren Eigentum schädigt oder dauerhaft nicht mehr arbeiten kann. Diese Versicherungen sind deshalb essenziell: eine umfassende Krankenversicherung, eine private Haftpflichtversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung. 
 

Zusatzleistungen der Krankenkassen sparen Geld 
Die Gesundheit rundum abzusichern, steht an erster Stelle. Angestellte sind in der Regel Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung. Es lohnt sich, die freiwilligen Zusatzleistungen der Kassen untereinander zu vergleichen. Manche davon ersparen den Versicherten Geld, etwa wenn die Kasse Reiseimpfungen bezahlt, günstige Angebote für Zahnarztbesuche macht oder Prämien für eine gesunde und sportliche Lebensführung gewährt. „Um auch auf Auslandsreisen gut abgesichert zu sein, sollten junge Leute nicht vergessen, eine separate private Auslandskrankenversicherung abzuschließen“, rät Boss. Policen gibt es schon für rund zehn Euro im Jahr. Die Sparkasse KölnBonn bietet eine Auslandskrankenversicherung im Leistungsumfang der Mastercard Gold an. 


Eine private Haftpflichtversicherung muss jeder haben
Berufseinsteiger, die während ihrer Ausbildung noch in der privaten Haftpflichtversicherung der Eltern mitversichert waren, benötigen jetzt eine eigene Police, die am besten nahtlos anschließt. „Die Police ist eine der wichtigsten Absicherungen“, sagt Boss. Sie deckt Schäden, die man anderen Personen oder deren Eigentum fahrlässig oder aus Unachtsamkeit zufügt. Ein Beispiel: Beim Skifahren verletzt man einen anderen Skifahrer, sodass dieser lebenslang gesundheitliche Einschränkungen davonträgt. „Der Verursacher muss im Ernstfall eine lebenslange Rente bezahlen, er haftet mit seinem gesamten Vermögen.“ Eine Haftpflichtpolice kostet zum Beispiel bei der Provinzial, dem Versicherungspartner der Sparkasse KölnBonn, für einen Single circa 85 Euro im Jahr. Wer mit Freund oder Freundin im Haushalt lebt, kann eine gemeinsame Police nutzen. Bei der Tarifwahl gilt es, darauf zu achten, dass der Deckungsumfang zur Lebenssituation passt. Verfügt der Jobeinsteiger beispielsweise über einen Firmen- oder Büroschlüssel, sollte der Schlüsselverlust versichert sein. 

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert das Gehalt ab
Die dritte wichtige Absicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Ein Berufseinsteiger hat noch einen langen Weg bis zur Rente vor sich. Kann er aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls auf halber Strecke nicht mehr arbeiten, entsteht eine große Finanzlücke. Je früher junge Leute die Police abschließen, desto günstiger sind die Beiträge, auch auf lange Sicht. Neben Alter und Gesundheitszustand spielt auch der ausgeübte Beruf eine Rolle bei der Beitragsberechnung. „Auf eine günstigere Unfall- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung sollte man nur als Notlösung zurückgreifen“, betont Boss. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet die umfassendere Absicherung. Bei Abschluss einer Police legen Versicherungsnehmer eine monatliche Rente fest, die im Leistungsfall ausgezahlt wird. „80 Prozent vom Nettoeinkommen, mindestens 1.000 Euro sollten es sein“, rät Boss. Gut ist, wenn die Police eine Nachversicherungsoption bietet. Dann kann später die Rentenhöhe aufgestockt werden, etwa wenn mit Familiengründung der finanzielle Bedarf steigt. 

Vermögenswirksame Leistungen: wer verzichtet, verschenkt Geld 
Berufseinsteiger müssen nicht sofort in die private Altersvorsorge investieren. „Erst mal sollte man drei bis fünf Monatsgehälter als Liquiditätsreserve aufbauen“, rät Thomas Hentschel, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auf ein Sparangebot sollten sie aber nicht verzichten: vermögenswirksame Leistungen. Je nach Arbeits- oder Tarifvertrag können Arbeitnehmern bis zu 40 Euro im Monat zustehen, um sie in einen Sparvertrag zu investieren. Infrage kommen Bau-, Bank- oder Fondssparpläne, aber auch die Tilgung eines privaten Bauspardarlehens ist möglich. 


Zuschuss vom Staat
Möglicherweise kommt sogar noch die Arbeitnehmersparzulage obendrauf: Bei niedrigen Einkommen beteiligt sich der Staat mit einem Zuschuss am Vermögensaufbau. Wer als Single weniger als 17.900 Euro zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung hat – das ist deutlich weniger als das Bruttoeinkommen –, kann neun Prozent der Beiträge, die er in einen Bausparvertrag oder die Darlehenstilgung investiert, als Zulage erhalten. Beim Wertpapiersparen liegt die Einkommensgrenze bei 20.000 Euro im Jahr, hier gibt es sogar 20 Prozent Zulage auf die eingezahlten Beiträge. Neben der Arbeitnehmersparzulage kann bei Bausparverträgen zusätzlich die Wohnungsbauprämie infrage kommen. Bis zu einem Einkommen von 25.600 Euro im Jahr gibt es für Singles 8,8 Prozent der eingezahlten Bausparbeiträge als staatlichen Zuschuss obendrauf. Alle staatlichen Zuschüsse sind natürlich in ihrer Höhe begrenzt: Die Arbeitnehmersparzulage beträgt für Singles maximal 43 Euro im Jahr für Bausparverträge und zur Tilgung eines Kredits. Bei Wertpapieranlagen beträgt sie bis zu 80 Euro. Die Wohnungsbauprämie beläuft sich auf maximal 45 Euro im Jahr.  „Dieses Geld sollte man nicht verschenken“, rät Hentschel. Welches Sparprodukt sich für die vermögenswirksamen Leistungen am besten eignet, ist eine persönliche Entscheidung: Bank- und Bausparpläne sind sichere Anlageprodukte, Fondssparpläne sind Kursschwankungen ausgesetzt. „Junge Leute haben jedoch genug Zeit, diese auszusitzen“, meint Hentschel. Dafür haben sie Chancen auf eine höhere Rendite. 
 

Checkliste
Berufsanfänger: Schritt für Schritt gut abgesichert

  1. Gesundheit absichern
  2. Private Haftpflichtversicherung abschließen
  3. Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen
  4. Vermögenswirksame Leistungen nutzen
  5. Drei bis fünf Nettomonatsgehälter ansparen 
  6. Private Altersvorsorge aufbauen 
     
Sparkasse Newsletter

Unser Newsletter

Erhalten Sie mit unserem Newsletter einmal im Monat spannende
Informationen und exklusive Gewinnspiele.

Hier abonnieren

Magazin durchsuchen...