Robocop für die professionelle Geldanlage

Automatisierte Anlagehelfer erleichtern den Einstieg in die Aktienmärkte. Das Beispiel des Robo-Advisor bevestor aus der Sparkassen-Welt zeigt gerade in der Krise: Auf den richtigen Mix von Mensch und Maschine kommt es an. 

Mai 2021

GettyImages/Andriy Onufriyenko

Zehn Schritte, fünf Minuten, ein persönliches Paket: So zügig erhalten Anlegerinnen und Anleger mit dem Programm bevestor einen Vorschlag für den passenden Anlagemix. Wer auf Rendite aus ist und auch in unruhigen Zeiten gut schlafen kann, bei dem ist der Aktienanteil höher. Steht dagegen die Sicherheit im Vordergrund, besteht das Portfolio vor allem aus verlässlichen Anleihen- und Geldmarktfonds. 

Die Besonderheit: Die eigentliche Arbeit des Mischens und Anlegens übernehmen Algorithmen. Der bevestor, der zum Sparkassen-Fonds-Spezialisten Deka gehört, ist ein sogenannter „Robo-Advisor“. Dahinter verbergen sich Softwareprogramme, die durch Fragebögen das Risikoprofil der Anlegerin oder des Anlegers ergründen – und dann automatisiert einen passenden Anlagevorschlag zusammenstellen. „Es ist eine Lösung für Selbstentscheiderinnen und -entscheider, die einen einfachen digitalen Weg für eine professionelle Geldanlage suchen“, fasst es Marc Gerrit Sassenhof, Leiter der Filialdirektion Hahnentor der Sparkasse KölnBonn zusammen. Die Digitalisierung senkt die Hürden zu einer personalisierten Vermögensverwaltung. Was früher erst ab hohen Investmentsummen möglich war, ist nun auch bei kleineren Anlagebeträgen – und auch als monatlicher Sparplan – möglich. 

An den Börsen wird das Ende der Pandemie bereits vorweggenommen. Die Notierungen des deutschen Leitindex Dax und des Euro Stoxx 50 – des Börsenbarometers der 50 europäischen Konzerne mit der höchsten Marktkapitalisierung – legen zu und haben den Einbruch zu Beginn der Pandemie im März 2020 längst wettgemacht. Doch auch trotz der aktuell hohen Börsenkurse können die digitalen Anlagehelfer noch interessant sein. Denn die meisten Robo-Advisors sind auf eine langfristige Geldanlage ausgerichtet. Mit einem Start jetzt kann man also an der derzeitigen Aufwärtsbewegung der Märkte teilhaben.

Fix zum fertigen Portfolio

In den vergangenen Jahren wurden diese Robo-Advisors immer populärer. So prognostiziert statista, dass das Anlagevolumen in Deutschland im Segment Robo-Advisors 2021 etwa 15.004 Millionen Euro betragen wird. Diese Entwicklung verwundert nicht, denn die Robo-Advisors bringen ähnliche Vorteile mit wie viele Online-Portale: Je nach Präferenz der Nutzerin oder des Nutzers vergleichen sie im Hintergrund zahlreiche Optionen – und schlagen den persönlich passenden Mix vor. Zudem können Anlegerinnen und Anleger die Geldanlage tätigen, wann sie wollen. Auch am Abend oder am Wochenende steht das Angebot bereit, falls man auf der Couch oder dem Balkon in Ruhe clevere Anlagemöglichkeiten durchspielen will.

Bevor es losgeht mit der Geldanlage muss ein intuitiver Fragebogen ausgefüllt werden, mit dem der persönliche Anlegertyp ermittelt wird. Entsprechend dieses Rendite-Risiko-Profils schlägt der Robo-Advisor dann eine Anlagestrategie vor, die in der Regel in klassische Anlageprodukte investiert. Die Robo-Advisors setzen meist auf einen Mix aus sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs), also Fonds, die einen Index abbilden, und traditionellen, aktiv gemanagten Fonds. So lassen sich verschiedene Anlageklassen mit unterschiedlichem Risiko, in der Regel Aktien, Renten und Rohstoffe, gut abbilden. Beim bevestor führt der Anlageassistent die interessierte Nutzerin oder den interessierten Nutzer am Ende zu einem von fünf verschiedenen Mixturen, die individuell noch mit attraktiven Themeninvestments ergänzt werden können – etwa Digital Lifestyle, Industrie 4.0 oder Gesundheit und Pflege.

Auch hat der bevestor sein Portfolio um eine komplett neue Ausrichtung erweitert. Nutzerinnen und Nutzer des Robo-Advisors können neben einem breit angelegten Portfolio auch gezielt auf das Thema Nachhaltigkeit setzen. „Da sehen wir eine zunehmende Nachfrage“, sagt Sassenhof, „und auch die Performance muss bei diesem Thema nicht mehr konterkariert sein.“

Marc Gerrit Sassenhof ist Leiter der Filialdirektion Hahnentor der Sparkasse KölnBonn

Günstig zum personalisierten Mix

Ein weiterer Vorteil für Anlegerinnen und Anleger: Für den Einstieg sind keine hohen Summen nötig. bevestor etwa beginnt bei einer einmaligen Anlagesumme von 1000 Euro oder einem monatlichen Sparplan von nur 25 Euro. So gelingt auch mit kleinen Anlagesummen der Zugang zu einer professionellen Vermögensverwaltung. Zudem müssen die Robo-Advisors nur vergleichsweise geringe Gebühren verlangen, um ihre Services anbieten zu können – einen Teil der Arbeit übernehmen schließlich die Algorithmen.

Zusammenspiel von Mensch und Maschine 

Klar ist jedoch: Wer sich über einen Robo-Advisor an verschiedenen Märkten beteiligt, ist auch den Schwankungen dort ausgesetzt. Das Portfolio des bevestor-Anlegers wurde zu Beginn der Corona-Pandemie jedoch nicht übermäßig stark in die Tiefe gezogen. Dabei hat zum einen das ausbalancierte Zusammenspiel von Anlageexpertinnen und -experten sowie Algorithmen geholfen. Denn die Software führt ja nur aus, was die Profis an Leitlinien vorgeben. bevestor hatte bereits vor der Krise den Aktienanteil leicht zurückgefahren. Der Grund: Im vergangenen Jahr waren viele Werte stark gestiegen. 

Die sogenannte „quantitative Strategie“ sorgt jedoch dafür, dass es kein zu starkes Übergewicht von bestimmten Anlageklassen geben darf. So hat der Investmentprozess des bevestor für Aktien ein erhöhtes Risiko erkannt und die Anlagemittel wurden entsprechend anderweitig investiert. Als die Kurse dann abstürzten, zahlte sich diese Herangehensweise aus. Zum anderen bietet der Robo-Advisor aus der Sparkassen-Welt auf Wunsch noch den sogenannten optionalen Anlageschutz*.

Dann überwacht ein Algorithmus, gesteuert von Expertinnen und Experten der Deka-Gruppe, mit Argusaugen, wie sich das Portfolio und die Märkte entwickeln. 

Sinkt das Portfolio unter einen vorher vereinbarten Schwellenwert, tauscht bevestor schwankungsanfälligere Werte gegen stabilere Fonds. „So können Anlegerinnen und Anleger an den Entwicklungen der Kapitalmärkte teilhaben, ohne temporäre, größere Schwankungsverluste in Kauf nehmen zu müssen", erläutert Sassenhof. Mensch und Maschine sorgen so für eine sichere Möglichkeit, ohne große Aufwand an den Märkten teilzunehmen: „Es ist gewissermaßen das Beste aus beiden Welten“, sagt Sassenhof.

* Beim Anlageschutz handelt es sich um eine Risikomanagement-Strategie und nicht um eine Garantie. In bestimmten Marktsituationen können die definierten Verlustschwellen auch überschritten werden. Der Anlageschutz wird von der Deka-Vermögensmanagement GmbH erbracht.

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