Vermögensaufbau: Die Mischung macht's

Warum es eine kluge Entscheidung ist, sein Vermögen auf viele Anlageformen zu streuen und Investmentfonds dafür eine gute Möglichkeit sind.

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Wohin entwickelt sich Europa? Welche Chancen und Risiken bieten die Kolonien? Und was wird der technische Fortschritt bringen? Mit Fragen wie diesen hätte sich Ludwig van Beethoven beschäftigen müssen, wenn er seinen Vermögensaufbau systematisch vorangetrieben hätte. Dass der Musiker und Komponist wenig Zeit darauf verwendet hat, lag unter anderem daran, dass die Banken damals nur die Vermögenden aus dem Adel und dem Großbürgertum beraten und über mögliche Vermögensanlagen aufgeklärt haben. Dazu kam: Investmentfonds, die eine Anlage an den Kapitalmärkten auch mit kleineren Anlagebeträgen möglich machen, gab es zu Zeiten von Beethoven noch nicht. Sie wurden erst rund zweihundert Jahre später erfunden. Anleihen und Aktien waren für die meisten schon wegen der hohen Einstiegspreise nahezu unerschwinglich.

Die goldene Regel der Geldanlage
Erstaunlicherweise hat Beethoven, der zeitweise gutes Geld mit seinen Konzerten und Kompositionen verdient hat, genau auf diese beiden Anlageformen gesetzt – allerdings zeitlich gesehen hintereinander und nicht gleichzeitig, so wie es richtig gewesen wäre. Denn eine der Grundregeln in der Geldanlage besagt, dass nicht alle Eier in einen Korb gelegt werden sollten. „Bei der Vermögensanlage kommt es auf die richtige Mischung an“, sagt Claudia Steinmetz, Wertpapierexpertin der Sparkasse KölnBonn. „Das A und O ist eine gute Streuung. Jeder Anleger hat zwar ein anderes Sicherheitsbewusstsein – wichtig und empfehlenswert ist es aber in jedem Fall, seine Gelder auf unterschiedliche Anlageklassen zu verteilen.“ Ziel dieses Konzepts ist, das Risiko einer einzelnen Anlage zu verringern und gleichzeitig die Chance auf bessere Renditen zu erhöhen.

Hätte es bereits Aktienfonds gegeben, wäre dies für Beethoven die wesentlich bessere Wahl gewesen als direkt Aktien der Oesterreichischen Nationalbank zu kaufen. Denn das Anlagerisiko war sehr hoch – viel höher als es dem Musiker wahrscheinlich bewusst war. Dass die Bank in den Irrungen und Wirrungen überlebte und es letztlich auch schaffte, den Finanzkreislauf im Kaiserreich wieder in geordnete Bahnen zu lenken, war kaum vorauszusehen und zu einem gewissen Teil auch Glück und Zufall.

Aktien bieten langfristig hohe Anlagechancen
Das Beispiel Beethoven zeigt allerdings auch, wie sinnvoll es ist, auf Aktien bei der Altersvorsorge zu setzen. Am Ende seines Lebens hatte sich der Wert seines Aktienpakets vervielfacht und allein mit den laufenden Erträgen hätte er wahrscheinlich noch einige Jahren seinen eigenen und den Lebensunterhalt seines Neffen finanzieren können – wenn ihn seine schlechte Gesundheit nicht so früh das Zeitliche hätte segnen lassen.

Regelmäßige Anlage zahlt sich aus
Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat erst kürzlich daran erinnert, dass sich mit Aktien bei langfristiger Anlage beachtliche Sparerfolge erzielen lassen. „Die Frage nach dem idealen Einstiegszeitpunkt sollte Privatanleger dabei nicht allzu sehr beschäftigen. Wichtiger ist vielmehr ein langfristiges Aktieninvestment mit kontinuierlichen monatlichen Sparraten“, sagt Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. Dies ist zum Beispiel mit Aktien- oder Aktienfondssparplänen einfach und auch mit kleinen Beträgen möglich. „Bei 50 Euro monatlichem Sparbetrag hat sich das in den DAX investierte Kapital von 18.000 Euro nach 30 Jahren auf bis zu 86.000 Euro vervielfacht“, rechnet Bortenlänger vor. „Wenn man hingegen eine jährliche Verzinsung von drei Prozent unterstellt, wie sie im langfristigen Mittel beim Sparen in Zinspapiere zu erzielen war, käme man mit festverzinslichen Papieren nur auf 29.000 Euro“, gibt sie zu bedenken.

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