Handlungsfähig bleiben – Die Bankvollmacht

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Manchmal geht es schneller, als man denkt. Stellen Sie sich vor: Die Ihnen nahestehende Person erleidet einen Schlaganfall und ist nicht mehr handlungsfähig. Nun sind Sie gefragt und müssen behördliche und finanzielle Dinge regeln. Müssten. Denn Sie können nicht. Weil die Person Sie nicht bevollmächtigt hat. Natürlich können Sie sich nun an ein Vormundschaftsgericht wenden und Betreuung beantragen. Bis das bewilligt ist, vergehen Wochen, manchmal Monate. Eine schlechte Alternative. „Wir stellen immer wieder fest, dass viele Kunden keine Vorsorge für den Ernstfall getroffen haben“, berichtet Monika Poss, Expertin für Vollmachten bei der Sparkasse KölnBonn. „Wir raten unseren Kunden, sich rechtzeitig mit diesem wichtigen Thema zu befassen, denn der Bedarfsfall kann schnell und jederzeit eintreten!“

Die bessere Alternative: umfassende Bankvollmacht
Das wäre die bessere Alternative: Wenn Sie Kunde der Sparkasse KölnBonn sind und eine Person Ihres Vertrauens damit betrauen möchten, im Ernstfall für Sie Bankgeschäfte tätigen zu können, dann kommen Sie gemeinsam mit dieser Person in eine beliebige Geschäftsstelle der Sparkasse. Sie erfahren im persönlichen Gespräch alles über die Konto-/Depot-/Schrankfachvollmacht - Vorsorgevollmacht- und unterschreiben Sie gleich vor Ort. Diese erlaubt der bevollmächtigten Person im Fall des Falles, sämtliche Geschäfte in Ihrem Auftrag und Ihrem Sinne zu erledigen – inklusive Zahlungs- und Freistellungsaufträgen, Onlinebanking und Nutzung der EC-Karte, Zugang zu einem Schrankfach und Kontoauflösung im Todesfall, um nur einiges zu nennen. Keine Sorge: Der Vollmacht-Inhaberin oder dem Vollmacht-Inhaber stehen natürlich nicht alle Türen und Tore offen. „Die oder der Bevollmächtigte muss gewissenhaft für Sie und in Ihrem Interesse handeln," erklärt Monika Poss.

Variante: Generalvollmacht oder Vorsorgevollmacht
Natürlich können Bankgeschäfte auch mit einer Generalvollmacht oder Vorsorgevollmacht durchgeführt werden. Aber: Für jede Bankaktivität muss die bevollmächtigte Person diese Vollmacht im Original vorlegen. EC-Karten-Nutzung und Onlinebanking sind also nicht möglich. Nur wenn die Vollmacht im Original bei der Sparkasse hinterlegt wird, sind die vollen Bankgeschäfte möglich, ohne sich jedes Mal neu legitimieren zu müssen. Die Vollmacht zu hinterlegen ist jedoch wiederum fast unmöglich. So regelt z.B. eine notarielle Generalvollmacht nicht nur die Vermögenssorge, sondern auch z. B. Gesundheitssorge oder sie beinhaltet eine Patientenverfügung. Einmal bei der Sparkasse hinterlegt, kann sie für keine dieser anderen Zwecke eingesetzt werden. Warum wird dieser Aufwand betrieben? Für den Fall, dass Sie die Vollmacht widerrufen und zurückverlangt haben!

Deshalb lautet unser Tipp:

Denken Sie rechtzeitig über eine umfassende Vollmacht nach und besprechen Sie dies mit der Person Ihres Vertrauens, so lange Sie noch selbst entscheiden können!

Achten Sie auf die Rechtssicherheit einer Vollmacht. Am sichersten ist eine bei einem Notar ausgefertigte General- oder Vorsorgevollmacht.

Damit die Person Ihres Vertrauens im Ernstfall jederzeit unkompliziert Bankgeschäfte in Ihrem Namen tätigen kann: Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Sparkasse und erteilen Sie zusätzlich eine Konto-/Depot-/Schrankfachvollmacht Vorsorgevollmacht!

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