Sanierungen finanzieren

13,4 Milliarden Euro – so viel geben die über 41 Millionen Privathaushalte in Deutschland jährlich für Wohnungsinstandhaltung aus. Ein riesiger Betrag. Haus- und Wohnungsbesitzern empfiehlt etwa die Bundesarchitektenkammer pro Jahr pro Quadratmeter Wohnfläche zehn Euro für Renovierungszwecke zurückzulegen. Bei einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern also 1.200 Euro im Jahr oder 100 Euro im Monat. 

Juni 2019

Wer genug Geld hat, um mal eben 30.000 Euro für eine umfangreiche Dachsanierung aufzubringen und fünf Jahre später 10.000 Euro für die neue Heizung, muss sich natürlich nicht akribisch an die Empfehlung halten. Alle anderen sind aber gut damit beraten, nach dem Haus- oder Wohnungskauf nicht die Hände in den Schoß zu legen, sondern Geld für künftige Instandhaltungsmaßnahmen zu sparen.

Denn die kommen ganz sicher, wenn man den Wert und Komfort der Immobilie erhalten möchte. Außerdem erwerben viele Menschen Häuser, die bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben und die sie, weil die Mittel begrenzt sind, nicht auf einen Schlag auf den neuesten Stand bringen können. Man wartet noch mit dem Bad, der Heizung oder dem Dach, weiß aber, dass deren Erneuerung in einigen Jahren fällig ist.

Um das Geld für baldige oder spätere Instandsetzungsarbeiten zur Verfügung zu haben, gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: ​​​​​

Ab mit dem Geld unters Kopfkissen: Diese Variante hat allerdings beträchtliche Nachteile, zum Beispiel die Wertminderung durch Inflation.

Ab mit dem Geld aufs Sparbuch: Das ist ebenfalls derzeit nicht die beste Idee, denn nach Einschätzung vieler Experten wird die Niedrigzins-phase noch länger andauern.

Bleibt Variante 3: ein Bausparkonto.

Bausparen: So funktioniert's

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Anders als der Name suggeriert, ist Bausparen nicht nur fürs spätere Bauen gedacht, sondern für jede Art der Investition in eine eigene Immobilie. Attraktiv ist diese Form des Sparens auch für künftige Sanierungsmaßnahmen. 

Bausparen folgt einer 40 zu 60 Relation: Geht man zum Beispiel von einem Renovierungsbedarf in Höhe von 40.000 Euro aus und spart monatlich 100 Euro, dann erhält man, sobald 16.000 Euro – also 40 Prozent der Bausparsumme – erreicht sind, die Differenz, also 24.000 Euro bzw. 60 Prozent  als zinsgünstiges Darlehen mit einem Zinssatz von derzeit 0,99 Prozent. Dieser Zinssatz wird bei Vertragsabschluss festgeschrieben und gilt für die gesamte Laufzeit des Vertrags. Er liegt deutlich unter dem marktüblichen Zins für einen Kredit in dieser Höhe.

Das nennt man übrigens „Vorsparen“. Eine andere Variante ist das „Nachsparen“. Das kann dann infrage kommen, wenn man das Geld für eine aufwendige Umbaumaßnahme kurzfristig benötigt. Bei Abschluss eines Bausparvertrags ist es möglich, den Gesamtbetrag von beispielsweise 40.000 Euro als Überbrückungsdarlehen direkt zu erhalten – und dann quasi in Monatsraten von zum Beispiel 100 Euro nachzusparen.

Bausparen/Renovierungs- und Sanierungsprogramm

Neben dem Vor- und Nachsparen gibt es eine dritte Bausparvariante: Für Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen lässt sich bis zu viermal Geld aus einem bestehenden Bausparvertrag entnehmen. Man spart also bis zur ersten Entnahme monatlich an – im Beispiel wieder 100 Euro. Ab dann besteht die monatliche Rate aus einem Spar- und einem Tilgungsanteil, steigt insgesamt aber nicht. Nach Vertragsablauf hat man ebenfalls 16.000 Euro selbst aufgebracht und 24.000 Euro an Darlehen erhalten, insgesamt also 40.000 Euro, die man in Teilbeträgen von zum Beispiel viermal 10.000 Euro verwendet hat.
 

Energetisch sanieren

Wer über Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten im Wohneigentum nachdenkt, sollte dabei stets das Thema Energie im Auge haben. Denn ob neue Fenster, ein neues Dach oder eine neue Heizung: Ganz oft geht es dabei nicht nur um „neu“, sondern darum, künftig Energie zu sparen. 

Sparen kann man neben Energie auch Geld, denn für alle Arten energetischer Sanierung gibt es staatliche Förderung. Relevant ist hier das Programm 152 „Energetische Einzelmaßnahmen“ der KfW-Bankengruppe. Das Förderprogramm ermöglicht Kredite bis zu 50.000 Euro. Der Zinssatz be-trägt zurzeit nur 0,75 Prozent.

Zwei Dinge sollte man dabei allerdings wissen:

1. Um diese Fördermittel nutzen zu können, muss zuvor ein von der KfW zertifizierter Energieberater eingesetzt werden, der bescheinigt, dass die geplanten Maßnahmen förderfähig sind.
2. Der besonders günstige Zins gilt für eine Laufzeit von zehn Jahren, da-nach wird er an den dann marktüblichen Zinssatz angepasst.

Tipp: Wer parallel ein Bausparkonto eröffnet, kann in den folgenden Jahren die Geldsumme ansparen, die erforderlich ist, um den KfW-Kredit mit Ab-lauf des festen Zinssatzes zu tilgen. So kommt man direkt in den Genuss eines besonders zinsgünstigen KfW-Kredits – und profitiert danach von dem ebenfalls sehr günstigen Bausparzins (derzeit 0,99 Prozent).

Altersgerecht umbauen

Haben Sie schon einmal über Barrierefreiheit nachgedacht? Wenn Umbaumaßnahmen dazu beitragen, Barrieren zu reduzieren, können sie ebenfalls gefördert werden. Mehr dazu lesen Sie hier.
 

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