Auf den Spuren von Robin Hood 

Jedes Kind kennt die Legende um den berühmten Helden in grünen Strumpfhosen, der sich unermüdlich für eine gerechtere Welt einsetzt. Ein Vorbild, dem in Bonn mit großem Engagement nachgeeifert wird.  

November 2019

Noch heute fasziniert die Geschichte um Lord Robin von Locksley, besser bekannt als Robin Hood, Groß und Klein. Beheimatet in den Wäldern von Sherwood kämpfte das ausgebuffte Schlitzohr beharrlich für das Wohl der Armen. Ein Mythos, der neben zahlreichen Autoren und Filmemachern auch jene auf den Plan gerufen hat, die die noblen Absichten des umtriebigen Bogenschützens zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben. So beispielsweise die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von „Robin Good“, dem gemeinsamen Familienfonds von Caritasverband und Diakonischem Werk in Bonn. Seit zehn Jahren macht sich der Fonds für eine Gesellschaft stark, in der alle - unabhängig von Nationalität, Religion oder Geschlecht - die gleichen Chancen haben. Vor allem die Kinderarmut ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fonds ein Dorn im Auge, dem sie hartnäckig zu Leibe rücken – zwar nicht mit Pfeil und Bogen, aber dafür mit mindestens genau so viel Engagement und Leidenschaft wie Namensgeber Robin. 

"Auch in einer vergleichsweise reichen Stadt wie Bonn ist der Bedarf an Hilfsprojekten für Familien groß. Jedes fünfte Kind ist hier von Kinderarmut betroffen – Tendenz gleichbleibend."

Andrea Kiefert, verantwortlich für Spenden und Drittmittel beim Diakonischen Werk Bonn und Region

Für Familien, bei denen am Ende des Monats kein Geld mehr übrig ist, um Lebensmittel oder warme Winterkleidung für die Kinder zu besorgen, ist die Unterstützung von Robin Good ein Segen. Der Familienfonds leistet im Rahmen von finanziellen Soforthilfen auf der einen und der Finanzierung von Bildungs- und Teilhabeprojekten im Schul- und Freizeitbereich auf der anderen Seite seit mittlerweile 13 Jahren genau dort Hilfe, wo sie am dringendsten gebraucht wird. 

Heldenhafte Erfolge

In einem wirtschaftlich so gut situierten Land wie Deutschland ist es mittlerweile kaum mehr vorstellbar, dass Kinder den morgendlichen Weg zur Schule ohne einen kunterbunten Schulranzen antreten – und doch ist es vielerorts traurige Realität. Grund genug für die fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Robin Good Hebel und Wege in Bewegung zu setzen, um bedürftigen Schulkindern in Bonn eine eigene Schultasche zu ermöglichen – mit Erfolg! Rund 430 rückenschonende und farbenfrohe Ranzen mit Schul- und Sportmaterial wurden an Mädchen und Jungen in Bonn verteilt, die ihr neues Hab und Gut nun bei jeder sich bietenden Gelegenheit voller Stolz zur Schau stellen – und sich so vielleicht noch ein bisschen mehr auf den Unterricht freuen. 

Mit den Freunden im Schwimmbad um die Wette tauchen, auf dem Fußballplatz das Runde ins Eckige befördern oder der Kreativität bei einem Malkurs freien Lauf lassen – neben der Schul- sollte auch die Freizeit jede Menge positive Erlebnisse für den Nachwuchs bereithalten. Diesen wird ohne das nötige Kleingeld jedoch schnell ein Riegel vorgeschoben.      

"Kinder, deren Elternhaus finanziell nicht besonders gut aufgestellt ist, können in ihrer Freizeit vielen Aktivitäten nicht nachgehen, die für andere in ihrem Alter selbstverständlich sind. Um diese Kinder vor Ausgrenzung zu schützen und es ihnen zu ermöglichen, Hobbies zu entdecken, neue Freunde zu finden und das Herumalbern mit anderen zu genießen, unterstützen wir den Ausbau von Sport- und Freizeitprojekten in sozialen Brennpunktvierteln."  

Andrea Kiefert, verantwortlich für Spenden und Drittmittel beim Diakonischen Werk Bonn und Region

So fördert Robin Good neben Schwimm- und Kletterkursen, Zoobesuchen und Kreativ-Workshops etwa auch Fußballcamps, die bei den Kids auf große Beliebtheit stoßen. Durch eine Kooperation mit dem Bonner SC (BSC) konnten 15 fußballbegeisterte Jungen und Mädchen im „Löwencamp“ zuletzt sogar ein bisschen Profiluft schnuppern. Bei Torschuss- und Passübungen, Übersteigern und Hackentricks erkannten die Trainer sehr schnell, dass in so manchem Nachwuchsdribbler großes Talent schlummert. Da ließ die Einladung zur nächsten Talentschau des BSC natürlich nicht lange auf sich warten. Ob Robin Good damit neben dem Spaß am Spiel vielleicht gleich die Entdeckung des nächsten Jahrhunderttalents á la Mario Götze mitgefördert hat?     

Mit der Region für die Region 

Wie viele gemeinnützige Organisationen wird der Familienfonds Robin Good zu 100 Prozent durch Spendengelder finanziert. „Da wir gezielt lokale Hilfe in Köln und Bonn leisten, sind wir stets auf der Suche nach Menschen aus unserer Region, die hier mit einer kleinen Finanzspritze etwas Gutes tun möchten“, sagt Andrea Kiefert. Aus diesem Grund hat sie den Familienfonds auf der Spendenplattform „Gut für Köln und Bonn“, einer gemeinsamen Initiative von Sparkasse KölnBonn und betterplace, eingetragen, um darüber Spenden für künftige Projekte zu generieren. Aktuell sammeln Kiefert und ihre Kollegen über die Plattform Gelder für eine neue Schulranzen-Aktion, die Finanzierung von Schwimmkursen sowie ein Kunstprojekt in Kooperation mit der Bundeskunsthalle Bonn. 

Die Resonanz auf die Spendenaufrufe ist erfreulich hoch – nicht umsonst fällt die Bilanz der bisher über „Gut für Köln und Bonn“ realisierten Projekte so positiv aus. „Inzwischen können wir auf 25 erfolgreich finanzierte Projekte zurückblicken“, berichtet Andrea Kiefert stolz, „neben Erstausstattungen für Neugeborene oder Winterbekleidung für Kleinkinder haben wir Spenden für eine Weihnachtsgeschenke-Aktion gesammelt.“ 

Dass bedürftige Eltern gerade zur Weihnachtszeit mit ihrer finanziellen Not zu kämpfen haben, verwundert nicht. Denn während an Heiligabend bei anderen Familien zwischen den vielen großen und kleinen Geschenken kaum noch ein freier Platz unter dem festlich geschmückten Tannenbaum zu finden ist, fehlen ihnen zumeist die Mittel, um ihren Kindern eine Freude zu machen – vom Aufstellen und Schmücken eines Weihnachtsbaums mal ganz abgesehen. 

Neben Spenden für die Weihnachtskino-Aktion sammelt Robin Good aktuell über „Gut für Köln und Bonn“ für die nächste Schulranzen-Aktion im Frühjahr, für die 20.000 Euro jährlich benötigt werden. Andrea Kiefert und alle weiteren Kolleginnen und Kollegen bei Robin Good drücken schon jetzt feste die Daumen, dass vor allem am 3. Dezember einige Spenden über „Gut für Köln und Bonn“ zusammenkommen. An diesem Tag feiert die Spendenplattform so wie im Jahr zuvor den „Giving Tuesday“, bei dem jede Spende bis zu einem Betrag von 100 Euro von der Sparkasse KölnBonn verdoppelt wird. Insgesamt 10.000 Euro stellt das Institut dafür zur Verfügung. Da lohnt sich das eigene Engagement doch umso mehr. Und das dürfte sicher auch Namensgeber und Vorbild Robin gleich doppelt gut gefallen!      

Adventszeit mit Anna und Elsa

Eiskönigin Elsa, Schwester Anna und ihre treuen Wegbegleiter Kristoff, Schneemann Olaf und Rentier Sven schlittern im Disney-Weihnachtsfilm „Die Eiskönigin 2“ Hals über Kopf in ein neues Abenteuer. Garantiert ein Spaß für die ganze Familie – und ein Fall für Robin Good! Was läge schließlich näher, als bedürftigen Familien einen sorglosen Kinotag mit Anna, Elsa & Co. in der Hauptrolle zu spendieren? „Am dritten Advent laden wir bei unserer Weihnachtskino-Aktion Familien zu einem gemütlichen Kinonachmittag ins Kinopolis Bonn ein“, erzählt Andrea Kiefert. „Popcorn und zuckerhaltige Getränke warten dort ausnahmsweise in Unmengen auf hungrige und durstige Abnehmer. 

Der „Giving Tuesday“ auf „Gut für Köln und Bonn“ findet am Dienstag, 3. Dezember, statt. Ihr Engagement lohnt sich also gleich doppelt!  

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