Auf die Socken gemacht

Ein Grubenunglück in Chile hat die gesundheitsfördernden Kupferfasersocken bekannt gemacht. Die Bonner Monica und Rainer Perne vertreiben sie mit ihrer Firma bonn-copper.

Foto: Bozica Babic

Sockenparade: Rainer und Monica Perne steuern das Geschäft seit August 2013 von ihrem Haus in Bad Godesberg, einem Stadtbezirk von Bonn.

Den wohlverdienten Ruhestand genießen? Von wegen. Man sollte meinen, Monica und Rainer Perne hätten in ihrem Leben genug gearbeitet – sie als Übersetzerin und er als promovierter Chemiker. Aber anstatt die Füße hochzulegen, machten sie sich nach der Pensionierung selbstständig und gründeten ihr erstes eigenes Unternehmen: bonn-copper. „Bonn steht für die lange Verbundenheit der Familie mit der Stadt“, erklärt Monica Perne. „Copper ist das englische Wort für Kupfer.“ Seit 2013 sorgen die gebürtige Chilenin und ihr Mann mit Sohn Jan dafür, dass Kupferfasersocken auch in Deutschland erhältlich sind. Dabei handelt es sich um medizinische Socken mit eingearbeiteten Kupferfasern. Sie schützen die Haut vor Infektionen und unterstützen Heilungsprozesse. Dass Kupfer antibakteriell wirkt, ist bekannt. Neu ist allerdings die in Chile entwickelte Incopper-Technologie. Ein patentiertes Verfahren, bei dem die antibakterielle Wirkung des Kupfers auch in Textilien zum Einsatz kommt. 

„Das Minenunglück in Chile war der Stein des Anstoßes“, sagt Monica Perne. Jeder erinnert sich wohl an die 33 Bergarbeiter, die fast zwei Monate lang verschüttet waren. Durch einen Versorgungsschacht erhielten die Männer Socken mit Kupferfasern, die ihre Füße unter Tage gesund hielten. „Nach ihrer Rettung konnte man in Chile an jeder Ecke diese Wundersöckchen kaufen“, erklärt Monica Perne. „Eine an Psoriasis – Schuppenflechte – erkrankte Bekannte hat die Socken zunächst hier ausprobiert. Das Hautbild an den Füßen hat sich in kürzester Zeit verbessert.“

Auschlaggebend für den Geschäftsstart waren dann die enge familiäre Verbindung zu Chile und die Marktlücke in Deutschland. Hilfreich war auch die Unterstützung der Sparkasse KölnBonn durch Berater Guido Vanheiden, der die Familie bei der Gründung beriet. Die Aufgabenverteilung in der Familie war schnell klar: Als Muttersprachlerin ist Monica zuständig für den Einkauf in Chile, Rainer ist Geschäftsführer und macht die Buchhaltung. Sohn Jan kümmert sich mit seiner Frau in Baden-Württemberg um das Onlinegeschäft.

Hat das Familienleben unter der engen Zusammenarbeit gelitten? „Im Gegenteil“, sagt Monica Perne. Man habe sich als Familie ganz neu kennengerlernt. „Wir haben uns in einer anderen Rolle wahrgenommen. Das hat den Respekt voreinander sogar vergrößert.“ „Allerdings haben wir auf Familienfeiern nur noch über Socken gesprochen und Witze wie ‚du arme Socke‘ gemacht", lacht Rainer Perne. Was das Geschäft angeht, gibt die Familie Gas. Der Verkauf, der bisher nur über das Internet läuft, ist erfolgreich. Innerhalb eines halben Jahres hat sich der Umsatz verdoppelt. „Viele Leute kaufen ein Paar zum Ausprobieren. Nach ein paar Wochen geben sie eine größere Bestellung auf“, sagt der 69-Jährige. Künftig möchte die Familie zusätzliche Vertriebswege erschließen, zum Beispiel über Hautärzte oder Sanitätshäuser. „Es ist toll, etwas neues aufzubauen und wachsen zu sehen“, betont Rainer Perne. Langfristig möchten die beiden den Betrieb aber doch an die nächste Generation abgeben. Vielleicht warten im Ruhestand ja noch neue Herausforderungen für die Pernes.

Das steckt dahinter

In geschlossenen Schuhen bildet sich ein feuchtwarmes Mikroklima, in dem Pilze und Bakterien gedeihen. Das Textilgewebe von Kupferfasersocken gibt ständig Kupfer- und Zinkionen an den Feuchtigkeitsfilm der Haut ab. Kupferionen lassen die Mikroben absterben, Zinkionen fördern die Heilungsprozesse der Haut.

Die Kupfersocken verhindern Geruchsbildung, beugen Infektionen vor, verschönern das Hautbild und fördern Heilungsprozesse. Sie schützen die Füße vor Bakterien und Fußpilz und sind besonders für Diabetiker und Sportler geeignet. (Foto: Bozica Babic)

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