Die Kölner Tafel tischt auf

Um die Vereinsarbeit der Kölner Tafel auf Dauer zu gewährleisten, gründete ein Freundeskreis eine Stiftung. Unterstützung erhielt er dabei vom Stiftungsmanagement der Sparkasse KölnBonn.

Foto: Bozica Babic

Über 100 Tonnen Lebensmittel sammeln die ehrenamtlichen Helfer der Kölner Tafel jeden Monat bei Händlern und Herstellern ein und verteilen sie an gut 130 soziale Einrichtungen in der Stadt.

Spaghetti, Kekse und Konserven – in der großen Lagerhalle des Kölner Tafel e. V. stapeln sich die Kisten mit Lebensmitteln. Für dessen Beiratsvorsitzenden Harald Augustin und Dr. Frank Ellenbeck, den Vorstandsvorsitzenden der Kölner Tafel Stiftung, ist das Gebäude weit mehr als nur ein Lagerhaus. Es ist die Logistikzentrale des Vereins, der jeden Monat 10.000 Bedürftige in Köln mit über 100 Tonnen Lebensmitteln versorgt. Außerdem steht der 2.190 Quadratmeter große Bau in Rodenkirchen wie keine andere Investition für das Engagement der Kölner Tafel Stiftung. Sie hat die Halle gekauft, vermietet Teilflächen zur Finanzierung und überlässt dem Verein einen großen Teil der Immobilie mietfrei. Der Kauf sei schon ein Meilenstein für dessen Entwicklung gewesen, erinnert sich Ellenbeck, der hauptberuflich als Notar arbeitet. Nun ist der Betrieb an einem Ort auf Dauer gewährleistet.

„Das ist das Wichtigste, denn die Not der Menschen wächst, auch wenn dies viele nicht wahrhaben wollen“, so der Vorsitzende. „Hier sammeln wir alles, was nicht mehr verkauft wird, obwohl es noch für den Verzehr geeignet ist“, erklärt Augustin. Täglich sortieren Produzenten und Händler Tonnen von Lebensmitteln aus, zum Beispiel weil sie nicht den ästhetischen Anforderungen entsprechen oder falsch etikettiert wurden. 90 Ehrenamtliche sammeln die gespendeten Nahrungsmittel ein und liefern sie an 130 soziale Einrichtungen, die sie an die Bedürftigen ausgeben.

Foto: Bozica Babic

Neun Transporter sind im Einsatz, um die Lebensmittel in Köln auszuliefern – finanziert von der Kölner Tafel Stiftung.

Der Freundeskreis, dem Ellenbeck angehört, unterstützt die Tafel bereits seit dem Jahr 2000. Die Entscheidung, zu helfen, reifte bei gemeinsamen Treffen. „Uns ist von Mal zu Mal bewusster geworden, wie gut es uns geht. Das hat den Impuls gegeben, anderen Menschen zu helfen, die nicht in dieser glücklichen Situation sind", sagt Ellenbeck. Bei einem Abendessen enstand der Slogan „Gut essen, aber andere nicht vergessen“. Doch Spenden reichten nicht. „Der Verein erhielt unregelmäßig Mittel und musste sie sofort wieder ausgeben, um keine Gewinne zu erwirtschaften. Das erschwerte mittelfristige Planungen“, sagt Ellenbeck. Abhilfe versprach die Gründung einer Stiftung. Doch wie gründet man sie? Gilt es doch rechtliche, organisatorische und steuerliche Hürden zu bewältigen. Auf der Suche nach professioneller Unterstützung wandte sich die Gruppe an die Sparkasse KölnBonn, deren soziales Engagement für die Region ihnen bekannt war. „Menschen, die der Gesellschaft etwas zurückgeben möchten, denken immer öfter daran, eine Stiftung zu gründen“, sagt Nicole Mambréy, die Leiterin des Stiftungsmanagements bei der Sparkasse KölnBonn. „Wir zeigen ihnen, wie sie ihre Ziele verwirklichen können. Aus der Grundmotivation heraus formulieren wir mit ihnen gemeinsam den Stiftungszweck.“ In diesem Fall: die finanzielle Unterstützung der Kölner Tafel, um laufende Kosten für Räumlichkeiten und Fahrzeuge zu decken sowie Neuanschaffungen zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen brachten die Gründer aus Spenden, beispielsweise durch Benefiz-Golfturniere, ein.

„Menschen, die der Gesellschaft etwas zurückgeben möchten, denken immer öfter daran, eine Stiftung zu gründen.“

„Ein weiteres Kriterium ist die Stiftungsform, die eine steuerliche Begünstigung ermöglicht“, so Mambréy. Bei der Kölner Tafel Stiftung handelt es sich um eine mildtätige Stiftung, da sie Menschen hilft, die darauf angewiesen sind. Vor zehn Jahren wurde die Stiftung mit der Begleitung der Sparkasse KölnBonn zunächst in Form einer Treuhandstiftung gegründet. Drei Jahre später wurde ihre Rechtsfähigkeit anerkannt. Das bedeutete aber nicht das Ende der Zusammenarbeit mit der Sparkasse KölnBonn. „Da alle Gremienmitglieder berufstätig sind und sich ausschließlich ehrenamtlich engagieren, übernehmen wir auf Wunsch alle administrativen Aufgaben bis hin zur Geschäftsführung“, erklärt Mambréy. „Das entlastet uns sehr. Wir können uns darauf konzentrieren, das Vermögen zu steigern und Netzwerke zu knüpfen“, sagt Ellenbeck. „Mit der Stiftung haben wir dem Verein den Freiraum verschafft, den er für seine Arbeit zugunsten Bedürftiger benötigt. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass der Verein damit für die Zukunft gut aufgestellt ist.“

Foto: Bozica Babic

Tatkräftige Helfer: Dr. Frank Ellenbeck (links) und Harald Augustin engagieren sich seit Jahren für die Kölner Tafel.

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