Ein scharfes Trio

Drei Sportwissenschaftler entdeckten vor einigen Jahren ihre Leidenschaft für kambodschanischen Pfeffer. Heute haben die Gründer von Hennes' Finest zwei Läden und eine Menge Freude an Gewürz und Kunden.

Foto: CR Hennes' Finest

Sie sind Hennes' Finest: Martin Gompelmann, Bastian Stollwerk, Sebastian Brimmers (von links)

„Intuitive Geschäftsführung ist unser Leitmotiv“, sagen die drei Geschäftsführer von Hennes' Finest, Bastian Stollwerk (35), Sebastian Brimmers (34) und Martin Gompelmann (34). Intuitiv, vom Gefühl geleitet und eher ungeplant hat sich auch ihr Geschäft um kambodschanischen Pfeffer aus Kampot entwickelt. Eigentlich war Sebastian Brimmers, der seine Partner vom Sportstudium her kannte, im Jahr 2009 nach Südostasien gereist, um sich Land und Leute anzusehen. In Kambodscha lernte er eine Familie kennen, der er spontan dabei half, ein Gästehaus zu errichten. Dazu tauschte er in Deutschland bei Bekannten Geld gegen Anteilsscheine und baute mehrere Monate das Gästehaus in Kampot auf. „Sinn war es, der Familie eine langfristige Existenzgrundlage zu schaffen“, erzählt Sebastian Brimmers, dem dort erstmals der Pfeffer auffiel. „In vielen Dörfern lag er auf großen Netzen zum Trocknen aus. Da hab ich überlegt, was man daraus machen könnte.“ Kurzerhand hat er einen 25-Kilo-Sack mit schwarzem, weißem und rotem Kampot-Pfeffer mit nach Hause genommen und seinen Freunden gezeigt. „Das war ein intensiver Moment, als wir den Sack aufmachten und uns der Duft entgegenströmte“, erinnert sich Bastian Stollwerk. „Wir wollten alle drei, dass der Kampot-Pfeffer wieder zu seinem alten Glanz kommt. Denn der kambodschanische Pfeffer war bereits bis in die 60er-Jahre das Königsgewürz der französischen Küche“, ergänzt Martin Gompelmann.

Das Trio hat den Pfeffer zunächst in der eigenen Wohnung abgefüllt und unter Bekannten verkauft. „Wir sind sogar beim niederländischen Sternekoch Toine Hermsen reinmarschiert und haben den Sack auf den Tisch gelegt“, lacht Sebastian Brimmers. „Dann haben wir uns an das Geschäft herangetastet, Preise angesehen, Verpackungen entwickelt, eine Zielgruppe festgelegt und kalkuliert.“ Bastian Stollwerk: „Wir haben total ins Blaue geplant, aber wir waren so überzeugt von dem Pfeffer und von uns als Team.“ Weil sie in Vietnam und Kambodscha keinen geeigneten Verpackungshersteller fanden, lassen sie die Gläser nun in einer deutschen Manufaktur herstellen und von Mitarbeitern der Gemeinnützigen Werkstätten Bonn verpacken. Nach einem Auftrag für ein großes Versandhaus zog das Geschäft 2011 an. „Innerhalb von zwei Monaten haben wir mit Freunden Tag und Nacht 3.000 Röhrchen abgefüllt und in Boxen gepackt“, blickt Martin Gompelmann zurück. Einige Monate später eröffneten sie ihren ersten Laden in der Stammstraße, 2013 einen zweiten in der Moltkestraße.

Die drei Unternehmer wirken zufrieden und leidenschaftlich, ihr Idealismus ist ungebremst. „Inzwischen können wir uns ein kleines Gehalt zahlen, aber viel wichtiger ist die Idee. Immer wieder sagen Leute: ,So etwas habe ich noch nie gesehen oder geschmeckt.‘ Das ist cool“, freut sich Sebastian Brimmers. Um ihren Pfeffer bekannt zu machen, gehen sie auf Messen und Landpartien. Geplant sind auch Pfeffer-Tastings im neuen Laden. Bastian Stollwerk: „Wir möchten Leute empfangen und sie den wunderbaren Pfeffer in kleinen Gerichten probieren lassen. Wir sind gerne Gastgeber.“

Foto: Bozica Babic

Schwarzer Kampot-Pfeffer (oben) wird geerntet, wenn er zu reifen beginnt. Weißer Kampot-Pfeffer (rechts) reift sechs Wochen länger als schwarzer Pfeffer; Kern des Pfeffers ohne Schale. Roter Kampot-Pfeffer (links) reift acht Wochen länger als schwarzer Pfeffer; getrocknet sehr selten. (Foto: Bozica Babic)

Das Besondere am Kampot-Pfeffer:

1

von Hand gepflanzt, gepflegt, geerntet und ­verlesen

2

rein biologischer Anbau ohne Maschinen

3

außergewöhnliches Aroma durch mineralische Lehmböden und Tropensonne

Das könnte Sie auch interessieren:

Magazin durchsuchen...