Heimatpiste für Entdecker

Hochwertige Teppiche zum spielerischen Erkunden der eigenen Stadt: Matthias Schindlbeck setzte diese Idee in die Tat um und gründete das Unternehmen Heimatpiste.

Foto: Bozica Babic

Ein rotes Matchbox-Auto fährt über eine breite Straße, biegt Richtung Tunnel ab. Und da ist ja auch schon das Ziel – das Kölner Schokoladenmuseum. Matthias Schindlbeck stellt das Auto zur Seite und streicht zufrieden mit der Hand über den weichen Teppichflor, betrachtet die unterschiedlichen Schraffuren, die leuchtenden Farben, die liebevoll ausgearbeiteten Details: Qualitätskontrolle. Gerade sind die neuen Spielteppichmuster von seinem Zulieferer aus Belgien eingetroffen. Der Fußboden in der Wohnung des 38-jährigen Jungunternehmers hat sich deshalb kurzerhand in ein riesiges Wimmelbuch verwandelt: Wo der eine Teppich aufhört und der andere beginnt, ist aus ein paar Schritten Entfernung kaum auszumachen.

Auch wenn die Teppiche, die das Kölner Start-up Heimatpiste produziert und vermarktet, sich optisch von den Klassikern unterscheiden, die Matthias Schindlbeck aus seiner eigenen Kindheit kennt, ist ihre Funktion gleich geblieben. Sie sind die Grundlage für ein kreatives und intensives Kinderspiel, für ein Erleben und Erlernen, für prägende Momente der Unbekümmertheit und des Glücks. „Der Spielteppich war schon immer ein cooles Produkt. Wir wollen es heute lokal verankern und anonyme Gebäude durch reale ersetzen, die Kinder auch im Alltag wiedererkennen. So können sie spielend ihre eigene Stadt erleben“, erläutert der Gründer sein Konzept.

Foto: Bozica Babic
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Foto: Bozica Babic
Foto: Bozica Babic

Die Idee zu Heimatpiste entstand bereits 2006, während Matthias Schindlbeck Kommunikationsdesign in Wuppertal studierte. Dort fand sich der Wahlkölner auch mit seinen heutigen Partnern, dem Illustrator Jens Oliver Robbers und der Kommunikationsdesignerin Jenny Skibbe, zusammen. In die Tat umgesetzt wurde die Idee jedoch erst 2015. „Unser Ziel war ein tolles Produkt mit Öko-Tex-Zertifizierung, das auch für Allergiker geeignet ist. Es hat seine Zeit gedauert, einen Zulieferer zu finden, der nicht nur unsere Qualitätsvorstellungen eines Hightechdrucks in höchster Auflösung und mit dem gewünschten Farbprofil umsetzen kann, sondern auch noch fair produziert“, berichtet Matthias Schindlbeck. Er erinnert sich noch lebhaft, dass es zu Beginn jede Menge Abstimmungsbedarf gab, die Abläufe mussten sich erst einspielen. „Zu wissen, dass die Sparkasse KölnBonn hinter mir als Selbstständigem steht, hat mir damals viel Rückendeckung gegeben. Und meine Beraterin Nadine Kurth war stets mit Rat und Tat an meiner Seite“, betont der Gründer.

Der erste Stadtteppich war Köln, dann kamen München und das Ruhrgebiet sowie Berlin, Hamburg und Düsseldorf. Zu entdecken gibt es auf den Teppichen von Heimatpiste nicht nur Wahrzeichen und Straßen mit hohem Wiedererkennungswert, sondern auch lokale Besonderheiten für Insider wie grüne Sittiche oder Tünnes und Schäl auf dem Köln-Teppich. Und auch das retroinspirierte Design ist kein Zufall. „Die Generation, die selbst auf dem Teppich gespielt hat, bekommt gerade eigene Kinder. So kann eine schöne Tradition modernisiert fortgeführt werden. Am schönsten finde ich die Vorstellung, dass mein eigenes Kind irgendwann auf einem Heimatpiste-Teppich spielen wird“, verrät Matthias Schindlbeck. Im Sommer wird er Vater.

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