Sie bewahren Erinnerungen

Das Unternehmen Mediafix schenkt der Vergangenheit eine digitale Zukunft. In Köln-Ehrenfeld digitalisieren die Gründer mehrere Millionen Medien im Jahr – vom Dia und Negativ über Foto bis hin zur Videokassette oder dem alten Schmalfilm.
 

Foto: Bozica Babic

Lassen Erinnerungen nicht verblassen: Hans-Günter Herrmann und Christoph Kind

„Opa ist heute viel cooler, wenn er seine alten Bilder auf dem iPad zeigt“, lacht Hans-Günter Herrmann. Das Unternehmen Mediafix macht es möglich, dass alte Erinnerungen auf dem Fernseher, dem Computer oder dem Tablet wieder lebendig werden. Das Kölner Start-up digitalisiert Dias, Negative, Papierfotos, Schmalfilme und Videokassetten zahlreicher Formate mit selbst entwickelter Technik und macht die Digitalisierung schneller, besser und bezahlbar. „Die meisten von uns haben Dias und alte Fotos zu Hause. Aber viele machen die Erfahrung, dass bereits ein Scan mit einem herkömmlichen Scanner Minuten dauert“, so Herrmann. Der große Bestand alter Dias in der eigenen Familie brachte ihn schließlich auf die Geschäftsidee: Im Oktober 2012 gründete er zusammen mit seinen Partnern Stefan Wickler und Christoph Kind, die er aus der Kölner Gründerszene kennt, die Mediafix GmbH. In kurzer Zeit entwickelte das Team eigene Verfahren für die Digitalisierung von Film- und Bildmaterial. 
 

Christoph Kind ist der Daniel Düsentrieb von Mediafix. Der Informatiker und sein Team tüfteln ständig an Neu- und Weiterentwicklungen. Die selbstentwickelte Scantechnologie erlaubt einen sekundenschnellen Scan. Das ermöglicht Preise ab acht Cent pro Bild. Mittlerweile boomt das Geschäft. Aus einem Büroraum wurden rund 1.000 Quadratmeter, aus einem selbstentwickelten Scanner eine ganze Flotte an Technologie zur Digitalisierung von Bildern, Schmalfilmen und Videokassetten.

Foto: Bozica Babic

Tüftler am Werk: Christoph Kind lötet eine Platine für die Digitalisierungsmaschinen.

Seither digitalisierte das Team über 30 Millionen digitalisierte Bilder und Filme von Kunden aus der Region und aller Welt.  Sogar ein Promifotograf aus Hollywood und Sänger Wolfgang Niedecken haben den Service schon in Anspruch genommen, Aufträge aus Finnland und Australien folgten. „Wir hatten Senioren aus Luxemburg zu Gast, die eigens eine Kaffeefahrt nach Köln gemacht haben, um ihre Medien bei uns abzugeben“, sagt Herrmann. Das inzwischen mehr als sechzig Köpfe zählende Team geht bei der Digitalisierung mehrmals täglich auf Welt- und Zeitreise. So reisen sie beispielsweise mit einer Hippiekommune im VW-Bus durch Europa, erleben Brasilien in den 60er-Jahren oder den Bau der Rodenkirchener Brücke. „Die alten Aufnahmen unserer Kunden dokumentieren zum Beispiel die Kultur, Flora und Fauna anderer Länder oder auch die Veränderung von Modetrends und Autos vergangener Jahrzehnte“, erzählt Herrmann. „Egal, wie groß oder klein die Sammlung ist. Wir digitalisieren alles. Von Familienfotos über Museumsbestände bis hin zu Dokumentationen eines Schmetterlingsvereins oder der Uni Köln." Meist geht der Wunsch zur Digitalisierung alter Schätze mit einem einschneidenden Erlebnis einher. „Die meisten erinnern sich daran, dass sie noch alte Aufnahmen im Keller oder auf dem Speicher haben, wenn sie umziehen, bei runden Geburtstagen oder Todesfällen“, so Herrmann. 
Die ältesten Bilder, die das Team digitalisiert hat, stammen aus dem Jahr 1905. Für Mediafix ist das kein Problem. „Da wir alles selbst entwickeln, können wir auch auf Sonderformate umrüsten. Für spezielle Wünsche haben wir schnell die Speziallösung“, erklärt Kind. So erfüllte MEDIAFIX einer Kundin ihren Traum, eine alte Fotografie aus den 1920er-Jahren als 1,70 Meter hohes Wandbild umzuwandeln.
 

Foto: Rue des Archives/SZ Photo

Bonner Rathaus 

Foto: Mediafix

Familienausflug in den 1970ern

So lagern Sie Ihre Fotos, Dias und Negative richtig

Feuchtigkeit vermeiden: Analoge Bildträger halten nicht ewig. Mit der Zeit können sie verblassen oder sogar verschimmeln, zum Beispiel, wenn sie hinter Folien aufbewahrt werden.

Kühl und trocken lagern: Minustemperaturen verlängern die Haltbarkeit. Bereits bei 38 Grad Celsius können sich Dias auf Nitratfilm entzünden.

Vor Gasen und Säure schützen: Da Fotos Säure enthalten, sollten sie nicht in Papp- oder Holzkartons aufbewahrt werden. Am besten sind gut belüftete Metallbehälter. 

Das könnte Sie auch interessieren:

Magazin durchsuchen...