Verantwortung übernehmen, Gutes tun: Stiftungen

Zu Lebzeiten Bleibendes schaffen, Verantwortung übernehmen, der Gesellschaft etwas zurückgeben – das sind die Hauptmotive von Stifterinnen und Stiftern. Wie sich Bürgerinnen und Bürger engagieren können und wie aus der guten Idee die gute Tat wird, lesen Sie auf meinkölnbonn.de.

September 2020

iStock/Rawpixel

„Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ war in den Neunzigern ein bekannter Werbespot der Sparkassen. Viele Kundinnen und Kunden werden sich noch erinnern. Noch immer erzielt er auf YouTube zahlreiche Klicks.

Haus und Auto trifft auf viele Kundinnen und Kunden zu, ein Boot haben vermutlich nicht ganz so viele. Für andere wiederum fehlt etwas ganz Wichtiges in der Aufzählung: „meine Stiftung“.

Viele Menschen gelangen nämlich an einem wesentlichen Wendepunkt ihres Lebens zu der Erkenntnis, mit einem Teil ihres Geldes für die Allgemeinheit etwas bewegen zu wollen. Sie haben ein gutes Leben, keine Geldsorgen und finden, nun sei es an der Zeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, damit auch Menschen profitieren, für die „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ in unerreichbarer Ferne liegt.

„Unsere Stifterinnen und Stifter möchten etwas Gutes bewirken.“

Nicole Döring, Stiftungsmanagement der Sparkasse KölnBonn

„Viele unserer Kundinnen und Kunden sind vermögende Einzelpersonen oder kinderlose Ehepaare, häufig auch Unternehmer oder Unternehmerinnen“, berichtet Nicole Döring vom Stiftungsmanagement der Sparkasse KölnBonn. Mit ihrem Team begleitet sie derzeit im Auftrag der Kundinnnen und Kunden rund 100 Stiftungen. „Stifterinnen und Stifter sind oft 60 Jahre oder älter und alle möchten etwas Gutes bewirken.“ Zum Beispiel kann ein Schicksalsschlag in der Familie, etwa eine unheilbare Krankheit, bisweilen Auslöser für die Gründung einer Stiftung sein – die dann etwa den Zweck verfolgt, Forschung auf dem betreffenden Gebiet zu fördern.

Doch keine Sorge: Auch wenn sich eine eigene Stiftung erst ab einem maßgeblichen Betrag lohnt – es gibt Alternativen, beispielsweise Zustiftungen oder Spenden. Diese sind häufig in jeglicher Höhe willkommen.

Mehr als 23.000 Stiftungen in Deutschland

Auch wenn viele Stiftungen in der breiten Öffentlichkeit mehr oder weniger unbekannt sind: Deutschland ist ein Stifterland. Laut Bundesverband Deutscher Stiftungen ist die Bundesrepublik eines der stiftungsreichsten Länder Europas. Der Verband zählt derzeit 23.230 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts mit einem bekannten Stiftungskapital von insgesamt rund 107 Milliarden Euro. Die Gesamtzahl der Stiftungen in Nordrhein-Westfalen liegt bei über 4.500. Allein in Köln haben mehr als 370 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts ihren Sitz.

Zu den größten Stifterinnen in der Region zählt übrigens die Sparkasse KölnBonn. Sie hat im Laufe der Jahre neun Stiftungen ins Leben gerufen, darunter die SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn in Köln und die Stiftung August Macke Haus der Sparkasse in Bonn (s. Infokasten).

Schätzungen zufolge werden im kommenden Jahrzehnt hierzulande bis zu vier Billionen Euro vererbt. Es ist also recht wahrscheinlich, dass die Zahl der Stiftungen und das Vermögen weiter steigen, denn nicht alles wird Töchtern und Söhnen, Enkeln und anderen Verwandten vererbt. 

Wer zu Lebzeiten oder nach seinem Tod etwas bewegen, Verantwortung übernehmen, ein konkretes Projekt fördern oder ganz allgemein der Gesellschaft etwas zurückgeben will, kann dies mit der Errichtung einer Stiftung realisieren. Doch wie geht das?

In fünf Schritten zur Stiftung

Wer Interesse daran hat, eine eigene Stiftung zu gründen oder eine vorhandene Stiftung zu unterstützen, kann sich vom Stiftungsmanagement der Sparkasse KölnBonn beraten lassen.

1. Schritt: Festlegung des Stiftungszwecks

Dieser ist das zentrale Element einer Stiftung, denn mit ihm werden die Aufgaben festgelegt und bestimmt, wen oder was sie in welcher Weise begünstigt. Hierzu sollte man sich unbedingt durch Experten beraten lassen. „Wir spielen alles mit den Kundinnen und Kunden durch“, erläutert Nicole Döring, „ihre Wünsche und Vorstellungen, ihre Motivation.“ Die entscheidende Frage an dieser Stelle: „Was wollen Sie bewirken?“ Unbedingt zu bedenken ist die Frage, ob die Stiftung gemeinnützigen Charakter haben soll. Die Gemeinnützigkeit ermöglicht im Weiteren eine steuerliche Begünstigung der Stiftung.  

2. Schritt: Stiftungsvermögen

Gerade in dem aktuell schwierigen Kapitalmarktumfeld sollte es ein wesentlicher Betrag sein. Die wichtigsten Fragen hierzu: Was möchte ich bewirken und welche Mittel benötige ich dazu? Denn der Grundstock einer Stiftung für die Ewigkeit, das Vermögen, darf nicht angetastet werden. Mit anderen Worten: Lediglich die Erträge des Vermögens, zum Beispiel Zinserträge oder Mieteinnahmen, können in diesem Fall für die Verwirklichung des Stiftungszwecks eingesetzt werden. Möglich ist aber auch eine Stiftungsgestaltung bei der das Stiftungsvermögen verbraucht wird. Die dem Stifterwillen entsprechende Alternative muss in dieser frühen Phase einer Stiftungsidee konkret ermittelt werden.

3. Schritt: Stiftungsform

„Als Nächstes ist die Wahl der richtigen Stiftungsform von wesentlicher Bedeutung“, erklärt Nicole Döring. Sie und ihr Team wissen genau, wann eine eigene rechtsfähige Stiftung und wann eine unselbstständige Stiftung, zum Beispiel in Form einer Treuhandstiftung oder eines Stiftungsfonds, die bessere Variante ist. Häufig kann auch die Vernetzung mit einer Bürgerstiftung sinnvoll sein, wovon es in Köln und Bonn einige gibt, die von der Sparkasse KölnBonn mitinitiiert wurden.

4. Schritt: Stiftungsgeschäft und Satzung 

Die Dokumente, die Herz und Hirn der Stiftung definieren, also Zwecke und Organe der Stiftung ganz genau festlegen, werden nach den konkreten Wünschen und Vorstellungen des Stifters formuliert.

5. Schritt: Anerkennung durch die Behörden

Im finalen Schritt unterstützt das Team Stiftungsmanagement dann dabei, die Stiftung von den Behörden anerkennen zu lassen – und übernimmt die dafür nötige Kommunikation mit der Stiftungsaufsicht und dem Finanzamt.

Die Zusammenarbeit endet aber nicht zwangsläufig mit der Errichtung der Stiftung. Auf Wunsch der Kunden übernimmt das Team Stiftungsmanagement als Dienstleister die Verwaltung der jeweiligen Stiftung – von bestimmten administrativen Aufgaben bis hin zur Geschäftsführung. „Wir unterstützen die Stifterinnen und Stifter, damit sie sich ganz auf die Verwirklichung ihrer Stiftungsziele konzentrieren können“, berichtet Nicole Döring. „Im Mittelpunkt steht immer der Stifterwille.“

Zustiften, Spenden, Zeit stiften – weitere Formen des Engagements

Fast jeder, der etwas bewirken möchte, findet sich in den Zielen einer oder mehrerer der zahlreichen Stiftungen in Deutschland oder der heimischen Region wieder. Diese zu unterstützen ist mit weitaus weniger Geld möglich, als eine eigene Stiftung zu errichten. Oft kann man schon mit einem kleinen Betrag zum sogenannten Zustifter werden. Dieser Betrag erhöht dann das Stiftungskapital der ausgewählten Stiftung – und damit indirekt deren Ausschüttungen.

Eine weitere Möglichkeit ist eine einmalige oder regelmäßige Spende an eine Stiftung. Man kann der Stiftung seiner Wahl ganz allgemein eine Spende zukommen lassen oder auch gezielt für ein konkretes Projekt spenden, das von einer Stiftung selbst betrieben oder gefördert wird. Eine Spende wird im Unterschied zur Zustiftung nicht dem Stiftungskapital zugeschlagen, sondern erhöht den Ausschüttungsbetrag des jeweiligen Projekts oder der Stiftung direkt.

Gutes tun ist aber auch ganz ohne Geld möglich. „Viele Menschen möchten sich persönlich für eine gute Sache engagieren, also sozusagen Zeit spenden“, weiß Nicole Döring. Auch sie sind beim Stiftungsmanagement der Sparkasse willkommen und erhalten Rat und Informationen, auf welche Weise sie sich bei einer Stiftung einbringen können.

Sieben Kölner Stiftungen, die durch das Stiftungsmanagement der Sparkasse KölnBonn begleitet werden, feiern im Jahr 2020 ihr 10- oder 15-jähriges Bestehen. Diese Stiftungen und ihre Arbeit stellt meinKölnBonn.de in einer kleinen Serie vor. Jede der Stiftungen hat ein unverwechselbares Profil – und jede freut sich über finanzielles und persönliches Engagement von Menschen, die etwas Positives für ihre Region bewirken wollen:


15-jähriges Jubiläum

Bürgerstiftung Köln
Stiftung KalkGestalten

10-jähriges Jubiläum

J & H Gerhards-Stiftung
Stiftung Stadtgedächtnis
Stiftung Kölner Altenhilfe
Kölner Stiftung für Tier- und Artenschutz
Kölner Tafel Stiftung

Die neun Stiftungen der Sparkasse KölnBonn

  • sk stiftung jugend und medien der Sparkasse KölnBonn
  • SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn
  • Stiftung Wissen der Sparkasse KölnBonn
  • Stiftung August Macke Haus der Sparkasse in Bonn
  • Stiftung Internationale Begegnung der Sparkasse in Bonn
  • Stiftung Jugendhilfe der Sparkasse in Bonn
  • Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn
  • Stiftung Ludwig van Beethoven der Sparkasse in Bonn
  • Stiftung Sport der Sparkasse in Bonn

Mehr als sechs Millionen Euro stehen für die Entwicklung von Projekten und zur Förderung zur Verfügung – damit zählt die Sparkasse KölnBonn zu den größten Stiftern in der Region. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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