„Vereint da durch“: Rollstuhlclub Köln e. V.

Im Coronajahr 2020 konnten die meisten Vereine und Institutionen ihre Angebote für die Menschen in der Region nicht oder nur teilweise aufrecht erhalten. Viele gerieten in finanzielle Not. Mit ihrer Spendenaktion „Vereint da durch“ unterstützte die Sparkasse KölnBonn mehr als 400 von ihnen mit jeweils 1.000 Euro. Darunter auch der Rollstuhlclub Köln e. V.

Juli 2021

Foto: Robert Kneschke/stock.adobe.com

Schwer liegt sie in der Hand, die fast 90-seitige, goldfarbene Broschüre. Beim Blättern in der Festschrift mit dem Titel „Rollstuhlclub Köln. 50 Jahre – Immer in Bewegung“ wird klar: Da hat sich seit der Gründung des Vereins 1969 bis zum goldenen Vereinsjubiläum 2019 wirklich eine Menge bewegt.

Vom ersten Rollstuhl-Basketballturnier, an dem eine Mannschaft des frisch gegründeten Rollstuhlclubs 1969 teilnahm, über den Aufbau einer Kindersportgruppe 1973, den Aufstieg der Basketballer in die 1. Bundesliga 1983, den Start der Abteilungen Rugby, Tischtennis und Elektrorollstuhl-Hockey in den 1990er-Jahren oder die Goldmedaillen von Holger Nikelis bei den Paralympics 2004 in Athen und 2012 in London.

Angebot für Menschen mit Behinderung

Während die vielen Fotos besonders von sportlichem Ehrgeiz, Freude und enormem Einsatz zeugen, berichten die Texte auch von den Herausforderungen, mit denen sich der Kölner Verein immer wieder konfrontiert sah. „Am Anfang ging es vor allem darum, den Menschen mit Behinderung überhaupt eine Möglichkeit zu bieten, sportlich aktiv zu werden“, erzählt Helmut Nikelis, Kassenwart des Vereins, am Telefon. „Sie hatten damals weder eine Lobby noch einen Verein“, ergänzt seine Frau Ilona, zweite Vorsitzende des Vereins, „es gab praktisch kein Angebot für Menschen mit Behinderung.“ Das änderte sich glücklicherweise, auch dank des Engagements des Rollstuhlclubs Köln.

Herausforderungen meistern

Gesellschaftlich fand Schritt für Schritt ein Umdenken statt. Probleme gab es trotzdem immer wieder. Zum Beispiel 2015, als viele Geflüchtete nach Deutschland kamen und zahlreiche Sporthallen zu Unterkünften umfunktioniert wurden. Viele Angebote des Vereins konnten nicht stattfinden. „Das wog schwer“, berichtet Helmut Nikelis, „wir waren und sind auf städtische, rollstuhlgerecht ausgestattete Hallen angewiesen.“

Seine Hauptaufgabe sieht der Rollstuhlclub Köln seit seiner Gründung darin, Sport für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer sowie deren Freunde und Familien anzubieten. In fünf Sportarten sind sie derzeit aktiv: Kinder- und Jugendsport, Tischtennis, Basketball, Rugby und Elektrorollstuhl-Hockey. In vier städtischen Hallen findet derzeit das Training statt – und zwar sowohl auf Breitensportebene als auch im Spitzensport. Die E-Hockey-Mannschaft spielt in der zweiten Bundesliga und eine Tischtennis-Mannschaft in der Regionalliga. Zudem richtete der Verein bis zum Beginn der Coronapandemie regelmäßig große Turniere aus, an denen auch zahlreiche Rollstuhlsportlerinnen und -sportler von außerhalb teilnahmen, wie den Newcomer-Cup im E-Hockey, den JUROBA-CUP für Kinder und Jugendliche im RollstuhlBasketball oder das Bernd-Best-Turnier, nach Vereinsangaben die weltweit größte Veranstaltung im Rollstuhlrugby.

Selbstbewusstsein stärken

Doch das Engagement geht noch weiter: „Wir wollen über den Sport das Selbstbewusstsein von Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, festigen, um sie auch für ihren Alltag stark zu machen“, sagt Helmut Nikelis.

Weitermachen – auch während Corona

„Aufgeben war noch nie eine Option für den Rollstuhlclub Köln“, heißt es selbstbewusst im Vorwort der Jubiläumsbroschüre. Anlässe dazu hätte es durchaus gegeben. Zum Beispiel ab März 2020, als wegen der Coronapandemie kein Hallensport mehr möglich war – und damit für die Vereinsmitglieder überhaupt kein Sport mehr. Auch vorher habe es schon kritische Situationen gegeben, zum Beispiel einen deutlichen Rückgang von Mitgliedern.

„Spenden sind willkommen“

„Doch wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Nikelis kämpferisch. Der Verein habe sich vorgenommen, Schnupperkurse anzubieten und die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken. In Kliniken und anderen Einrichtungen zum Beispiel möchte er mit neuen Flyern für seine Angebote werben. „Deshalb haben wir uns bei der Spendenaktion der Sparkasse KölnBonn ‚Vereint da durch‘ beworben“, erzählt Nikelis. Weitere Spenden, auch von Bürgerinnen und Bürgern, sind willkommen.

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