Das Jahr des jüdischen Lebens in Köln

2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Darum haben sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und wichtige Institutionen zusammengeschlossen, um dieses Ereignis unter der Leitung eines eigens gegründeten Vereins zu feiern.

Juli 2021

Foto: Creative DuMont Rheinland/Jean-Pol GRANDMONT

2021 wird „#2021JLID – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gefeiert. Am 11. Dezember 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Edikt zur Bekleidung von Ämtern durch Juden. Darin steht, dass Juden städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen und sollen. Die Urkunde belegt damit eindeutig, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. Eine frühmittelalterliche Handschrift dieses Dokuments befindet sich heute im Vatikan und ist Zeugnis der jüdischen Geschichte in Deutschland und Europa.

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln
Foto: Jens Koch

„Das Festjahr ‚1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland‘ wird von Köln ausgehend bundesweit begangen und gefeiert. Köln steht für Offenheit und Vielfalt und die jüdische Tradition ist in unserer Stadtgesellschaft fest verankert.“

Viele Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Aus diesem bedeutenden Anlass haben sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und wichtige Institutionen zusammengeschlossen, um dieses Ereignis unter der Leitung eines eigens gegründeten Vereins, „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“, zu begehen. Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, sagt: „Das Festjahr lebt von Begegnungen und ich bin zuversichtlich, dass es gelingt, diese zu ermöglichen. Mit den vielfältigen Veranstaltungen werden zudem deutliche Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus und Rassismus gesetzt.“

Bundesweit sollen rund 1.000 Veranstaltungen ausgerichtet werden. Darunter Konzerte, Ausstellungen, Musik, ein Podcast, Video-Projekte, Theater und Filme. Zudem wird es eine Reihe digitaler Formate geben: einen Festjahres-Podcast, Video-Projekte und eine Online-Ausstellung zum heutigen jüdischen Leben in Deutschland.

Mit einem „Shalom-Selfie“ gegen Antisemitismus

Interessierte können nicht nur die zahlreichen Veranstaltungen besuchen, sondern auch selbst aktiv werden. Unter dem Motto „Shalom Selfie – Zeigt Zusammenhalt!“ rufen die Stadt Köln, die Synagogen-Gemeinde Köln und das Kölner Forum für Kultur im Dialog e.V. dazu auf, ein Zeichen zu setzen für eine offene, bunte Gesellschaft, die zusammenhält. Aus allen eingesendeten Einzelbildern wird ein riesiges Mosaik entstehen. Im August wird das XXL-Mosaik öffentlich in Köln präsentiert.

„Mentsh“-Festival im Sommer

Aktuell findet zudem ein großes Festival der Begegnungen statt. Bei „Mentsh“ steht die Musik im Mittelpunkt, die wie kaum eine andere Form über Grenzen und Kulturen hinweg dazu beitragen kann, gegenseitiges Verständnis und bewusste Gemeinschaftlichkeit aufzubauen. In Kooperation mit Städten und Gemeinden sowie Vereinen und Verbänden wurden lokale, regionale und überregionale Veranstaltungen konzipiert, die überwiegend im Freien oder digital stattfinden.

Weltgrößtes Laubhüttenfest „Sukkot XXL“

Alljährlich im Herbst leben Jüdinnen und Juden für eine Woche in einer selbstgebauten Hütte. Was es damit auf sich hat, lässt sich vom 20. bis 27. September beim weltgrößten Laubhüttenfest „Sukkot XXL“ erleben. 105 Gemeinden laden zum Feiern ein.

Online-Ausstellung „Jewersity“

Digital lädt die Online-Ausstellung „Jewersity“ von Jan Feldman zum Besuch ein. In 15-Sekunden-Clips portraitiert der Künstler Jüdinnen und Juden. Dabei stellt er ihnen zwei Fragen: Wer bist du? Und was bedeutet es für Dich, jüdisch zu sein? Die Videos zeigen die Vielfalt und Lebendigkeit jüdischen Lebens in Deutschland.

Video-Reihe „Bubales“

Digital zu finden sind etwa Videos von „Bubales“, dem einzigen jüdischen Puppentheater in Deutschland. In der ersten Folge der Video-Reihe erklären die Puppen („Bubales“) in einem kurzen Video, warum 1700 Jahre jüdisches Leben gefeiert werden und was das mit dem Edikt aus dem Jahr 321 zu tun hat.

Jüdischer Deutschrap

Ebenfalls online verfügbar ist das Lied „Deduschka“ von Ben Salomo. Der in Israel geborene Rapper wuchs in Berlin auf, wo er bis heute lebt. Der Gründer der Konzertreihe „Rap am Mittwoch“ tritt mit seiner Musik antisemitischen Tendenzen im Deutschrap entgegen.

Online-Ausstellung „7Places“

Die Online-Ausstellung „7Places“ widmet sich der Erinnerung an den Holocaust, die Shoah. Besucherinnen und Besucher können mithilfe eines Zeitstrahls in die Vergangenheit scrollen und die namensgebenden sieben Orte in Deutschland, und viele weitere Orte der Erinnerung kennenlernen, anschaulich nachvollziehen, wie sie entstanden sind, wie sie sich verändert haben, wie sie zum Teil zerstört und wie sie wieder zum Leben erweckt wurden.

Diese und weitere spannende Formate erwarten uns 2021 – im Jahr des jüdischen Lebens.

Das könnte Sie auch interessieren:

Sparkasse Newsletter

Unser Newsletter

Erhalten Sie mit unserem Newsletter einmal im Monat
spannende Informationen und hilfreiche Tipps.

Hier abonnieren

Magazin durchsuchen...

Unser monatlicher Newsletter

Hier abonnieren