Bienchen, summ herum!

Jeder kennt Bienen als fleißige Honigproduzenten, doch die kleinen Insekten leisten noch viel mehr für Mensch und Natur. Aber was ist, wenn sie künftig nicht mehr in ausreichender Zahl über Feld und Wiese summen? Und was können wir tun, um das zu verhindern?

April 2019

Foto: Unsplash/Aaron Burden

Sie leben in einem wohlorganisierten Staat, kommunizieren miteinander, verfügen über soziale Intelligenz, praktizieren eine ausgeklügelte Arbeitsteilung und sind damit uns Menschen näher als kaum ein anderes Insekt. Bienen sind kleine Wunderwerke der Evolution, die die Entwicklung des Lebens auf unserem Planeten maßgeblich beeinflusst haben. Experten schätzen, dass sie seit 110 Millionen Jahren auf der Erde existieren. 45 Millionen Jahre gelten davon als gesichert durch eine in Bernstein eingeschlossene Biene. Archäologen fanden zudem heraus: Bereits in der Steinzeit haben die Menschen den nahrhaften und leckeren Honig für sich entdeckt und aus den Bienenstöcken geraubt. 

Heutzutage gelten Bienen als die wichtigsten Nutztiere für die Menschheit. Der Grund dafür ist nicht die Honigproduktion an sich, sondern die Rolle der kleinen Insekten bei der Bestäubung der Pflanzen. Auf der Suche nach Nektar fliegt eine Arbeiterbiene bis zu 9.000 Blüten pro Tag an und verteilt dabei die Pollen. Eine Leistung, ohne die kaum Obst, Gemüse und Getreide wachsen würden. Rund 80 Prozent aller für den Menschen wichtigen Pflanzen werden durch die Bienen bestäubt. Albert Einstein soll einmal gesagt haben:

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ 

Das düstere Szenario ist nicht aus der Luft gegriffen: Der Bienenbestand ist seit Anfang der 1950er-Jahre kontinuierlich zurückgegangen und ist heute gefährdet wie nie. Das Massensterben der Bienen gibt den Forschern seit Jahren Rätsel auf. Der weltweit zunehmende Anbau von Monokulturen, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Varroamilbe, die in den 1970er-Jahren aus Asien nach Europa eingeschleppt wurde: Es gibt viele Faktoren, die – vor allem in Kombination – den fleißigen Insekten zum Verhängnis werden.

In manchen Gegenden der Welt ist die Situation noch viel schlimmer als in Europa. In China müssen inzwischen Obstbäume zum Teil per Hand bestäubt werden, da die Bienen fehlen. Paradoxerweise ist China zugleich ein großer Honigrexporteur, der auch Deutschland beliefert. Statistisch gesehen vertilgt jeder Bundesbürger ein Kilogramm Honig pro Jahr. Die heimische Produktion deckt hierzulande gerade mal 20 Prozent des Bedarfs. Übrigens: Um 500 Gramm Honig zu erzeugen, müsste eine einzelne Biene umgerechnet dreimal um die Erde fliegen. Während in Deutschland Imker Honig ernten, sind es in China große Fabriken, die nach eigenen Qualitätsstandards mischen und strecken. Den Unterschied erkennt man am Preis – vom Geschmack und der Wertigkeit des Honigs mal abgesehen.

In Deutschland summen aktuellen Schätzungen zufolge 40 Milliarden Bienen. Die Zahl der Imker wächst sogar seit einiger Zeit wieder und die Wissenschaftler arbeiten unter Hochdruck daran, das Immunsystem der Bienen zu entschlüsseln, um dem rätselhaften Sterben auf die Spur zu kommen. Eine echte Chance für die Bienen? Wer schon heute im eigenen Garten und auf dem Balkon etwas dazu beitragen will, die Honigbienen zu erhalten, kann folgende Tipps beherzigen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Magazin durchsuchen...