Blühende Städte dank Urban Gardening

Auch wer kein Haus mit Garten hat, muss auf den Traum vom selbst angebauten Salat nicht verzichten. Mit Urban Gardening blühen die Städte buchstäblich auf, denn selbst auf kleinsten Balkonen gedeihen Kräuter, Blumen und Gemüse.

April 2019

Foto: Markus Spiske/Unsplash

Gärtnern macht glücklich, erdet und schafft einen gesunden Ausgleich zum stressigen Alltag. Das haben inzwischen auch viele Städter für sich entdeckt und sind Anhänger des Urban Gardening geworden. Sie pflanzen ihre Tomaten auf dem Balkon an, ernten die eigenen Kartoffeln auf einem gemieteten Acker oder jäten Unkraut in einem Gemeinschaftsgarten. Für den grünen Anbau in der Stadt gelten dabei die gleichen Bedingungen wie auf dem Land: Tomaten, Auberginen und Paprika lieben Sonne – Schnittlauch, Kresse oder Spinat brauchen Schatten. Wer es gern bunt, aber unkompliziert mag, sollte es mit Staudenmischungen versuchen. Sie blühen mit geringem Pflegeaufwand das ganze Jahr über und sind recht günstig.

Für Balkone eignen sich Blumen wie Lavendel, Wandelröschen oder Löwenmäulchen besonders gut. Sie sind zudem bienenfreundlich, da sie genug Nahrung für die nützlichen Insekten bieten. Aber auch Kräuter sind als Balkonpflanzen beliebt. Auch hier gilt es, die Ausrichtung zu beachten: Mediterrane Sorten wie Thymian, Rosmarin oder Salbei benötigen viel Sonne und wenig Wasser, Minze, Bärlauch oder Waldmeister mögen es eher schattig und feuchter. Bei etwas größeren Balkonen bieten sich Hochbeete an. Hier lassen sich Gemüse oder gar Kartoffeln anbauen. Übrigens: Hochbeete liefern einen bis zu dreimal höheren Ertrag durch die Sonneneinstrahlung von mehreren Seiten als Pflanztöpfe, die auf dem Balkonboden stehen. Wem das alles nicht reicht, der kann auch zusammen mit Gleichgesinnten gärtnern oder sich eine Gartenparzelle mieten und Gemüse im größeren Stil anbauen. In Köln und Bonn gibt es einige Initiativen, die die Lust am Gärtnern befriedigen.

Urban Gardening in Köln

Schrebergärten und Kleingärten sind ein altes Konzept, das in Zeiten des Urban Gardening wiederentdeckt wird. In Köln gibt es allein 115 Kleingartenvereine. Eine Übersicht bietet der Kreisverband Kölner Gartenfreunde e.V.

In Gemeinschaft säen, jäten und ernten – das bieten Projekte von Gemeinschaftsgärten wie das Netzwerk Gemeinschaftsgärten Köln. Die wichtigsten Kriterien: Mobilität, Nachhaltigkeit und bewusster Konsum. So hat sich der Verein Kölner NeuLand Gemeinnütziger e.V. in Bayenthal die Förderung von Bildung, Umwelt- und Naturschutz sowie bürgerschaftlichem Engagement zum Ziel gesetzt. 

Die Möglichkeit, sich landwirtschaftlich zu betätigen, bietet ein Mietacker. Hier vermieten Bauernhöfe in der Umgebung einen Teil ihrer Felder zur privaten Nutzung. Mehr Infos unter: gartenglueck.info, meine-ernte.de, mein-gemuesegaertchen.de

Wer keinen grünen Daumen hat und trotzdem den Pflanzenanbau unterstützen will, kann Pate werden. So vergibt die Stadt Köln ehrenamtliche Patenschaften für Grünflächen. Im Kölner Zoo können außerdem Baum-Patenschaften übernommen werden, um die Baumpflege zu erleichtern.

Urban Gardening in Bonn

Der städtische Begegnungsgarten auf dem Ermekeilgelände in der Bonner Südstadt ist ein Gemeinschaftsprojekt zur sinnvollen Nutzung der ehemaligen Ermekeilkaserne. Hier gibt es unter anderem einen urbanen Garten aus Hochbeeten.

Die Stadt Bonn unterstützt das urbane Gärtnern und stellt hierfür Grünflächen zur Verfügung. Der Nutzungsvertrag für die zu pachtenden Flächen kann auf der Website der Stadt Bonn heruntergeladen werden.

Ein bereits mit über 20 Gemüsesorten bepflanzter Mietacker macht den Einstieg in das Gärtnern leicht. Unter meine-ernte.de kann der Gemüsegarten gebucht werden. Ein Landwirt bepflanzt die gemietete Fläche und der Mieter kann sein eigenes Gemüse ernten.

Kleingärten lassen sich beim Stadtverband Bonn der Gartenfreunde e.V. pachten. Der Verband möchte die Umwelt und den Landschaftsschutz fördern und setzt sich für öffentliche Grünflächen ein. Für ehrenamtliche Mitglieder gibt es außerdem regelmäßige Lehrgänge.

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