Corona: Krisenmanagement für Unternehmen

Das Coronavirus stellt viele Unternehmen vor enorme Probleme. Die Krise bedroht Existenzen in fast allen Branchen – kleinere und größere Unternehmen, Freiberufler wie Konzerne. Wo gibt es Unterstützung? Welche Maßnahmen kann ich als Unternehmen jetzt schnell oder mittelfristig umsetzen? Unsere Checkliste verschafft Ihnen einen Überblick in der Krise:

November 2020

Foto: stock.adobe.com_memyjo

Das Wichtigste in Kürze:

  • Um auch in der Krise über ausreichend Liquidität zu verfügen, analysieren Sie ehrlich Ihre Finanzlage und Ihre laufenden Kosten.
  • Prüfen Sie Lieferketten und Auftragslage – und entwickeln Sie Alternativen, um Lieferengpässe zu vermeiden.
  • Nehmen Sie Kredite und Hilfsprogramme in Anspruch, um Ihren Betrieb abzusichern.
  • Firmen, die vom November-Lockdown betroffen sind, können einen Großteil ihrer Umsatzausfälle ersetzt bekommen.
  • Passen Sie Ihre Personalplanung an – und machen Sie Personalentscheidungen transparent.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise sind kaum abschätzbar, für viele Betriebe ist sie zum existenziellen Ernstfall geworden. Jetzt ist ein schnelles und planvolles Krisenmanagement gefragt. Justieren Sie die Stellschrauben für Ihr Unternehmen anhand folgender Maßnahmen neu:

1. Finanzen prüfen, Kosten reduzieren, Liquidität sichern

Um laufende Kosten weiterhin bewältigen zu können, sollten Sie zu allererst deren exakte Höhe bemessen und ehrlich Ihre Finanzlage analysieren:

  • Überprüfen Sie Ihren Cash Flow, offene Forderungen und Ihre Rücklagen.
  • Verschieben Sie Investitionen und streichen Sie aktuell nicht notwendige Ausgaben.
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Finanzamt nach einer Hinausschiebung von Steuerzahlungen. Auf Antrag können diese befristet und grundsätzlich zinsfrei gestundet werden. Den Antrag können Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 stellen.
  • Mit ihrem Finanzamt können Unternehmen, Selbständige und Freiberufler zudem eine Anpassung von Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer besprechen.
  • Darüber hinaus hat das Bundesfinanzministerium die Finanzämter angewiesen, ein Aussetzen von Vollstreckungsmaßnahmen bei überfälligen Steuerschulden bis zum Ende des Jahres zu erleichtern – ohne Säumniszuschläge.

2. Lieferketten und Auftragslage analysieren

Suchen Sie den Dialog mit Lieferanten, Vermietern und Kunden:

  • Prüfen und sichern Sie Ihre Lieferketten und suchen Sie für den Notfall Alternativen, um Lieferengpässe zu vermeiden. Vereinbaren Sie Teilzahlungen beziehungsweise längere Zahlungsziele.
  • Versuchen Sie Auftragsgrößen, Liefertermine und Konditionen anzupassen.

3. Kredite und Hilfsprogramme in Anspruch nehmen

Sichern Sie Ihren Betrieb mit Krediten sowie Fördermitteln zusätzlich ab:

  • Unternehmen wie Restaurants oder Kneipen, die im November-Lockdown ganz oder teilweise schließen müssen, erhalten einen Großteil ihrer Umsatzausfälle durch die neue Coronahilfe. 
  • Sprechen Sie mit den Beratern Ihrer Sparkasse oder Hausbank, welche Lösungen für Liquiditätsprobleme es in Ihrer Region gibt: Neben einer kurzfristigen Erhöhung Ihres Kreditrahmens und den Förderkrediten der KfW gibt es eine Vielzahl von Hilfen durch die Bundesländer.
  • Beantragen Sie bei Bedarf Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Förderinstitute der Bundesländer. Der Bund stellt hier Milliarden Euro zur Verfügung, um mit günstigen Krediten die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus abzufedern und Liquiditätsengpässe zu überbrücken.
  • Auch Kleinstfirmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige sollen künftig die Darlehen mit 100 prozentiger Haftung des Bundes erhalten können. Zudem können sie Überbrückungshilfe beantragen, die bis Ende des Jahres gilt – und nochmals verlängert werden soll.
  • Ihre Sparkasse informiert Sie gerne zu den erweiterten KfW-Programmen.
  • Prüfen Sie die Förderung von Homeoffice-Arbeitsplätzen durch das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das Programm richtet sich an Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten und einem Vorjahresumsatz oder einer Vorjahresbilanz von höchstens 20 Millionen Euro.

Tipp: Täglich aktualisierte Informationen erhalten deutsche Unternehmen direkt bei den einzelnen Wirtschaftsministerien der Bundesländer.

4. Personalplanung anpassen

Wo Dienstreisen gestrichen und soziale Interaktion verringert wird, entsteht fast zwangsläufig Verunsicherung. Es ist eine besonders wichtige Aufgabe, dass Sie eine Krisenkommunikation mit Ihren Beschäftigten aufbauen und Personalentscheidungen transparent machen. Beachten Sie beim Personal-Management:

  • Analysieren Sie, ob Sie situationsgerecht Kapazitäten reduzieren oder Arbeitszeitkonten nutzen können.
  • Stunden Sie Sozialversicherungsbeiträge für Angestellte. Derzeit fallen hier aufgrund der Corona-Pandemie keine Stundungszinsen für Arbeitgeber an.
  • Setzen Sie die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort ein. Welche Führungskräfte und Mitarbeiter aus Ihrer Belegschaft gehören zu den absoluten Schlüsselpersonen, um den Betrieb oder die Produktion aufrecht zu erhalten?
  • Prüfen Sie Kurzarbeitergeld, um Mitarbeiter auch in schwierigen Zeiten halten und nach der Krise wieder durchstarten zu können. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter frühzeitig über die individuellen Folgen von Kurzarbeit.

Sie haben Fragen zur wirtschaftlichen Krisenprävention in Ihrem Unternehmen? Ihre Sparkasse unterstützt Sie gerne. Wir sind da – auch in der Corona-Krise.

(Stand: 3.11.2020) 


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