Das bedeutet der November-Lockdown für die Gastronomie

Restaurants und Kneipen trifft der November-Lockdown besonders hart. Sie zählen zu den Betrieben, die mit hohen Einkommensausfällen rechnen müssen. Diese sollen durch finanzielle Hilfen ausgeglichen werden. Während Restaurants noch Speisen zum Mitnehmen anbieten können, müssen Bars und Kneipen ganz schließen. Die wichtigsten Folgen für die Gastrobranche im Überblick.

November 2020

meinKölnBonn

Das Wichtigste in Kürze

Restaurants, Kneipen und Bars müssen im November komplett für Gäste schließen.

Für Restaurants bleiben Außer-Haus-Verkauf und Lieferungen weiterhin möglich.

Experten befürchten, dass rund einem Drittel der 245.000 Betriebe bei einer erneuten Schließung das Aus drohe.

Die Finanzhilfen zur Kompensation der Umsatzausfälle sollen bald online beantragt werden können

Nach hohen Umsatzausfällen seit diesem Frühjahr und Sperrstunde droht der Gastrobranche durch den November-Lockdown eine neue Durststrecke. Die wichtigsten Fragen und Antworten: 

1. Wie unterscheiden sich die Folgen der Schließungen für Restaurants sowie Kneipen und Bars?

Restaurants, Kneipen und Bars müssen im November komplett für Gäste schließen. Restaurants haben jedoch die Möglichkeit, Gerichte für den Verzehr außer Haus anzubieten. Auch Lieferungen sind möglich. Auf diese Weise können sie im November Einnahmen erzielen – selbst wenn diese sicherlich geringer als in normalen Monaten ausfallen werden. Kantinen bleiben unter strengen Hygieneauflagen ebenfalls geöffnet.

Kneipen und Bars steht diese Option nicht zur Verfügung. Sie müssen im November schließen – und sollen dafür entschädigt werden. Kleine Betriebe bis 50 Mitarbeiter könnten bis zu 75 Prozent ihrer Umsatzausfälle erstattet bekommen. Vergleichsmaßstab sind entweder 

  • die Umsätze des Vorjahresmonats, also zunächst von November 2019, oder 
  • des durchschnittlichen Monatsumsatzes im Jahr 2019.

2. Was ist der Hauptkritikpunkt der Gastronomen?

Eines der Hauptprobleme für viele Gastronomen ist, dass sie die Beschränkungen treffen, obwohl sie viel dafür getan haben, Restaurants und Bars zu besonders sicheren Orten zu machen. Neben hohen Investitionen in effektive Luftreinigungsanlagen haben sie auch detaillierte und individuelle Hygienekonzepte entwickelt.

Die Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbands in Bayern, Angela Inselkammer, äußerte Kritik an der geplanten Art des Lockdowns. Sie halte ihn weder für geeignet noch verhältnismäßig. Es werde nun dieser gesicherte Bereich bestraft – und die Menschen würden in den privaten Bereich zurückzudrängt. Besser wäre es aus ihrer Sicht, mit einer groß angelegten Kampagne von der Notwendigkeit der Abstands- und Hygieneregeln zu überzeugen. Der Verband plant, rechtliche Schritte gegen die Maßnahmen prüfen zu wollen.

3. Welche Folgen drohen der Branche durch den November-Lockdown?

Bereits vor der Entscheidung, Restaurants und Bars im November zu schließen, hatte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) vor den Folgen gewarnt: Rund einem Drittel der 245.000 Betriebe drohe bei einer erneuten Schließung das Aus, erklärte Dehoga-Präsident Guido Zöllick.

Zum damaligen Zeitpunkt waren allerdings die umfangreichen Finanzhilfen noch nicht bekannt.

4. Wo bekommen Restaurants und Bars die finanzielle Unterstützung ausbezahlt?

Die Auszahlung der Finanzhilfe soll in Form eines vereinfachten Antrags über die auf der Online-Plattform erfolgen. In wenigen Tagen soll dies technisch möglich sein.

Ausgezahlt werden sollen die Gelder durch die Institutionen der Bundesländer, die auch die bisherigen Sofort- und Überbrückungshilfen zur Verfügung gestellt haben.

(Stand: 2.11.2020)

Das könnte Sie auch interessieren:

Sparkasse Newsletter

Unser Newsletter

Erhalten Sie mit unserem Newsletter einmal im Monat
spannende Informationen und hilfreiche Tipps.

Hier abonnieren

Magazin durchsuchen...

Unser monatlicher Newsletter

Hier abonnieren