Den Garten winterfest machen – gewusst wie

In diesem Jahr haben die Menschen mehr Zeit, Geld und Zuwendung in ihre Gärten investiert als sonst. Wie das neue Gartenparadies den Winter unbeschadet übersteht, zeigt meinKölnBonn.de in fünf Schritten.

September 2020

Stocksy/LAURA STOLFI

Jedes Jahr freuen sich die Menschen schon lange vorweg auf die Sommerzeit und das Herrichten ihrer Gärten – die Zeit, in der Blumentöpfe bepflanzt, Gemüse angebaut und Beete umgegraben werden. Dann kam Anfang 2020 die Corona-Pandemie und hat zeitweise alle in ihre Wohnungen und Eigenheime verbannt. An diese neue Situation mussten sich die Menschen anpassen und sich damit arrangieren.

Der heimische Garten wurde schnell zum neuen Dreh- und Angelpunkt des Familienlebens und Alltags auserkoren. Er bietet eine sichere Zuflucht und ist Erholungsort zugleich. Mit allerhand Pflanzen und Equipment haben sich Hobby- und Profigärtner in den Baumarkt aufgemacht, um ihren Garten aufzurüsten und ihn als zweiten Wohnraum auszubauen.

Fakt ist: Der Sommer 2020 neigt sich dem Ende zu. Da die Gärten Deutschlands in diesem Jahr besonders viel Liebe bekommen haben, sollten sie rechtzeitig winterhart gemacht werden. Nur so können die Errungenschaften, die neuen Sträucher, Hecken und Beete, vor dem kalten Winter geschützt werden. Eine Bereicherung für das kommende Jahr.

1. Den richtigen Zeitpunkt erwischen

Grundsätzlich wird der Garten Mitte Oktober, gern am Stichtag, dem 21. Oktober, für den kommenden Winter vorbereitet. Doch eine pauschale Angabe lässt sich nicht definieren. Die Pflanzenwelt hat ihren ganz eigenen Rhythmus und wird stark vom Wetter beeinflusst. Das lässt sich nur schwer vorhersagen und erst recht nicht steuern.

Daher gilt: Der Garten sollte dann winterfest gemacht werden, wenn die Außentemperatur Richtung Gefrierpunkt sinkt. Außerdem sollten Pflanzen, die es besonders warm mögen, schon vorher reingeholt werden. Denn nicht alle Pflanzen sind gleichermaßen empfindlich gegen die Kälte.

2. Erkennen, welche Pflanzen nicht winterfest sind

Geht es darum, herauszufinden, welche Pflanzen winterfest sind, tauchen bei den meisten Menschen Fragezeichen auf. Dabei gibt es eine einfache Methode, um festzustellen, welche Temperaturen eine Pflanze verträgt. Mithilfe des Winterhärtegrads kann bestimmt werden, welchen Temperaturen die Pflanzen standhalten. Hinweise können häufig auf den Etiketten der Pflanzen gefunden oder im Internet recherchiert werden.

Sind alle Pflanzen ausfindig gemacht worden, die den Winter im Freien nicht überleben werden, gilt es, diese ins Haus oder besser den Keller umzusiedeln. Damit die Pflanzen keinen Temperaturschock erleiden, sollten sie allerdings nicht direkt in die überheizte Wohnung gestellt werden.

3. Zurechtschneiden und rechen

Bäume, Sträucher und kranke Stauden sollten ein letztes Mal Ende November zurückgeschnitten werden. Es müssen jedoch nicht alle Bäume und Sträucher im Herbst gekürzt werden – das ist von Art zu Art unterschiedlich. Ob und welche Pflanzen betroffen sind, kann am besten im Fachhandel nachgefragt werden. Hecken können im ganzen September noch gestutzt werden, danach wachsen die Äste kaum mehr nach. In beiden Fällen empfiehlt es sich, immer auf die Temperaturen zu achten.

Auch das restliche Laub will eingesammelt werden. Dies sollte noch vor dem ersten Frost geschehen, damit der Boden nicht zu faulen beginnt, wenn gefrorene Blätter wieder auftauen. Ein weiterer Nachteil von Laubrückständen ist, dass es eine Barriere gegen die Sonnenstrahlen darstellt. Der Boden kann nach Nässe nicht richtig trocknen. Auch hier droht Fäulnis, die das Erdreich sauer werden lässt. Ein solches Ungleichgewicht kann die Bodenqualität stark mindern.

4. Rasen mähen und düngen

Vor dem ersten Bodenfrost sollte der Rasen noch ein letztes Mal gemäht werden. Diesmal etwas großzügiger auf etwa fünf bis sechs Zentimeter Länge, sodass Wiese und Boden auch im Winter genügend Licht bekommen. Ist es draußen allerdings noch warm, wird das Gras weiterwachsen und muss eventuell erneut gemäht werden.

Wer seinem Rasen noch eine Extraportion Mineralien zuführen will, kann ihn auch düngen. Das gewählte Düngemittel im Herbst unterscheidet sich jedoch von dem im Frühjahr. Um den Boden und den Rasen auf den Winter vorzubereiten, werden kaliumbasierte Dünger verwendet, die den Belag vor Frost schützen. Wichtig: nicht zu lange warten mit dem Düngen, sondern noch vor dem ersten Frost loslegen.

5. Die Tierwelt schützen

Nicht nur Menschen mögen es warm und heimelig. Auch die Tierwelt sucht im Winter Schutz vor der Kälte und Witterung. Einige von ihnen halten Winterschlaf, um die Zeit zu überdauern. Damit Igel und Co. problemlos einen geeigneten Nestplatz finden, können Laubhaufen aus Blättern und Stöckchen hergerichtet werden. Wichtig: die Stelle nicht vor dem Frühling entfernen, damit das neue Zuhause der Tiere erhalten bleibt.

Tierliebhaber können im Winter Futterstellen errichten, um Vögel und Eichhörnchen durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Ist der Boden zugefroren, können die Vorräte der Tiere häufig nicht mehr erreicht werden und die Nahrungssuche wird zum Problem.

Vorbereitung für das nächste Jahr

Die Pflege des Gartens ist eine ganzjährige Tätigkeit. Kündigen sich allerdings große Veränderungen beim Wetter an, braucht der Garten etwas mehr Zuwendung. Damit die Freude am eigenen Garten lange währt und die Gesundheit der Pflanzen- und Tierwelt bewahrt werden kann, ist das Winterfestmachen des Gartens unerlässlich. Wer sich richtig auf den Jahreszeitenwechsel vorbereitet, wird auch im nächsten Jahr noch Gemüse, Obst und allerlei anderes anbauen können.

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