Haustierboom – der beste Freund des Menschen ...

... nur in der Pandemie oder auch danach? Die Kölner Tierheime Zollstock, Dellbrück und Hürth erfreuen sich im Moment großer Beliebtheit. Was sind die Vor- und Nachteile eines Tierheimhundes? Was sollte beachtet werden, bevor man sich einen Vierbeiner anschafft? meinkölnbonn hat die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Mai 2021

Foto: dragonfly/stock.adobe.com

Ein regelrechter Haustier-Boom ist in den letzten anderthalb Jahren entstanden. Züchterinnen und Züchter reden von langen Wartelisten, das Tierheim in Zollstock wie auch die Heime in Dellbrück, Hürth oder Bonn freuen sich über leere Zwinger und zoologische Fachgeschäfte kommen mit den Bestellungen bei den Exoten-Züchterinnen und -Züchtern kaum hinterher. Der Grund? Die Isolation und die viele Zeit zu Hause durch Homeoffice, Lockdown oder Ausgangssperre. Dadurch kam die eine oder der andere auf den Gedanken, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Haustier ist.

Hund auf Platz 2 im Ranking

34,9 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel leben laut einer aktuellen Studie in deutschen Haushalten. Damit ist die Zahl der pelzigen oder gefiederten Freunde von 2019 auf 2020 um rund eine Million gestiegen. Die am weitesten verbreiteten Haustiere sind Katzen, die in 26 Prozent aller Haushalte leben, Hunde sind mit 21 Prozent auf Platz 2. Im Vergleich zu 2019 verzeichnete die Tierschutzorganisation Tasso e. V. im Jahr 2020 einen Anstieg um 25 Prozent an neuregistrierten Hunden.

Guter Zeitpunkt

In der Tat kann die im Moment zur Verfügung stehende Zeit dabei helfen, jetzt einem lang gehegten Wunsch nachzugehen. Bevor die Entscheidung fällt, ob es ein Tier aus dem Tierheim oder vom Züchter sein darf, sollten Sie ein paar Dinge bedenken. Dann kann der Grundstein für ein tolles Zusammenleben gelegt werden.

Diese sechs Faktoren können Ihnen bei der Entscheidung helfen

Zeit: Irgendwann wird sich wieder ein „normaler Alltag“ einstellen. Bleibt auch dann genug Zeit für die neue Bewohnerin oder den neuen Bewohner? Gassi gehen und Erziehung sollten vom Aufwand nicht unterschätzt werden.

Familienmitglieder: Sind wirklich alle mit dem Haustier einverstanden? Hat keine beziehungsweise keiner eine Allergie auf Tierhaare?

Urlaub: Sind Sie bereit, den Urlaub an den Hund anzupassen oder haben Sie jemanden im Freundes-/Familienkreis, der sich um den Vierbeiner kümmert, wenn sie weitere Reisen antreten möchten?

Das neue Zuhause: Bietet Ihre Wohnung/Ihr Haus die richtige Umgebung für einen Hund? Treppen beispielsweise sind für Welpen oder Hunde im Seniorenalter nicht geeignet. Dürfen Sie dort einen Hund halten? Dafür sollten Sie Rücksprache mit Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter halten oder schauen ob etwas entsprechendes im Mietvertrag vermerkt ist.

Geld: Ein Haustier – ob Hund, Katze oder Exot – kostet Geld. Ein Hund aus dem Tierheim um die 200 Euro, ein Tier von der Züchterin oder dem Züchter kann schnell in die Tausenden gehen. Hinzu kommen Kosten für Leine, Spielzeug und Körbchen. Der Schnitt liegt bei 60 bis 300 Euro für die Erstanschaffung. Steigerung nach oben ist immer möglich. Nicht zu vergessen regelmäßige Kosten wie Tierarztbesuche, Impfungen und Hundesteuer, optional eine Hundeversicherung. Pro Monat ergeben sich daraus Kosten zwischen 25 und 50 Euro. Dann kann es immer mal wieder zu unerwarteten Ausgaben kommen, etwa, wenn der Hund sich verletzt und operiert werden muss. 

Erziehung: Zeit und Konsequenz sind dabei die Schlüsselworte. Gerade Welpen und junge Hunde wollen erzogen und gut sozialisiert werden. Das kann eine ganz neue Erfahrung sein. Viele Tiere sind wissbegierig und intelligent, sie lernen schnell und gern. Einziges Hindernis? Die Hundeschulen haben momentan zu, also sind Sie für den Anfang auf digitale Angebote angewiesen.

Passend zum Lebensstil

Manche Hunde, die ins Tierheim gekommen sind, haben eine bewegte Geschichte. Bei ihnen braucht es erfahrene und geduldige Besitzerinnen und Besitzer, die sich der neuen Aufgabe bewusst sind und mit viel Zeit und Muße das Vertrauen ihres Vierbeiners erarbeiten. Ist das geschafft, verbindet die beiden oft eine ganz besondere Beziehung. Andere wiederum wurden einfach aus Zeitmangel oder Platzgründen abgegeben und sind absolut unproblematisch. Sprechen Sie vorher ausführlich mit den Tierheimmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, wenn Sie einen Hund im Auge haben. Probegassigänge helfen, um zu schauen, ob Sie beide zusammenpassen. Der Vorteil bei Hunden aus dem Tierheim ist, dass sie oft schon über das Welpenalter hinaus sind und ihren Charakter entwickelt haben. So können Sie sich dort gezielter einen Hund nach Ihrem „Lebensstil“ aussuchen. Sind Sie eher ein ruhiger Typ oder ein aktiver und aufgeweckter Mensch? Zudem tut man nicht nur der neuen Fellnase etwas Gutes, auch die Tierheime freuen sich über die Unterstützung. Wenn Sie es sich gut überlegt haben und Sie gut für Ihr Tier gerüstet sind, ist es eine schöne Sache, einem Tier aus dem Tierheim zu helfen.

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