Mikroabenteuer mit dem E-Bike

Nach Feierabend oder am Wochenende in der Natur auf Entdeckungsreise gehen, aus dem Alltag ausbrechen und Neues wagen – das zeichnet Mikroabenteuer aus. Ideales Transportmittel dabei, das den eigenen Radius vergrößert: das E-Bike.

September 2021

Laszlo/Adobestock.com

Morgens von den ersten Sonnenstrahlen im Gesicht und vom Vogelzwitschern in den Ohren geweckt werden. Den Tag mit einer dampfenden Tasse selbst gekochtem Kaffee beginnen, während das Porridge noch über der Flamme des Camping-Kochers blubbert. Im Nu alles zusammengepackt, frisch gestärkt in den Sattel geschwungen, geht die Erkundungstour los – über heimische Hügel und in die Täler der nahen Umgebung. Hier springen Rehe über den taufrischen Waldweg, dort kreisen die Greifvögel über den goldenen Feldern. Zwischendurch eine Verschnaufpause auf der Bank eines Hofladens einlegen und mit lokalem Obst und leckeren Backwaren stärken. Oder mit den Füßen im Wasser am Ufer eines Bachs sitzen und den Wolken beim Vorbeiziehen zuschauen. Malerische Schlösser und Burgen am Rand des Weges entdecken. Durch urige Dorfkerne gemütlich zurück nach Hause radeln. So oder so ähnlich können Mikroabenteuer vor der eigenen Haustür aussehen.

Was ist ein Mikroabenteuer?

Unter einem Kurzurlaub oder einem Wochenendtrip können sich die meisten etwas vorstellen. Aber was versteht man eigentlich unter einem Mikroabenteuer? Der Brite Alastair Humphrey prägte den Begriff 2014 mit seinem Buch Microadventure, übersetzt Mikroabenteuer. Er definiert darunter „etwas, das neu und aufregend ist, außerhalb der eigenen Komfortzone“. Humphrey sagt: „Abenteuer verändern dich und deine Sicht auf die Welt, und alles, was du brauchst, sind ein offener Geist, viel Enthusiasmus und grenzenlose Neugier.“ Heißt: Es braucht nicht für alle und immer eine monatelange Weltreise oder den lang ersehnten zweiwöchigen Jahresurlaub. Schließlich ist deren Erholungswert Studien zu Folge nach nicht einmal einer Woche im Job wieder dahin.

Kleine Ausflüge in der unmittelbaren Nachbarschaft sind für die meisten Menschen neben ihrem Alltag eher umsetzbar und tragen Tag für Tag zur Erholung bei. Mikroabenteuer können dabei individuell ausgestaltet sein und für unterschiedliche Persönlichkeiten verschiedene Ausprägungen haben. Inspirationsquelle für viele Abenteurerinnen und Abenteurer in Deutschland ist Christo Förster. Er hält Vorträge zum Thema, hat einen eigenen Podcast und hat bereits Bücher darüber geschrieben.

Ideen für Mikroabenteuer

Die einen schlafen unter freiem Himmel auf dem eigenen Balkon oder fahren mit der Bahn bis zur Endstation und schauen, was dort zum Sonnenuntergang auf sie wartet. Andere setzen einfach einen Fuß vor den anderen und probieren aus, wie weit sie ihre Füße tragen. Vielleicht bis zum höchsten Punkt in der Umgebung mit der schönsten Aussicht? Ein ideales Transportmittel zu den kleinen Abenteuern vor der eigenen Haustür ist außerdem das Fahrrad. Damit geht es zügig und flexibel von A nach B. Man erreicht Orte, die weder mit dem Bus oder der Bahn noch mit dem Auto angefahren werden können: ob ein verborgener See, der zum Baden einlädt, oder eine Lichtung im Wald, die viele leckere Pilze und Wildkräuter zu bieten hat. Außerdem nehmen Radlerinnen und Radler ihre Umwelt intensiv wahr. Keine Scheibe, kein Blech liegt zwischen ihnen und der Natur. Und die ganze Familie kommt dabei auf ihre Kosten. Zum Transport des Nachwuchses, von Spielsachen oder zusätzlicher Kleidung am besten einen Fahrradanhänger nutzen.

Tipp: Bevor es losgeht, Reifen richtig aufpumpen. Dabei die Druckangabe an der Seite des Reifens beachten sowie das Material auf Risse und Splitter untersuchen. Gerade jetzt, wenn die Tage wieder kürzer werden, sollten Radreisende zudem auf die Beleuchtung achten. Ärger erspart man sich außerdem, wenn man Ersatzschläuche, Flickzeug und eine kleine Luftpumpe einpackt. Ein kleines Erste-Hilfe-Set dabeizuhaben, ist ebenfalls immer ratsam.

Mit dem E-Bike unterwegs in Köln, Bonn und Umgebung

Wer in den letzten Monaten schon so einiges in der näheren Umgebung abgegrast hat, kann seinen Radius dank elektronischer Unterstützung erweitern. Mit E-Bikes sind Hügel und weitere, anspruchsvollere Strecken für viele Menschen inzwischen leichter zu bewältigen. Und davon gibt es in der Region um Köln und Bonn einige. Zudem sind die weiteren Ziele und Strecken nicht so überlaufen wie die Erholungsgebiete in der unmittelbaren Nähe zu den Ballungszentren. Tipp: Wer früh morgens losfährt, hat die Wege meist für sich und ein Sonnenaufgang am Rhein lohnt sich. Der Verein „Radregion Rheinland“ gibt zahlreiche Tipps für Fahrrad- und E-Bike-Touren rund um Köln und Bonn. Aktuell sind einige Streckenabschnitte durch die Flut- und Starkregenereignisse leider nicht befahrbar, doch es werden Alternativen aufgezeigt. Westerwald, Eifel, Sauerland, Siebengebirge und Bergisches Land haben viel zu bieten.

 

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Frühes Aufstehen lohnt sich: ein Sonnenaufgang am Rhein.

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Die erste Tasse Kaffee bei einem schönen Ausblick genießen.

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Im Herbst leuchten die Weinberge in tollen Farben.

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Gut gestärkt mit einem Apfel kann es weitergehen, bis das Nachtlager gefunden ist.

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Mit der Hängematte im Gepäck findet sich überall ein Plätzchen zum Ausruhen.

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Mit der Erlaubnis der Grundstückseigentümerin oder des Grundstückseigentümers schläft es sich ruhiger.

Bikepacking: Übernacht-Mikroabenteuer

Am Wochenende darf es ruhig eine Fahrt mit Übernachtung sein. In Skandinavien – mit Ausnahme von Dänemark –, in Schottland und einigen Kantonen der Schweiz gilt das sogenannte Allemanns- oder Jedermannsrecht. Heißt: Aktivitäten wie Zelten oder Feuermachen sind mehr oder weniger überall in der Wildnis erlaubt. In Deutschland gibt es dieses Recht nicht. In der sogenannten Bikepacking-Szene wird trotzdem nicht selten wild gecampt. Verantwortungsvoller handelt, wer Bäuerinnen und Bauern vorher fragt, ob auf deren Wiese übernachtet werden darf. Das Gepäck für die Tour sollte leicht sein, also nicht zu viel einpacken. Weniger ist in dem Fall mehr. Idealerweise verteilt sich das Gewicht gleichmäßig auf das Fahrrad. Taschen für Lenkrad, Rahmen und Gepäckträger gibt es im Outdoor-Geschäft vor Ort und online. Mountainbikes verfügen normalerweise nicht über einen Gepäckträger. Doch es gibt Konstruktionen, die nachträglich angebracht werden können. Ideal fürs Bikepacking eignen sich sogenannte Gravelbikes. Mit den meisten E-Bikes sind Übernacht-Mikroabenteuer ebenfalls kein Problem.

Tipps für E-Bike-Verleihstationen

Nicht alle Menschen besitzen bereits ein E-Bike oder E-Mountainbike. Hinzukommt: Wer sich derzeit ein solches Gefährt anschaffen will, muss öfter auch mal längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Denn gerade während der Coronapandemie sind viele auf die Idee gekommen, sich ein E-Bike zuzulegen. Zum Glück gibt es noch die Möglichkeit, sich eins auszuleihen. In der Region um Köln und Bonn erwarten Interessierte zahlreiche Anbieterinnen und Anbieter, wie etwa das Rhein-Voreifel-Bike.

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