Nachhaltiger leben

Das neue Jahr ist da und mit ihm die guten Vorsätze. Der eine möchte vielleicht mehr Sport machen, die andere eine neue Sprache lernen. Und viele werden sich vorgenommen haben, nachhaltiger zu leben.

Januar 2021

Foto: Adobestock/patpitchaya

Doch was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich? Bislang gibt es keine feste Definition. Der Begriff jedenfalls geht auf Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645–1714) aus dem Erzgebirge zurück. In seiner Veröffentlichung zur Forstwirtschaft spricht Carlowitz davon, dass nur so viel abgeholzt werden sollte, wie sich binnen gewisser Zeit auf natürliche Weise regenerieren konnte. Ähnlich steht es im Brundtland-Bericht der Vereinten Nationen von 1987:

„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

Eine im Wirtschaftskontext mittlerweile geläufigere Definition lautet: Nachhaltigkeit bedeutet, nicht Gewinne zu erwirtschaften, die dann in Umwelt- und Sozialprojekte fließen, sondern Gewinne bereits umwelt- und sozialverträglich zu erwirtschaften.

Der ökologische Fußabdruck

Und was heißt das jetzt für alle persönlich? Zunächst, dass jede Person für sich individuell entscheiden kann, was es für sie bedeutet, nachhaltiger zu leben. Wer sein eigenes Verhalten ändern möchte, kann sich zu Beginn fragen, wie sein ökologischer Fußabdruck aktuell aussieht. Der CO2-Rechner des Umweltbundesamtes hilft dabei, es herauszufinden. Wie sieht meine Wohnsituation aus? Wie bewege ich mich von A nach B? Der Rechner zeigt an, wie viel Tonnen CO2-Äquivalente beim heutigen persönlichen Lebensstil ausgestoßen werden. Neben CO2 berücksichtigt er die Treibhausgase Methan und Lachgas, die mit der entsprechenden Klimawirkung in CO2-Äquivalente umgerechnet werden. Außerdem wird die zusätzliche Klimawirksamkeit des Fliegens einbezogen. Um den eigenen CO2-Ausstoß einordnen zu können, zeigt der Rechner zum Vergleich den deutschen Durchschnitt.

Änderungen sind möglich

Bei der einen ist die Wohnsituation der größte Klimakiller, bei dem anderen das Mobilitätsverhalten. Und während des Beantwortens der Fragen lässt sich bereits erkennen, welche Stellschrauben es beispielsweise im eigenen Leben gibt, die für ein Mehr an Nachhaltigkeit gedreht werden müssten. Vielleicht sucht man sich zu zweit eher eine Zwei- statt eine Dreizimmerwohnung. Oder man wechselt den Gas- oder Stromanbieter und entscheidet sich für das nachhaltigere Angebot. Wäre es möglich, das Auto abzugeben und stattdessen nur noch Rad zu fahren und den ÖPNV zu nutzen? Und gerade das vergangene Jahr hat doch gezeigt, dass es nicht immer die Fernreise auf einen anderen Kontinent braucht. Vor der Haustür gibt es ebenfalls schöne Urlaubsziele. Wer sich aktuell zum Frühstück ein Wurstbrot schmiert, könnte auf ein Käsebrot oder einen leckeren Smoothie mit regionalem Obst umsteigen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das eigene Leben nachhaltiger zu gestalten. Jeder hat es selbst in der Hand und schon kleine Änderungen machen einen Unterschied.

Diese Apps helfen im Alltag, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Die RegioApp des Vereins Bundesverband der Regionalbewegung hilft, Anbieter regionaler und saisonaler Produkte wie Gastronomie, Wochenmärkte und Dorfläden in der Nähe zu finden.

Viele Alltagsprodukte enthalten Schadstoffe, die mit Erkrankungen wie Krebs oder Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. hat mit dem ToxFox einen Produktcheck entwickelt, der Verbraucherinnen und Verbrauchern hilft, Kosmetik- und Alltagsprodukte auf Schadstoffe zu prüfen.

Ähnlich funktioniert die App Codecheck. Scannt man den Barcode, listet die App die Inhaltsstoffe samt der Risiken auf.

Die Grünzeit-App der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ist ein Saisonkalender für Obst und Gemüse. Das Ampelmodell zeigt, wie hoch Energieverbrauch und Klimabelastung des Lebensmittels zum aktuellen Zeitpunkt sind.

Wer bei den ganzen Siegeln den Überblick verloren hat, dem hilft die App Siegel-Check vom Naturschutzbund Deutschland e.V. Einfach das Logo von der Verpackung abfotografieren oder in der Siegel-Galerie der Webversion stöbern.

Statt mehr und mehr Müll zu verursachen, könnte etwa ein Recup-Becher genutzt werden. Gegen einen Euro Pfand gibt es den Kaffee im wiederverwendbaren Becher. Die App zeigt deutschlandweit die Partner des Pfandsystems an.

Beim Fischeinkauf helfen die Apps von WWF und Greenpeace: der Fischratgeber und der Einkaufsratgeber Fisch.

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