goFLUX erschließt neue Wege in der Mobilität

Fast 48 Millionen Autos waren 2019 auf den Straßen Deutschland unterwegs. Die Folge: viel Verkehr und schlechte Luft. Doch wir alle können etwas dagegen tun, da sind sich Wolfram Uerlich, Nils Kittel und Dennis Pütz einig. Mithilfe ihrer App goFLUX können Interessierte einfach Fahrgemeinschaften für Kurz- und Pendelstrecken in Köln, Bonn und Umgebung finden.

Oktober 2021

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Die Straßen und Städte in Deutschland sind voll. Autofahrerinnen und -fahrer stehen häufig im Stau. Wer im Stop-and-go oder an der Ampel den Blick schweifen lässt, dem fällt auf: In den Autos sitzt meist nur eine Person. Laut dem Bericht „Mobilität in Deutschland“ des Bundesverkehrsministeriums, der zuletzt 2017 erschienen ist, und 2023 eine Neuauflage bekommen soll, liegt der sogenannte durchschnittliche Besetzungsgrad von Pkws bei 1,5. Gerade im oft verfluchten Berufsverkehr sogar nur zwischen 1,1 und 1,2.

Was ist goFLUX?

Dieses Problem ist auch Wolfram Uerlich aufgefallen. „Warum nutzen nicht mehr Menschen Fahrgemeinschaften?“, hat der gebürtige Bonner sich bereits 2017 gefragt. Gerade zu seiner Studentenzeit in Köln nahm er als Fahrer gern andere Mitfahrer mit, um sich bei längeren Strecken, die er sowieso zurücklegen wollte, die Kosten zu teilen. „Das muss auch auf kurzen Wegen funktionieren“, dachte er sich. Denn: Mehr Menschen auf weniger Autos verteilt führen zu weniger Verkehr und dadurch auch zu weniger CO2. Logisch! Die Idee der Mobilitäts-App goFLUX war geboren.

Wolfram erzählte in seinem Freundes- und Bekanntenkreis von seinem Einfall und fand in Nils Kittel einen begeisterten Mitstreiter. Er sagt: „Nils hat immer wieder bei mir nachgefragt, wie es läuft mit meiner Idee, und mich nicht in Ruhe gelassen.“ So war der Zweite im Bunde gefunden, der sich um das kreative Design und die Nutzerfreundlichkeit kümmert. Fehlte noch der Techniker: Dennis Pütz. Der Wirtschaftsinformatiker bildet die Schnittstelle zwischen Produkt- und Softwareentwicklung.

Wie funktioniert goFLUX?

Wer die App als Mitfahrerin, Mitfahrer, Fahrerin oder Fahrer nutzen möchte, kann sie kostenlos im App-Store oder Google-Play-Store herunterladen. Einmalig ist eine Registrierung notwendig. Danach erhält man einen Aktivierungslink per E-Mail und schon kann es losgehen. Fahrten können sowohl im Voraus geplant als auch kurzfristig geteilt werden. Das integrierte Navigationssystem liefert die ideale Route und den optimalen Treffpunkt automatisch. Wartende können damit live sehen, wo sich das Fahrzeug aktuell befindet, sobald es auf der Route unterwegs ist. Es können gesamte oder Teilstrecken zusammen zurückgelegt werden. Die Abrechnung erfolgt vergleichbar zu einer Kreditkartenabrechnung, Nutzerinnen und Nutzer erhalten eine übersichtliche Monatsabrechnung ihrer Fahrten, Mitfahrende beteiligen sich pro Kilometer mit 15 Cent. Gerade in Zeiten von steigenden Spritpreisen ein gutes Argument für die Nutzung.

Bereits 10.000 Nutzerinnen und Nutzer hat die App, etwa 3.000 in der Region. Laut einer Theorie aus dem Start-up-Bereich brauche man 1.000 hochmotivierte Nutzer, um eine Idee ans Laufen zu bekommen. Wolfram erklärt: „Wir wollen um Köln und Bonn ein großes Netzwerk aufbauen, damit das Angebot von Mitfahrten immer weiterwächst und goFLUX eine zuverlässige Mobilitätsmethode wird.“ In ihrer simulationsgestützten Annahme gehen die Gründer davon aus, dass dafür mindestens 7.000 Menschen nötig sind. „Wir wollen uns eher Richtung 15.000 bis 20.000 Nutzerinnen und Nutzer entwickeln“, sagt der Ideengeber. „Wir sehen jetzt schon, dass das Netz immer dichter wird, die Qualität der Suchen zunimmt. Wir können immer mehr Treffer liefern, jeder dritten Suchanfrage präsentieren wir ein Ergebnis.“ Nils erzählt weiter: „Jede und jeder einzelne muss bei sich anfangen. Bin ich Mitfahrer? Biete ich eine Fahrt an? Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir es schaffen. Mitfahren bietet ein riesiges Potenzial.“

Hier geht es zur App

Download: GoFlux iOS-App

Download: GoFlux Android-App

Für wen ist goFLUX geeignet?

Die App soll die individuellen Bedürfnisse aller Userinnen und User bedienen. Dafür muss sie sehr dynamisch und anpassungsfähig sein. Mit wenigen Klicks sind Änderungen im eigenen Angebot oder der Suchanfrage möglich. „Selbst wenn ich nur eine Fahrt anbieten möchte, sucht die App im Hintergrund auch Optionen, wo ich mitfahren könnte, sodass ich das Auto sogar stehen lassen könnte, wenn ich möchte“, sagt Wolfram.

Warum ist goFLUX besser als gewöhnliche Apps für Mitfahrgelegenheiten?

„Wir haben uns auf Kurz- und Pendelstrecken spezialisiert. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, sagt Dennis. „Wir sind besonders gut, wenn es schnell und einfach gehen soll. Du definierst Start, Ziel und Uhrzeit der Abfahrt, den Rest macht die App automatisch. Sie berechnet die Strecke und guckt nach Treffpunkten, bei denen die Mitfahrerinnen und Mitfahrer eingesammelt und bei denen sie abgeliefert werden können. Und den Preis berechnet die App auch.“

goFLUX

Die drei Gründer: Nils Kittel, Wolfram Uerlich und Dennis Pütz (von links nach rechts).

Außerdem arbeitet goFLUX mit Verkehrsunternehmen zusammen, wie etwa mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg oder den Stadtwerken Bonn. Wolfram erklärt: „Unsere Partner wollen zusätzlich zum ÖPNV moderne Sharing-Mobilität ergänzend anbieten.“ Auch der Landschaftsverband Rheinland mit 20.000 Beschäftigten nutzt goFLUX für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unterstützt werden die Gründer zudem von ihrer Bank, der Sparkasse KölnBonn. „Wir freuen uns, dass wir mit der Sparkasse KölnBonn eine helfende Hand aus der Region an der Seite haben“, sagen sie.

Welche Mobilitätstrends werden sich in den kommenden Jahren durchsetzen?

„Mitfahrt an sich braucht viel mehr Anerkennung und politische Aufmerksamkeit", sagt Wolfram. „Aus nachvollziehbaren Gründen gibt es in einem Automobilland wie Deutschland massenweise Förderung für Elektromobilität.“ Im Mitfahrgeschäft stecke jedoch viel Potenzial. Dennis ergänzt: „Alles ist vorhanden, man braucht keine zusätzliche Hardware, die Technik hat jeder und die Ressourcen sind täglich auf der Straße. Man kann mit wenigen Stellschrauben viel bewirken.“ Allein in den letzten fünf Jahren, in denen goFLUX dabei sei, habe sich viel auf dem Markt bewegt. „Aus diesem Grund haben wir 2021 mit anderen Unternehmen den Mitfahrverband initiiert, den Dachverband für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Wir möchten, dass sich dieses Netzwerk mehr verbindet, voneinander lernt und profitiert", erzählen die Gründer.

„Wir kommen zwar von der Mitfahrgelegenheit, wollen aber weg von der 'Gelegenheit‘“, erklären sie. Sie sehen ihre Mitfahr-App als Teil eines Mobilitätskonzepts, das zum Mix dazugehört wie andere Verkehrsmittel. „Wir sind Teil der Mobilitätswende, die sich viele Menschen wünschen und arbeiten jeden Tag hart für unsere Vision, dass jedem Menschen, jederzeit, die perfekte, nachhaltige Mobilitätslösung zur Verfügung steht. Unsere Mitfahr-App ist nur der Anfang unseres Angebots, es wird noch viel folgen.“

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