„Lesen eröffnet Welten“


Wer liest, erlebt Abenteuer. Wer Kindern hilft, lesen zu lernen, erschließt ihnen ein ganz neues Universum, sagt Sandra Maischberger. Die Moderatorin und Journalistin setzt sich als Schirmherrin des Verbands Mentor – Die Leselernhelfer dafür ein, dass Kinder und Jugendliche individuell gefördert werden.

Foto: Peter Rigaud/laif

Frau Maischberger, welches Buch lesen Sie im Moment?
Ich lese gerade zwei Bücher parallel,  „21.0: Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ von Andreas Rödder und „Erwarten Sie Wunder!“, die Biografie des Dirigenten Kent Nagano. Das ist ein gut geschriebenes, unheimlich persönliches Buch, das einerseits Kunst vermittelt, aber eben auch den Lebensweg eines Menschen nachzeichnet. Ich verbringe ja von berufswegen fast die Hälfte meiner wachen Zeit damit, Texte durchzuarbeiten. Deshalb  ist es der reinste Luxus für mich, wenn ich in den Ferien mal morgens im Bett bleiben kann, um privat zu lesen.

Lesen Sie Ihrem neunjährigen Sohn Geschichten vor?
Früher habe ich ihm viel vorgelesen, mittlerweile liest er auch eigenständig. Es freut mich zu sehen, wenn er abends im Bett liegt und tatsächlich noch in eine Geschichte vertieft ist. Dabei ist es mir egal, ob er Comics liest oder kleinere Geschichten, Hauptsache, er findet ein Buch so spannend, dass er vor dem Einschlafen noch einmal danach greift.

Sie sind Schirmherrin des Bundesverbands Mentor – Die Leselernhelfer.Wie kam es zu Ihrem Engagement?
Die Kooperation ist noch ganz frisch. Der Unternehmer Dirk Roßmann war zu Gast in meiner Sendung „Maischberger“ und hat mich auf das Projekt aufmerksam gemacht. Zum Jahreswechsel habe ich dann mit der Vorsitzenden telefoniert und die Schirmherrschaft übernommen.

„Sprache ist der Schlüssel zu anderen Menschen, zu Wissen und zu einer grundsätzlichen Lebenserfahrung."

Das Prinzip des Vereins ist so einleuchtend, dass es mich sofort überzeugt hat. Denn die individuelle Sprach- und Leseförderung nach dem Eins-zu-eins-Prinzip, also ein Mentor je Schüler, hat einfach den größten Effekt. Das Leitbild des Vereins, den Kindern das höchste Maß an individueller Betreuung zukommen zu lassen, passt sehr gut mit dem zusammen, was mir ohnehin wichtig ist – den Weg zu Bildung zu ermöglichen.

Sind Sie selbst als Mentorin tätig?
Momentan bin ich beruflich bedingt leider nicht so flexibel wie erforderlich. Ich könnte meinem Lesepatenkind nicht gerecht werden. Außerdem bin ich häufig für meinen eigenen Verein vincentino an Berliner Schulen unterwegs, wo wir kulturelle Bildungsprojekte veranstalten. Aber ich nutze meine Popularität, um die Idee von „Mentor“ noch bekannter zu machen.

Warum ist Leseförderung für Kinder und Jugendliche wichtig?
Sprache ist der Schlüssel zu anderen Menschen, zu Wissen und zu einer grundsätzlichen Lebenserfahrung. Deswegen wird auch jetzt im Zusammenhang mit der Flüchtlingsintegration immer über Sprache geredet. Wenn Asylsuchende die Landessprache nicht beherrschen, können sie kein Teil der Gesellschaft werden. Denn wer sich nicht mit anderen verständigen und seine Sorgen und Nöte mitteilen kann, steht vor einem fast unüberwindbaren Hindernis.

Was brauchen Kinder heute, damit sie zu starken Persönlichkeiten heranwachsen?
Kinder wollen von sich aus ständig dazulernen und stellen Fragen an sich und ihre Umgebung. Wir sollten ihre natürliche Neugier unterstützen, denn Wissensdurst und der Spaß am Entdecken ist die wichtigste Voraussetzung für das Lernen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht und sich auf Neues einlässt, lernt Dinge kritisch zu hinterfragen. Das ist die Basis für eine starke Persönlichkeitsentwicklung.

Mentor – Die Leselernhelfer

Der Bundesverband wurde im Jahr 2008 gegründet, die Initiative ist inzwischen in 260 Städten aktiv. Rund 10.000 Ehrenamtler machen sich dafür stark, Kindern und Jugendlichen Spaß am Lesen zu vermitteln. Nach dem Leitbild „Mit der Sprache beginnt die Integration“ hat der Verband spezielle Materialien für Flüchtlingskinder entwickelt, die von den Lesementoren eingesetzt werden. Wenn Sie sich als Mentor engagieren möchten, können Sie sich an die Mentor-Vereine in Köln unter 0221 12040744 oder per Mail an blickhaeuser@awo-koeln.de und in Bonn unter 0163 696 6400 oder per Mail an lesementorbonn@gmail.com oder an den Bundesverband wenden.

www.mentor-bundesverband.de

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