Um die Welt für morgen zu erhalten – Silva – unverpackt genießen

In Köln-Braunsfeld gibt es ab sofort einen neuen Unverpackt-Laden. Mit ihrem eigenen biozertifizierten Geschäft hat sich Silke Gimnich einen Traum erfüllt. Die Unternehmerin bietet dort trockene Lebensmittel, Gewürze, Tee, Kaffee und viele weitere Produkte ohne Verpackungen an.
 

 

November 2020

Foto: @tolgagundug

„Spätestens seit ich selbst Mutter bin, habe ich mir Gedanken gemacht, wie wir die Welt gestalten können, sodass sie auch in 20 Jahren noch bewohnbar ist“, erzählt Silke Gimnich. Als vor rund vier Jahren die ersten Unverpackt-Läden in Köln eröffneten, war sie sofort begeistert von dem Konzept. Endlich eine Alternative zu den Supermärkten, die jeden Tag durch abgepackte Lebensmittel tonnenweise Müll produzieren. Ihr Wunsch: ein Unverpackt-Laden in jedem Veedel, damit alle Kölnerinnen und Kölner einfach und unkompliziert Müll vermeiden können. „Dazu muss man sich nicht einschränken“, betont Gimnich. „Wenn wir alle nur ein paar Sachen ändern und auf einige Verpackungen verzichten, sind wir schon viele Tonnen Plastikmüll leichter.“

 

Inhaberin Silke Gimnich wagte den Schritt in die Selbstständigkeit.
Foto: @tolgagundug

Individuelles, großes Sortiment

Um dieses Ziel zu erreichen, erfüllte sich Silke Gimnich nun ihren Traum von einem eigenen Unverpackt-Laden. Seit dem 7. November bietet sie in „Silva – unverpackt genießen“ mitten an der Aachener Straße in Köln-Braunsfeld trockene Lebensmittel,  Alltagshelfer, Büroartikel und Schönes ohne Verpackung an. Im Sortiment finden die Bewohnerinnen und Bewohner nun so ziemlich alle Basis-Lebensmittel, die es für den Alltag bedarf. Dazu gehören etwa Nüsse, Müsli, Hülsenfrüchte, Öle, Essige, Pesto, Nudeln, Reis und Tee. Mehl und Kaffee können sich die Kunden direkt frisch und ganz individuell zusammengestellt mahlen lassen. Darüber hinaus führt Gimnich etwa Reinigungsmittel, Artikel für den Bürobedarf und weitere Non-Food-Produkte. Frische Waren wie Obst und Gemüse sowie Backwaren kann sie leider nicht anbieten, weil die Räumlichkeiten keine korrekte Kühlung ermöglichen.

Bio-Produkte von lokalen Familien-Unternehmen

Das Sortiment ist dennoch umfassend und individuell. Verkauft werden hauptsächlich Bio- und Demeter-Produkte. Zudem setzt Silke Gimnich auf Regionalität, um möglichst kurze Transportwege zu haben. Der Reis stammt etwa nicht aus Asien, sondern aus Italien, der Zucker basiert auf regionalen Rüben und die Quinoa wird direkt im Rheinland angebaut. Statt großer Marken finden sich in der Angebotsauswahl viele lokale Familien-Unternehmen, die ihre Waren nachhaltig produzieren. Von einem Winzer bezieht Gimnich etwa Versjus. Der „grüne Saft“ wird aus den Weintrauben hergestellt, die bei der Veredelung der Rebstöcke im Frühjahr abgeschnitten werden und oftmals im Müll landen oder auf den Feldern verrotten. Der etwas säuerliche Saft eignet sich jedoch hervorragend für Salat-Dressings oder Saucen. Bei Silva kann Versjus direkt abgefüllt in Pfandflaschen des Winzers erworben werden.

Wie bei anderen Unverpackt-Läden bringen die Kundinnen und Kunden grundsätzlich ihre eigenen Gefäße mit. Ob Baumwolltaschen, Gläser oder Flaschen – alles ist möglich. Vor dem Einkauf werden die Gefäße gewogen, sodass nur der tatsächliche Inhalt später an der Kasse abgerechnet wird. Wer gerade nichts Passendes dabei hat, kann im Geschäft Gläser und Baumwolltaschen erwerben. Zahlreiche Produkte werden zudem in Pfandgläsern angeboten – darunter beispielsweise Kosmetik-Artikel.

Seit dem 7. November hat der neue Unverpackt-Laden geöffnet.
Foto: @tolgagundug

Die Sparkasse KölnBonn steht Gimnich zur Seite

Für Silke Gimnich ist mit dem eigenen Geschäft ein Traum in Erfüllung gegangen. Angst vor der Selbstständigkeit hat sie nicht, auch dank einer guten Vernetzung. So ist sie – wie die meisten Unverpackt-Läden – Mitglied im Verband unverpackt e. V. Die Inhaber der Geschäfte arbeiten zusammen und tauschen sich aus. Schließlich wollen sie gemeinsam noch mehr Menschen von ihrer Idee überzeugen. Zudem erhält Silke Gimnich Unterstützung vom Gründercenter der Sparkasse KölnBonn. Die Expertinnen und Experten haben jederzeit ein offenes Ohr. „Meine Ansprechpartner sind professionell und doch nah dabei“, berichtet sie. „Klar, es kann jede Menge schiefgehen, aber mit einem guten Businessplan und einer guten Bank an der Seite bin ich nicht alleine“, sagt die Gründerin.

An den eigenen Traum glauben

Auch wenn man hin und wieder Rückschläge erlebe, Silke Gimnich würde den Schritt zum eigenen Geschäft jederzeit wieder wagen. „Wer eine Herzensangelegenheit hat, sollte sich nicht hindern lassen“, ist sie sich sicher. Ihr Tipp für junge Selbstständige: der Spezialistin oder dem Spezialisten des Gründercenters viele Fragen stellen. „Man muss nicht alles selbst wissen“, betont sie. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort hätten viel Erfahrung und helfen überdies, wenn der Start nicht optimal gelingen sollte. Außerdem ganz wichtig: an seinen Traum glauben und sich mit Gleichgesinnten vernetzen. „Vielleicht kann ich mit meinem Geschäft wieder andere inspirieren“, so Gimnich, sodass irgendwann tatsächlich in jedem Kölner Veedel ein Unverpackt-Laden offen ist.

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