Mit fünf Punkten zu mehr Klimaschutz

Mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung für einen stärkeren Klimaschutz erweitert die Sparkassen-Finanzgruppe ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit.

 

 

April 2021

172 Sparkassen sowie acht Verbundunternehmen sind als Erstunterzeichner vom Start weg dabei. Die Ziele: eine deutliche und kontinuierliche CO2-Reduktion, Klimaneutralität im Geschäftsbetrieb bis spätestens 2035 sowie nachhaltigeres Wirtschaften im eigenen Haus, im Umgang mit der Kundschaft und im Geschäftsgebiet.

Im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens

Um der globalen Klimakrise entgegenzuwirken, wurde nach jahrelangen Verhandlungen 2015 auf der UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris die erste rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung verabschiedet. Fast alle Staaten der Erde bekennen sich zu dem Abkommen, das darauf abzielt, die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu verändern – ein deutliches Signal für einen grundlegenden Wandel. Die einzelnen Länder sind völkerrechtlich dazu verpflichtet, einen eigenen Klimaschutzbeitrag zu erarbeiten sowie Maßnahmen zur Umsetzung zu beschließen. Das übergeordnete Ziel des Abkommens ist es, den globalen Temperaturanstieg durch Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf unter 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Ein weiteres Ziel ist es, Maßnahmen zu finden, die helfen, sich an die Veränderungen durch den Klimawandel anzupassen.

Diese Ziele sind die Basis der aktuellen Selbstverpflichtung der Sparkassen-Finanzgruppe zu mehr Klimaschutz.

Bis 2035 CO2-neutraler Geschäftsbetrieb

Neben den Zielen des Pariser Klimaabkommens beruft sich die Selbstverpflichtung der Sparkassen-Finanzgruppe auf die „Principles for Responsible Banking“, der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UN). Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Dachverband der Sparkassen-Finanzgruppe, ist den sogenannten „UN-Principles“ im Mai 2020 als Unterstützer beigetreten. Alle Institute, die die freiwillige Selbstverpflichtung unterschreiben, bekennen sich zu dem Ziel, bis spätestens 2035 den eigenen Geschäftsbetrieb CO2-neutral zu gestalten. Unvermeidbare Restemissionen sollen durch geeignete Maßnahmen kompensiert werden. 

Die fünf Handlungsfelder der Selbstverpflichtung sind:

  1. Die Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten im Kredit- und Anlageportfolio.
  2. Die Verringerung der CO2-Emissionen im Geschäftsbetrieb.
  3. Die Unterstützung und Begleitung der gewerblichen wie privaten Kundinnen und Kunden beim Wandel hin zu einem klimafreundlichen und nachhaltigen Wirtschaften.
  4. Die Ausstattung von Führungskräften und Belegschaft mit mehr Know-how zu den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
  5. Eine stärkere Ausrichtung auf Umwelt- und Klimaaspekte bei Fördermaßnahmen und lokalen Kooperationen.

Nachhaltigkeit im Finanzsystem – mit „Sustainable Finance“

Nachhaltigkeit wird auch für die Wirtschaft und Finanzmärkte immer wichtiger. „Sustainable Finance“ (nachhaltige Finanzierung) zielt darauf ab, ökologische, soziale und unternehmerische Kriterien in die Entscheidungen, Produkte und Dienstleistungen von Finanzakteuren mit einzubeziehen. Diese „ESG-Kriterien“ haben sich als Standard zum Beispiel in nachhaltigen Anlagen etabliert.

Das Akronym ESG beschreibt drei nachhaltigkeitsbezogene Verantwortungsbereiche von Unternehmen und steht für: Environment (Umwelt: zum Beispiel Klimaschutz, Umweltpolitik), Social (Soziales: beispielsweise Rechte, Interessen und Wohlergehen von Personen und Gemeinschaften) und Governance (gute Unternehmensführung: zum Beispiel Transparenz, Grundsätze der Organisationsführung).

Die Sparkassen sind vor über 200 Jahren aus der Motivation heraus gegründet worden, heute die Grundlagen für ein gutes Leben für morgen zu legen – in wirtschaftlichen und sozialen Fragen, und natürlich auch mit Blick auf Klima und Umwelt. Da liegt es auf der Hand, dass die Sparkassen-Finanzgruppe ihre Aktivitäten in Sachen Nachhaltigkeit intensiviert und einen nachhaltigen Finanzmarkt aktiv mitgestaltet.

Ulrich Voigt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn

„Wenn wir als Gesellschaft weiter selbstbestimmt leben wollen,
dann müssen wir auch die ökologischen Grundlagen unseres Zusammenlebens schützen.
Und zwar jetzt – nicht erst morgen.“

CO2–neutraler Betrieb ist fest im Visier der Sparkasse der Region

Die Sparkasse KölnBonn treibt ihr Nachhaltigkeitsmanagement durch eine Reihe eigenständiger Initiativen zusätzlich voran. Die Unterzeichnung der Selbstverpflichtung ist Teil einer bestehenden „Nachhaltigkeits-Landkarte“, mit der das führende Institut der Region eine sukzessive Verbesserung seiner Nachhaltigkeit in verschiedenen Handlungsfeldern verfolgt. Dazu gehört unter anderem die Emission des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) zu reduzieren. Im vergangenen Jahr hat die Sparkasse KölnBonn ihre CO2-Emissionen auf etwa ein Drittel der Menge reduziert im Vergleich zu der von vor vier Jahren. Den verbliebenen Rest der aktuell noch nicht vermeidbaren CO2-Ausstoßmengen kompensiert das Institut durch Förderung zertifizierter Projekte über einen Kompensationsanbieter. Damit hat die Sparkasse ihren Geschäftsbetrieb im Jahr 2020 faktisch CO2-neutral gehalten. Diesen Weg verfolgt sie weiter. Ziel ist, den Geschäftsbetrieb spätestens im Jahr 2035 vollständig klimaneutral gestaltet zu haben. Dazu wird ganz wesentlich der Bezug eines neuen, umweltfreundlich gebauten Bürogebäudes beitragen, der planmäßig 2022 vollzogen wird.


Zahlreiche Nachhaltigkeitsrichtlinien bereits auf den Weg gebracht

Auch bei vielen anderen Nachhaltigkeitsaspekten sieht sich die Sparkasse gut aufgestellt. Viele Punkte, die in der Selbstverpflichtung aufgeführt werden, werden bereits erfüllt. So hat sie bereits seit 2019 eine eigene Richtlinie für ihre hauseigene Vermögensverwaltung, für die Anlage eigener Mittel und eine Nachhaltigkeitsrichtlinie für das Firmenkreditgeschäft in Kraft gesetzt. Ebenfalls werden seit diesem Zeitpunkt bereits die Nachhaltigkeitspräferenzen der Kundinnen und Kunden im Wertpapierberatungsprozess einbezogen – so wie das der Gesetzgeber im Laufe des Jahres für alle Kreditinstitute plant. Im vergangenen Jahr hat die Sparkasse die bestehenden Regelwerke zusätzlich um eine Lieferantenrichtlinie und eine Gebäuderichtlinie erweitert.

Unabhängige, international anerkannte Ratingagenturenen bescheinigen den Erfolg der Nachhaltigkeitsaktivitäten des Instituts. So hat das Institut von der Agentur Imug Anfang des Jahres die Ratingnote „B“ bekommen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Verbesserung um zwei Ratingnoten. Parallel stuft die Ratingagentur ISS ESG das Institut zwar weiterhin im sogenannten „Prime Status“ ein – allerdings mit Tendenz nach oben. „Dort gehören wir mittlerweile zu den besten zehn Prozent im Segment ‚Financials/Public & Regional Banks‘“, so Voigt stolz. „Auch im Fair Finance Guide Deutschland haben wir einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht.“

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