Mit fünf Punkten zu mehr Klimaschutz

Mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung für einen stärkeren Klimaschutz erweitert auch die Sparkassen-Finanzgruppe ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit

 

Dezember 2020

172 Sparkassen sowie acht Verbundunternehmen sind als Erstunterzeichner vom Start weg dabei. Die Ziele: eine deutliche und kontinuierliche CO2-Reduktion, Klimaneutralität im Geschäftsbetrieb bis spätestens 2035 sowie nachhaltigeres Wirtschaften im eigenen Haus, im Umgang mit der Kundschaft und im Geschäftsgebiet.

Im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens

Um der globalen Klimakrise entgegenzuwirken, wurde nach jahrelangen Verhandlungen 2015 auf der UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris die erste rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung verabschiedet. Fast alle Staaten der Erde bekennen sich zu dem Abkommen, das darauf abzielt, die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu verändern – ein deutliches Signal für einen grundlegenden Wandel. Die einzelnen Länder sind völkerrechtlich dazu verpflichtet, einen eigenen Klimaschutzbeitrag zu erarbeiten sowie Maßnahmen zur Umsetzung zu beschließen. Das übergeordnete Ziel des Abkommens ist es, den globalen Temperaturanstieg durch Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf unter 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Ein weiteres Ziel sind Maßnahmen, die helfen, sich an die Veränderungen durch den Klimawandel anzupassen.

Diese Ziele sind die Basis der aktuellen Selbstverpflichtung der Sparkassen-Finanzgruppe zu mehr Klimaschutz.

Bis 2035 CO2-neutraler Geschäftsbetrieb

Neben den Zielen des Pariser Klimaabkommens beruft sich die Selbstverpflichtung der Sparkassen-Finanzgruppe auf die „Principles for Responsible Banking“, der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UN). Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Dachverband der Sparkassen-Finanzgruppe, ist den sogenannten „UN-Principles“ im Mai 2020 als Unterstützer beigetreten. Alle Institute, die die freiwillige Selbstverpflichtung unterschreiben, bekennen sich zu dem Ziel, bis spätestens 2035 den eigenen Geschäftsbetrieb CO2-neutral zu gestalten. Unvermeidbare Restemissionen sollen durch geeignete Maßnahmen kompensiert werden. 

Die fünf Handlungsfelder der Selbstverpflichtung sind:

  1. Die Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten im Kredit- und Anlageportfolio.
  2. Die Verringerung der CO2-Emissionen im Geschäftsbetrieb.
  3. Die Unterstützung und Begleitung der gewerblichen wie privaten Kundinnen und Kunden beim Wandel hin zu einem klimafreundlichen und nachhaltigen Wirtschaften.
  4. Die Ausstattung von Führungskräften und Belegschaft mit mehr Know-how zu den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
  5. Eine stärkere Ausrichtung auf Umwelt- und Klimaaspekte bei Fördermaßnahmen und lokalen Kooperationen.
     

Nachhaltigkeit im Finanzsystem – mit Sustainable Finance

Nachhaltigkeit wird auch für die Wirtschaft und Finanzmärkte immer wichtiger. „Sustainable Finance“ (nachhaltige Finanzierung) zielt darauf ab, ökologische, soziale und unternehmerische Kriterien in die Entscheidungen, Produkte und Dienstleistungen von Finanzakteuren mit einzubeziehen. Diese „ESG-Kriterien“ haben sich als Standard zum Beispiel in nachhaltigen Anlagen etabliert.

Das Akronym ESG beschreibt drei nachhaltigkeitsbezogene Verantwortungsbereiche von Unternehmen und steht für: Environment (Umwelt: z. B. Klimaschutz, Umweltpolitik), Social (Soziales: z. B. Rechte, Interessen und Wohlergehen von Personen und Gemeinschaften) und Governance (gute Unternehmensführung: zum Beispiel Transparenz, Grundsätze der Organisationsführung).

Die Sparkassen sind vor über 200 Jahren aus der Motivation heraus gegründet worden, heute die Grundlagen für ein gutes Leben für morgen zu legen – in wirtschaftlichen und sozialen Fragen, und natürlich auch mit Blick auf Klima und Umwelt. Da liegt es auf der Hand, dass die Sparkassen-Finanzgruppe ihre Aktivitäten in Sachen Nachhaltigkeit intensiviert und einen nachhaltigen Finanzmarkt aktiv mitgestaltet.

Ulrich Voigt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn

„Wenn wir als Gesellschaft weiter selbstbestimmt leben wollen,
dann müssen wir auch die ökologischen Grundlagen unseres Zusammenlebens schützen.
Und zwar jetzt – nicht erst morgen“

CO2–neutraler Betrieb ist fest im Visier der Sparkasse der Region

Die Unterzeichnung der Selbstverpflichtung ist Teil der bestehenden „Nachhaltigkeits-Landkarte“, mit der die Sparkasse KölnBonn eine sukzessive Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit in verschiedenen Handlungsfeldern verfolgt. Dazu gehört unter anderem die Emission des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) zu reduzieren. Voraussichtlich wird die Sparkasse KölnBonn im laufenden Jahr auf CO2-Emissionen von etwa einem Drittel der Menge im Vergleich zu der von vor vier Jahren kommen. Den verbliebenen Rest der aktuell noch nicht vermeidbaren CO2-Ausstoßmengen kompensiert das Institut durch Förderung zertifizierter Projekte über einen Kompensationsanbieter. Damit gestaltet die Sparkasse ihren Geschäftsbetrieb für das Jahr 2020 CO2-neutral. Das Ziel ist es dennoch, den Ausstoß weiter zu verringern.


Zahlreiche Nachhaltigkeitsrichtlinien bereits auf dem Weg gebracht

Bei vielen anderen Nachhaltigkeitsaspekten ist das Institut ebenso gut aufgestellt. Viele Punkte, die in der Selbstverpflichtung aufgeführt werden, werden bereits erfüllt. Beispielsweise wurde bereits im vergangenen Jahr eine eigene Richtlinie für die hauseigene Vermögensverwaltung, das Depot A, also für die Eigenanlagen und eine Nachhaltigkeitsrichtlinie für das Firmenkreditgeschäft in Kraft gesetzt. Ebenfalls würden im Wertpapierberatungsprozess die Nachhaltigkeitspräferenzen unserer Kundinnen und Kunden in die Anlageempfehlung mit einbezogen, so Voigt.
Den Erfolg der Nachhaltigkeitsaktivitäten bekommt die Sparkasse auch von unabhängigen, international anerkannten Ratingagenturen bescheinigt. So hat das Institut von der Agentur Imug Anfang des Jahres die Ratingnote „B“ (positiv) bekommen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Verbesserung um zwei Ratingnoten. Parallel stuft die Ratingagentur ISS ESG das Institut im sogenannten Prime Status ein. „Hier gehören wir zu den besten 20 Prozent im Segment‚ Financials/ Public & Regional Banks“, berichtet Voigt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Sparkasse Newsletter

Unser Newsletter

Erhalten Sie mit unserem Newsletter einmal im Monat
spannende Informationen und hilfreiche Tipps.

Hier abonnieren

Magazin durchsuchen...

Unser monatlicher Newsletter

Hier abonnieren