KALEIDOSKOP

New Work: Auf der Suche nach der Arbeitswelt von morgen

Noch bestimmt die Coronapandemie unseren Alltag – zu Hause, wie auch am Arbeitsplatz. Viele Menschen hoffen, dass auch in ihrem Job wieder Normalität einkehrt, wenn die Coronapandemie endlich vorbei ist. Doch die Krise hat gezeigt, dass durch Digitalisierung ganz neue, flexible Arbeitsweisen funktionieren. Die Arbeitswelt von morgen wird dadurch anders aussehen als bisher.

Adobestock/Svitlana

Seit Beginn der Pandemie arbeitet Klaus Vogell fast ausschließlich von zu Hause aus. Doch wenn sich sein Arbeitsalltag wieder normalisiert hat, wird sich der Innovationsmanager bei GS1 Germany, bekannt durch Standards und Lösungen rund um den Barcode, der auf nahezu jeder Produktverpackung zu finden ist, wieder regelmäßig auf den Weg zum Firmensitz in Köln-Braunsfeld machen.

Arbeiten im Open-Work-Space

An welchem Schreibtisch er an diesen Präsenz-Tagen Platz findet, weiß er im Voraus nicht. Vogell wird zuerst seinen Rollcontainer, in dem er persönliche Arbeitsmaterialien aufbewahrt, abholen und dann einen freien Platz in der Open-Work-Space-Zone belegen. Dort sucht man klassische Büros oder Trennwände vergebens. Auf einer großen offenen Fläche stehen Schreibtische und Stehpulte in Gruppen angeordnet, an denen Vogell und seine Kolleginnen und Kollegen ihre Laptops aufstellen und mit dem firmeneigenen Netzwerk verbinden können. Gleich daneben gibt es Sitzgruppen für Teambesprechungen. In kleinen Kabinen können die Mitarbeitenden bei Bedarf telefonieren oder an Videomeetings teilnehmen, ohne andere zu stören.

Agil sein für die Zukunft

Im angrenzenden GS1 Germany Knowledge Center, einer Tagungs- und Eventlocation, ist eine Konferenzzone mit Zuschauertribüne, in der Vorträge und Trainingsveranstaltungen stattfinden. Der Stil des Mobiliars wechselt – von sachlich nüchtern bis gemütlich verspielt. Gedeckte Farben stehen in Kontrast zu kräftigen Tönen.

Klaus Vogell, Innovationsmanager bei GS1 Germany

„Unser Anspruch als Unternehmen ist, Innovationsführer zu sein. Für uns als Organisation ist es daher wichtig, dass wir uns auch selbst verändern und im besten Sinne zukunftsorientiert sind – etwa agil arbeiten und uns schnell auf sich ändernde Marktbedingungen einstellen. Wir haben daher Hierarchien abgebaut, Wände eingerissen und ein offenes Arbeitsumfeld geschaffen – einen gemeinsamen Raum, in dem wir miteinander arbeiten“, erläutert Vogell das Konzept. „Das gibt uns – neben den mobilen Möglichkeiten – die Flexibilität beim Arbeiten, die wir brauchen, um schnell auf sich verändernde Bedürfnisse unserer Kunden und volatile Rahmenbedingungen reagieren zu können.“

Ein „Handtuchdenken“ gibt es dabei nicht. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Umsicht und Rücksicht seiner Mitarbeitenden. „Auch ohne elektronisches Buchungssystem hat bislang jeder hier einen Arbeitsplatz gefunden“, bemerkt Vogell.

Viele Veränderungen zugleich

Das Beispiel GS1 Germany zeigt: Mit der Digitalisierung verändern sich Arbeitsweisen in vielfältiger Weise. Um nur einige Beispiele zu nennen: Häufiger wird abgewägt, auf Dienstreisen zu verzichten und stattdessen virtuelle Konferenzen zu nutzen, Vertriebsaktivitäten werden sich verändern – auch vor dem Hintergrund, dass die Mitarbeitenden in den Unternehmen ressourcenschonend und CO2-neutral agieren müssen.

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Vernetzung und Austausch wichtiger denn je

Durch die Digitalisierung werden immer mehr Prozesse in der Industrie automatisiert, auch um Kosten zu senken und umweltschonend zu agieren – in den Büros ebenso wie in den Werkshallen. Denn die Anforderungen an einzelne Jobs und das Arbeitsumfeld wandeln sich. „Wir leben heute in einer VUCA-Welt, also einer Welt, die sich auszeichnet durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguity, also Mehrdeutigkeit“, sagt GS1-Geschäftsführer Thomas Fell. „Es gibt keine einfachen Antworten mehr auf viele Thematiken, geschweige denn eine einzig richtige Antwort. Der Vernetzung und dem Austausch untereinander kommt daher eine ganz andere Bedeutung zu. Ein themenorientiertes, agiles Arbeiten ist die Herausforderung der Zukunft für uns alle.“

Gute Infrastruktur als Voraussetzung

Dafür müssen allerdings auch die Rahmenbedingungen stimmen. „In Zeiten, in denen auf Daten, Anwendungen und Prozesse zunehmend cloudbasiert, also über das Internet, zugegriffen wird, ist eine leistungs- und zukunftsfähige Anbindung an Netz- und Verkehrsinfrastruktur ein Wettbewerbsfaktor für jeden Unternehmensstandort“, sagt Dieter Schiefer, Referent Leiter Informations- und Kommunikationstechnik bei der IHK Köln. „Durch mobiles Arbeiten erweitert sich die Unternehmensperspektive. Auch außerhalb des Firmensitzes muss es möglich sein, dass Mitarbeitende schnell und zuverlässig in den Systemen arbeiten können.“

Auch andere Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändern sich. Umfragen registrieren einen steigenden Wunsch nach mehr Eigenverantwortung, Gestaltungsfreiraum und nach der Möglichkeit zu arbeiten, wann und wo man möchte.

Loungebereiche und Zonen für eine schnelle Zusammenkunft werden ebenso geschaffen.
Neben den offenen Arbeitszonen sind auch Rückzugsmöglichkeiten geplant.
Auf dem Sparkassen-Campus am Butzweiler Hof sollen 1.200 Mitarbeitende ohne fest zugeordneten Arbeitsplatz arbeiten.

Modern zu arbeiten und dabei knappen Raum und Ressourcen bestmöglich zu nutzen – dieser Gedanke steht auch Pate beim Projekt „kite“ der Sparkasse KölnBonn. Im kommenden Jahr wird das führende Kreditinstitut der Region in Köln-Ossendorf aus den beiden Bürokomplexen des Dienstleistungszentrums in den wenige Meter entfernten Sparkassen-Campus umziehen. Wenn der Neubau, der derzeit in Nachbarschaft zum ehemaligen Flugplatz Butzweiler Hof errichtet wird, fertig ist, werden dort rund 1.200 Mitarbeitende ohne fest zugeordneten Arbeitsplatz arbeiten.

Desk-Sharing und Clean-Desk sind geplant

Maximilian Göhler, Teamleiter Infrastrukturelles Objektmanagement bei der Sparkasse KölnBonn

„Es wird Homezones geben, die Anlaufstelle für einzelne Teams, Abteilungen oder Bereiche sind. Innerhalb dieser Homezones wird dann Desk-Sharing und Clean-Desk gelebt. Das heißt, die Arbeitsplätze auf diesen Flächen teilen die jeweiligen Kolleginnen und Kollegen untereinander“, sagt Maximilian Göhler, Teamleiter Infrastrukturelles Objektmanagement bei der Sparkasse. „Wir werden dabei  nicht alle Mitarbeitenden  wild durcheinander würfeln, sondern in Homezones  so anordnen, dass die gemeinsame Zusammenarbeit und Kommunikation gefördert wird.“

Nachhaltige Organisation

Im Sinne der Umweltverträglichkeit und Ressourcenschonung ist es  nicht sinnvoll und wenig nachhaltig, jedem Mitarbeitenden einen festen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass nur noch  rund 70 Prozent der Mitarbeitenden vor Ort Platzbedarf haben – in  Folge von zum Beispiel mobilem Arbeiten, Dienstreisen, Projektarbeiten, Urlaub oder der natürlichen krankheitsbedingten Abwesenheit“, sagt Göhler. „Teilen steht daher in unserer neuen Arbeitswelt im Fokus. Nicht mehr der einzelne Arbeitsplatz ist wichtig, sondern die Funktionalitäten und die Möglichkeiten, die die Open-Space-Umgebung bietet.“ So wird es neben den offenen Arbeitszonen auch Rückzugsmöglichkeiten geben, um in absoluter Ruhe an bestimmten Aufgaben arbeiten zu können. Hinzu kommen Loungebereiche ebenso wie unterschiedliche Mittelzonenmodule, in denen man sich kurzfristig zusammenfinden kann. Besprechungsräume stehen selbstverständlich auch zur Verfügung, um gemeinsame Termine durchführen zu können. Für Maximilian Göhler wird Arbeiten im Büro zukünftig eine ganz andere Qualität bekommen – und das möchte die Sparkasse durch die neue Innenarchitektur fördern.

„War for talents“

Rainer Virnich, Vorstandsmitglied der Sparkasse KölnBonn

Rainer Virnich, Vorstandsmitglied der Sparkasse KölnBonn sagt:

„Offensichtlich ist doch, dass sich die Ansprüche von jungen Fachkräften und Berufseinsteigenden gewandelt haben.“

Um im Wettbewerb um gute Talente weiterhin als attraktiver Arbeitnehmer wahrgenommen zu werden, müsse man ein modernes und gleichsam nachhaltiges Arbeitsumfeld bieten.

„Genau dies werden wir mit unserem neuen Campus erreichen.“

 

Das Büro der Zukunft

Dass neues Arbeiten eine moderne, dazu passende Architektur erfordert, weiß auch Jochen Hermanns, Geschäftsleitungsmitglied bei der Landmarken AG. Der auf Bürogebäude spezialisierte Projektentwickler hat auch das „kite“-Projekt mitinitiiert. „In einer Welt, in der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon heute von überall aus arbeiten können, ist es wichtig, dass das Büro der Zukunft ein Ort der Verführung mit Lagerfeuercharakter ist, zu dem Menschen hinkommen, weil sie dort den besten Teil ihrer Arbeitszeit verbringen können und alles vorfinden, was sie dafür brauchen“, sagt Hermanns.

Ziel und Werte des Unternehmens beeinflussen die Architektur

Angesichts eines fortschreitenden Wettbewerbs um Fachkräfte hält er eine moderne, zeitgemäße Büroarchitektur für essenziell, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.

Jochen Hermanns, Geschäftsleitungsmitglied bei der Landmarken AG // Andreas Kuchem

„Wenn sich die Bewerberinnen und Bewerber schon beim Empfang fragen ‚Will ich hier jeden Tag arbeiten?‘, machen sie nicht selten schon kehrt, bevor sie sich das Angebot der Firma überhaupt anhören“, weiß er aus Gesprächen mit seinen Unternehmenskunden. „Junge Menschen setzen heute andere Schwerpunkte. Kaum einer fragt noch nach einem Dienstwagen. Die meisten wollen in einem coolen Unternehmen arbeiten, das eine klare Mission hat und klare Werte vertritt. Das muss sich ganz wesentlich in der Büroarchitektur ausdrücken.“

App verbindet Nutzerinnen und Nutzer des Gebäudes

Um ein hippes Großstadtfeeling in die eigenen Entwürfe einzubringen, arbeitet Landmarken zum Beispiel mit renommierten Architekten aus New York zusammen. „Eine etwas ungewöhnlichere, raue Industrieoptik ist vor allem für Start-ups interessant, aber auch für Firmen, die sich aus der Masse abheben wollen“, so Hermanns. „Bei vielen unserer Objekte planen wir außerdem einen Co-Working-Space ein. Das bringt Gemeinschaft und kreative Einflüsse von außen in das Haus hinein. Wir haben dafür sogar eine App entwickelt, die alle Mieterinnen und Mieter eines Objektes unternehmensübergreifend miteinander verbindet.“

Gesundheit gewinnt an Bedeutung hinzu

Der Immobilienentwickler prognostiziert, dass Büro- und Arbeitswelten künftig informeller, insgesamt wohnlicher werden, aber auch das Thema Gesundheit einen größeren Stellenwert bekommen wird. Sportmöglichkeiten am oder im Gebäude, wie sie heute bereits die großen Internetunternehmen für ihre Belegschaft bieten, werden zur Selbstverständlichkeit. „Wir konzipieren unsere Gebäude aber auch so, dass sie bei den Nutzern Lust machen, sich mehr zu bewegen und zum Beispiel Treppen zu laufen.

Zur Stärkung des Teams

Zum Wohlfühlfaktor gehören aber auch Dachterrassen, auf denen Mitarbeitende ihre Mittagspause im Freien verbringen können und abends gegrillt wird, um Zusammenhalt zu leben“, so Hermanns. Er mahnt Firmen, diese Trends wahrzunehmen, weil sie sonst immer austauschbarer werden und es nicht gelingt, Mitarbeitende zu binden. „Das Büro muss ein Kulturhaus werden, das ideale Bedingungen dafür schafft, dass der Mensch im Vordergrund steht, Teams zusammenfinden, Interaktion möglich wird und gleichzeitig Standards gesetzt werden in Richtung Nachhaltigkeit.“

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