Gründung

„Regionalität ist keine Frage des Kilometerradius“

Konsequent, transparent, frisch und regional: Mit diesen vier Worten beschreiben die Gründerinnen und Gründer des Lieferdienstes „Himmel un Ääd“ ihr Projekt.

Foto: Himmel un Ääd

„Himmel un Ääd“, ein Online-Bioladen, der seine Produkte mit dem Lastenrad an seine Bonner und Kölner Kundinnen und Kunden liefert. Genauer gesagt nachhaltige, regionale Biolebensmittel, deren Erzeugerinnen oder Erzeuger von so nah wie möglich kommen.

Wie „Himmel un Ääd“ entstand

Rückblick: 2020 sind Alicia, Marlene, Estella, Paul, Jonathan, Malika, sechs BWL-Studenten und Studentinnen an der Alaunus Hochschule in Alfter. Ihr Schwerpunkt: „Nachhaltiges Wirtschaften“. Gemeinsam kommen sie damals durch die Regionalwert AG Rheinland* an ein Projekt, das sie schnell zu ihrem Herzensprojekt erklären. Sie werden zu Gründerinnen und Gründern von Himmel und Ääd.

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Gerade befinden sie sich an der Grenze zum Jobwechsel. Ein Scheideweg, an dem sich die Fünf (eine hat das Team verlassen) zusammensetzen und beraten: Wie geht es für uns und das Projekt weiter? Sie haben entschieden: einen anderen Job kann es nicht geben. „Es war wichtig, sagt Marlene, dass wir diese Entscheidung nochmal für uns bewusst getroffen haben und nicht nur darein gerutscht und dann „stecken geblieben sind“.

Gründerunterstützung von der Sparkasse KölnBonn

Die Gründerinnen und Gründer haben für ihr Projekt ein Gründerstipendium erhalten. Und konnten sich auch auf das GründerCenter der Sparkasse KölnBonn verlassen. „Herr Gaebler, unser Berater vom Gründercenter hat uns super unterstützt“, erzählt Estella. „Die Zusammenarbeit mit der Sparkasse war sehr gut und unkompliziert. Wir waren positiv überrascht, wie schnell alles ging. Herr Gaebler war super motiviert und engagiert, uns unter die Arme zu greifen“, ergänzt Marlene. „Das Geld wurde uns schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt, außerdem gab es hilfreiche Tipps. Das war eine wirklich angenehme Zusammenarbeit“, setzt Estella noch hinzu.

Worum es bei „Himmel un Ääd“ geht

„Es ist tatsächlich einer der schwierigsten Aspekte für uns gewesen, den Begriff ‚Regional‘ zu definieren“, erzählt Marlene. „Wir haben uns entschieden, dass es für uns heißt: so nah wie möglich. Im Optimalfall wählen wir die nächsten Höfe beziehungsweise Erzeugerinnen oder Erzeuger aus dem Umland. Regionalität ist für uns keine Frage des Kilometerradius. Wenn sich auf der Suche nach den besten Produkten herausstellt, dass der Hof in Solingen biologischen Anbau, transparente Arbeitsweisen oder Fairness bei der Bezahlung von Herstellerinnen und Herstellern einlöst und noch dazu das beste Produkt sowie Preis-/Leistungsverhältnis hat, dann ist das für uns die beste Lösung“, erklärt die junge Gründerin die Prinzipien. „Wir möchten zeigen, was alles Leckeres vor unserer Haustür wächst. Den Großteil der Lebensmittel für den täglichen Bedarf kann jeder problemlos direkt aus dem Rheinland beziehen.“

„Außerdem“, so Marlene weiter, „ist es für uns ein sehr wichtiger Aspekt, dass wir mit den Erzeugerinnen und Erzeugern auf Augenhöhe kommunizieren können.“

Wie funktioniert „Himmel un Ääd“?

Eine Woche dauert ein Himmel-und-Ääd-Zyklus, bis dienstags kann auf der Homepage bestellt werden. Möglich sind fertige Kisten oder die Selbstzusammenstellung einer Kiste. Sobald die letzte Bestellung dienstags um 18 Uhr aufgenommen wurde, werden diese an die Partner-Höfe weitergeleitet. Dort werden dann entsprechend die Produkte zusammengestellt und bis Freitag  an die Himmel-un-Ääd-Zentrale in Köln geliefert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort packen dann die Kisten zusammen, so dass diese dann freitags mit dem Lastenrad ausgeliefert werden können. Aktuell sind es 150 Kisten, mindestens 400 würden sie pro Woche gern ausliefern.

Für eine Bestellung muss kein Abo abgeschlossen werden und es gibt keinen Mindestbestellwert. Die Produktpalette reicht von Brot über Joghurt bis zu Wein und Bier. Und natürlich Obst sowie Gemüse. Wichtig ist den Gründerinnen und Gründern bei ihren Produkten der Saisongedanke. Es wird nur das angeboten, was im Moment zur Verfügung steht.

Wie sieht die Arbeit mit den Partnerinnen und Partnern aus?

Neue Partnerinnen und Partner finden die Fünf durch das große Netzwerk, das die Regionalwert AG Rheinland bietet. „Oft fällt uns bei der Suche nach einem konkreten Produkt ein neuer Hof auf“, erzählt Estella. Meistens besuchen sie die ausgewählten Höfe, denn ihnen ist es wichtig mit den Produzenten und Produzentinnen ins Gespräch zu kommen. Das schafft eine Verbindung. Bewusst haben sie für ihre Produkte nicht nur jeweils einen Hersteller oder eine Herstellerin im Sortiment. Einerseits, um ein Backup zu haben, falls ein Hof beispielsweise gerade keine Zucchini liefern kann. Andererseits, um eine Preisspanne bieten zu können. Die Liste ihrer Partnerinnen und Partner wächst weiter: Es kommen Anfragen von Erzeugerinnen und Erzeugern, die gerne bei ihrem Konzept mitmachen würden oder aber sie bekommen Empfehlungen von interessanten Höfen oder Produkten.

Lastenradlogistik als zweiter Fokus

Zusätzlich zu ihrem Bioladen haben sie eine Lastenradlogistik aufgebaut. So können sie andere Bioläden im Köln-Bonner Umkreis bei der Auslieferung ihrer Produkte unterstützen– mit Arbeitskräften und Rädern.

Blick in die Zukunft, wo geht es für die jungen Gründerinnen und Gründer hin?

„Wir wollen unsere Bekanntheit steigern und uns weiter in der Region etablieren, wollen zeigen, was hinter unserer Idee steckt und warum es sich lohnt, gerade bei „Himmel un Ääd“ zu bestellen“, erläutert Estella. „Außerdem möchten wir bald einen Service für Kitas und Restaurants aufbauen“. Sie haben eine Vision, um sich aus der Fülle der Lieferkistenanbieterinnen und -anbieter herauszuheben. Marlene betont: „Wir wollen zeigen, dass bei uns Nachhaltigkeit, Regionalität und ‚Bio‘ keine leeren Begriffe sind, sondern etwas dahintersteht.“ Deshalb wollen die Jungs und Mädels auch jüngere Zielgruppen erreichen und denen zeigen, dass es cool sein kann, Lebensmittel aus der Region zu essen. Ein Blog mit Rezepttipps erweitert das Angebot. Marlene weiß, worin der Unterschied am Ende liegt: „Wir wollen transparent sein und zeigen: schau mal, das bekommst du für den Preis, der dir im ersten Moment vielleicht teuer erscheint.“ Und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Spätestens, wenn du eine Möhre von uns und eine aus dem Supermarkt probierst, dann wirst du den Unterschied schmecken.“

Strukturen umdenken

Zudem arbeiten sie intensiv daran, wie ihre internen Strukturen aussehen könnten. Sie trauen sich auf jeder Ebene umzudenken. Marlene erklärt dies so: „Wir stellen uns Fragen wie: Welche Konditionen sind für uns die richtigen? Wie kann man die Arbeitswelt von morgen bereits jetzt umsetzen? Wir wollen über den Tellerrand hinaus- und umdenken.“

Nicht zu vergessen ihre Produzentinnen und Produzenten, diese stehen an einem Scheideweg, viele wollen die Höfe ihrer Eltern nicht übernehmen. Dort müssen neue Modelle her, wie Landwirtschaft in Zukunft aussehen kann.

So sind die fünf Gründerinnen und Gründer voller Ideen und schauen in eine spannende Zukunft, die das Rheinland und seine Produkte in den Vordergrund stellt.

*Die Regionalwert AG trägt als Bürgeraktiengesellschaft aktiv dazu bei, dass im Rheinland hochwertige Bio-Lebensmittel im Einklang mit der Natur erzeugt und verarbeitet werden. Dazu beteiligt sich die Aktiengesellschaft an landwirtschaftlichen Betrieben sowie an Unternehmen aus vor- und nach­gelagerten Bereichen und unterstützt Nachfolge und Existenzgründungen.

Unterstützung bei der Gründung erwünscht?

Unterstützung bei der Gründung erwünscht?

 Das GründerCenter der Sparkasse KölnBonn hilft gern weiter.

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