Gescribbelte Rakete mit Mond und Sternen

Ready for Global Growth? Wie die Internationalisierung gelingt

Neue Märkte, neue Zielgruppen, neue Chancen – der Schritt in die Internationalisierung eröffnet Unternehmen völlig neue Perspektiven. Wer heute global denkt, schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum, internationale Sichtbarkeit und langfristigen Erfolg. Und vielleicht ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, Grenzen zu überwinden und die ersten Schritte zu gehen.

Gescribbelte Rakete mit Mond und Sternen
Zwei junge Geschäftsleute mit Laptop und Unterlagen vor einer Hafenkulisse im Ausland

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Internationalisierung eröffnet vielfältige Chancen. Unternehmen, die sich weltweit positionieren, erschließen neue Absatzmärkte, machen sich unabhängiger vom Heimatland und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.

  • Der Schritt ins Ausland kann sich sowohl für mittelständische Unternehmen als auch Start-ups lohnen.

  • Der Einstieg kann schrittweise erfolgen, zum Beispiel durch Messebeteiligungen, Export oder Kooperationen.

  • Neben den vielen Chancen bringt eine Internationalisierung auch Herausforderungen mit sich, wie kulturelle Unterschiede, rechtliche Rahmenbedingungen und Währungsrisiken.

  • Unternehmen können sich von Anfang an unterstützen lassen, zum Beispiel durch professionelle Netzwerke, die bei der ersten Marktanalyse helfen oder internationale Kontakte haben.

  • Fördermittel helfen außerdem bei der Finanzierung des Global-Growth-Plans.

Warum sich eine Internationalisierung lohnen kann – auch für Start-ups

Der deutsche Markt ist begrenzt, in vielen Bereichen hart umkämpft und zum Teil gesättigt. Wer ins Ausland expandiert, erschließt neue Absatzmärkte, gewinnt weitere Kundinnen und Kunden und generiert so zusätzlichen Umsatz – ohne dabei das Heimatgeschäft zu gefährden. Vor allem wachstumsstarke Regionen wie Asien, Osteuropa oder Nordamerika bieten Chancen, die im deutschen Markt kaum noch existieren. Durch die höheren Produktionsmengen sind oft auch Skaleneffekte möglich. In Summe kostet es also weniger, ein einzelnes Produkt zu fertigen.

Mit einer Internationalisierung diversifizieren Unternehmen außerdem ihr eigenes Geschäft. Und das bedeutet auch: Sie sind unabhängiger von einzelnen Ländern. Denn sollten die Umsätze im Heimatland – zum Beispiel aufgrund einer Krise – sinken, können die Einbußen durch die Erfolge in einem anderen Land ausgeglichen werden.

Wer sich dabei mit lokalen Partnern zusammentut, kann zusätzlich von Innovationsimpulsen profitieren und sich insgesamt einen Wettbewerbsvorteil verschaffen – vor allem gegenüber rein national agierenden Wettbewerbern.

Insbesondere für Start-ups und Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen kann sich der Schritt ins Ausland lohnen. Denn während Start-ups ihre Strategie von Anfang an international ausrichten und global denken können, können digitale Produkte oft ohne große Anpassungen in mehreren Ländern angeboten werden.

Die ersten Schritte ins Ausland

Für den Anfang muss es nicht direkt ein eigener Standort im Ausland sein. Viele Unternehmen starten zu Beginn klein und testen den Markt schrittweise mit:

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Messebeteiligungen

Internationale Messen sind der beste Weg, um erste Kontakte zu knüpfen, die eigenen Produkte zu präsentieren und die Nachfrage zu testen. Für alle Unternehmen in NRW ist das Auslandsmesseprogramm NRW eine gute erste Anlaufstelle. Denn das Programm ermöglicht kostengünstige Gemeinschaftsstände auf wichtigen Fachmessen weltweit. Und genau hier können Sie ohne Risiko prüfen, ob Ihr Angebot im Zielmarkt ankommt.

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Projektgeschäfte

Einmalige Projekte oder Aufträge im Ausland sind ebenfalls ein risikoarmer Einstieg. Das Gute: Sie lernen währenddessen den Markt kennen und sammeln erste Erfahrungen mit internationalen Kundinnen und Kunden. Da es sich nur um ein zeitlich begrenztes Projekt handelt, gehen Sie dabei keine langfristigen Verpflichtungen ein.

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Kooperationen mit lokalen Partnern

Lokale Partner kennen den Markt, die Kultur und die rechtlichen Rahmenbedingungen. Sie verfügen über etablierte Netzwerke und können Türen öffnen, die Ihnen als ausländisches Unternehmen ansonsten verschlossen blieben.

Mögliche Wege der Internationalisierung

Es gibt verschiedene Wege, international zu wachsen – vom Export über Partnerschaften bis hin zu eigenen Standorten. Welcher Weg der richtige ist, hängt vor allem von Ihrer Branche, Ihrem Produkt und auch Ihren Ressourcen ab.

Direkter oder indirekter Export

Viele Unternehmen starten ihre internationalen Aktivitäten mit dem Verkauf von Produkten im Ausland. Sie exportieren direkt oder indirekt:

  • Beim direkten Export verkaufen Sie selbst an ausländische Kundinnen oder Händler. Der Vorteil: Sie haben die volle Kontrolle über Preis, Vertrieb und Kundenbeziehung. Der Nachteil: Sie benötigen eigene Ressourcen für Logistik, Zoll und Kundenbetreuung.
  • Beim indirekten Export übernehmen Zwischenhändlerinnen oder Distributoren den Vertrieb. Der Vorteil: Der gesamte Prozess bindet weniger Ressourcen und ist für Sie als Unternehmerin oder Unternehmer weniger komplex. Der Nachteil: Sie haben weniger Kontrolle und oft geringere Margen.

Joint Ventures und Kooperationen

Gemeint ist damit die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen. Sie können zum Beispiel mit einem lokal ansässigen Unternehmen ein Produkt entwickeln, gemeinsam produzieren oder es zusammen vertreiben. So teilen Sie Risiken und Kosten und können beidseitig profitieren.

Joint Ventures und Kooperationen können vor allem in Märkten mit hohen regulatorischen Hürden oder starken kulturellen Unterschieden sinnvoll sein. Schließlich kennen die Partner die jeweiligen Besonderheiten.

Direktinvestitionen: Eigene Standorte im Ausland

Der Aufbau eigener Tochtergesellschaften oder Produktionsstätten ist der aufwendigste Weg und gleichzeitig der Weg mit der besten Kontrolle, zum Beispiel über die Qualität der Produkte oder die Kundenbeziehungen.

Für die meisten Unternehmen lohnt sich dieser Schritt allerdings nur, wenn der Markt stabil ist, ausreichend getestet wurde und sicher ist, dass langfristiges Potenzial besteht.

Scribble einer Glühbirne

Eine neue Zielgruppe bedeutet auch: neue Anforderungen

Unabhängig davon, für welchen Weg Sie sich entscheiden: Ihre Produkte müssen den Bedürfnissen Ihrer Kundinnen und Kunden entsprechen. Und mit einer neuen Zielgruppe können sich diese Bedürfnisse ändern.

Viele Produkte müssen daher in Sachen Design, Funktionalität, Verpackung oder Marketing an lokale Anforderungen angepasst werden. Denn was in Deutschland funktioniert, kann in Asien oder Südamerika scheitern.

Digitale Möglichkeiten nutzen

Die Digitalisierung hat auch den Prozess der Internationalisierung grundlegend verändert. Denn was früher mit hohen Investitionen und langen Vorlaufzeiten verbunden war, ist heute mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand einfach umsetzbar. Sie können zum Beispiel:

  • Einfach internationalisieren im E-Commerce: Wer einen eigenen Online-Shop hat oder auf Marktplätzen wie Amazon verkauft, kann auch ohne physische Präsenz vor Ort international verkaufen. So können kleine Unternehmen weltweit Kundinnen und Kunden erreichen.
  • Produkte international vermarkten: Mit nachhaltiger Suchmaschinenoptimierung, Social Media und Google Ads erreichen Sie internationale Zielgruppen gezielt und vor allem auch kostengünstig.
  • Vorab Markttests durchführen: Mit digitalen Tools können Sie Märkte testen, bevor Sie große Investitionen tätigen. Crowdfunding-Kampagnen, Pre-Orders oder Testverkäufe über Online-Marktplätze zeigen vorab, ob die Nachfrage ausreichend groß ist.
  • Teams virtuell zusammenbringen: Videokonferenzen, Projektmanagement-Tools und Cloud-Lösungen ermöglichen die Zusammenarbeit über Kontinente hinweg. So können Sie auch mit lokalen Partnern vor Ort oder Ihren Mitarbeitenden einfach und effizient kommunizieren.

Mögliche Herausforderungen und Risiken bei der Internationalisierung

Neben den vielen Chancen bringt die Internationalisierung auch Herausforderungen und damit Risiken mit sich. Dazu gehören:

  • Kulturelle Unterschiede: Sprache, Geschäftsgepflogenheiten und Werte können stark variieren. Was in Deutschland als direkte Kommunikation geschätzt wird, kann in Asien als unhöflich gelten. Interkulturelle Kompetenz und Sensibilität sind daher wichtig, damit Sie erfolgreich Geschäftskontakte knüpfen können.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Jedes Land hat eigene Gesetze, Steuervorgaben und Regulierungen. Verträge, Arbeitsrecht, Produkthaftung und Datenschutz müssen daher individuell geprüft werden.
  • Logistische Komplexität: Lieferketten, Zollabwicklung und Transport erfordern spezielles Know-how. Denn Verzögerungen bei der Zollabfertigung oder eine falsche Dokumentation können hohe Kosten verursachen.
  • Finanzielles Risiko: Zum Beispiel, weil die Investitionskosten zu Beginn höher als geplant ausfallen, weil Wechselkursschwankungen die Margen beeinflussen oder politische Unsicherheiten, Handelskonflikte oder auch Sanktionen das Geschäftsmodell über Nacht infrage stellen.
Scribble einer Glühbirne

Sichern Sie sich gegen die Risiken ab

Am besten schützen Sie sich vor vielen Risiken, wenn Sie schrittweise einsteigen – also den Markt erst testen, bevor Sie großzügig investieren. Daneben gibt es aber auch Möglichkeiten, sich zusätzlich abzusichern: Exportkreditversicherungen schützen zum Beispiel vor Zahlungsausfällen ausländischer Kundinnen und Kunden, Währungsabsicherung durch sogenanntes Hedging fixiert Wechselkurse und schützt vor Schwankungen. Und eine Rechtsberatung vermeidet teure Fehler bei Verträgen und Compliance-Themen. Auch bei der Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs und der Finanzierung von Auslandsgeschäften lohnt es sich, auf erfahrene Partner zu setzen.

Bevor Sie starten: Nutzen Sie professionelle Beratungsangebote

Die gute Nachricht: Den ersten Schritt müssen Sie nicht allein gehen. Denn es gibt zahlreiche regionale und überregionale Netzwerke, die Sie bei jedem einzelnen Schritt unterstützen, beraten oder einen passenden Workshop anbieten.

Symbol für Münzen

Regionale Netzwerke in Köln und Bonn

  • Der S-CountryDesk ist ein Zusammenschluss von 26 Gesellschafterinstituten, darunter Großsparkassen, Landesbanken, der Deutschen Leasing und der Deutschen Factoring Bank. Das internationale Netzwerk wurde speziell für Unternehmen entwickelt, die im Ausland aktiv sind oder expandieren wollen. Es unterstützt bei der Internationalisierung – von der ersten Marktanalyse über Finanzierungslösungen bis hin zur Vermittlung von Kontakten vor Ort. Unternehmen können sich hier direkt beraten lassen oder auch an einem Workshop Die kostenlose App „S-weltweit“ bietet zudem News, Tipps und Antworten auf Fragen rund ums Auslandsgeschäft. Wer lieber regional eine Anlaufstelle sucht, kann auch in den Workshops der Sparkasse KölnBonn wertvolle Einblicke in die Internationalisierung gewinnen.
  • Die IHK Köln und IHK Bonn/Rhein-Sieg beraten, informieren über das jeweilige Land, vermitteln Kontakte und organisieren Delegationsreisen. Die IHK-Außenwirtschaftsberaterinnen und -berater kennen die Märkte und helfen bei rechtlichen Fragen. Auch hier können sich Unternehmen beraten lassen oder in einem Workshop der IHK oder AHK lernen, wie die Internationalisierung gelingt.
Symbol für Bezahlung oder Tickets

Überregionale Netzwerke

  • Das Enterprise Europe Network (NRW.Europa) unterstützt bei der Suche nach internationalen Geschäftspartnern und berät zu EU-Fördermitteln.
  • Germany Trade & Invest (GTAI) – dahinter steckt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Bundes – bietet Marktinformationen, Kontakte und Beratung für deutsche Unternehmen im Ausland.
  • Die Auslandshandelskammern (AHK) sind in über 90 Ländern vertreten und bieten lokale Expertise, Netzwerke und Unterstützung vor Ort.

Prüfen Sie mögliche Fördermittel

Fördermittel helfen gerade am Anfang, wenn zum Beispiel teure Investitionen bevorstehen. In Nordrhein-Westfalen stehen Ihnen folgende Programme zur Verfügung:

Am besten prüfen Sie frühzeitig, ob eines der Förderprogramme für Sie infrage kommt. Denn die Antragstellung muss unbedingt vor Projektbeginn erfolgen. Nur dann kann der Antrag genehmigt werden.

Den Schritt ins Ausland wagen – mit dem passenden Netzwerk an Ihrer Seite

Der S-CountryDesk der Sparkasse KölnBonn unterstützt Sie mit Finanzierungslösungen, Marktanalysen und internationalen Kontakten – von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung.

Fazit: Schrittweise Internationalisierung als Wachstumschance

Der Transformationsprozess ins Ausland bietet viele Chancen, erfordert aber auch eine sorgfältige Planung und Vorbereitung. Am besten ist es, wenn Sie den Markt schrittweise testen – mit ersten Kooperationen oder auf internationalen Messen – und sich von Anfang an von spezialisierten Netzwerken unterstützen lassen. So können Sie schneller Kontakte knüpfen, schneller eine passende Finanzierungslösung finden und schneller eine internationale Sichtbarkeit aufbauen.

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