Warum Lärmschutz so wichtig ist
Wer in der Nähe einer Bahnstation oder an einer befahrenen Straße wohnt, eine Baustelle vor der Tür hat oder ständig Gespräche aus der Nachbarwohnung hört, weiß genau, warum Lärmschutz so wichtig ist. Denn sowohl im Alltag als auch in der Nacht kann Lärm von drinnen und draußen stören, den Schlaf verschlechtern, die Psyche beeinflussen und langfristig sogar körperliche Beschwerden verursachen.
Mit einem passenden Lärmschutz sorgen Sie für mehr Ruhe in den eigenen vier Wänden, verhindern Stress durch Lärm und verbessern insgesamt die Wohnqualität. Vor allem in Städten wie Köln und Bonn, wo ständig Menschen und Autos auf den Straßen sind und die meisten in einem Mehrparteienhaus Wand an Wand wohnen, zahlt sich ein entsprechender Schutz fast immer aus.
Was ist eigentlich „Lärm“?
Lärm ist vor allem eines: subjektiv. Denn ob etwas zu laut ist, hängt vom eigenen Empfinden ab. Genau so wird Lärm auch definiert: als störend empfundenes Gewirr von lauten Geräuschen oder Schall. Auch wenn sich Lärm als Schalldruckpegel in Dezibel (dB) messen lässt, bleibt der Pegel also eine subjektive Wahrnehmung.
Trotz subjektivem Empfinden gibt es festgelegte Grenzwerte je nach Tageszeit:
- Tagsüber (von 6 bis 22 Uhr): maximal 55 bis 65 dB
- Nachts (von 22 bis 6 Uhr): maximal 35 bis 45 dB
Die meisten Menschen empfinden Geräusche ab 55 dB als Belästigung. Im Vergleich dazu: Baustellenlärm liegt bei 90 bis 100 dB, die Geräusche einer Waschmaschine bei 73 bis 76 dB.
Und warum dringt Lärm so oft durch?
Während sich Luftschall – also z. B. Gespräche und Musik – über Wände und Bauteile überträgt, wandert Körperschall (z. B. Schritte) über feste Materialien. Ist ein ausreichender Schallschutz vorhanden, stellt der Lärm meist keine Probleme dar. Fehlt er, sind Geräusche aus der Nachbarschaft oft klar und deutlich hörbar.
Typische Schwachstellen im Gebäude sind:
- undichte Rohrleitungen
- dünne Trockenbauwände
- fehlender oder alter Estrich
- schallleitende Materialien (z. B. Fliesen oder Glas)
- falsch montierte Dämmungen (Schallbrücken)
Die gute Nachricht: Auch wenn die Ursache für den Lärm meist nur mit Baumaßnahmen beseitigt werden kann, gibt es Möglichkeiten, den Lärmschutz in den eigenen vier Wänden kurzfristig zu verbessern.
Kurzfristige Lärmschutzmaßnahmen
Fenster und Türen optimieren
Kommt der Lärm vor allem von draußen, kann es sich lohnen, die Fenster zu optimieren. Oft reicht es, die Dichtungen zu erneuern und/oder schalldämmende Vorhänge aufzuhängen.
Bei Türen lohnen sich zudem Zugluft-Stopper: Die halten nicht nur die Kälte aus der Wohnung fern. Sie sorgen auch dafür, dass der Lärm nicht eindringen kann.
Schallschutzobjekte aufstellen
Polstermöbel, Pflanzen, Akustikbilder und vor allem Teppiche und Vorhänge schlucken Lärm. Sie sind besonders in großen, leeren Räumen sinnvoll, um den Lärm einzudämmen.
Und auch Raumtrenner helfen dabei, den Schall zu verstreuen. Es gibt dabei auch Modelle, die extra für den Lärmschutz entwickelt wurden.
Langfristige Lärmschutzmaßnahmen
Fenster austauschen
Reicht es nicht aus, die Dichtung zu erneuern, können Sie darüber nachdenken, Ihre Fenster auszutauschen. Schallschutzfenster kosten zwischen 500 und 1.000 Euro pro Fenster – je nachdem, in welcher Schutzklasse sie liegen.
Gewusst: Die Schalldämmung von Fenstern wird in sechs Klassen eingeteilt. Klasse 1 ist die niedrigste und dämmt ruhigen Verkehr in Wohngebieten. Klasse 6 schützt vor Lärm von Schnellstraßen und sogar Flugtrassen – ist also deutlich effektiver.
Rollläden installieren
Eine ebenfalls effektive Maßnahme sind Rollläden. Sie sind in der Regel weniger kostenintensiv als zum Beispiel Fenster, helfen aber, in der Nacht in Ruhe zu schlafen. Außerdem sind sie ein effektiver Einbruchschutz – vor allem in den unteren Etagen.
Innenwände, Fassade und Decke dämmen
Eine Schalldämmung der Innenwände, der Decke sowie der Fassade verhindert, dass sich der Schall im Gebäude ausbreiten kann.
Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Vorsatzschalen (80 bis 150 € pro m²): verkleinern den Wohnraum, sorgen aber für besseren Schallschutz und eine bessere Wärmeisolierung.
- Akustikplatten (50 bis 100 € pro m²): absorbieren Schall im Raum und verbessern vor allem die Raumakustik durch weniger Nachhall.
- Abhangdecken (100 bis 200 € pro m²): verringern die Schallübertragung nach oben und wirken gleichzeitig schallreduzierend.
- Schallabsorber (70 bis 150 € pro m²): minimieren störende Geräusche und sorgen für eine angenehmere Akustik.
Türen austauschen
Auch Ihre Türen können in Sachen Schallschutz eine Schwachstelle sein, weshalb sich eine Erneuerung lohnen kann. Am besten ist es, wenn Sie auf spezielle Modelle setzen. Genau wie bei Fenstern wird die Schalldämmung in drei Klassen unterteilt: Klasse 1 schützt vor Schall bis zu 32 dB, Klasse 3 hält bis zu 42 dB ab.
Trittschalldämmung verlegen
Eine Trittschalldämmung ist bei Parkett, Laminat, Fliesen oder Vinyl relevant. Denn ohne diese Dämmung würden die jeweiligen Bodenbeläge den Schall direkt an den Fußboden weitergeben. Und das wäre vor allem in Mehrfamilienhäusern ein Problem. Eine Trittschalldämmung dämmt den Schall ein und sorgt insgesamt für mehr Ruhe.
Garten vor Lärm abschirmen
Auch im eigenen Garten können Sie für Lärmschutz sorgen. Am besten geht das mit Lärmschutzwänden aus Holz, Beton, Ziegel oder Kunststoff. Sie halten den Lärm ab und bieten zudem ausreichend Sichtschutz.
Wer einen großen Garten hat, kann auch über Erdwälle nachdenken: Sie sind eine wirksame und natürliche Möglichkeit, den Lärm von außen zu reduzieren.