1. Haus Fühlingen
Mögt ihr Haunted House Movies? Dieser lange verlassene ehemalige Gutshof aus dem 19. Jahrhundert bietet reichlich Stoff für Mythisches und Gruseliges. Deshalb ist das von 1884 bis 1888 gebaute Haus Fühlingen (bzw. Villa Oppenheim) auch als „Geistervilla“ bekannt und ein beliebtes Motiv für Urbex-Fotografie.
Die Geschichte des Gebäudes: ereignisreich und teils ziemlich erschütternd. Nach den Plänen des Bankiers Eduard Freiherr von Oppenheim baute man hier zunächst ein Gestüt samt Rennbahn und das beeindruckende Gutshaus, bevor das Anwesen 1907 wieder veräußert wurde.
Die nächsten historischen Spuren finden sich 1943, als die Villa – nun im Nazi-Besitz – als Zwangsarbeiter-Unterkunft genutzt wurde. Einer dieser Arbeiter, Edward Margol, wurde ohne Gerichtsverhandlung durch die Gestapo in der Nähe des Gebäudes ermordet: Es gab Gerüchte und – offenbar falsche – Behauptungen, er habe sich der Tochter des damaligen Besitzers der Villa zu sehr angenähert.
Im Jahre 1962 folgte dann der nächste Todesfall in der Geisterhaus-Historie, als sich der damalige Besitzer und ehemalige NS-Richter Gerhard van Kempen in der Silvesternacht im zweiten Stock erhängt haben soll. Dessen Gattin Alice bewohnte das Anwesen noch lange alleine. Aber seit ihrem Tod im Jahr 2000 ist das Haus unbewohnt, baufällig und an unterschiedlichen Stellen einsturzgefährdet oder schon eingestürzt.
Deshalb, liebe Geisterjägerinnen und -jäger, ist das Betreten von Haus und Gelände auch verboten!