Scribble mit Kölsch-Gläsern

Achtung, spooky: 8 Lost Places in der Region KölnBonn

Leere Lagerhallen, rostige Ruinen, verfallene Villen. Klingt nach Locations aus Videospielen und Gruselfilmen? Stimmt, aber auch im Real Life gibt’s verlassene Orte. Und die erzählen Wahres (und nicht ganz so Wahres) aus alten Zeiten. Neugierig? Hier gibt’s Spooky Spots und Lost Places in der Nähe für euch.

Scribble mit Kölsch-Gläsern

Was sind Lost Places?

Was haben verlassene Bahnhöfe und Stellwerke, stillgelegte Fabriken und Industrieanlagen, aufgegebene Krankenhäuser und Sanatorien, leerstehende Villen und Gutshöfe, ungenutzte Bunker und militärische Anlagen sowie geschlossene Freizeitparks oder Sportstätten gemeinsam?

Ganz einfach: Es handelt sich dabei um sogenannte Lost Places (ein Begriff aus der Urban-Exploration-Szene, kurz: Urbex): also Gebäude oder ganze Areale, die nicht mehr genutzt werden und deshalb nach und nach verfallen.

Das Besondere: Solche verlassenen Orte verbreiten aufgrund ihrer Leere und Stille, zurückgelassener Gegenstände sowie des sichtbaren Verfalls eine ziemlich spezielle Atmosphäre: und bieten teils sogar nen echten Grusel-Faktor. Und genau das zieht Urban Explorer, Fotografie-Fans und Geschichtsinteressierte an. Sie gehen in und an den verwitterten Bauwerken auf Spurensuche. Denn die Lost Places bieten oft einzigartige Einblicke in gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen, technologischen Wandel und längst vergangene Zeiten.

Aber seid gewarnt: Über einige dieser Orte hört und liest man nicht selten ne Menge Mysteriöses, Geheimnisvolles und Unheimliches.

Rechtliches vorweg: Betreten auf eigene Gefahr!

Gleich mal eine Warnung vorab: Lost Places sind nicht nur schaurig-schön, sondern bergen oft auch gewisse Gefahren. Bevor ihr also ein solches Abenteuer wagt, solltet ihr unbedingt die rechtlichen und sicherheitsrelevanten Aspekte kennen. Denn: Viele verlassene Orte befinden sich auf privatem Grund oder sind aus Sicherheitsgründen (z. B. Einsturzgefahr) gesperrt.

  • Hausfriedensbruch: Betritt man Lost Places ohne ausdrückliche Genehmigung der Eigentümerinnen oder Eigentümer, kann den Tatbestand des Hausfriedensbruchs nach § 123 StGB erfüllen. Das gilt übrigens auch dann, wenn keine Zäune oder Schilder auf ein Betretungsverbot hinweisen. Wird man bei unbefugtem Zutritt erwischt, riskiert man ein Strafverfahren – und damit auch zivilrechtliche Konsequenzen wie Schadensersatzforderungen.
  • Sicherheitsrisiken: Ganz ehrlich Leute: safety first – und zwar immer! Verlassene Gebäude sind nämlich oft einsturzgefährdet, haben morsche Böden, instabile Decken oder lockere Dachziegel. Auch herumliegende Scherben, rostige Nägel, Asbest und andere Gefahrenstoffe sind ernsthafte Gesundheitsrisiken. Wer sich dennoch in solche Bauwerke begibt, tut dies auf eigene Gefahr und trägt die volle Verantwortung für mögliche Unfälle.
  • Respekt und Verantwortung: „Take nothing but pictures, leave nothing but footprints“ („Nehmt nichts mit außer (eure eigenen) Fotos, hinterlasst nichts außer Fußspuren“) lautet das Motto der Urban-Exploration-Community. Heißt: Bitte keine Gegenstände entwenden und nichts beschädigen. Auch Vandalismus und Graffiti sind ein klares No-Go. Stattdessen ist Respekt vor dem Ort und dessen Geschichte angesagt.
Scribble mit Glühbirne

Hinweis in eigener Sache

Für jede Recherche, Aufnahme oder Begehung gilt: Respekt vor Eigentum, Sicherheit und geltenden Vorschriften geht immer vor! Unser Beitrag dient der Information und Inspiration und ist in keinster Weise eine Aufforderung zum Betreten verbotener Bereiche.

1. Haus Fühlingen

Mögt ihr Haunted House Movies? Dieser lange verlassene ehemalige Gutshof aus dem 19. Jahrhundert bietet reichlich Stoff für Mythisches und Gruseliges. Deshalb ist das von 1884 bis 1888 gebaute Haus Fühlingen (bzw. Villa Oppenheim) auch als „Geistervilla“ bekannt und ein beliebtes Motiv für Urbex-Fotografie.

Die Geschichte des Gebäudes: ereignisreich und teils ziemlich erschütternd. Nach den Plänen des Bankiers Eduard Freiherr von Oppenheim baute man hier zunächst ein Gestüt samt Rennbahn und das beeindruckende Gutshaus, bevor das Anwesen 1907 wieder veräußert wurde.

Die nächsten historischen Spuren finden sich 1943, als die Villa – nun im Nazi-Besitz – als Zwangsarbeiter-Unterkunft genutzt wurde. Einer dieser Arbeiter, Edward Margol, wurde ohne Gerichtsverhandlung durch die Gestapo in der Nähe des Gebäudes ermordet: Es gab Gerüchte und – offenbar falsche – Behauptungen, er habe sich der Tochter des damaligen Besitzers der Villa zu sehr angenähert.

Im Jahre 1962 folgte dann der nächste Todesfall in der Geisterhaus-Historie, als sich der damalige Besitzer und ehemalige NS-Richter Gerhard van Kempen in der Silvesternacht im zweiten Stock erhängt haben soll. Dessen Gattin Alice bewohnte das Anwesen noch lange alleine. Aber seit ihrem Tod im Jahr 2000 ist das Haus unbewohnt, baufällig und an unterschiedlichen Stellen einsturzgefährdet oder schon eingestürzt.

Deshalb, liebe Geisterjägerinnen und -jäger, ist das Betreten von Haus und Gelände auch verboten!

2. Bahnbetriebswerk Köln-Nippes

Ein großer Backsteinkomplex mit verwaister Wartungshalle für Züge, von Rost übersäte Gleise und leerstehende Werkstätte: Dieser verlassene Ort vermittelt Industrial-Feeling und versprüht den verstaubten Charme einer goldenen Eisenbahn-Ära. Die Rede ist vom 1914 erbauten Bahnbetriebswerk Köln-Nippes, wo sich noch ein paar besondere Relikte aus der guten alten Zeit der Dampflokomotiven befinden – wie z. B. die Bekohlungsanlage. Die Location ist übrigens Heimat des Rheinische Industriebahn-Museum e. V. (RIM) in Köln-Bilderstöckchen. Besuche und Betriebstage sind allerdings laut Webseite und Facebook seit Jahren nicht möglich. Offenbar ist das Gelände mittlerweile also wirklich ein etwas undurchsichtiger Lost Place.

3. Annaberger Tunnel

Ein ungewöhnlicher Tunnelbau im Wald, dessen ursprüngliche Zwecke lange rätselhaft blieben – bei so nem mystischen Ort kommen doch wirklich Stranger-Things-Vibes auf, oder? Die Story des rund 50 Meter langen Annaberger Tunnel in Bonn-Friesdorf: Einst baute der Friesdorfer Bauunternehmer Henseler seine Villa auf dem darüber liegenden Berg. Die Bevölkerung sollte aber weiterhin die Möglichkeit haben in den Wald zu gehen. Also legte Henseler die Unterführung an, die gleichzeitig als solides Fundament für sein Haus diente. Diese praktische (und nicht militärische) Funktion ist also ein bisschen weniger spektakulär als die vielen Vermutungen über Bunker, Abwasserkanäle oder andere Geheimnisse.

Trotzdem zieht dieser verlassene Ort Neugierige, Urbex-Interessierte und Wander-Fans an. Kein Wunder, schließlich kann man den Tunnel heutzutage legal und ohne besondere Genehmigung betreten. Aber Vorsicht: Dort könnte es rutschig und an manchen Stellen ziemlich dunkel sein!

4. Stadion Weidenpescher Park

Eine der ältesten Fußballtribünen Deutschlands und Drehort für den Film „Das Wunder von Bern“ (2003) – habt ihr Lust auf nen Lost Place mit echtem Kultfaktor? Der mittlerweile verlassene Weidenpescher Park bot Platz für etwa 16.000 Zuschauer und war früher Schauplatz vieler großer Matches. Hier trug der VfL Köln 1899 (mittlerweile 1. FSV Köln 1899) bis 2002 seine Heimspiele aus. Zudem war das Stadion zweimal Austragungsort der Finalspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft (1905 und 1910).

5. KHD-Hallen

Vielen Filmen mit Grusel-Touch sei Dank: Orte wie die Industrieruinen des ehemaligen Klöckner-Humboldt-Deutz-Standorts (heute Deutz AG) mitten in Köln wirken immer ein bisschen einschüchternd. Zwar hat man einige Bereiche des Areals mittlerweile saniert, dafür sind andere verlassene Teile aber immer noch ziemlich geheimnisvoll.

Übrigens handelte es sich um einen extrem wichtigen Kölner Standort während der Industrialisierung: Denn man begann dort im 19. Jahrhundert Viertaktmotoren zu produzieren.

Aber hey: Take care! Einige Hallen sind baufällig oder sogar gesperrt. Gutachter schließen nämlich einen möglichen Einsturz bestimmter Gebäude nicht aus. Heißt: Die Zukunft dieses Lost Place ist ziemlich ungewiss. Allerdings hat das Areal trotz seines Verfalls einen hohen Identitätswert für den Stadtteil Kalk: Das ist auch der Grund für Denkmal- und Erhaltungsdebatten rund um diese verlassene Location.

6. Alte Ziegelei in Sankt Augustin

Teils überwucherte Backsteinmauern, marode Bauten, verlassene Produktionshallen: Die Alte Ziegelei ist ein Paradebeispiel für eine creepy Videospiel-Location. Gegründet 1841 als Zeche Plato und ab 1926 als Pleistalwerk Heinrich Startz KG bekannt, fertigte man hier u. a. Steine, Dachziegel und Tonröhren. 1971 stellte man die Produktion allerdings ein und in den 1990er Jahren endete die Nutzung des Geländes endgültig. Seitdem verfällt das Gelände nach und nach.

Hinweis für alle Abenteuersuchenden und Fotografie-Fans: Die Gebäude sind offenbar akut einsturzgefährdet und auch Wasserbecken sowie ehemalige Produktionsanlagen gelten als Gefahrenquellen. Deshalb dürft ihr diese Industrieruine auch nicht betreten.

7. Güterbahnhof Köln-Gereon

Kleiner Hinweis vorab: Dieser Lost Place ist heutzutage eher ne Busy Location. Doch der Reihe nach: Der im 19. Jahrhundert gebaute imposante Central-Güterbahnhof Gereon spielte lange Zeit eine entscheidende Rolle für den Kölner Stückgutverkehr. In den 1980er Jahren wurde der Betrieb allerdings nach und nach vollständig eingestellt, weshalb das Gelände zeitweise brachlag. Und in den 1990ern gestaltete man das Areal dann in den belebten Mediapark um.

Trotzdem gibt‘s auch heute noch einige Überbleibsel dieses historischen Ortes zu bestaunen: z. B. ein altes Stellwerk oder die Güterschuppen-Ruinen im Mediapark-See. Außerdem steht an der Maybachstraße das zwischen 1891 und 1897 erbaute ehemalige Verwaltungsgebäude des Güterbahnhofs. In diesem befindet sich heutzutage übrigens das Filmhaus Köln.

8. Gut Melb

Eingebettet im Melbtal, umgeben von großen Grün- und Waldflächen findet ihr einen beachtlichen Gebäudekomplex: Herrenhaus, Wirtschaftsbauten, Scheunen und Stallungen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Wir stellen vor: Die Hofanlage Gut Melb im Bonner Ortsteil Venusberg. Wo einst zahlreiche Menschen lebten und arbeiteten, ist es seit 2016 ziemlich ruhig geworden. Seitdem ist das Gelände, das zuletzt dem Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Bonner Uni als Standort diente, nämlich verlassen. Die Folge: Die denkmalgeschützten Gebäude verlieren immer mehr an Bausubstanz und verfallen – ne klassische Lost-Place-Story also.

Der „Gut Melb Initiative e. V.“ möchte den Spot allerdings wieder mit Leben füllen: Plänen zufolge will man dort einen Ort mit nachhaltiger Landwirtschaft, Kultur- und Bildungsangeboten schaffen –  und den Verfall dieses eindrucksvollen Relikts vergangener Tage damit stoppen

9. Geheimer U-Bahnhof-Deutz

Im Rahmen des U-Bahn-Ausbaus der Stadt Köln wurde in den 1980er-Jahren die Haltestelle Bahnhof Deutz/LANXESS Arena für die Linien 1 und 9 angelegt. Neben den beiden U-Bahn-Linien halten dort auch die Linien 3 und 4 überirdisch, doch dies war zu diesem Zeitpunkt nur als vorübergehende Lösung angedacht. Die Idee war damals eine attraktivere Gestaltung durch eine U-Bahn-Lösung der Linien 3 und 4 in diesem Bereich. Ziel war vor allem die Entlastung des Verkehrs, durch den sich die Bahnen oberirdisch schlängeln.

Der geheime U-Bahnhof von innen

Die riesige Halle ist von Säulen durchzogen, es sind Spuren für ein Gleisbett angelegt, und es lässt sich erahnen, wo Bahnsteige oder Rolltreppen ihren Platz finden könnten. Doch alles steht leer und wurde nie ausgebaut.

Auch als Veranstaltungsort kann der U-Bahnhof nicht genutzt werden. Schon häufiger gingen beim Kölner Amt für Brücken, Tunnel und Stadtplanung Anfragen zur Nutzung des „vergessenen“ Bahnhofs als Eventlocation ein. Doch Veranstaltungen scheiterten an genehmigungsrechtlichen Auflagen und der finanziellen Machbarkeit. Und so bleibt der geheime U-Bahnhof von Köln vermutlich weiterhin leer und wird nur alle drei Monate bei Kontrollgängen betreten.

 Junge Leute unterwegs zu einer Kulturveranstaltung

Kultur pur in Köln und Bonn: Coole Spots und Events

Köln und Bonn sind in jeder Hinsicht aktuell – auch kulturell! In beiden Städten erwarten dich ne Menge Kunst, Kaberett, Kino, Konzerte und Comedy – auch abseits von den bekannten Orten. Erfahre hier mehr!

Weiterlesen

 Streetartkünstlerin bei der Arbeit

Outdoor-Kunst & Wandbilder – Street Art in KölnBonn

Ob Ausstellung oder Freifläche: Das Rheinland liebt Straßenkunst, welche seit den 70ern in vielen Städten die Wände schmückt. Auch in Köln und Bonn ist sie angesagt. Neugierig? Wir haben coole Spots für deine Streetart-Tour.

Weiterlesen

 Kiosk Tour in Köln

Büdchenliebe to go: Coole Kölsch‑Touren quer durch Köln

Ein kühles Kölsch am Büdchen, ein kurzer Schnack mit der Nachbarschaft, danach weiter ins nächste Veedel – genau so fühlt sich Köln an. Wir haben für euch lebendige Routen zusammengestellt, mit denen ihr die Kiosk‑Kultur der Stadt ganz entspannt entdeckt.

Weiterlesen

Das könnte Sie auch interessieren

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2022/06/paar-planung-sanierung.jpg
Haus bauen oder doch lieber kaufen?

Sie träumen von einem Eigenheim? Wissen aber nicht, ob Sie neu bauen oder doch lieber einen Altbau kaufen und sanieren…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/02/Headerbild_Digitales-Zahlungsmanagement.jpg
Wie Sie Ihr Zahlungsmanagement digitalisieren und langfristig profitieren

Nicht nur für große Unternehmen lohnt sich digitales Zahlungsmanagement. Auch mittelständische Betriebe profitieren von automatisierten Abläufen und einem digitalen Zahlungsverkehr.

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/02/Headerbild_Fixkosten.jpg
Wie Sie Ihre Fixkosten im Griff behalten – und spürbar senken

Hand aufs Herz: Wissen Sie genau, wie viel Geld Ihnen jeden Monat wirklich zur Verfügung steht? Nein? Dann ist das…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/01/AdobeStock_231592109.jpeg
Freies Theater in KölnBonn: kulturell, experimentell, aktuell

Um richtig Theater zu machen, braucht’s keine großen Bühnen. Das beweist die Off-Theater-Szene mit ihrem vielseitigen Programm. Wir verraten euch,…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2023/12/Immobilienkauf-1.jpg
Wie der Immobilienkauf in Köln und Bonn gelingt

Sie wünschen sich ein Eigenheim? Ein Ort zum Wohlfühlen und Ankommen? Wir zeigen Ihnen, wie der Immobilienkauf in Köln, Bonn…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2023/02/fischessen-aschermittwoch.jpg
Hering statt Hangover: Fischessen am Aschermittwoch in KölnBonn

Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei. Nur der Kater bleibt – und der Heißhunger auf etwas Salziges. Denn wer an…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2025/01/Karneval_Beitragsbild-1.jpg
Rheinland Alaaf! Jecke Karnevalskneipen in KölnBonn

Kreative Kostüme, kalte Drinks, heiße Karnevalsrhythmen: Jecksein ist im Rheinischen Programm. Ihr mögt’s authentisch und traditionell? Dann feiert Fastelovend doch…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2024/10/Kaufen-oder-Mieten-1-e1764058974265.jpg
Worauf es beim Kaufvertrag von Immobilien ankommt

Sie möchten eine Immobilie kaufen oder verkaufen und fragen sich, welche Klauseln der Kaufvertrag enthalten sollte? Wir zeigen Ihnen, wie…