Scribble mit Geldmünzen

Was ist eine Anlagestrategie? Und wie finde ich eine, die zu mir passt?

Eine Anlagestrategie ist ein gut durchdachter Plan für Ihre Investments. Er schützt Sie vor emotionalen Fehlentscheidungen und gibt den Weg für einen langfristigen Vermögensaufbau vor. Sie lohnt sich für alle Geldanlegerinnen und -anleger. Egal, ob sie gerade erst anfangen oder schon das erste Geld investiert haben.

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Eine Kletterwand symbolisiert die Anlagestrategie

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Anlagestrategie ist ein Plan, der festlegt, wie Sie Ihr Geld anlegen. Er schützt vor spontanen, emotionalen Entscheidungen.

  • Basis für diesen Plan sind Ihre Ziele, Ihr Zeithorizont und Ihr Risikoprofil.

  • Auch das Thema Diversifikation spielt in jeder Anlagestrategie eine Rolle. Denn mit ihr lassen sich Risiken minimieren.

  • Es gibt sowohl passive als auch aktive Strategien: Aktive Anlagestrategien sind zeitintensiv. Sie verursachen höhere Kosten und erfordern Vorwissen. Passive Strategien sind dagegen günstiger und zeitsparender.

  • Steht Ihre Anlagestrategie einmal fest, sollten Sie sie am besten jährlich überprüfen und an Ihre Lebensumstände anpassen.

Was ist eine Anlagestrategie?

Eine Anlagestrategie ist vereinfacht gesagt ein durchdachter Plan, der vorgibt, wie Sie Ihr Geld anlegen – unabhängig von aktuellen Marktentwicklungen und unabhängig von Ihren individuellen Emotionen. Denn mit einer Anlagestrategie legen Sie fest, welche Anlageziele Sie verfolgen, wie lange Sie investieren, welches Risiko Sie eingehen und in welche Produkte Sie investieren möchten.

Jede Anlagestrategie enthält im Idealfall folgende Bausteine, die aufeinander abgestimmt sind und zu Ihrer persönlichen Situation passen:

  • Anlageziel: Wofür möchten Sie die Geldanlage nutzen? Für Ihre Altersvorsorge, den Kauf einer Immobilie oder Ihre finanzielle Unabhängigkeit?
  • Anlagehorizont: Wann benötigen Sie das angelegte Geld?
  • Risikobereitschaft: Wie bereit sind Sie, Wertschwankungen oder Verluste in Kauf zu nehmen, um potenzielle Chancen zu nutzen?
  • Auswahl an Anlageklassen: Möchten Sie in Aktien, Anleihen, Fonds oder speziell in ETFs investieren? Oder wollen Sie Ihr Geld in Immobilien oder andere Anlageprodukte anlegen?

Darum lohnt sich eine Anlagestrategie für alle Anlegerinnen und Anleger

Eine durchdachte Strategie gibt Ihnen Struktur und Orientierung bei allen Anlageentscheidungen. Sie schützt Sie vor emotionalen Fehlentscheidungen, also zum Beispiel einem panischen Verkauf von Aktien, wenn die Kurse fallen, oder einem übereilten Kauf, wenn bestimmte Anlageprodukte gerade gehyped werden.

Außerdem sorgt sie für Disziplin beim Sparen und Investieren. Denn mit einer Anlagestrategie wissen Sie genau, dass und wie viel Sie regelmäßig anlegen, welche Ziele Sie verfolgen und ob Sie auf dem richtigen Weg sind, um diese Ziele zu erreichen. Und genau das motiviert, hilft Ihnen also, weiter zu sparen und zu investieren.

So entwickeln Sie Ihre persönliche Anlagestrategie

Schritt 1: Definieren Sie Ihre Anlageziele

Die Frage ist: Was möchten Sie mit Ihrem Investment erreichen? Typische Ziele sind die Altersvorsorge, der Aufbau von Eigenkapital für eine Immobilie, Rücklagen für Kinder oder ganz allgemein Ihre finanzielle Unabhängigkeit.

Bei der Definition Ihrer Anlageziele gilt: Je konkreter Sie Ihr Ziel formulieren, desto besser. Denn so können Sie Ihre Strategie gezielt darauf ausrichten. Statt „Ich möchte mehr Geld haben“ sollte Ihr Ziel lauten: „Ich möchte in 15 Jahren 50.000 Euro Eigenkapital für eine Immobilie ansparen“ oder „Ich möchte meine gesetzliche Rente um 500 Euro monatlich aufstocken“.

Schritt 2: Legen Sie Ihren Anlagehorizont fest

Ihr Anlagehorizont ist die Zeitspanne, über die Sie Ihr Geld anlegen können, ohne darauf zurückzugreifen. Generell unterscheidet man dabei zwischen:

  • kurzfristig (unter 5 Jahren),
  • mittelfristig (5 bis 10 Jahre) und
  • langfristig (über 10 Jahre).

Diese Zeitspanne beeinflusst, welche Anlageprodukte sinnvoll sind. Als Faustregel gilt: Je länger Ihr Anlagehorizont ist, desto mehr Risiko können Sie eingehen. Denn mit einem langen Anlagezeitraum haben Sie genug Zeit, Verlustphasen auszusitzen und von langfristigen Wertsteigerungen zu profitieren.

Benötigen Sie Ihr Geld also zum Beispiel in drei Jahren für ein neues Auto, sollten Sie eher auf Festgeld oder Tagesgeld und eben nicht auf volatile Aktien setzen. Haben Sie hingegen 20 bis 30 Jahre Zeit, können Sie Kursschwankungen aushalten und so von den langfristig höheren Renditechancen am Aktienmarkt profitieren.

Kleiner Tipp: Es kann sich außerdem lohnen, nicht nur Ihr Hauptziel, sondern auch Zwischenziele sowie mögliche Lebensphasen einfließen zu lassen. Möchten Sie zum Beispiel für Ihre eigene Hochzeit sparen und dafür Geld anlegen? Oder Geld für Ihre Kinder investieren, damit sie zum 18. Lebensjahr ein wenig Startkapital fürs Erwachsenenleben haben? Definieren Sie nicht einfach nur das große Ganze, sondern denken Sie auch in kleinen Schritten.

Schritt 3: Analysieren Sie Ihre finanzielle Situation

Bauen Sie einen Notgroschen auf, bevor Sie Ihr Geld an der Börse anlegen. Im Idealfall haben Sie drei bis sechs Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto angespart. Mit diesem Puffer können Sie unerwartete Ausgaben bezahlen – ohne Ihre Geldanlage eventuell mit Verlust verkaufen zu müssen.

Wenn Sie einen Notgroschen zur Seite gelegt haben, berechnen Sie, wie viel Geld Ihnen monatlich zur Geldanlage zur Verfügung steht. Am einfachsten geht das mit einem Haushaltsrechner.
Ein solcher Rechner macht Ihre Einnahmen und Ausgaben transparent und zeigt, wie viel am Ende des Monats übrig ist, also wie viel Sie letztlich investieren können.

Schritt 4: Bestimmen Sie Ihr Risikoprofil

Ihr Risikoprofil hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Ihr Alter: Je jünger Sie sind, desto länger können Sie Ihr Geld anlegen. Und das bedeutet: Sie können eher auf risikoreiche Anlagen setzen, weil sie Kursschwankungen abwarten können. Andererseits setzen Sie kurz vor der Rente lieber auf risikoarme Anlagen, bei denen das Geld kurzfristig verfügbar ist.
  • Ihre Einkommenssituation: Wer ein stabiles Einkommen hat, also mehr Geld anlegen kann, ist oft risikobereiter und investiert auch in volatile Anlageprodukte.
  • Ihre persönliche Risikobereitschaft: Also die Frage danach, wie viel Risiko Sie eingehen wollen. Seien Sie dabei möglichst ehrlich mit sich selbst: Können Sie Kursschwankungen oder ein Verlustrisiko in Ruhe aushalten? Oder machen Sie solche Veränderungen nervös?
  • Ihre Risikokapazität: Das ist die Frage danach, wie viel Risiko Sie auf Basis Ihrer Lebenssituation wirklich eingehen können.

Ihr Risikoprofil ist also eine Mischung aus all diesen Faktoren. In der Theorie gibt es verschiedene Ausprägungen. In der Praxis unterscheidet man jedoch grob  drei Anlegertypen:

  1. Die konservative Anlegerin bzw. der konservative Anleger legt großen Wert auf Sicherheit und akzeptiert dafür niedrigere Renditen. Er oder sie investiert überwiegend in sichere Anlageformen wie Tagesgeld, Festgeld oder Anleihen mit guter Bonität.
  2. Die ausgewogene Anlegerin bzw. der ausgewogene Anleger setzt auf eine Mischung aus Sicherheit und Renditechancen, zum Beispiel auf ein Portfolio mit 50 bis 60 Prozent Aktien und 40 bis 50 Prozent Anleihen.
  3. Die dynamische Anlegerin bzw. der dynamische Anleger ist bereit, für höhere Renditechancen auch höhere Risiken einzugehen und investiert bis zu 80 oder 100 Prozent in Aktien oder Aktienfonds.

Das magische Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck der Geldanlage macht vor allem eines klar: Es gibt keine Anlageform, die gleichzeitig eine hohe Rendite, absolute Sicherheit und tägliche Verfügbarkeit bietet. Denn wenn an jeder Ecke des Dreiecks eines der Ziele steht, sind immer nur zwei der Ziele erreichbar:

  • Sicherheit und Verfügbarkeit: Ihr Kapital ist zwar vergleichsweise sicher angelegt und leicht verfügbar, dafür haben Sie aber eine vergleichsweise geringe Renditechance.
  • Sicherheit und Rendite: Ihr Kapital ist sicher angelegt und langfristig gebunden. Dafür haben Sie gute Renditechancen.
  • Rendite und Verfügbarkeit: Ihr Kapital ist kurzfristig verfügbar. Sie haben gute Renditechancen, dafür ist die Anlage vergleichsweise unsicher.

 Auf welche Ziele Sie setzen, hängt von Ihrem persönlichen Risikoprofil ab. Seien Sie dabei am besten ehrlich zu sich selbst. Nur so finden Sie eine Anlage, die viele Jahre zu Ihnen passt.

Schritt 5: Wählen Sie Ihre Anlageklassen

Ihr Risikoprofil und Ihr Zeithorizont bestimmen, in welche Anlageklassen Sie am besten investieren. Und genauso wichtig ist die Diversifikation, also eine breite Streuung Ihrer Anlage. Statt Ihr Geld beispielsweise in die Aktien eines einzigen Unternehmens zu investieren, verteilen Sie Ihr Kapital besser in verschiedene Unternehmen, Branchen und Regionen. Denn so gleichen die Gewinne in einem Bereich die Verluste in anderen Bereichen aus. Investieren Sie Ihr Geld nur in ein einziges Unternehmen, besteht die Gefahr, dass Sie Ihr komplettes Investment verlieren, zum Beispiel, wenn das Unternehmen insolvent geht.

Je stärker Sie Ihr Portfolio diversifizieren, desto unabhängiger sind Sie von Veränderungen und Krisen in einem Bereich. Am besten ist dabei eine Diversifikation auf drei Ebenen: 

  1. Nach Anlageklassen: Investieren Sie Ihr Geld idealerweise nicht nur in Aktien, sondern auch in Anleihen, Festgeld, Tagesgeld, Immobilien oder Rohstoffe.
  2. Nach Regionen: Legen Sie Ihr Geld außerdem nicht nur in deutsche oder europäische Unternehmen an, sondern streuen Sie es weltweit – zum Beispiel über einen MSCI World ETF, der über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern abbildet.
  3. Nach Branchen: Fokussieren Sie sich nicht zu stark auf eine einzige Branche, sondern investieren Sie in verschiedene Branchen, die unabhängig voneinander sind.

Investieren Sie also besser zum Beispiel monatlich 40 Euro in einen weltweit streuenden ETF-Sparplan und 10 Euro in einen Anleihen-ETF, statt 50 Euro in drei deutsche Einzelaktien.

Schritt 6: Entscheiden Sie, ob Sie Ihr Geld aktiv oder passiv anlegen möchten

Aktive Geldanlagen bieten die Chance auf eine besonders hohe Rendite. Sie sind aber auch zeitaufwendig, oft teuer und setzen Wissen rund um das Handeln voraus. Passive Geldanlagen sind dagegen günstiger, bieten aber auch weniger Spielraum bei Marktveränderungen.

Aktive Geldanlage

Aktiv anlegen bedeutet, dass Sie Ihre Anlageentscheidungen selbst treffen oder einer Fondsmanagerin oder einem Fondsmanager überlassen, die oder der versucht, besser abzuschneiden als der Markt. Und nicht nur das: Sie wählen Anlageprodukte gezielt aus, kaufen und verkaufen sie und reagieren so auf Marktentwicklungen. All das mit dem Ziel, eine höhere Rendite zu erzielen.

Der große Nachteil, wenn Sie Ihr Geld aktiv anlegen: Die Auswahl und das Umschichten kosten Zeit – auch weil Sie sich intensiv mit den Märkten und Unternehmen beschäftigen müssen. Hinzu kommt: Aktive Geldanlagen sind meist teuer. Bei aktiven Fonds liegen die Verwaltungsgebühren oft bei 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr plus Transaktionskosten und Ausgabeaufschläge.

Passive Geldanlage

Passiv anlegen bedeutet weniger Umschichten. Statt aktiv auf den Markt zu reagieren, kaufen Sie breit gestreute ETFs oder Indexfonds und halten diese langfristig. Sie akzeptieren die Marktrendite und vertrauen darauf, dass die globalen Märkte langfristig wachsen.

Das spart nicht nur Zeit, sondern ist auch günstiger: ETFs kosten oft nur 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Entsprechende Anlageprodukte sind außerdem breit gestreut und damit weniger risikoreich. Zum Beispiel enthält der SPDR MSCI ACWI IMI über 3.000 Aktien aus circa 50 Industrie- und Schwellenländern.

Schritt 7: Wählen Sie eine konkrete Anlagestrategie

Sie kennen Ihre Ziele, Ihren Zeithorizont, Ihr Risikoprofil und haben sich für aktives oder passives Anlegen entschieden. Jetzt kommt es auf die konkrete Anlagestrategie an. Die gängigsten sind:

AnlagestrategieGeeignet für

Buy-and-Hold-Strategie

Langfristig orientierte, geduldige Anlegerinnen und Anleger, die kurzfristige Schwankungen aushalten können und an die langfristige Entwicklung der Märkte glauben. Besonders geeignet für die Altersvorsorge oder andere Ziele mit einem Zeithorizont von 10 Jahren oder mehr.

Value-Strategie

Erfahrene Anlegerinnen und Anleger mit Geduld und der Bereitschaft, intensiv zu recherchieren. Value-Investing erfordert Mut, gegen den Strom zu schwimmen, und die Nerven, auch mal längere Durststrecken auszuhalten.

Growth-Strategie

Risikobereite, dynamische Anlegerinnen und Anleger mit langem Anlagehorizont. Growth-Aktien sind oft sehr volatil: In guten Zeiten können sie stark steigen, in Krisenphasen aber auch überdurchschnittlich fallen. Die Strategie erfordert starke Nerven und die Bereitschaft, auch mal größere Schwankungen auszusitzen.

Dividenden-Strategie

Anlegerinnen und Anleger, die regelmäßige Erträge schätzen, auf Qualitätsunternehmen setzen möchten und bereit sind, dafür auf hohe Kurssteigerungen zu verzichten. Dividenden-Strategien sind besonders bei konservativen bis ausgewogenen Anlegertypen beliebt.

Core-Satellite-Strategie

Ausgewogene Anlegerinnen und Anleger, die die Vorteile passiver und aktiver Strategien kombinieren möchten. Sie profitieren von der Stabilität und niedrigen Kosten des ETF-Kerns und haben gleichzeitig die Möglichkeit, höhere Renditen zu erzielen, ohne das Gesamtportfolio zu gefährden.

Buy-and-Hold-Strategie

Das Prinzip der Buy-and-Hold-Strategie ist einfach: Sie kaufen Wertpapiere – idealerweise breit gestreute ETFs oder Qualitätsaktien – und halten diese über viele Jahre oder Jahrzehnte, unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen.

Sie reagieren also nicht auf Marktnachrichten, verkaufen nicht bei fallenden Kursen und versuchen auch nicht, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Stattdessen vertrauen Sie darauf, dass die Märkte langfristig wachsen.

Value-Strategie

Die Value-Strategie setzt auf unterbewertete Aktien – also Unternehmen, deren Aktienkurs unter ihrem tatsächlichen Wert liegt.

Value-Investorinnen und -Investoren analysieren Unternehmen dafür gründlich anhand fundamentaler Kennzahlen wie Kurs-Buchwert-Verhältnis, Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Eigenkapitalrendite. Sie kaufen Aktien, die der Markt aus verschiedenen Gründen (z. B. aufgrund von temporären Problemen oder fehlender Aufmerksamkeit) zu günstig bewertet, und warten darauf, dass der Markt den wahren Wert erkennt und die Kurse steigen.

Growth-Strategie

Growth-Investorinnen und -Investoren setzen aufWachstumsunternehmen, also Firmen, die überdurchschnittlich stark wachsen und bei denen für die Zukunft weiteres hohes Wachstum erwartet wird. Oft sind das Unternehmen aus den Branchen Technologie, Biotechnologie oder erneuerbare Energien.

Diese Unternehmen sind meist noch nicht profitabel oder zahlen keine Dividenden, weil sie alle Gewinne in weiteres Wachstum investieren. Growth-Anlegerinnen und -Anleger erwarten starke Kurssteigerungen.

Dividenden-Strategie

Bei der Dividenden-Strategie geht es nicht nur um Kurssteigerungen, sondern vor allem um regelmäßige Dividendenausschüttungen. Bei dieser Strategie investieren Sie gezielt in Unternehmen, die einen hohen Anteil ihres Gewinns als Dividende ausschütten. Meist sind das etablierte, profitable Unternehmen mit stabilem Geschäftsmodell. Die Dividenden können Sie entweder als regelmäßiges Einkommen nutzen (z. B. im Ruhestand) oder reinvestieren, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren.

Core-Satellite-Strategie

Bei dieser Strategie kombinieren Sie einen stabilen Kern (Core) mit chancenorientierten Beimischungen (Satellites).

Ihr Kern besteht aus breit gestreuten, kostengünstigen ETFs, z. B. einem MSCI World ETF. Er macht 70 bis 80 Prozent des Portfolios aus, sorgt für Stabilität und bildet die Basis Ihres Vermögensaufbaus. Die restlichen 20 bis 30 Prozent sind Ihre Satelliten, also Geld, das Sie in Einzelaktien, Branchen-ETFs oder andere chancenreiche Investments investieren. Bei diesen Investments setzen Sie auf Trends oder Überzeugungen.

Schritt 8: Setzen Sie Ihre Strategie um

Die Strategie steht. Fehlt nur noch die Umsetzung. Schritt Nummer eins dabei ist ein eigenes Depot, das Sie ganz einfach bei Ihrer Bank oder Sparkasse eröffnen können. Ein solches Depot ist Voraussetzung, damit Sie in Wertpapiere investieren und damit handeln können.

Für die meisten Anlegerinnen und Anleger lohnt sich außerdem ein Sparplan. Damit investieren Sie nicht nur regelmäßig, Sie profitieren auch vom Cost-Average-Effekt: Bei niedrigen Kursen kaufen Sie mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger – langfristig ergibt sich so ein günstiger Durchschnittspreis.

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Schritt 9: Überprüfen Sie Ihre Strategie regelmäßig

Prüfen Sie Ihr Portfolio am besten einmal jährlich und schichten Sie bei Bedarf um, wenn Sie merken, dass sich die ursprüngliche Gewichtung verändert hat. Wenn Ihre Aktien-ETFs zum Beispiel stark gestiegen sind und nun 75 statt 60 Prozent ausmachen, verkaufen Sie einen Teil und investieren in Anleihen.

Passen Sie Ihre Strategie auch an, wenn sich Ihre Lebensumstände grundlegend ändern: Heirat, Kinder, ein Jobwechsel oder Immobilienkauf und auch der näherkommende Renteneintritt verändern das Leben und im besten Fall auch Ihre Anlagestrategie. Denn Ihre Strategie sollte nie in Stein gemeißelt sein, sondern sich mit Ihrem Leben weiterentwickeln.

6 typische Fehler bei einer Anlagestrategie – und wie Sie sie vermeiden

  1. Keine Strategie haben: Der häufigste Fehler ist, gar keine klare Strategie zu verfolgen, sondern spontan und emotional zu handeln. Das Problem: Wer bei steigenden Kursen euphorisch einsteigt und bei fallenden Kursen aus Angst verkauft, macht oft Verluste. Eine klare, verbindliche Strategie schützt vor solchen Fehlern und gibt Ihnen auch in turbulenten Zeiten Orientierung.
  2. Zu wenig Diversifikation: Viele Anlegerinnen und Anleger investieren überwiegend in Vertrautes: deutsche Aktien, einzelne Branchen oder die Aktien des eigenen Arbeitgebers. Dieses Phänomen nennt sich Home Bias. Problematisch ist das, wenn der deutsche Markt oder eine einzelne Branche in die Krise gerät. Denn dann ist Ihr gesamtes Vermögen in Gefahr. Streuen Sie deshalb weltweit über verschiedene Regionen, Branchen und Anlageklassen.
  3. Strategie nicht durchhalten: Gerade in Krisenphasen werden viele Anlegerinnen und Anleger nervös und verkaufen aus Panik. Dabei zeigt die Börsengeschichte: Wer Aktien in Krisenzeiten verkauft, realisiert meist Verluste und verpasst die anschließende Erholung. Rückblickend haben sich die Märkte nach jedem Crash wieder erholt. Wer durchgehalten hat, wurde belohnt. Emotionales Handeln ist hingegen der Feind jeder Strategie.
  4. Kosten unterschätzen: Hohe Gebühren fressen Ihre Rendite. Denn wer bei teuren aktiven Fonds jährlich 2 Prozent Verwaltungsgebühr zahlt, muss diese Kosten zunächst durch Mehrrendite ausgleichen. Hinzu kommen Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent sowie Transaktionskosten, wenn Sie häufig umschichten. Es kann sich daher lohnen, auf kostengünstige Produkte wie ETFs zu setzen und unnötiges Hin und Her im Depot zu vermeiden.
  5. Falsches Risikoprofil: Manche Anlegerinnen und Anleger überschätzen ihre Risikobereitschaft: Sie können nachts nicht mehr schlafen, weil die Kurse regelmäßig sinken. Andere legen ihr Geld zu sicher (z. B. auf einem Sparbuch) an und verlieren durch die Inflation real an Kaufkraft. Finden Sie das richtige Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Renditechancen, das zu Ihrer Persönlichkeit und Lebenssituation passt.
  6. Strategie nie überprüfen: Eine einmal festgelegte Strategie sollte nicht in Stein gemeißelt sein. Sie sollte sich weiterentwickeln – mit Ihren Lebensumständen, mit dem Alter und Ihrer individuellen Situation. Überprüfen Sie Ihre Strategie daher mindestens einmal jährlich.

Fazit: Mehr Plan und Orientierung dank Anlagestrategie

Egal, ob Sie gerade erst anfangen oder schon erste Erfahrungen haben: Eine Anlagestrategie zeigt Ihnen, wie Sie ganz persönlich Ihr Geld am besten investieren und langfristig Vermögen aufbauen. Bevor Sie das ganze Thema zu sehr überdenken: Fangen Sie an – mit einer einfachen Strategie, die sich leicht umsetzen lässt und die Ihnen eine grobe Orientierung für alle Anlageentscheidungen gibt.

Zu viele Anlegerinnen und Anleger warten auf den perfekten Zeitpunkt und verpassen dabei wertvolle Jahre, in denen ihr Geld für sie arbeiten könnte. Dabei ist ein frühzeitiger Start wichtiger als eine perfekt ausgearbeitete Strategie. Denn jede Strategie ist anpassbar.

Und wer sich bei all dem unsicher ist, kann sich auch einfach individuell beraten lassen. Die Expertinnen und Experten der Sparkasse KölnBonn entwickeln gerne mit Ihnen eine individuelle Vermögensstruktur, die zu Ihrer Lebenssituation und Ihren Zielen passt.

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