Wie finden Unternehmen und Startup zusammen? Und wie wird die Kooperation vorbereitet?
Für eine Kooperation müssen beide Seiten aktiv werden, allerdings auf unterschiedliche Weise.
Als Unternehmen den passenden Partner finden
- Intern Klarheit schaffen
Die Frage, die sich Unternehmen am Anfang stellen sollten: Was soll die Kooperation konkret bringen? Am besten ist es, wenn Sie dazu einen Use Case definieren, klare Erfolgskriterien festlegen und eine Person bestimmen, die Verantwortung für die Kooperation übernimmt. Denn die meisten Kooperationen scheitern nicht an der Idee, sondern daran, dass sich niemand verantwortlich fühlt. Auch die Finanzierung sollte in diesem Schritt im besten Fall geklärt werden, es sollte also ein Pilotbudget zur Verfügung stehen.
- Sichtbar werden
Messen, Startup-Events und Netzwerktreffen sind ein guter Ort, um von Startups als attraktiver Partner wahrgenommen zu werden. Beschäftigen Sie sich dazu am besten auch mit der Sprache des Startups: Wer Begriffe wie MVP, Pivot und Traction einordnen kann, wirkt als Partner deutlich attraktiver.
- Startups gezielt suchen und auswählen
Beobachten Sie die Szene aktiv, zum Beispiel über LinkedIn, Accelerator-Demos und lokale Netzwerke. Ein kurzer Fit-Check von 30 bis 45 Minuten reicht oft aus, um zu entscheiden, ob das Startup für ein Pilotprojekt in Frage kommt. Aus diesem ersten Check erstellen Sie am besten eine kurze Liste mit zwei bis drei geeigneten Kandidaten. Aufwendigere Checks sind für den Anfang meist ein Overkill.
- Pilot sauber aufsetzen
Nehmen Sie sich circa sechs bis zwölf Wochen Zeit, um einen schlanken Vertrag mit klaren Rollen, Meilensteinen und Abbruchkriterien aufzusetzen.
- Skalierung vorbereiten
Wenn der Pilot überzeugt, braucht es eine interne Fast Lane für Einkauf, IT-Freigaben und Verantwortlichkeiten. Am besten ist es, wenn Sie auch diesen Teil von Anfang an vorbereiten.
Als Startup den richtigen Einstieg finden
- Die andere Welt kennenlernen
Unternehmen ticken oft anders: Entscheidungen dauern länger, Prozesse sind formaler, Hierarchien ausgeprägter. Wer das weiß und akzeptiert, geht meist mit realistischeren Erwartungen in die Zusammenarbeit.
- Das Angebot pilot-ready machen
Am besten ist ein klares Standardpaket mit Umfang, Dauer, Preis, benötigten IT-Zugängen und verlässlichen Aussagen zu Datenschutz und Security. Verzichten Sie auf Tech-Jargon und nutzen Sie stattdessen die Sprache des Unternehmens. Finden Sie also idealerweise eine Ansprache, die das Problem des Unternehmens beschreibt und Ihren Mehrwert aufzeigt.
- Den richtigen Ansprechpartner finden
Suchen Sie sich zwei Personen: eine, die das Problem wirklich hat und eine, die es freigeben kann. Klären Sie frühzeitig, wer den Vertrag unterschreibt und welche internen Hürden es geben könnte.
- Den Pilot entscheidbar machen
Fangen Sie klein an, zum Beispiel mit KPIs, die für das Unternehmen zählen. Setzen Sie sich einen Zeitplan (zum Beispiel acht Wochen) und definieren Sie klare Go- beziehungsweise No-Go-Kriterien. Wenn möglich, lassen Sie sich das Pilot-Projekt bezahlen. Unbezahlte Projekte landen schnell auf der Nice-to-have-Liste. Bezahlten Projekten wird dagegen meist mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
- Nach dem Pilot: Anschluss sichern
Klären Sie am besten schon beim Start des Projekts, wie ein Rollout aussehen würde und bereiten Sie die Fortführung des Projekts so gut wie möglich vor. Dokumentieren Sie dazu die Ergebnisse so, dass das Unternehmen mit den Ausführungen intern für die Fortsetzung werben kann. Und ganz wichtig: Bringen Sie für diesen letzten Schritt etwas Geduld mit. Entscheidungsprozesse im Mittelstand brauchen gewöhnlich ihre Zeit.