Bausparverträge sind oft eine sinnvolle Ergänzung
In manchen Fällen kann auch ein Bausparvertrag zur Zinssicherung sinnvoll sein. Er ersetzt zwar nicht die klassische Anschlussfinanzierung, kann aber eine zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit sein.
Denn so besparen Sie während Ihrer laufenden Finanzierung mit einem Teil der Darlehensrate auch den jeweiligen Bausparvertrag. Dessen Darlehen kann dann bei Ablauf der Zinsbindung eingesetzt werden.
Die Vorteile:
- Der Zinssatz ist schon beim Abschluss garantiert. Das bietet Planungssicherheit.
- Sondertilgungen sind kostenlos möglich.
- Sie können staatliche Förderungen nutzen (z. B. die Wohnungsbauprämie).
Möglicher Nachteil: Je nach Entwicklung des Zinsniveaus kann eine reguläre Anschlussfinanzierung günstiger sein.
Ein Beispiel aus der Region
Yunes und Julia haben vor zehn Jahren eine Eigentumswohnung in Bonn-Beuel für 380.000 Euro gekauft. Sie haben damals 80.000 Euro Eigenkapital eingebracht und 300.000 Euro finanziert. Nach zehn Jahren Zinsbindung mit einer anfänglichen Tilgung von 2 Prozent beträgt ihre Restschuld noch rund 230.000 Euro. Die Wohnung hat in der Zwischenzeit an Wert gewonnen und wird heute mit etwa 430.000 Euro bewertet. Der Beleihungsauslauf liegt damit bei rund 53,5 Prozent.
Die beiden stehen nun vor der Frage: Prolongation oder Umschuldung?
Option A – Prolongation: Ihre bisherige Bank bietet Ihnen eine Weiterfinanzierung an. Die Abwicklung ist unkompliziert, weil der Papierkram entfällt. Allerdings enthält das Angebot keinen Hinweis darauf, dass der gestiegene Immobilienwert in die Bewertung eingeflossen ist.
Option B – Umschuldung: Yunes und Julia holen zwei weitere Angebote ein. Eine andere Bank bewertet Ihre Wohnung neu, erkennt den verbesserten Beleihungsauslauf an und bietet günstigere Konditionen. Der Zinsunterschied wirkt auf den ersten Blick klein, allerdings macht er bei der Restschuld von 230.000 Euro über zehn Jahre einen spürbaren Betrag aus. Dazu kommen allerdings einmalige Kosten für die Grundschuldübertragung von rund 230 bis 460 Euro. Insgesamt lohnt sich die Umschuldung dennoch für die beiden.
Was sie außerdem überlegen: Da beide inzwischen beruflich gut aufgestellt sind, erhöhen sie die Tilgung leicht. Das erhöht zwar die monatliche Rate minimal, verkürzt aber auch die Gesamtlaufzeit deutlich und spart so Zinsen. Zusätzlich vereinbaren sie ein jährliches Sondertilgungsrecht von fünf Prozent der Darlehenssumme, damit sie noch schneller schuldenfrei sind.