Ist der Angebotspreis überhaupt verhandelbar?
In der Regel ja. Denn Angebotspreise sind selten in Stein gemeißelt, sondern eher ein Anhaltspunkt. Wie viel Spielraum Sie tatsächlich haben, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab.
Einflussfaktor 1: Der Markt
In einem sogenannten Verkäufermarkt – also wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt – haben Verkäuferinnen und Verkäufer die stärkere Position. Und das bedeutet: Größere Preisnachlässe sind eher unrealistisch – vor allem dann, wenn mehrere Käuferinnen und Käufer ein Gebot abgeben.
In einem Käufermarkt – also wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt – sieht das wiederum anders aus: Hier haben Sie als Käuferin oder Käufer eine realistische Chance, den Preis zu verhandeln.
Einflussfaktor 2: Immobilienart
Bei Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften oder Reihenhäusern ist der Spielraum tendenziell etwas größer als bei Wohnungen. Der höhere Kaufpreis und der kleinere Käuferkreis geben oft etwas mehr Verhandlungsraum.
Einflussfaktor 3: Zustand & Energieeffizienz der Immobilie
Bei einer sanierungsbedürftigen Immobilie haben Sie in der Regel mehr Spielraum als bei einer bezugsfertigen Immobilie. Denn auch die Sanierungsmaßnahmen kosten Geld – und können ein Argument für einen geringeren Preis sein.
Einflussfaktor 4: Bisherige Vermarktungsdauer
Ist die Immobilie schon lange am Markt, kann das Ihre Argumentation stärken. Denn je länger ein Objekt angeboten wird, desto mehr steigt der Verkaufsdruck auf Seiten der Eigentümerin oder des Eigentümers – zum Beispiel durch laufende Instandhaltungskosten oder einfach den Wunsch nach einer zügigen Abwicklung.
Einflussfaktor 5: Zeitdruck der Verkäuferinnen und Verkäufer
Für Ihre Verhandlungsposition kann es positiv sein, wenn die Verkäuferin oder der Verkäufer die Immobilie schnell verkaufen will. Das ist oft bei Erbschafts- oder Scheidungsimmobilien der Fall.