Geht Geldanlage auch einfach?

Die Möglichkeiten der Geldanlage sind vielfältig. Doch womit anfangen? In Aktien an der Börse investieren, ETFs kaufen oder doch lieber Festgeld nutzen? Und dann noch die passende Strategie haben. Warum muss Geldanlegen so kompliziert sein? Gibt es keine Investitionsmöglichkeiten und Anlagestrategien, die einfach, verständlich und einigermaßen sicher sind – und dabei auch gute Erträge bringen? Doch, die gibt es! Welche das sind und was dabei zu beachten ist.

Frau prüft Aktienkurse

Grundlagen für eine einfache Geldanlage

Vermögensaufbau – das hört sich zunächst einmal gut an. Aber wenn es dann konkret wird, man sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte und herausfinden muss, welche Geldanlagen es gibt, die zu meinen individuellen Bedürfnissen passen, steigen viele Menschen aus. Dabei ist der durchdachte Weg zum eigenen Vermögen nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Leichter wird’s, wenn Sie die grundlegenden Begriffe kennen und verstehen:

Finanzplanung

Dass Unternehmen Prognosen erstellen, wie sich Kosten und Absatzpreise, Einnahmen und Ausgaben entwickeln, ist üblich. Doch warum sollten sich auch Privatleute zumindest in vereinfachter Form Gedanken darüber machen, wie sich ihre Einkünfte und Ausgaben in Zukunft entwickeln? Weil es besser ist, die Zügel bei den eigenen Finanzen selbst in der Hand zu halten, um die Dinge steuern zu können. Für unvorhergesehene Ausgaben sollte in jedem Fall eine Notreserve in Höhe von etwa drei Nettomonatsgehältern zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto geparkt werden.

Vermögensbilanz

Die eine Sache ist, was an Geld Monat für Monat reinkommt und was ausgegeben wird. Eine zweite Frage ist, was an Vermögen vorhanden ist und welche Verbindlichkeiten dem gegenüberstehen. Der Saldo ist das Netto-Vermögen. Aber Achtung: Die selbstgenutzte Immobilie zum Beispiel gehört nicht in diese Bilanz. Sie lässt sich zwar zu Geld machen. Aber dann heißt es, eine neue Bleibe entweder zu kaufen oder zu mieten. Und das bedeutet neue Belastungen oder weniger Barvermögen.

Anlageziele und -wünsche

Wozu spare ich überhaupt? Für welchen Zweck möchte ich Geld anlegen? Und wie lange muss ich dafür unter Berücksichtigung einer bestimmten Rendite, die ich dafür erzielen muss, sparen? Über diese Punkte sollten sich Anlegerinnen und Anleger immer wieder bewusst werden. Denn Lebensumstände und Konsumwünsche ändern sich erfahrungsgemäß im Zeitablauf – zum Beispiel dann, wenn Nachwuchs kommt. Wer umgekehrt zu einem festen Zeitpunkt in zehn oder fünfzehn Jahren Kapital benötigt, weil er eine Immobilie erwerben will, muss Geld anders anlegen als für den Ruhestand in 30 oder 40 Jahren.

Sparfähigkeit

Sie sagt aus, welcher Betrag nachhaltig zur Verfügung steht, um angelegt zu werden, beziehungsweise auf welche Summe ich langfristig verzichten kann. Eine Rolle spielt dabei auch, ob Geld einmalig angelegt wird oder regelmäßig, zum Beispiel monatlich, gespart werden soll.

Anlagetypus / Anlagementalität

Bin ich bei der Geldanlage eher zu Risiko bereit oder eher der vorsichtige Typ? Entsprechend sollten Sie eher risikoreichere oder sichere Anlageformen wählen. Wer allerdings die besten Renditechancen nutzen will, muss auch bereit sein, höhere Risiken zu tragen und daher sein Geld entsprechend langfristig anlegen.

Sicherheit bzw. Risiko

Merkmal einer Geldanlage, die aussagt, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie am Ende der Laufzeit oder bei einem Verkauf das ursprünglich eingezahlte Kapital in voller Höhe zurückbekommen. Zwischenzeitliche Wertschwankungen stehen dabei nur auf dem Papier. Entscheidend ist, wie viel Geld am Ende tatsächlich zurückfließt.

Rendite

Vereinfacht gesagt, ist das der Ertrag, den eine bestimmte Anlage bis zur Rückzahlung gebracht hat. Ein rechnerischer Unterschied dabei ist der Gesamtertrag über die komplette Laufzeit und der (durchschnittliche) Ertrag beziehungsweise die Verzinsung pro Jahr. Kosten wie etwa Kaufprovisionen müssen streng genommen mit den Erträgen verrechnet werden. Das Ergebnis ist die Netto-Rendite.

Liquidität

Sagt aus, wie schnell sich eine Anlage zu Geld machen lässt. Bei einigen Anlageformen wie etwa Festgeldern oder Sparbriefen ist eine vorzeitige Kündigung ausgeschlossen. Wertpapiere können dagegen fast immer an der Börse werktäglich verkauft werden. Allerdings besteht ein Kursrisiko.

Anlagestrategie / Asset Allocation

Wer in die Geldanlage einsteigt, sollte sich zunächst Gedanken um die eigene Anlagestrategie und die Asset Allocation machen. Allo, bitte was? Allein der Fachbegriff klingt kompliziert und abschreckend. Aber die Idee dahinter ist tatsächlich ganz einfach. Es geht darum, am Anfang festzulegen, welcher Teil des Geldes in risikobehaftete Anlagen und wie viel in sichere oder zumindest risikoarme Investments fließt. Bei größeren Anlagesummen ist das sehr kleinteilig möglich. Aber so tiefschürfend muss die Asset Allocation nicht unbedingt betrieben werden. Für eine einfach umzusetzende Geldanlage reicht es bereits, sich einem von drei Anlagestilen zuzuordnen:

  • Defensiv (70 Prozent risikoarme Investments/30 Prozent risikobehaftete Investments)
  • Ausbalanciert (50/50)
  • Offensiv (30/70)

Zu den risikoarmen Anlagen zählen vor allem Fest- und Tagesgeldkonten und festverzinsliche Wertpapiere von soliden Schuldnern wie etwa deutsche Bundesanleihen. Risikobehaftete Investments sind in erster Linie Aktien. Das Grundkonzept ist also, Aktien und sichere Zinsanlagen in einem Verhältnis zu mischen, das dem eigenen Anlagetypus beziehungsweise der eigenen Anlagementalität entspricht.

Buy&Hold-Strategie

Bei Aktien ist es eine erfolgversprechende Strategie, sie zu kaufen und dann lange Zeit unbeachtet im Depot liegen zu lassen. In der Finanzsprache wird das Buy&Hold-Strategie Allerdings sollten Sie in Aktien nur Geld investieren, auf das Sie langfristig verzichten können.

Ein Blick zurück in die Börsenhistorie zeigt nämlich: In puncto Rendite sind Aktien die führende Anlageform. Aber erst bei sehr langen Anlagezeiträumen von zehn Jahren und mehr spielen zwischenzeitliche Wertschwankungen bei Aktieninvestments nahezu keine Rolle mehr.

Das gilt aber nur dann, wenn Sie nicht versuchen, durch passendes Timing, gezielt die Phasen zu nutzen, in denen die Kurse steigen, um dann rechtzeitig zu verkaufen, wenn es an den Börsen bergab geht. Das ständige Handeln kostet zum einen Rendite, da jede Transaktion mit Kosten verbunden ist. Viel größer ist jedoch das Risiko, den Börsentrend falsch einzuschätzen. So kann es passieren, dass entstandene Gewinne zu früh zu Geld gemacht werden, obwohl die Kurse lediglich kurzfristig fallen und danach wieder steigen. Oder es häufen sich Verluste im Depot an, weil man eine Abwärtsphase nicht hat kommen sehen und zu spät ausgestiegen ist.

Diversifizierung

Durchweg alle Börsenexpertinnen und -experten empfehlen daher bei Aktieninvestments: Niemals alles auf eine Karte setzen. Stattdessen sollten Anlegerinnen und Anleger darauf achten, in Unternehmen unterschiedlicher Größe zu investieren, die in verschiedenen Branchen tätig sind und aus Regionen beziehungsweise Märkten kommen, die rund um den Globus verteilt sind. Heißt also: Der für Aktien vorgesehene Teil der Anlagesumme sollte auf mehrere Titel verteilt werden – zehn bis zwölf sollten es mindestens sein, damit die Streuung, die Diversifizierung, breit genug ist. Damit besteht die Chance, dass sich die Wertschwankungen der einzelnen Aktien untereinander auf Dauer ausgleichen. Als Faustregel gilt: Je diversifizierter das Aktiendepot aufgestellt ist, desto geringer fällt das Anlagerisiko aus.

 

Wie fängt man an Geld anzulegen

Einfache Anlagestrategien sind grade für Anfängerinnen und Anfänger interessant. Sie möchten ins Wertpapiergeschäft einsteigen?

Wir geben einen Überblick über Aktien, ETFs und co. und zeigen, wie der Einstieg gelingt.

Einfache Anlagestrategien – und welche Möglichkeiten es zum Nachmachen gibt

Bei einem selbst zusammengestellten Aktienportfolio stehen Anlegerinnen und Anleger vor der Herausforderung, aus Tausenden von Aktien, die an den Weltbörsen gehandelt werden, die chancenreichsten herauszupicken. Also, einfach geht irgendwie anders, oder?

Aktiv gemanagte Fonds

Aber wäre es nicht eine Idee, jemand damit zu beauftragen, der Ahnung von Geldanlage hat, die breite Streuung des Geldes übernimmt und dafür das Geschehen an den Weltbörsen Tag für Tag verfolgt? Ein echter Profi eben? Genau das ist die Idee eines Investmentfonds: Viele Kleinsparerinnen und -sparer werfen ihr Geld zusammen und ein Team von Expertinnen und Experten übernimmt das Management dieses Kapitalstocks. Je nach Anlagekonzept des Fonds investieren sie jeweils in Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Eine Streuung auf nicht selten über 100 Titel im Fondsdepot senkt das Anlagerisiko.

Die Auswahl unter den angebotenen Investmentfonds ist groß. Hier sind vor allem Mischfonds eine überlegenswerte Möglichkeit. Bei ihnen wird gleichzeitig in Aktien und Anleihen, teilweise auch Immobilien investiert. Dabei wird die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen im Portfolio laufend an die allgemeine Börsensituation angepasst – zum Beispiel wird der Großteil des Geldes in sichere Staatsanleihen umgeschichtet, wenn es an den Aktienmärkten zu Turbulenzen kommt. Mitunter gibt es einzelne Mischfonds auch in unterschiedlichen Varianten – zum Beispiel mit einem offensiven oder sicherheitsorientierten Konzept.

Von der Grundidee entsprechen Mischfonds also eigentlich dem Idealtyp einer einfachen Geldanlage. Anlegerinnen und Anleger sollten sich aufgrund ihres Anlageziels nur bewusst darüber sein, wie lange sie planen, ihr Geld investieren – um den Rest kümmert sich das Fondsmanagement. Bei vielen Mischfonds hapert es auf Dauer jedoch an der Rendite. Einer der möglichen Gründe dafür sind die vergleichsweise hohen Kosten aktiv gemanagter Fonds. Beim Kauf fällt ein Ausgabeaufschlag an, dessen Höhe je nach Fondstyp variiert. Bei Rentenfonds werden meist 1 bis 2 Prozent auf den Kaufpreis fällig, bei Misch-, Immobilien- und Aktienfonds sind es in der Regel 5 Prozent, mitunter kann es aber auch mehr sein. Dazu kommen laufende Verwaltungskosten von 1 bis 2 Prozent des Fondsportfolios pro Jahr. Die Zahlen zeigen: Der Service aktiv gemanagter Fonds hat also seinen Preis.

Mann mit Rollstuhl checkt am Smartphone sein ETF-Depot

ETFs nutzen

Eine Alternative zu aktiv gemanagten Fonds sind börsengehandelte Indexfonds, kurz ETF genannt. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Fund. Das Prinzip dabei: Statt eigene Anlageideen zu entwickeln, stellt das Fondsmanagement das Portfolio genauso zusammen wie es dem Index, auf den sich der ETF bezieht, entspricht.

Indizes sind Wertmaßstäbe für einen bestimmten Markt oder eine Anlageklasse. Es gibt sie für Anleihen, Rohstoffe, Immobilien und Aktien. Der Deutsche Aktienindex DAX zum Beispiel bildet die durchschnittliche Wertentwicklung der nach Börsenwert 40 größten deutschen Konzerne ab. Er hat damit den Anspruch, der Referenzmaßstab für den hiesigen Aktienmarkt zu sein. Viele bekannte Indizes bestehen aus 30 oder 40 Titeln. Es gibt aber auch Börsenbarometer, die deutlich mehr Mitglieder haben. Der Euro Stoxx 600 zum Beispiel umfasst, wie der Name bereits andeutet, die 600 größten Aktien europäischer Unternehmen.

Mit ihrem Konzept sind die Indexfonds ein wichtiger Baustein für eine einfache Geldanlage. Warum? Statt lange zu überlegen, welche Aktien die besten Chancen versprechen, kaufen Sie mit einem einzigen ETF den gesamten Markt. Damit schneiden Anlegerinnen und Anleger automatisch immer so gut ab, wie die Börse oder die Anlageregion, auf die sich der Fonds bezieht. Das unterscheidet sie von aktiv gemanagten Fonds.

Je größer der Indexkorb, desto besser ist – zumindest theoretisch – die Diversifikation des Indexportfolios. Dadurch fällt das Anlagerisiko entsprechend gering aus. Auch bei ETFs ist die Auswahl inzwischen riesengroß. Mit diesem Anlagevehikel lassen sich dadurch beliebig viele Anlageformen und Börsenregionen miteinander kombinieren. Der große Pluspunkt von ETFs ist dabei: Sie sind deutlich kostengünstiger als herkömmliche Investmentfonds. Weil das Managementteam immer nur 1:1 den Index nachbaut und der Wettbewerbsdruck hoch  ist, liegen die laufenden Verwaltungskosten bei einem ETF bei einem Bruchteil dessen, was aktiv gemanagte Fonds verlangen. Für Kauf und Verkauf fallen außerdem nur die Gebühren wie etwa bei einem Aktienhandel an.

Sparplan einrichten

Ein Vorteil von Investmentfonds und ETFs –ist, dass sie auch im Rahmen eines regelmäßigen Sparplans zu haben sind – und das in vielen Fällen bereits ab 25 Euro. So ein Sparplan bietet fast unbegrenzte Flexibilität und ist einfach zu handhaben. Fondssparerinnen und -sparer müssen weder Kündigungsfristen einhalten noch einen Vertrag über eine feste Laufzeit abschließen. Sie zahlen einfach so lange ein, wie sie möchten. Den Sparrhythmus bestimmen sie selbst. Auch die Höhe der Sparrate lässt sich flexibel von Einzahlung zu Einzahlung anpassen. Nur der Mindestbetrag darf nicht unterschritten werden. Und wenn Ihnen mal eine größere Summe zur Verfügung steht, wie etwa eine Sonderzahlung des Arbeitsgebers, ist es flexibel möglich, auch einmalige Beträge zusätzlich zu den monatlichen Raten einzuzahlen. Umgekehrt können Fondssparinnen und -sparer bei einem finanziellen Engpass die Rate beliebig lange aussetzen oder reduzieren. Über das Fondsguthaben, das über die Jahre hinweg zusammenkommt, können Sie beliebig verfügen und es entweder ganz oder in Teilbeträgen abheben. Der Rest bleibt weiter investiert.

Einfaches Portfolio mit einem ETF

Transparentes Anlagekonzept, kostengünstig und flexibel – ein einzelner ETF kommt damit dem Grundgedanken einer einfachen Geldanlage recht nahe. Doch ganz ohne Einschränkungen gilt diese Aussage nicht. Es kommt im Einzelfall auf den jeweiligen Index an. Zu den bekanntesten Indizes der für eine Ein-ETF-Strategie empfohlen wird, gehört der MSCI World. Er enthält Aktien von rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Hört sich erst einmal nach einer ausgewogenen Streuung an. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch: So richtig ausbalanciert und diversifiziert ist der Aktienkorb des Index trotz seiner stattlichen Größe nicht. Rund 60 Prozent entfallen auf US-amerikanische Unternehmen, vorzugsweise aus dem Technologiesektor. Und die chancenreichen Schwellenregionen sind im Index gar nicht erst vertreten. Mit einem ETF auf den MSCI-World-Index holen sich Anlegerinnen und Anleger automatisch ein sogenanntes Klumpenrisiko ins Depot. Darunter verstehen Anlageprofis, dass bei den Anlagen im Portfolio ein bestimmtes Risiko überdurchschnittlich vertreten ist – zum Beispiel durch eine einseitige Ausrichtung allein auf US-amerikanische Technologiekonzerne. Um das weg zu dividieren braucht es einen zweiten ETF mit anderem Anlageschwerpunkt.

Eine Alternative bieten ETFs, die sich auf einen breiter aufgestellten Weltindex beziehen – zum Beispiel den FTSE All-World- oder den MSCI All-Country-World-Index, die beide auch Unternehmen aus Schwellenländern enthalten. Aber eine Patentlösung ist auch das nicht unbedingt.

Einfaches Portfolio mit zwei ETFs

Besser klappt das mit einer Anlagestrategie, die auf mehreren unterschiedlichen ETFs basiert. Zugegeben: Die Suche nach passenden Fonds bedeutet zunächst einmal mehr Aufwand. Aber: Wenn das Portfolio auf einer breiteren Basis von ETFs steht, bedeutet das auch, es ist besser diversifiziert. Damit sinkt wiederum das Anlagerisiko und die Wahrscheinlichkeit von Verlusten wird verringert.

Für eine einfache Strategie reicht es dabei bereits, in eine Kombination aus zwei ETFs zu investieren. Der eine davon deckt die Aktienmärkte der Industrieländer ab. Das könnte zum Beispiel der bereits genannte MSCI World-Index sein. Und der zweite ETF bezieht sich auf einen Index, der die Schwellenländer rund um China, Indien & Co. abbildet. Dafür kommt zum Beispiel der MSCI Emerging-Markets-Index infrage. Damit die Kräfteverhältnisse in der Weltwirtschaft angemessen widergespiegelt werden, sollte das Mischungsverhältnis etwa 70 zu 30 betragen.

Pantoffel-Portfolio

Aber ist es nun wirklich eine gute Idee, alles in Aktien zu investieren? Um es noch einmal zu sagen: Dafür sollten Anlegerinnen und Anleger nur Geld verwenden, auf das sie langfristig verzichten können. Aber wie war das noch einmal mit einer ausgewogenen Streuung? Gehören dann nicht auch sichere Anlagen dazu? Berechtigter Einwand! Der Königsweg ist daher, risikobehaftete Aktien mit risikoarmen Investments zu kombinieren. Je nach Anlegertyp sollte also ein mehr oder weniger großer Teil des Geldes auf Tages- oder Festgelder angelegt oder in eine sichere Staatsanleihe investiert werden, die dann bis zum Ende der Laufzeit gehalten wird. Damit sind Verluste ausgeschlossen, auch wenn sich die Kurse festverzinslicher Wertpapiere zwischenzeitlich auf und ab bewegen.

Überlegenswert ist, statt einer Anleihe alternativ einen ETF zu kaufen, der sich auf einen Rentenindex bezieht. Der eigentliche Nachteil sicherer Anleihen lässt sich damit aber nicht beseitigen: Selbst Papiere von Schuldnern mit eher durchschnittlicher Bonität werfen aktuell nur geringe Zinsen ab – häufig sogar weniger als mit guten Festgeldangeboten zu holen ist.

Auch wenn die Renditechancen eher niedrig ausfallen – im Ergebnis hat die „Sicherheitskomponente“ im Portfolio einen positiven Effekt: Je nach Gewichtung federt sie die Wertschwankungen des Aktienanteils zusätzlich ab. Anlegerinnen und Anleger können sich bildlich gesprochen entspannt auf der Couch zurücklehnen. Daher auch der Name „Pantoffel-Portfolio“.

Die klare Trennung zwischen risikoarmem und risikobehafteten Teil macht zudem vor allem Einsteigerinnen und Einsteigern das Anlegen einfacher. Denn es gibt im Grunde nur zwei Stellschrauben. Durch die individuelle Mischung von risikobehaftet und risikoarm lässt sich das Portfolio an jeden Anlegertyp individuell anpassen – von sehr defensiv bis hochoffensiv.

Regelmäßig das Portfolio wieder auf Start stellen

Wie bei allen Geldanlagen ist auch beim Pantoffelportfolio von Zeit zu Zeit ein Check sinnvoll – am besten einmal pro Jahr. Denn erfahrungsgemäß entwickeln sich über die Zeit hinweg die einzelnen Anlagebausteine unterschiedlich. Folge: Die Anteile im Portfolio verschieben sich und irgendwann droht die ursprüngliche Gewichtung aus der Balance zu geraten. Ein Beispiel: Wegen starker Kursgewinne bei Aktien ist der Wert der risikobehafteten Investments in einem Jahr deutlich gestiegen, während die sicheren Anlagen wegen der niedrigen Verzinsung kaum vom Fleck gekommen sind. Aus einem anfänglichen Mischungsverhältnis von Halbe-Halbe ist nach einem Jahr eine Mischung von vielleicht 55 zu 45 geworden.

Anlegerin oder Anleger sollten dann einen Teil der ETFs verkaufen und den Erlös in Zinsanlagen umschichten – und zwar genau so viel, damit die ursprüngliche Mischung wieder erreicht wird. Mit diesem sogenannten Rebalancing wird verhindert, dass die Struktur des Portfolios in eine Schieflage kommt, die überhaupt nicht mehr zur eigenen Risikopräferenz passt. Klingt schon wieder kompliziert? Es muss nicht immer gehandelt werden. Expertinnen und Experten empfehlen, erst dann einzugreifen, wenn die Mischung um 10 Prozentpunkte nach oben oder unten von der ursprünglichen Gewichtung abweicht.

Digitaler Anlagemanager – die KI nutzen

Anlegertypus bestimmen, Mischungsverhältnis festlegen, ETFs raussuchen und Zinskonten eröffnen – geht es nicht noch etwas einfacher? Geht es! Mit einem RoboAdvisor. Was das ist? Ein digitaler Anlagemanager als App verpackt. Dafür müssen am Anfang nur ein paar Fragen beantwortet werden, mit denen der virtuelle Anlageassistent die persönlichen Anlagewünsche und -präferenzen checkt. Daraufhin schlägt er eine Portfoliomischung vor. Wird auf OK geklickt, investiert ein Computeralgorithmus mithilfe Künstlicher Intelligenz das Kapital an den weltweiten Finanzmärkten – meist über entsprechende ETFs. Die Sparerin oder der Sparer muss nur entscheiden, wie lange und nach welchem Konzept sie oder er Geld anlegen möchte. Um alles Weitere kümmert sich der elektronische Vermögensverwalter – hochprofessionell. Dazu gehören die laufende Marktbeobachtung ebenso wie Umschichtungen und die regelmäßige Anpassung der Portfoliostruktur.

Einfach den bevestor machen lassen

Der „bevestor“ zum Beispiel bietet die Möglichkeit, Geld ganz einfach nach einem wissenschaftlich fundierten Investmentkonzept professionell anzulegen. Einzahlungen sind ab 25 Euro monatlich oder 500 Euro einmalig möglich. Derzeit fällt beim bevestor eine jährliche Gebühr von 0,8 bis 1,0 Prozent auf den durchschnittlichen Depotbestand an. Die Depot- und Transaktionskosten sind in dieser Gebühr enthalten.

Fazit: Eine einfache Geldanlage ist möglich

Geld einfach anzulegen ist möglich – mit den richtigen Investitionsmöglichkeiten und Anlagestrategien. Eine zusätzliche Vereinfachung bietet ein Robo-Advisor. Der investiert nach einem wissenschaftlichen Anlagekonzept und kümmert sich um die laufende Verwaltung des Portfolios. Wer sich aber doch lieber von einem Menschen in Sachen einfache Geldanlage beraten lassen will, kann einen Termin mit einer Anlageexpertin oder einem Anlageexperten der Sparkasse KölnBonn machen. Sie freuen sich auf den Besuch.

Finanzanlagen sind mit Risiken verbunden. Kapitalmarktbedingt Wertschwankungen und daraus resultierende Wertverluste können nicht ausgeschlossen werden. Darüber hinaus kann nicht garantiert werden, dass alle Unternehmen auch in Zukunft den Nachhaltigkeitsanforderungen entsprechen.

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