Wie finde ich gute Dividendenaktien?
Nicht jede Aktie mit hoher Dividende beziehungsweise Dividendenrendite ist automatisch eine gute Wahl. Es gibt allerdings einige Kennzahlen, die dabei helfen, herauszufinden, ob ein Unternehmen als stabiler Dividendenzahler infrage kommt.
Dividendenrendite
Wie hoch ist die Ausschüttung im Verhältnis zum Aktienkurs? Wie hoch liegt die Dividende im Vergleich zu sicheren Anleihen? Als attraktiv gelten gleichbleibend stabile Dividendenrenditen zwischen 3 und 6 Prozent. Renditen von mehr als 8 oder 10 Prozent könnten ein Warnsignal dafür sein, dass die Gewinnausschüttung nicht dauerhaft gesichert ist und nach Ende des Geschäftsjahres gestrichen werden könnte. Was als attraktive Dividendenrendite gilt, hängt letztlich vom Marktumfeld, dem Zinsniveau, der Branche und der Nachhaltigkeit der Ausschüttung ab.
Dividendenhistorie
Wie stetig hat sich die Dividende eines bestimmten Unternehmens über die vergangenen zehn oder zwanzig Jahre entwickelt? Ist die Ausschüttung Jahr für Jahr stabil geblieben oder sogar regelmäßig erhöht worden, zeigt das: Auch in konjunkturell schwierigen Phasen war das Unternehmen in der Lage, Gewinne zu machen, an denen die Anteilseignerinnen und -eigner partizipiert haben. Gab es in der Vergangenheit Kürzungen oder wurde die Ausschüttung ganz gestrichen? Wenn ja, warum?
Solide Finanzen
Stabile Gewinne sind die Basis für verlässliche Ausschüttungen. Daher lohnt ein Blick in die Bilanz und auf das Geschäftsmodell. Hat das Unternehmen geringe Schulden und einen stabilen Cashflow? Hat das Unternehmen ausreichend hohe liquide Mittel und verfügt es über Vermögenswerte wie Gebäude oder Grundstücke? Sind die Produkte zukunftsfähig und krisenfest? Wie intensiv ist der Wettbewerb am Markt? Defensive Branchen wie Versorger, Konsumgüter oder Gesundheitswesen sind oft stabiler als zyklische Branchen.
Ausschüttungsquote
Welchen Anteil des jährlichen Gewinns schüttet das Unternehmen aus? Eine angemessene Ausschüttungsquote hängt stark von Branche, Geschäftsmodell und Cashflow ab. Eine Quote zwischen 30 und 70 Prozent gilt als fair und nachhaltig, ohne die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gefährden. Neben dem Gewinn sollte auch geprüft werden, ob die Dividende durch den freien Cashflow gedeckt ist.
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Wie hoch oder niedrig ist die Aktie in Relation zum Gewinn des Unternehmens bewertet? Wie ist das KGV bei unmittelbaren Wettbewerbern und innerhalb der Branche? Ein sehr niedriges KGV kann auf eine unterbewertete Aktie hinweisen, aber auch auf Probleme. Sehr hohe KGVs bergen das Risiko von Korrekturen.
Tipp: Nutzen Sie Aktien-Screener und Watchlisten – zum Beispiel auf der Homepage Ihrer Bank oder auf Finanzportalen. Damit können sie Unternehmen nach Kriterien wie den oben genannten filtern. Für Einsteigerinnen und Einsteiger, die wenig Erfahrung mitbringen und sich nicht mit Einzelaktien beschäftigen wollen, sind gemanagte Anlageformen wie etwa spezielle Dividenden-Fonds und -ETFs eine überlegenswerte Alternative. Bei aktiv gemanagten Fonds übernimmt das Fondsmanagement die Auswahl. ETFs bilden hingegen in der Regel einen vorgegebenen Index regelbasiert nach.