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Dividendenstrategie: Mit Aktien regelmäßige Erträge erzielen

Mit einer Dividendenstrategie investieren Sie gezielt in Aktien von Unternehmen, die regelmäßig einen Teil ihres Gewinns ausschütten. Ziel ist es, laufende Dividenden zu erhalten und gleichzeitig langfristig in solide Unternehmen investiert zu sein. Wir erklären, worauf es ankommt.

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Basketballteam legt Strategie fest

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dividendenstrategie setzt auf Aktien von soliden Unternehmen, die regelmäßig Dividenden ausschütten und über ein tragfähiges Geschäftsmodell sowie eine nachhaltige Ausschüttungspolitik verfügen.

  • Der Effekt für Anlegerinnen und Anleger: Sie haben die Chance auf laufende Erträge.

  • Allerdings: Die Höhe der Gewinnausschüttung ist nicht garantiert. Laufen die Geschäfte eines Unternehmens in einem Jahr schlecht, kann die Ausschüttung gekürzt werden oder sogar ganz ausfallen. Wichtig ist daher, auf Unternehmen zu setzen, die sich in der Vergangenheit als beständige Dividendenzahler erwiesen haben.

  • Für eine individuelle Strategie gibt es verschiedene Umsetzungsformen. Sie können in einzelne dividendenstarke Aktien, aktiv gemanagte Fonds oder ETFs investieren, die spezielle Indizes abbilden.

  • Wie immer bei der Geldanlage gilt: Eine breite Streuung verringert das Risiko von Kursverlusten.

  • Am Ex-Dividenden-Tag fällt der Kurs in der Regel um die erwartete Dividende, kann aber aufgrund von Marktbedingungen stärker oder schwächer reagieren.

Was ist eine Dividendenstrategie?

Es handelt sich dabei um einen strukturierten Anlageansatz. Sie investieren in Aktien von Unternehmen, die möglichst regelmäßig Dividenden zahlen und diese idealerweise stabil halten oder steigern.

Grundprinzipien der Dividendenstrategie

  • Dividende: Eine Dividende ist ein Teil des Unternehmensgewinns, der an Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet wird. Wie hoch sie ausfällt, hängt davon ab, wie erfolgreich das Unternehmen gewirtschaftet hat und wie viel Gewinn es behalten will, etwa für Investitionen. In besonderen Fällen gibt es auch eine einmalige Sonderdividende.
  • Stetigkeit: Die Höhe der Ausschüttung kann von Jahr zu Jahr variieren. Deshalb kommt es bei einer Dividendenstrategie darauf an, in Unternehmen zu investieren, die möglichst regelmäßig Dividenden zahlen. Zwar gibt es keine Garantie, eine gute Voraussetzung ist ein stabiles Geschäftsmodell, verlässliche Cashflows, eine solide Bilanz und eine nachhaltige Ausschüttungspolitik.
  • Wachstum: Erfolgreiche Unternehmen steigern über die Jahre hinweg ihren Umsatz und Gewinn. Entsprechend werden ihre Aktionärinnen und Aktionäre am Erfolg beteiligt. Erfolgreiche Unternehmen erhöhen oft auch ihre Dividende.
  • Einigen wenigen Unternehmen gelingt es, Jahr für Jahr ihre Ausschüttung zu erhöhen. In der Fachsprache werden diese Firmen Dividendenaristokraten genannt.

Dividende ist nicht gleich Rendite

Eine hohe Dividende klingt erst einmal attraktiv. Entscheidend ist aber nicht der absolute Betrag pro Aktie, sondern wie er im Verhältnis zum Aktienkurs steht. Genau daraus ergibt sich die Dividendenrendite.

Ein Beispiel dazu: Eine Aktie kostet aktuell 200 Euro. Anna hat das Wertpapier jedoch bereits vor einigen Jahren für 100 Euro gekauft. Pro Aktie schüttet das Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr fünf Euro aus.

  • Daraus ergibt sich eine aktuelle Dividendenrendite von 2,5 Prozent: 5 Euro (Dividende) ÷ 200 Euro (aktueller Aktienkurs) * 100 = 2,5 %
  • Anna erzielt auf ihren damaligen Kaufpreis eine persönliche Einstandsrendite (Yield on Cost) von 5,0 Prozent.: 5 Euro (Dividende) ÷ 100 Euro (damaliger Aktienkurs) * 100 = 5 %

Viele denken, Dividenden seien ein zusätzlicher Gewinn. Kurzfristig stimmt das aber nicht: Am Ex-Tag fällt der Aktienkurs meist um den Betrag der Gewinnausschüttung. Deshalb bleibt der Gesamtwert Ihrer Anlage erst einmal gleich.

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Wann wird die Dividende ausgezahlt?

In Deutschland erfolgt die Auszahlung üblicherweise wenige Geschäftstage nach der Hauptversammlung; bei börsennotierten deutschen Aktien in der Regel am dritten auf den Beschluss folgenden Geschäftstag. Dort wird über den Dividendenvorschlag abgestimmt.

Wichtig ist dabei der sogenannte Ex-Tag: Ab diesem Tag wird die Aktie ohne Dividendenanspruch gehandelt. Wer die Aktie dann erst kauft, erhält die aktuelle Dividende nicht mehr. Anspruch auf die Dividende haben in der Regel Anlegerinnen und Anleger, die die Aktie bis zum letzten Handelstag mit Dividendenanspruch gehalten haben; ab dem Ex-Tag wird sie ohne diesen Anspruch gehandelt.

Am Ex-Tag sinkt der Aktienkurs zu Handelsbeginn meist um den Betrag der Dividende. Danach bewegt er sich wieder ganz normal mit Angebot und Nachfrage.

Ein Beispiel: Sie besitzen 100 Aktien eines Unternehmens mit Kurs 50 Euro. Also liegt der Gesamtwert Ihres Investments bei 5.000 Euro. Das Unternehmen zahlt 2 Euro Dividende pro Aktie.

  • Am Ex-Tag mindert sich entsprechend der Aktienkurs auf 48 Euro: 50 Euro (Aktienwert) – 2 Euro (Dividende) = Aktienkurs am Ex-Tag
  • Dann sind Ihre 100 Aktien 4.800 Euro wert: 100 (Aktien) * 48 Euro (Aktienwert am Ex-Tag) = 4.800 Euro

Die Differenz von 200 Euro erhalten Sie als Dividende. Unterm Strich entsteht dadurch zunächst kein zusätzlicher Gewinn. Die Dividendenstrategie zielt eher darauf ab, regelmäßig Ausschüttungen zu erhalten und langfristig in solide Unternehmen zu investieren.

Für wen sich die Dividendenstrategie eignet

Bevor Sie sich für die Dividendenstrategie entscheiden, sollten Sie prüfen, ob dieser Anlageansatz grundsätzlich zu Ihren Anlagezielen und Ihrer Risikobereitschaft passt.

Diese Anlageziele und Eigenschaften sollten Sie mitbringen

  • Sie planen einen langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien durch stetigen Wertzuwachs und Reinvestition laufender Erträge
  • Sie haben den Wunsch nach laufenden Ausschüttungen, die zunächst reinvestiert werden und zu einem späteren Zeitpunkt ein zusätzliches Einkommen ermöglichen.
  • Sie können mit Kursschwankungen von Aktien umgehen und bringen die Bereitschaft mit, sich mit speziellen Anlageformen, einzelnen Unternehmen, deren Zukunftsaussichten und Geschäftsmodellen auseinanderzusetzen.

Für wen die Strategie weniger geeignet ist

  • Für Sie stehen maximale Wertsteigerung und (schnelle) Kursgewinne im Fokus
  • Sie haben kein oder nur wenig Interesse, sich mit gemanagten Anlageformen wie etwa speziellen Dividenden-Fonds und/oder ETFs zu beschäftigen
  • Für Sie kommt die Anlage in Einzelaktien nicht infrage, weil Ihnen das Verlustrisiko zu hoch ist und/oder Sie sich nicht mit den Geschäftsaussichten einzelner Unternehmen beschäftigen wollen.

Vorteile und Nachteile der Dividendenstrategie

Keine Anlageform und kein Anlageansatz können sich den drei zentralen Punkten des „magischen Dreiecks der Geldanlage“ entziehen: Das sind Rendite, Risiko beziehungsweise Sicherheit und Liquidität. Gemessen daran hat die Dividendenstrategie wie jede andere Strategie ihre Stärken und Schwächen, die ausbalanciert werden müssen, um Ihren individuellen Anlagezielen zu entsprechen. 

Vorteile

Gezeichneter Stern

Regelmäßig laufende Erträge:

Bei einer ausgewogenen Mischung von stetigen Dividendenzahlern haben Sie die Chance auf regelmäßige Ausschüttungen. Damit sind Sie weniger abhängig von Kursgewinnen.

Gezeichneter Stern

Wiederanlage-Effekt:

Sie haben bei der Dividendenstrategie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie lassen sich die Unternehmensgewinne auszahlen oder automatisch wieder anlegen. Wer Ausschüttungen reinvestiert, profitiert vom Wiederanlageeffekt, der langfristig den Vermögensaufbau unterstützen kann.

Gezeichneter Stern

Inflationsschutz:

Steigende Dividenden und langfristiger Wertzuwachs – Dividendenaktien können in manchen Fällen helfen, Kaufkraftverluste auszugleichen, wenn Unternehmen ihre Gewinne und Ausschüttungen langfristig steigern. Ein verlässlicher Inflationsschutz sind sie jedoch nicht.

Gezeichneter Stern

Stabilität:

Viele Dividendenaktien weisen ein defensiveres Profil auf. Dieses stabilisiert Ihr Portfolio und hilft Ihnen in schwankenden Börsenphasen ruhiger investiert zu bleiben. Die tatsächliche Schwankung hängt allerdings stark von Branche, Geschäftsmodell und Verschuldung ab.

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Substanz versus Wachstum

Eine häufig genutzte Einteilung unterscheidet zwischen Value- und Growth-Aktien. Zu den Value-Aktien, auch Substanzaktien genannt, gehören Unternehmen, die meist aus Traditionsbranchen kommen. Oft sind sie niedriger bewertet, weil ihre Gewinne sich wenig verändern oder nur langsam wachsen. Value-Aktien sind typischerweise im Verhältnis zu Kennzahlen wie Gewinn, Buchwert oder Cashflow niedriger bewertet; das muss nicht zwingend mit hohen Sachwerten in der Bilanz einhergehen.
Wachstumsfirmen, auch Growth-Aktien genannt, sind oftmals vergleichsweise jung und kommen aus innovativen Technologiebranchen wie etwa Künstliche Intelligenz oder Biotechnologie. Aufgrund ihrer Innovationskraft erzielen sie oftmals stark steigende Umsätze und Gewinne, was meist zu einer sehr hohen Börsenbewertung führt. Das macht sie allerdings anfällig für Kursschwankungen. Growth-Aktien gelten zudem als vergleichsweise schlechte Dividendenzahler, weil sie ihre Gewinne einbehalten, um damit weiteres Wachstum zu finanzieren.

Nachteile

Unsicherheit:

Dividenden sind nicht garantiert. In Krisenphasen oder bei einem breiten Konjunkturabschwung können Qualitätsunternehmen ihre Ausschüttung kürzen oder streichen.

Steuerliche Belastung:

Die Kapitalertragsteuer wird bereits zum Zeitpunkt der Ausschüttung einbehalten. Wer das Geld wieder anlegen will, kann deshalb nur den Betrag nach Steuern investieren. Kursgewinne werden dagegen erst beim Verkauf besteuert. Bis dahin kann das Kapital investiert bleiben und weiter wachsen, sodass Sie von Kursgewinnen profitieren können.

Eingeschränkte Auswahl:

Viele innovative Wachstumsunternehmen zahlen keine oder nur eine geringe Dividende.

Zinsänderungsrisiko:

Steigen die Zinsen für sichere Anleihen stark, verlieren Dividenden an Attraktivität. Denn steigende Zinsen können Dividendenaktien im relativen Vergleich zu Anleihen weniger attraktiv machen und Bewertungen unter Druck setzen. Die Entwicklung von Dividenden selbst hängt jedoch vor allem von Gewinnen, Cashflows und der Ausschüttungspolitik der Unternehmen ab.

Welche Rolle sollte die Dividendenstrategie in meiner gesamten Anlagestrategie spielen?

Die Strategie kann für Anlegerinnen und Anleger geeignet sein, die innerhalb ihrer Aktienanlage einen eher defensiven oder ertragsorientierten Schwerpunkt setzen wollen. Damit ist sie ein geeigneter Baustein für die Aktienanlage innerhalb eines breit aufgestellten Portfolios, das auch andere Anlageklassen umfasst. Wie stark Aktien im Portfolio gewichtet sind, hängt von Ihren Zielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. Wer langfristig orientiert und bereit ist, etwas höhere Risiken einzugehen, kann den Aktienanteil im Portfolio höher gewichten und neben der Dividendenstrategie noch andere Anlageansätze verfolgen. Zum Beispiel: Investieren Sie einen Teil Ihres Portfolios in dividendenstarke Aktien, einen anderen in Wachstumsaktien oder Aktien aus Schwellenländern. Sinnvoll ist in jedem Fall eine Diversifikation über unterschiedliche Branchen, Regionen und Märkte hinweg.

Sparkassen-Flexdepot: Ihre Basis für die Dividendenstrategie

Das Sparkassen-Flexdepot bietet Ihnen maximale Flexibilität. Sie können jederzeit Aktien, ETFs und Fonds kaufen, verkaufen und Ihre Dividendenausschüttungen auf einen Blick verfolgen.

Wie finde ich gute Dividendenaktien?

Nicht jede Aktie mit hoher Dividende beziehungsweise Dividendenrendite ist automatisch eine gute Wahl. Es gibt allerdings einige Kennzahlen, die dabei helfen, herauszufinden, ob ein Unternehmen als stabiler Dividendenzahler infrage kommt.

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Dividendenrendite

Wie hoch ist die Ausschüttung im Verhältnis zum Aktienkurs? Wie hoch liegt die Dividende im Vergleich zu sicheren Anleihen? Als attraktiv gelten gleichbleibend stabile Dividendenrenditen zwischen 3 und 6 Prozent. Renditen von mehr als 8 oder 10 Prozent könnten ein Warnsignal dafür sein, dass die Gewinnausschüttung nicht dauerhaft gesichert ist und nach Ende des Geschäftsjahres gestrichen werden könnte. Was als attraktive Dividendenrendite gilt, hängt letztlich vom Marktumfeld, dem Zinsniveau, der Branche und der Nachhaltigkeit der Ausschüttung ab.

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Dividendenhistorie

Wie stetig hat sich die Dividende eines bestimmten Unternehmens über die vergangenen zehn oder zwanzig Jahre entwickelt? Ist die Ausschüttung Jahr für Jahr stabil geblieben oder sogar regelmäßig erhöht worden, zeigt das: Auch in konjunkturell schwierigen Phasen war das Unternehmen in der Lage, Gewinne zu machen, an denen die Anteilseignerinnen und -eigner partizipiert haben. Gab es in der Vergangenheit Kürzungen oder wurde die Ausschüttung ganz gestrichen? Wenn ja, warum?

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Solide Finanzen

Stabile Gewinne sind die Basis für verlässliche Ausschüttungen. Daher lohnt ein Blick in die Bilanz und auf das Geschäftsmodell. Hat das Unternehmen geringe Schulden und einen stabilen Cashflow? Hat das Unternehmen ausreichend hohe liquide Mittel und verfügt es über Vermögenswerte wie Gebäude oder Grundstücke? Sind die Produkte zukunftsfähig und krisenfest? Wie intensiv ist der Wettbewerb am Markt? Defensive Branchen wie Versorger, Konsumgüter oder Gesundheitswesen sind oft stabiler als zyklische Branchen.

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Ausschüttungsquote

Welchen Anteil des jährlichen Gewinns schüttet das Unternehmen aus? Eine angemessene Ausschüttungsquote hängt stark von Branche, Geschäftsmodell und Cashflow ab. Eine Quote zwischen 30 und 70 Prozent gilt als fair und nachhaltig, ohne die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gefährden. Neben dem Gewinn sollte auch geprüft werden, ob die Dividende durch den freien Cashflow gedeckt ist.

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Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Wie hoch oder niedrig ist die Aktie in Relation zum Gewinn des Unternehmens bewertet? Wie ist das KGV bei unmittelbaren Wettbewerbern und innerhalb der Branche? Ein sehr niedriges KGV kann auf eine unterbewertete Aktie hinweisen, aber auch auf Probleme. Sehr hohe KGVs bergen das Risiko von Korrekturen.

Tipp: Nutzen Sie Aktien-Screener und Watchlisten – zum Beispiel auf der Homepage Ihrer Bank oder auf Finanzportalen. Damit können sie Unternehmen nach Kriterien wie den oben genannten filtern. Für Einsteigerinnen und Einsteiger, die wenig Erfahrung mitbringen und sich nicht mit Einzelaktien beschäftigen wollen, sind gemanagte Anlageformen wie etwa spezielle Dividenden-Fonds und -ETFs eine überlegenswerte Alternative. Bei aktiv gemanagten Fonds übernimmt das Fondsmanagement die Auswahl. ETFs bilden hingegen in der Regel einen vorgegebenen Index regelbasiert nach.

Welche Dividendenstrategie passt zu welcher Anlagesituation?

Ein großer Vorteil der Dividendenstrategie ist: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Dividendenstrategie umzusetzen, je nach Zielsetzung und Risikoprofil.

High-Yield-Dividenden-Strategie: Mein Fokus liegt auf hohen laufenden Erträgen

Sie wollen möglichst hohe laufende Erträge aus ihren Investments erzielen? In diesem Fall bietet sich eine High-Yield-Dividenden-Strategie an.

 Merkmale der High-Yield-Dividendenstrategie:

  • Sie wählen Aktien mit einer Dividendenrendite, die im Vergleich zum Markt überdurchschnittlich hoch ausfällt – in der Regel zwischen 5 und 8 Prozent oder sogar höher.
  • Bei der Dogs-of-the-Dow-Strategie wählen Sie die zehn Aktien eines Index mit der höchsten Dividendenrendite aus und gewichten sie gleich. Nach einem Jahr wird die Auswahl angepasst. Die Methode hat in der Vergangenheit teils gut funktioniert, ist aber keine Garantie für künftige Erträge. Sie setzen dabei auf Unternehmen, die einen großen Teil ihrer Gewinne als Dividende auszahlen. So sollen regelmäßig möglichst hohe Ausschüttungen entstehen. Neben der bekannten ‚Dogs of the Dow‘-Methode gibt es ähnliche, auf andere Indizes übertragene Ansätze, etwa auf den DAX.
  • Chance: Je nach Einstiegszeitpunkt können Sie unmittelbar von hohen Ausschüttungen profitieren.
  • Risiko: Sehr hohe Dividendenrenditen können auch ein Warnsignal sein. Steckt ein Unternehmen in Schwierigkeiten, gerät oft der Aktienkurs unter Druck. Dann wirkt die Rendite hoch, obwohl eine Kürzung oder Streichung der Dividende drohen kann.
  • Branchen im Fokus: Versorgungsunternehmen, Telekommunikationskonzerne, große Banken und Versicherungen.
Dividend-Growth-Strategie: Ich möchte mit meinem Vermögen langfristigen Wertzuwachs erzielen

Die Dividendenstrategie zielt vom Grundsatz her nicht auf Kursgewinne. Dennoch sollte der Vermögenswert über die Jahre hinweg steigen. In diesem Fall ist die Dividend-Growth-Strategie eine Alternative.

Merkmale der Dividend-Growth-Strategie:

  • Fokus auf Dividendenwachstum: Sie investieren in Unternehmen, die ihre Dividende regelmäßig, im Idealfall Jahr für Jahr kontinuierlich erhöhen.
  • Mit niedrigeren Anfangsrenditen rechnen: Im Vergleich zur High-Yield-Strategie fallen die anfänglichen Renditen niedriger aus. Oft liegen sie zwischen 2 bis 4 Prozent. Aber denken Sie langfristig. Denn durch das stetige Wachstum können Ihre Ausschüttungsrenditen über die Jahre hinweg mehr und mehr ansteigen.
  • Chance: Langfristig steigende Erträge, Schutz gegen Inflation, im Portfolio landen oftmals finanziell gesunde und dennoch wachstumsstarke Unternehmen
  • Risiko: Vergleichsweise geringe Anfangsrenditen: Diese Strategie braucht Zeit. Wichtig sind ein langer Anlagehorizont, regelmäßiges Investieren und die Bereitschaft, auch schwächere Phasen auszuhalten.
  • Branchen im Fokus: Basis-Konsumgüter (Lebensmittel etc.), Gesundheitswesen, Pharma, Technologiezulieferer (selektiv)
Aristokraten-Strategie: Wenn Verlässlichkeit Trumpf ist

Sie möchten sich nicht zu intensiv mit einzelnen Unternehmen beschäftigen und das Risiko von Dividendenkürzungen möglichst gering halten. Stattdessen setzen Sie auf die Chance stabil steigender Dividenden. In diesem Fall ist die Aristokraten-Strategie die passende.

Merkmale der Aristokraten-Strategie:

  • Fokus auf Stabilität: Sie verzichten auf überdurchschnittlich hohe Renditen. Im Gegenzug steigen die Ausschüttungen über Jahre hinweg stetig.
  • Ein Muster an Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit: Als Dividendenaristokraten werden häufig Unternehmen bezeichnet, die ihre Dividende mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben.
  • Dividenden-Könige schaffen das sogar über 50 Jahre. Diese Unternehmen gelten als besonders stabil und krisenfest.
  • Chancen: Maximale Verlässlichkeit, im Portfolio landen fast ausschließlich Qualitätsunternehmen mit soliden Geschäftsmodellen
  • Risiko: Das Wachstumspotenzial der Aristokraten fällt häufig eher gering aus. Oft kommen sie aus gesättigten Traditionsbranchen mit wenig Innovationsdynamik
  • Branchen im Fokus: Häufig vertreten sind defensive Branchen wie Basiskonsumgüter, Industrie oder Gesundheitswesen.
Diversifikationsstrategie: Ich möchte meine Dividendeninvestments breit streuen

Sie wollen Ihre Anlagerisiken zusätzlich minimieren, indem Sie Dividendenaktien systematisch aus verschiedenen Märkten, Regionen und Branchen kombinieren? Dann kommt die Diversifikationsstrategie infrage.

Merkmale der Diversifikationsstrategie:

  • Fokus Diversifikation: Sie verteilen Ihre Dividendeninvestments über verschiedene Länder und Regionen (USA, Europa, Asien). So reduzieren Sie das Risiko, von der wirtschaftlichen Entwicklung eines einzelnen Marktes abhängig zu sein.
  • Chance: Breite Risikostreuung, Zugang zu unterschiedlichen Ausschüttungsrhythmen (z.B. quartalsweise in den USA vs. jährlich in Deutschland)
  • Risiko: Währungsrisiken, unterschiedliche Steuersysteme
Dividendenstrategien mit ETFs oder aktiv gemanagten Fonds: Ich möchte mich nicht eigenständig um meine Anlagen kümmern

Einzelne Aktien auszuwählen, ist nicht für alle der richtige Weg – vor allem dann nicht, wenn Sie noch wenig Erfahrung haben oder gerade erst mit dem Investieren starten. Dann können Dividenden-ETFs oder aktiv gemanagte Fonds eine gute Alternative sein.

Merkmale von Dividenden-ETFs und aktiv gemanagten Fonds:

  • Fokus: Sie lassen Profis die Auswahl treffen.
  • Aktiv gemanagte Fonds: Fondsmanagerinnen und Fondsmanager wählen gezielt dividendenstarke Aktien aus und passen das Portfolio aktiv an Marktveränderungen an. Sie profitieren von professioneller Verwaltung, zahlen dafür aber laufende Gebühren.
  • Dividenden-ETFs: Es gibt eine Vielzahl börsengehandelter Indexfonds (ETFs), die Indizes mit dividendenstarken Unternehmen abbilden. So wird das Anlagerisiko gestreut. Auch bei ETFs werden laufende Gebühren fällig, die häufig jedoch etwas günstiger sind als bei aktiv gemanagten Fonds, jedoch variieren die Gebühren je nach Produkt.
  • Chance: Sie müssen sich nicht selbst um die Auswahl von Dividendenunternehmen kümmern und sind nicht von einer oder wenigen Aktien abhängig.
  • Risiko: Dividenden-ETFs und -Fonds können Wachstumsunternehmen enthalten, gewichten aber häufig Firmen stärker, die bereits Ausschüttungen leisten. Dadurch können sie in bestimmten Marktphasen anders abschneiden als marktbreite Indizes.

Typische Fehler vermeiden

Dividendenstrategien bieten den Vorteil, dass Sie damit einen systematischen Anlageansatz verfolgen. Doch sie sind kein Selbstläufer. Wenn Sie mit dieser Strategie beginnen, sollten Sie diese häufigen Fehler kennen und vermeiden:

  • Nur auf hohe Dividendenrendite achten: Eine Rendite von über 10 Prozent klingt verlockend, ist häufig jedoch ein Warnsignal dafür, dass das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt und der Kurs abgestürzt ist. Prüfen Sie mögliche Ursachen für die hohe Rendite und schauen Sie sich die aktuelle Finanzlage des Unternehmens an – zum Beispiel im letzten Quartalsbericht.

  • Klumpenrisiken eingehen: Investieren Sie nicht nur in Unternehmen aus einer Branche oder nur in wenige Aktien. Diversifikation ist auch bei der Dividendenstrategie wichtig. Ist Ihr Anlagekapital zu gering, um es auf zehn oder zwanzig Titel zu verteilen, weichen Sie auf Dividenden-ETFs oder gemanagte Fonds aus. Wichtig ist eine ausreichende Diversifikation über Unternehmen, Branchen und Regionen.

  • Schwächen im Unternehmen übersehen: Auch Unternehmen mit makelloser Dividendenhistorie sind nicht immun gegen Krisen. Gehen Sie zehn bis zwanzig Jahre zurück und schauen Sie sich an, ob Gewinnausschüttungen schon mal ausgefallen sind oder gekürzt wurden.

  • Steuern unterschätzen: Auf Dividenden fällt in Deutschland grundsätzlich Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent an, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer; ein erteilter Freistellungsauftrag oder verrechenbare Verluste können die Belastung mindern.

  • Set-and-Forget-Investment: Auch die Dividendenstrategie ist kein Set-and-Forget-Investment. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Investmentthese weiterhin trägt, etwa anhand von Geschäftsberichten, Gewinnentwicklung, Cashflow und Ausschüttungspolitik. Dementsprechend entscheiden Sie, ob Sie halten oder verkaufen.

  • Zu häufig umschichten: Bei jedem Kauf und Verkauf fallen Provisionen und Börsengebühren an. Wer ständig auf der Suche nach den Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen ist, schichtet sein Portfolio zwangsläufig häufig um. Die Transaktionskosten, die dabei von Mal zu Mal entstehen, schmälern jedoch die Rendite.

Fazit: Dividendenstrategie als Baustein einer Geldanlage

Die Dividendenstrategie kann regelmäßige Erträge mit langfristigen Chancen am Aktienmarkt verbinden. Das klingt erst mal attraktiv. Ganz ohne Aufwand funktioniert es aber nicht: Wer in Dividendenaktien investiert, sollte Unternehmen sorgfältig auswählen.

Genauso wichtig ist der Blick auf das Gesamtportfolio. Eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen kann helfen, Risiken zu verteilen. Gerade für den Einstieg oder bei kleineren Beträgen können aktiv gemanagte Fonds und ETFs eine gute Möglichkeit sein, das Portfolio breiter aufzustellen.

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