Gescribbelte Rakete mit Mond und Sternen

Wie Sie die Energieeffizienz im Unternehmen steigern

In vielen Unternehmen lassen sich 30 Prozent der Kosten durch Investitionen in Energieeffizienz einsparen. Und die sind oft schneller amortisiert als anfangs gedacht. Noch dazu gibt es Fördermittel, die die tatsächlichen Kosten spürbar senken.

Gescribbelte Rakete mit Mond und Sternen
Handwerker montieren PV-Anlage auf Lagerhalle

Das Wichtigste in Kürze

  • Energiekosten sind vor allem für produzierende Unternehmen ein Dauerthema – besonders in energieintensiven Branchen wie Metallverarbeitung, Chemie oder Lebensmittelproduktion.

  • Die gute Nachricht: Nach Schätzung von Fachverbänden lassen sich bis zu 30 Prozent der Energiekosten durch Investitionen in Energieeffizienz einsparen. Sinnvolle Ansatzpunkte sind Prozesswärme, Druckluftsysteme und Beleuchtung.

  • Öffentliche Förderprogramme wie das KfW-Energieeffizienzprogramm senken die Investitionskosten durch Zuschüsse von bis zu 55 Prozent und beschleunigen so die Amortisation.

  • Regionale Netzwerke und qualifizierte Energieberatungen helfen, Einsparpotenziale zu identifizieren und Maßnahmen gezielt umzusetzen.

  • Alles in allem ist die Energieeffizienz im Unternehmen nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch ein wichtiger Baustein, um die Wettbewerbsposition zu stärken.

Für wen lohnen sich Investitionen besonders?

Im Grunde profitieren alle Unternehmen davon, ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Denn je geringer der Verbrauch, desto geringer die Betriebskosten. Am meisten lohnen sich Investitionen aber logischerweise für Unternehmen, die einen hohen Energieverbrauch haben, bei denen die Energie also einen hohen Kostenfaktor darstellt.

In der Praxis sind das unter anderem:

  • Unternehmen aus der Metallverarbeitungoder dem Maschinenbau, die durch ihre Produktionsanlagen in der Regel einen hohen Stromverbrauch haben
  • Unternehmen aus der Chemie- und Kunststoffverarbeitung, die mit energieintensiver Prozesswärme arbeiten
  • Unternehmen aus der Lebensmittelproduktion, die durch die Kühl- und Erhitzungsprozesse meist viel Energie verbrauchen
  • Unternehmen in der Papier- und Druckindustrie, die beim Trocknen und Pressen einen erhöhten Energiebedarf haben
Scribble mit Glühbirne

Energieeffizienz ist nicht nur ein Kostenthema, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil

Energieeffizienz ist schon lange nicht mehr nur eine Kostenfrage. Sowohl im B2B als auch im B2C-Bereich ist sie ein wichtiger Baustein, um sich im Wettbewerbsumfeld zu behaupten. Viele Großunternehmen verlangen von ihren Zulieferern die Zertifizierung nach ISO 14001 oder vergleichbaren Umweltstandards. Nur wer sie erfüllt, kann überhaupt in die Vertragsverhandlungen gehen. Ähnlich sieht es auch im B2C-Bereich aus: Immer mehr Kundinnen und Kunden legen Wert auf nachhaltig produzierte Produkte. Ein niedriger CO₂-Fußabdruck kann daher ein überzeugendes Verkaufsargument sein.

Selbst Kapitalgeber prüfen die Einhaltung der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance), wenn sie die Risiken, Chancen und Reputation eines Unternehmens bewerten. Betriebe, die hier gut aufgestellt sind, haben also bessere Chancen auf höhere Kredite.

Was sind die größten Energiefresser?

Viele Unternehmen verlieren Energie, ohne es zu bemerken. Laut der DENA‑Studie „Energieeffizienz im Mittelstand 2023/24“ liegen die größten Energiefresser – und damit auch die größten Hebel zum Energiesparen – in folgenden Bereichen:

  • Prozesswärme: Sie macht in vielen Betrieben den größten Energieanteil aus. Hauptursache ist häufig ein Wärmeverlust durch unzureichende Isolierung von Öfen, Trocknern oder Brennanlagen sowie fehlende Wärmerückgewinnung. Durch gezielte Isolierung und Rückgewinnung können 10‑20 % (max. 25 %) Energie eingespart werden.
  • Druckluftsysteme: Leckagen, überdimensionierte Kompressoren und ineffiziente Steuerungen treiben die Kosten in die Höhe. Mit akustischer/ultraschallbasierter Leckage‑Detektion und bedarfsgerechten Kompressoren lassen sich 20‑30 % einsparen.
  • Beleuchtung: Veraltete Leuchtmittel und fehlende Tageslicht‑ Präsenzsteuerung verschwenden Strom. Der Umstieg auf LED‑Beleuchtung spart gegenüber Halogen‑/Leuchtstofflampen durchschnittlich 50‑70 % (bis zu 80 % gegenüber Glühlampen). Zusätzlich reduziert eine Tageslichtsteuerung den Energiebedarf weiter.
  • Heizung, Lüftung und Klimatisierung: Ineffiziente Anlagen und fehlende Wärmerückgewinnung verursachen unnötige Verluste. Moderne Wärmepumpen (bei gut gedämmten Gebäuden) und Lüftungsanlagen mit >70 % Wirkungsgrad können den Energieverbrauch um 10‑15 % senken. Gründächer sorgen für eine natürliche Kühlung der Gebäude im Sommer.
  • Motoren und Antriebe: Überdimensionierte oder veraltete Motoren laufen häufig im ineffizienten Teillastbereich. Der Einsatz von Frequenzumrichtern und Hocheffizienzmotoren kann, bei richtiger Auslegung und Wartung, den Stromverbrauch um 5‑10 % reduzieren.

Welche Maßnahmen gibt es?

Grundsätzlich gibt es vielfältige Möglichkeiten, um die Energieeffizienz im Unternehmen zu steigern. Wie wirksam die jeweiligen Maßnahmen sind, hängt unter anderem davon ab, welche Energiefresser es gibt.

Kurzfristige Maßnahmen

Zu den kurzfristigen Maßnahmen gehören solche, die sich vergleichsweise schnell umsetzen lassen und innerhalb von zwei bis drei Jahren amortisieren.

Beispiele:

  • Auf LED-Beleuchtung umsteigen
  • Druckluft-Leckagen beheben
  • Heizungssteuerung optimieren

Mittelfristige Maßnahmen

Mittelfristige Maßnahmen erfordern meist höhere Investitionen, bieten aber Einsparungen von 15 bis 30 Prozent.

Beispiele:

  • Wärmerückgewinnung nutzen
  • Auf Hocheffizienz-Motoren umsteigen
  • Moderne Kälteanlagen installieren

Langfristige Maßnahmen

Langfristige Maßnahmen erfordern größere Umbaumaßnahmen und sind damit oft kostspieliger. Sie haben nicht nur den Vorteil, dass sie Kosten sparen. Mit ihnen können Unternehmen auch unabhängiger von externen Energielieferanten werden.

Beispiele:

  • Photovoltaik-Anlagen installieren
  • Sanierungen am Gebäude vornehmen
  • Auf Blockheizkraftwerke oder Geothermie umstellen (reduziert die Abhängigkeit von externen Energielieferanten und schafft Planungssicherheit über Jahrzehnte)

Lassen Sie sich professionell beraten oder tauschen Sie sich aus

Jedes Unternehmen ist anders aufgestellt. Und genau deshalb gibt es nicht den einen Maßnahmenplan. Auf der Suche nach passenden Maßnahmen kann sich daher eine professionelle Beratung lohnen, bei der Ihre individuelle Situation analysiert wird. Alternativ gibt es Netzwerke, die sich allein der Energieeffizienz widmen und gute Impulse für das eigene Unternehmen geben.

Gute Anlaufstellen sind:

  • Die Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke (IEEKN) bringt acht bis fünfzehn Unternehmen für zwei bis drei Jahre zusammen. Gemeinsam führen die Teilnehmenden Energieanalysen durch, setzen Einsparziele und profitieren von einem moderierten Austausch zu technischen, regulatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen.
  • Die NRW bietet kostenlose Erstberatungen und vermittelt qualifizierte Energieberaterinnen und -berater. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert diese qualifizierten Energieberatungen mit bis zu 50 Prozent der Kosten, maximal mit 4.000 Euro.
  • Die Sparkasse KölnBonn unterstützt bei der Finanzierung und Beantragung öffentlicher Förderprogramme – von der Bedarfsanalyse bis zur Antragstellung.

Welche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten gibt es?

Die Investitionen können mitunter kostspielig werden. Mit den passenden Förderungen und Finanzierungslösungen sind sie aber für die meisten Unternehmen sorgenfrei finanzierbar.

Die sinnvollsten Finanzierungsmöglichkeiten

Fast immer lohnt sich eine Fremdfinanzierung – auch wenn dafür Zinsen anfallen. Denn mit einer Fremdfinanzierung können Sie Ihr Eigenkapital sichern, steuerlich profitieren und Förderprogramme nutzen. Im Detail bedeutet das:

  • Eigenkapital sichern: Mit einer Fremdfinanzierung bleibt weiterhin Eigenkapital verfügbar, sodass die Eigenkapitalquote nicht belastet wird und als Sicherheit für weitere Finanzierungen dient.
  • Steuerlich profitieren: Die Zinsaufwendungen für Ihren Kredit sind in der Regel betriebsbedingt absetzbar. So können Sie die tatsächliche finanzielle Belastung reduzieren.
  • Förderprogramme nutzen: Bei förderfähigen Projekten können Zuschüsse und Einsparungen die Finanzierungskosten zusätzlich senken.

Ihr Vorhaben einfach finanzieren

Die Sparkasse KölnBonn unterstützt Sie mit einer maßgeschneiderten Finanzierungslösung und findet die passenden Fördermittel für Ihre Pläne

Die wichtigsten Förderprogramme

 Förderprogramme können die realen Kosten spürbar senken und dafür sorgen, dass sich die Maßnahmen schneller amortisieren. Wichtig ist zudem, dass Sie den Förderantrag vor Beginn der Maßnahmen stellen. Nachträgliche Anträge sind nicht möglich.

Mögliche Förderprogramme sind:

ProgrammZielgruppe / FörderungFinanzielle Eckdaten

KfW‑Programm 295 – Energieeffizienzprogramm für Produktionsanlagen und -prozesse

NRW.BANK – Energieeffizienzkredit

BAFA – Energieberatung für Unternehmen

KMU und mittelständische Unternehmen, förderfähig sind Maschinen, Anlagen, Prozesswärme, Kälte‑ und Druckluftsysteme

Unternehmen in NRW, die KfW‑Förderungen ergänzen wollen

KMU, alle Branchen

Kredite bis 25 Mio. €, Zins­zuschuss bis 30 % und Tilgungszuschuss bis 55 % (Kombikredit)

Sollzins ab 1,75 % p.a., Laufzeiten bis 20 Jahre, Kreditvolumen bis 2 Mio. €

Zuschuss 50 % der Beratungskosten, max. 4.000 €, Voraussetzung: zertifizierter Energieeffizienz‑Berater (EEB)

Maßnahmen Schritt für Schritt umsetzen – und langfristig profitieren

1

Energieanalyse durchführen

Lassen Sie sich zu Beginn von einer zertifizierten Energieexpertin / einem zertifizierten Energieexperten beraten. Die Analyse liefert ein detailliertes Maßnahmenkonzept und ermöglicht den BAFA‑Zuschuss von bis zu 4.000 Euro.

2

Maßnahmen priorisieren

Die Maßnahmen sollten anschließend nach ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis priorisiert werden. Nutzen Sie dafür am besten eine Amortisationsrechnung: Teilen Sie die Investitionskosten durch die jährliche Einsparung.

Ein Beispiel: Der Umstieg auf LED-Beleuchtung für 10.000 Euro mit einer Einsparung von 3.000 Euro pro Jahr amortisiert sich nach 3,3 Jahren.

3

Fördermittel beantragen

Ihre Hausbank berät Sie und ermittelt, welche Förderkredite Ihnen zur Verfügung stehen. Auch die anschließende Antragstellung und Abwicklung läuft in der Regel direkt über Ihre Bank.

Für Unternehmen in Köln und Bonn ist die Sparkasse KölnBonn also eine gute Ansprechpartnerin. Wer schon jetzt loslegen will oder Fragen hat, kann hier einen Termin vereinbaren.

4

Finanzierung sichern

Kombinieren Sie ggf. den Förderkredit mit einem klassischen Investitionskredit, um die gesamte Investitionssumme abzudecken. Auch dabei ist Ihre Hausbank die beste Anlaufstelle.

5

Umsetzung und Monitoring

Nach der Realisierung sollten Sie den Energieverbrauch kontinuierlich überwachen. Moderne Energie‑Management‑Systeme (EMS), Smart‑Metering und Gebäudeautomationslösungen helfen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf nachzusteuern.

Fazit: Energieeffizienz ist ein strategischer Hebel – und leichter umsetzbar als viele Unternehmen denken

 Mit öffentlichen Förderprogrammen amortisieren sich Investitionen in die Energieeffizienz oft schneller als gedacht. Und neben langfristigen Maßnahmen (z. B. Photovoltaik) gibt es auch kurzfristige Maßnahmen (z. B. LED-Beleuchtung), die vergleichsweise günstig sind und langfristig Geld sparen.

Wer direkt loslegen will, sollte sich am besten vorab professionell beraten lassen – zu den Möglichkeiten, Einsparpotenzialen und vielleicht auch direkt zur passenden Finanzierung.

 Frau prüft Pflanzen auf Gründach

Mehr Grün fürs Klima: Wie Sie ein Gründach dank Förderung einfach realisieren

Gründächer haben viele Vorteile – für das Klima, für Ihr Unternehmen und auch für das Gebäude. Und genau deshalb werden sie in Köln und Bonn umfassend gefördert.

Weiterlesen

 Mann und Frau arbeiten in einer Werkstatt

Der Transformationsprozess für Ihr Unternehmen in 5 Schritten

Erfahren Sie, wie Sie den Transformationsprozess in Ihrem Unternehmen angehen können, worauf es dabei ankommt und wo Sie am besten beginnen.

Weiterlesen

 Frau kommt mit Fahrrad ins Büro

8 Tipps für ein nachhaltiges Büro

Nachhaltigkeit ist in den vergangenen Jahren auch  im Arbeitskontext immer wichtiger geworden. Mit diesen einfachen Tipps leisten Sie einen Beitrag zum Klimaschutz  im Büroalltag.

Weiterlesen

Das könnte Sie auch interessieren

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/03/Headerbild_Bafoeg-Rueckzahlung.jpeg
Ohne Stress zurückzahlen: Alles Wichtige zur BAföG-Rückzahlung

BAföG bekommen – und jetzt geht’s ans Zurückzahlen? Keine Sorge: Mit dem richtigen Überblick kannst du entspannt planen, Fristen einhalten…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/03/Headerbild_Spartipps-Studierende.jpg
Mehr Monat als Geld? Echte Spartipps für Studierende

Zwischen Mensa, Miete und dem obligatorischen Kaffee to go bleibt am Monatsende oft weniger übrig, als man gehofft hat. Aber…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/04/Header-Bild-e1776408408268.png
Raus ins Grüne: spazieren und wandern rund um KölnBonn

„Erus us däm Hus, erus us dä Stadt“! Braucht ihr ne Auszeit in der Natur, müsst ihr nicht stundenlang Auto…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/04/Headerbild_Gruendach-1.jpg
Mehr Grün fürs Klima: Wie Sie ein Gründach dank Förderung einfach realisieren

Gründächer haben viele Vorteile – für das Klima, für Ihr Unternehmen und auch für das Gebäude. Und genau deshalb werden…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/03/Start-Up-Kooperationen-Sparkasse-Koeln-Bonn_AdobeStock_1529209120-2.jpg
Wie Kooperationen neue Chancen für Startups und Unternehmen eröffnen

Startups bringen Mut, Innovationen und agile Denkweisen mit, Unternehmen jahrelange Erfahrung, einen festen Kundenstamm und die nötigen finanziellen Mittel. Eine…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/02/Headerbild_Vermoegensaufbau.jpg
Was ist eine Anlagestrategie? Und wie finde ich eine, die zu mir passt?

Eine Anlagestrategie ist ein gut durchdachter Plan für Ihre Investments. Er schützt Sie vor emotionalen Fehlentscheidungen und gibt den Weg…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/03/Header-Bild-1.png
Mutter- und Vatertagsgeschenke: persönlich und vun Hätze

Jet Spass un Freud verschenke oder zesamme wat erlevve: Wenn nicht zum Vater- oder Muttertag, wann dann? Ihr wollt euren…

https://meinkoelnbonn.de/app/uploads/2026/03/Headerbild-Vorvertrag.jpg
Brauche ich einen Vorvertrag oder eine Reservierungsvereinbarung beim Immobilienkauf?

Sie haben die perfekte Immobilie gefunden und fragen sich nun, ob Sie einen Vorvertrag oder eine Reservierungsvereinbarung benötigen? Wir zeigen…