Ab wann bin ich reich?

Für die einen ist Reichtum ein überdurchschnittliches Einkommen. Für andere bedeutet es finanzielle Unabhängigkeit. Aber ab wann gehört man in Deutschland zu den Reichen? Und ab wann zur Mittelschicht?

Frau sonnt sich zuhause

Was bedeutet Reichtum?

Während einige Menschen bereits ein schuldenfreies Leben und ein gutes Einkommen als „Reichsein“ definieren, verbinden andere Reichtum mit Millionenvermögen, Luxusgütern und finanzieller Unabhängigkeit. Klar ist also: Ob jemand wohlhabend ist, hängt auch vom subjektiven Empfinden ab. Es gibt also keine klare Grenze dafür, ab wann jemand wirklich reich ist. Und trotzdem gibt es Wege, Reichtum in Zahlen auszudrücken.

Einkommensreichtum vs. Vermögensreichtum

Auch wenn Reichtum auf verschiedene Weise definiert werden kann, sind damit oft entweder der Einkommens- oder Vermögensreichtum gemeint:

1. Einkommensreichtum

bezeichnet ein hohes monatliches oder jährliches Einkommen, das weit über dem Durchschnitt liegt.

2. Vermögensreichtum

bezieht sich auf das gesamte finanzielle und materielle Vermögen einer Person oder eines Haushalts. Dazu gehören Kapital, Immobilien und andere Vermögenswerte.

Subjektive Wahrnehmung vs. objektive Daten

Eine klare Definition von Reichtum gibt es nicht – auch, weil die subjektive Wahrnehmung eine Rolle spielt. Studien zeigen, dass wir uns oft reicher oder ärmer fühlen als wir gemessen an objektiven Daten wirklich sind. Unsere Wahrnehmung hängt auch davon ab, mit wem wir uns vergleichen: Wer sich eher mit wohlhabenden Menschen vergleicht, hält sich oft für weniger wohlhabend – auch wenn das eigene Gehalt oder Vermögen deutlich über dem Durchschnitt liegt.

Und wenn wir über (subjektiven) Reichtum sprechen, spielt es auch eine Rolle, wo wir leben. Denn während in Städten wie München, Frankfurt oder Hamburg ein Nettohaushaltseinkommen von 5.000 Euro kaum ausreicht, um einen gehobenen Lebensstil zu führen, ermöglicht ein entsprechendes Gehalt in ländlichen Regionen oft einen hohen Lebensstandard. Ein hohes Gehalt bedeutet also bei hohen Lebenshaltungskosten nicht unbedingt Reichtum.

1. Einkommensreichtum: Wie viel muss ich verdienen, um in Deutschland als reich zu gelten?

Per Definition ist ein Haushalt reich, wenn er mehr als 200 Prozent des Median-Nettoeinkommens verdient. „Median“ bedeutet, dass die Hälfte der Bevölkerung mehr und die andere Hälfte weniger verdient. Würde man nur das durchschnittliche Nettoeinkommen heranziehen, würden besonders hohe und niedrige Gehälter den Durchschnittswert verzerren – deshalb das Median-Einkommen.

Für ganz Deutschland gesehen bedeutet das: Liegt Ihr Netto-Monatseinkommen bei 5.110 Euro, gelten Sie als „einkommensreich“. Denn laut Statista lag das Median-Nettoeinkommen von Singles im Jahr 2023 bei 2.555 Euro.

Solche Vergleiche können Sie auch auf Ihren Wohnort übertragen. Denn je nach Wohnort variieren zum Teil auch die Gehälter: In Bonn liegt das Durchschnittsgehalt im Jahr beispielsweise bei 52.082 Euro, während es in Köln mit 49.845 Euro etwas niedriger ausfällt.

Eine Übersicht, ab wann man in Deutschland von „Einkommensreichtum“ spricht:

  • Singles: 110 Euro netto pro Monat
  • Paare ohne Kinder: 665 Euro netto pro Monat
  • Familie mit zwei Kindern: 731 Euro netto pro Monat

Mit diesem Einkommen sind Sie auch gar nicht mehr so weit entfernt von den Top-10-Verdienerinnen und -Verdienern: Zu denen gehören Sie, wenn Sie als Single etwa 5.800 Euro netto verdienen. Und zu den oberen ein Prozent, wenn Sie etwa 10.000 Euro netto im Monat verdienen.

Berechnen Sie Ihr Vermögen im Vergleich

Sie möchten wissen, wo Sie gerade stehen? Mit dem Rechner vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln können Sie Ihr Einkommen einfach vergleichen:

Jobs mit der größten Chance auf Einkommensreichtum

Wer Einkommensreichtum anstrebt, sollte die Augen bei der Jobwahl aufhalten: Denn je nach Beruf variieren die Gehälter stark.

Zu den zehn bestbezahlten Berufen gehören laut Kununu Gehaltscheck:

BerufDurchschnittliches Gehalt pro Jahr
Flugverkehrskontrolleurin oder -kontrolleur93.300 €
Wirtschaftsprüferin oder -prüfer88.700 €
Medical Advisor86.600 €
Ärztin oder Arzt85.900 €
Pilotin oder Pilot85.500 €
Softwarearchitektin oder -architekt84.500 €
Programmverantwortliche oder -verantwortlicher83.900 €
Legal Counsel81.600 €
Portfolio-Managerin oder -Manager81.200 €
Professorin oder Professor80.900 €

2. Vermögensreichtum: Ab welchem Vermögen ist man in Deutschland reich?

Beim Vermögensreichtum zählt nicht das, was jeden Monat reinkommt, sondern vor allem das, was da ist. Zum Vermögen gehören Ersparnisse, Immobilien, Aktien, Unternehmensbeteiligungen und andere Werte. Laut Statista besitzt der Durchschnittshaushalt in Deutschland rund 93.700 Euro Nettovermögen – liegt Ihr Vermögen darüber, sind Sie reicher als ein großer Teil Deutschlands.

Bei der Angabe des durchschnittlichen Nettovermögens ist allerdings zu beachten, dass es einen großen Unterschied zwischen „reichen“ und „armen“ Haushalten gibt. Denn allein die Top-10-Prozent besitzen mindestens 500.000 Euro Vermögen, die oberen ein Prozent sogar mindestens 2,5 Millionen. 

Schritt für Schritt Richtung Reichtum: Wie Sie langfristig Vermögen aufbauen

Vermögensreichtum entwickelt sich in den meisten Fällen nicht von heute auf morgen. Bei schätzungsweise 50 Prozent der Personen kommt das Vermögen durch Erbschaften zustande – ein finanzieller Vorteil beim Vermögensaufbau. Die anderen 50 Prozent bauen ihr Vermögen durch Sparen und Investitionen auf. Die gute Nachricht dabei: Jede und jeder kann – unabhängig von der aktuellen finanziellen Situation – etwas tun.

Regelmäßig sparen

Regelmäßiges Sparen ist zwar kein Geheimtipp, aber eine ziemlich wichtige Sache, um langfristig Vermögen aufzubauen. Schon kleine Sparbeträge, zum Beispiel 15 Euro im Monat, lohnen sich. Wichtig ist einzig und allein, dass Sie regelmäßig sparen. Denn genau so wirkt der Zinseszinseffekt am besten.

In Aktien, Fonds oder Immobilien investieren

Sparen ist die eine Sache. Investieren die andere. Denn wer in Aktien oder Fonds investiert, kann womöglich langfristig von hohen Renditen profitieren – also mehr aus dem eigenen Geld machen. Das ist vor allem in Zeiten der Inflation eine gute Möglichkeit.

Für Einsteigerinnen und Einsteiger eignen sich vor allem ETFs. Mit ihnen gehen Sie ein überschaubareres Risiko ein. Schließlich investieren Sie in eine Vielzahl an Unternehmen. Bei Einzelaktien ist das Risiko etwas höher, dafür haben Sie aber oft auch höhere Renditechancen. Das Einzige, was Sie dafür brauchen, ist ein Depot.

Direkt loslegen und langfristig profitieren

Vom Einstieg in Fonds und ETFs bis hin zu Aktien-Sparplänen: Entwickeln Sie mit uns eine Anlagestrategie, die zu Ihnen passt. Für einen langfristigen Vermögensaufbau.

Zur Depoteröffnung

Passive Einkommensquellen schaffen

Eine vermietete Immobilie kann eine Möglichkeit sein, Ihr Kapital langfristig anzulegen und von einer passiven Einkommensquelle (den Mieteinnahmen) zu profitieren. Auch darüber hinaus gibt es Möglichkeiten, in Immobilien zu investieren.

Mit dem richtigen Mindset

Ein nachhaltiger Vermögensaufbau funktioniert in den meisten Fällen nur, wenn das, was Sie ausgeben, in einem gesunden Verhältnis zu Ihren Einnahmen steht. Denn jemand, der 10.000 Euro monatlich verdient, aber 9.500 Fixkosten hat, ist finanziell schwächer aufgestellt als jemand mit 3.000 Euro Gehalt und 1.500 Euro Fixkosten. Zumindest in der Theorie können Sie schließlich mehr investieren, wenn am Ende des Monats mehr übrigbleibt.

Es lohnt sich daher auch, das eigene Verhalten zu überdenken und bewusst zu konsumieren. Stellen Sie sich häufiger mal die Frage: Brauche ich das wirklich?

Und die Frage aller Fragen ist: Macht Geld glücklich?

Finanzielle Unabhängigkeit kann ein Weg zu einem erfüllten Leben sein und auch materieller Wohlstand bringt mehr Freiheiten. Viele Menschen, die per Definition reich sind, berichten aber vor allem, dass echte Zufriedenheit durch andere Faktoren entsteht – darunter Selbstverwirklichung, Zeit für die Familie, Freundinnen und Freunde oder eine sinnstiftende Arbeit.

Statt nur nach finanziellem Reichtum zu streben, sollten wir also alle überlegen, was unser persönlicher Reichtum ist. Ist es wirklich ein überdurchschnittliches Einkommen? Oder doch eher Zeit für Dinge, die Spaß machen? Natürlich kann es dabei aber auch nicht schaden, das eigene Geld sinnvoll anzulegen und einen finanziellen Puffer aufzubauen.

Fazit: Reichtum ist eher ein Empfinden und nicht nur in Zahlen definierbar

Reichtum ist alles in allem eher subjektiv als objektiv. Denn auch wenn wir uns mit Median-Nettoeinkommen oder durchschnittlichen Vermögenswerten untereinander vergleichen können, zählen am Ende vor allem unsere eigene Wahrnehmung, unser persönlicher Lebensstil und unsere selbst gesetzten Ansprüche.

Wer große finanzielle Ziele hat, sollte am besten jetzt anfangen, mehr aus dem eigenen Geld zu machen. Ein bewusstes Konsumverhalten, regelmäßiges Sparen und smarte Investitionen können dabei helfen, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

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