Couragiert, kultig, konsequent: 20 bedeutende Frauen aus Köln und Bonn

Sozialpolitisches Engagement, historische Leistungen, mitreißendes Entertainment: Frauen aus der Region prägten und prägen die Geschichte ihrer Städte. Mit lokalen, nationalen und internationalen Erfolgen. Darauf sind wir sehr stolz! Leider sind aber auch heute noch Themen wie Diskriminierung und Ungerechtigkeit aktuell.

gruppe von frauen zeigt zusammenhalt

Deshalb freuen wir uns, dass beim Weltfrauentag am 8. März wieder für Gleichberechtigung, Akzeptanz und Gerechtigkeit demonstriert wird. Und präsentieren zu diesem Anlass eine Liste von 20 Kölner und Bonner Power-Frauen, die sich durch besondere Aktivitäten, Einfallsreichtum und ihre Persönlichkeit ausgezeichnet haben bzw. das weiterhin tun. Wir mussten uns dabei auf eine kleine Auswahl beschränken, aber die Liste könnten wir natürlich noch endlos erweitern.

Von Vorbildern und Pionierinnen: Kölner und Bonner Power-Frauen

1. Tuğba Tekkal

Köln ist fußballverrückt – und Tuğba Tekkal deshalb die perfekte Kandidatin für den Kick-off unserer Frauen-Power-Liste. Die ehemalige Profi-Spielerin schaffte es vom Bolzplatz in die Bundesliga und schnürte z. B. für den Hamburger SV (2008-2009) und den 1. FC Köln (2009-2017) die Fußballschuhe.

Auch nach ihrer Sport-Karriere schreibt Tekkal positive Schlagzeilen: Mit ihrer 2015 mitgegründeten Menschenrechtsorganisation HÁWAR.help e.V. kämpft sie für humanitäre Hilfe, Mädchen- und Frauenrechte sowie Demokratie unter anderem im Irak und in Deutschland. Teil dieser Initiative ist neben den SCORING GIRLS*, einem inklusiven Fußballprojekt in Köln und Berlin für geflüchtete oder sozial benachteiligte Mädchen, auch „Back to Life“: Eine Empowerment-Maßnahme für Frauen aus IS-Kriegsgefangenschaft, die neben psychosozialer Fürsorge auch Alphabetisierungs- und Bildungs-Kurse bietet.

2. Heide Simonis

Eine echte politische Pionierin: Die 1943 in Bonn geborene Heide Simonis (Mädchenname: Steinhardt) war als ehemalige Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins (1993-2005) die erste Frau, die einer Landesregierung vorstand. Und außerdem eine Globetrotterin: Studium in Erlangen-Nürnberg und Kiel (Volkswirtschaftslehre), Deutschlehrerin und Marketing-Researcherin während ihrer Sambia- und Japan-Aufenthalte mit ihrem Ehemann.

Simonis‘ politischer Werdegang begann unterdessen Ende der 60er Jahre in der SPD. Später war sie viele Jahre als Bundestags- und Landtagsabgeordnete aktiv.

Bewundernswert war auch das soziale Engagement von Simonis, die 2023 in Kiel verstarb:  So unterstützte sie u. a. die Stiftung Schüler Helfen Leben bei der Bildungs-, Jugend- und Friedensarbeit und war von 2005 bis 2008 Vorsitzende von Deutschland.

3. Trude Herr

„Niemals geht man so ganz“ und „Ich will keine Schokolade“: Die von Trude Herr (geboren 1927 in Köln-Kalk) gesungenen Klassiker bleiben! Die Schauspielerin, Theaterdirektorin und Sängerin amüsierte ihr Publikum bei Auftritten häufig in rheinischer Mundart – und passte zu Kölle wie Topf und Deckel. Aufgewachsen in „Müllem“ hatte Herr zunächst Nebenrollen am Millowitsch-Theater. Anschließend gründete sie mit Gustav Schallhardt die „Kölner Lustspielbühne“ und begeisterte ihr Publikum ab 1954 als Büttenrednerin im Karneval. In den 70er Jahren führte sie mit eigenem Ensemble u. a. ihre Stücke „Familie Pütz“ und „Scheidung auf kölsch“ auf. Und eröffnete 1977 schließlich ihr eigenes „Theater im Vringsveedel“ (das heutige Odeon), wo sie zeitgemäße und sozialkritische Themen auf die Bühne brachte. Leider musste das Theater 1986 trotz hoher Besucherquote schließen und die Gesundheit der Kölner Ikone verschlechterte sich, bis sie 1991 in Aix-en-Provence verstarb. Doch Trude bleibt zusammen mit ihren Werken unvergessen.

4. Mildred Scheel

Krebskranke Menschen unterstützen und ihnen Hoffnung spenden: Das machte sich Mildred Scheel zur Lebensaufgabe. Geboren wurde sie als Mildred Wirtz in Köln, studierte Medizin in München, Innsbruck und Regensburg, arbeitete als Ärztin und kümmerte sich alleinerziehend um ihre Tochter Cornelia. Ende der 60er Jahre heiratete die couragierte Medizinerin den ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel und zog nach Bonn.

Als die „First Lady“ 1974 schließlich die   gründete, war öffentliches Reden über die tückische Krankheit endlich kein Tabu mehr. Dabei spielte Unabhängigkeit für Scheel und ihre Mitgründer eine zentrale Rolle: Man verzichtete auf Spenden der Pharma-Industrie bzw. auf öffentliche finanzielle Unterstützung.

Mildred Scheel starb 1985 in Folge einer Darmkrebserkrankung. Sie wird als sozial engagierte, meinungsstarke Vorbild-Frau in Erinnerung bleiben.

5. Carolin Kebekus

„Es kann nur eine geben“! Die Kölner Komikerin Carolin Kebekus ist eine der major Spaßmacherinnen – eine echte Größe in Sachen Stand-up-Comedy und humorvolles TV-Entertainment. Ihre Erfolgsstory begann sie als Praktikantin bei „RTL Freitag Nacht News“, wo sie spontan für einen Sketchdreh einsprang. In ihrem unterhaltsamen Lebenslauf findet man außerdem Stationen wie “Was guckst du?!”, “RTL Comedy Nacht” und ihre erste eigene TV-Produktion “Broken Comedy”.

Und weil die Kebekus auch Stand-up-Nummern kann, war ab 2011 im Rahmen ihres Soloprogramms deutschlandweit „Pussy Terror“ angesagt. Es folgten selbstironisches und sarkastisches “PussyTerror TV” und “Die Carolin Kebekus Show”, wo die humorvolle Künstlerin auch ihre feministische Seite zeigt. Auszeichnungen wie u. a. sieben Deutsche Comedypreise, der Bayerische Kabarettpreis und der Grimme-Preis bestätigen: Läuft bei ihr! Singen kann sie natürlich auch: z. B. mit ihren “Beer Bitches” oder auch mal mit Kasalla und Brings.

6. Saloua Mohammed

Sozialarbeiterin, Streetworkerin, Kämpferin gegen Diskriminierung und Gewalt: Für ihr unermüdliches Engagement wurde Saloua Mohammed 2023 als Botschafterin für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet. Die als Kind marokkanischer Eltern in Leverkusen aufgewachsene studierte Sozialwissenschaftlerin arbeitet an der Hochschule Düsseldorf und an der Technischen Hochschule Köln, wo sie auch promoviert. Seit vielen Jahren kämpft Saloua gegen Rassismus und Extremismus und berät Jugendliche und Familien ehrenamtlich zu diesen Themen in Bonn-Tannenbusch. Dort leitet sie seit 2019 zusammen mit Malika Imzouaren, Sozialarbeiterin im Jugendforum der Evangelischen Lukaskirchengemeinde, PowerMIND: Ein Empowerment-Projekt für Mädchen und Frauen zwischen 16 und 28 Jahren mit Fokus auf politischer Bildungsarbeit.

7. Lale Akgün

Vorhang auf für die erste Bundestagsabgeordnete mit Migrationsgeschichte: Lale Akgün. Die in Istanbul geborene Diplom-Psychologin promovierte an der Kölner Uni, arbeitete bei der Familienberatung der Stadt und wohnt derzeit auch in Köln. 1982 trat Akgün der SPD bei und war von 2002 bis 2009 Mitglied im Bundestag. Dort setzte sich u. a. beherzt im Rahmen der deutschen Islampolitik ein, z. B. als Sprecherin der Arbeitsgruppe „Migration und Integration“.

Eine engagierte, vielbeschäftigte Frau ist Lale Akgün, Autorin mehrerer Bücher, auch weiterhin: Seit 2017 ist sie als Senior-Researcher am Internationalen Zentrum für Nachhaltige Entwicklungspolitik (IZNE) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg aktiv. Und außerdem Teil des Netzwerks „ . Übrigens: Schon 2012 wurde Akgün mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

8. Nicole Klaski

Schonmal bei THE GOOD FOOD eingekauft, den Lebensmittel-Stores mit dem “Zahl, was es dir wert ist”-Prinzip? Gründerin und Geschäftsführerin dieser coolen Kölner Konzeptläden ist Nicole Klaski: Eine Food-Visionärin für Reste-Supermärkte. Ihre zeitgemäßen Ziele: weniger Lebensmittelverschwendung und größeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Vor der Verwirklichung dieses Projekts ist Klaski ganz schön rumgekommen in der Welt: Jura-Studium in Köln, Master of Human Rights in Australien, Tätigkeit für eine NGO (Non-Governmental Organisation) in Nepal und Bangladesch. Außerdem war sie schon bei Menschenrechtsprojekten aktiv und setzt sich z. B. durch private Kleidertauschparties für Umweltschutz ein.

THE GOOD FOOD gibt’s seit 2017: An den Standorten in Ehrenfeld, Sülz und im Agnesviertel bekommt man u. a. krumm gewachsenes Gemüse oder noch genießbare Waren mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum.

Veganes in Köln und Bonn bekommst du natürlich auch an einigen weiteren Spots.

9. Gertrud „Mucki“ Koch

Eine Jugend für den Widerstand gegen die NS-Diktatur lebte die Kölnerin Gertrud „Mucki“ Koch (*1924 †2016). So verweigerte sie als kommunistische „Rote Jungpionierin“ z. B. die Mitgliedschaft im „Bund Deutscher Mädel“. Mit einer Freundesgruppe machte „Mucki“ nicht nur Musik und wanderte, sondern unternahm auch politische Aktivitäten. So warfen die jungen Leute u. a. Flugblätter aus der Hauptbahnhof-Kuppel in Köln ab – Verhaftungen waren die Konsequenz. 1942 landete Koch im Gestapo-Gefängnis Brauweiler, musste Misshandlungen und Schläge ertragen. Als sie 1943 plötzlich entlassen wurde und mit ihrer Mutter nach Süddeutschland floh, war „Muckis“ Vater als Kommunist bereits im KZ ermordet worden. Nach dem Ende des Krieges kam Gertrud Koch zurück nach Köln. Ihre bewegende Lebensgeschichte erzählte diese mutige Frau, der man 2011 das Bundesverdienstkreuz verlieh, aber erst im Jahre 2000 öffentlich.

10. Kim Petras

Die in Bonn geborene Singer-Songwriterin Kim Petras wurde 2008 schlagartig bekannt: Mit gerade einmal 16 Jahren unterzog sie sich als weltweit jüngste Transperson einer geschlechtsangleichenden Operation. Und auch ihre Karriere als Sängerin plante sie früh, indem sie ihre Songs wie z. B. die Single „Last Forever“ online veröffentlichte. Kim Petras zog nach Los Angeles, um dort als Komponistin zu arbeiten und gründete das Musiklabel BunHead Records.

Der große Karriere-Boost kam aber erst mit ihrem Stück „I Don’t Want It at All”, der u. a. auf Spotify rauf und runter gestreamt wurde. Danach brachte sie ihr Debütalbum “Clarity” auf den Markt und veröffentlichte mit Sam SmithUnholy”. Dank TikTok ging der Hit viral, stand in den USA, Großbritannien, Australien und Kanada auf Platz 1 der Charts und bescherte Petras und Smith 2023 sogar den Grammy-Award.

12. Maria Gräfin von Linden

Maria Gräfin von Linden (*1869 †1936) war eine Pionierin in Sachen Bildung. Die war für Frauen viel zu lange nicht vorgesehen, davon ließ sich die Zoologin aber nicht aufhalten. Sie machte – dank Sonderzulassung – als erste Württembergerin das Abitur und absolvierte als erste Studentin der Universität Tübingen ein naturwissenschaftliches Studium. Zwar wurde sie dort lediglich als Gasthörerin geduldet, bekam aber den Titel Scientiae Naturalis Doctor verliehen – natürlich als Deutschlands erste Frau.  Von Lindens Fachwissen und Forschungsergebnisse faszinierten: Sie fand z. B. heraus, dass Kupfer antiseptisch wirkt, eine entscheidende Erkenntnis für die Herstellung von sterilem Verbandsmaterial. So durfte sie als erste preußische Frau Professorin an der Universität Bonn werden, eine Lehrerlaubnis bekam sie allerdings nicht.

Beachtlich war auch von Lindens Engagement als Gegnerin des Nationalsozialismus, den sie schon früh als Bedrohung erkannte und 1933 zwangspensioniert wurde. Anschließend unterstützte sie eine jüdische Familie in Bonn und wanderte nach Liechtenstein aus, wo sie bis zu ihrem Tod weiterhin wissenschaftlich aktiv war.

Das Frauenförderprogramm der Uni Bonn wurde nach Maria von Linden benannt.

13. Oma Kleinmann

Bei Einheimischen Tradition, für Immis ein Geheim-Tipp: Das Schnitzel-Lokal „Bei Oma Kleinmann“ auf „der Zülpicher“. Doch wieso eigentlich dieser Name? Wegen der gelernten KöchinPaula Kleinmann, die 1941 nach Köln kam und ein paar Jahre später mit ihrem zweiten Ehemann Will Kleinmann die Kneipe „Zum Goldenen Krug“ eröffnete: Ein gastfreundlicher, beliebter Treffpunkt bei der Nachbarschaft, Promis und Studierenden, die von der Oma auch mal eine Mahlzeit „för ömesöns“ bekamen. 1979 war Paula sogar im „Kölner Treff“ des WDR zu Gast.

Und weil Besucher diesen perfekten Spot für deftige Kost und lecker Kölsch sowieso nur noch „Bei Oma Kleinmann“ nannten, benannte man das Lokal 1999 offiziell um. Im Jahre 2003 wurde Olaf-Maria Wolf Pächter des Ladens, die 95-jährige Paula Kleinmann verstarb 2009. Davor blieb sie aber noch lange die gute Seele des Restaurants, begrüßte die Gäste und half beim Kartoffeln schälen.

14. Rita Maiburg

Berufliche Akzeptanz, Fairness, Gleichberechtigung: Dafür kämpfte Rita Maiburg entschlossen. Schon in ihrer Jugend machte die Bonnerin eine Flugausbildung und bekam zwei Jahre später eine Privatpilotlizenz. Bei der Bundesanstalt für Flugsicherung bildete Maiburg sich weiter und war danach zunächst im Büro und als Copilotin tätig. Als sie arbeitslos wurde und keinen Job mehr bekam, zog sie vor Gericht: Denn die Bundesrepublik Deutschland und die Lufthansa ließen damals weder die Ausbildung noch eine Anstellung von Pilotinnen zu. Das Verfahren verlor Rita Maiburg – und gewann trotzdem: Dank ihrer Bekanntheit stellte die Deutsche Luftverkehrsgesellschaft (DLT) sie ein. 1976 wurde Maiburg schließlich die erste Linien-Flugkapitänin der Welt. Allerdings hielt man ihre weibliche Identität zunächst geheim und bezeichnete sie bei Bordansagen als „Kapitän“.

Im Jahre 1977 verstarb die erst 25-jährige Rita Maiburg tragisch eine Woche nach einem schweren Verkehrsunfall in Folge einer Lungenembolie. In Bonn und Köln benannte man später Straßen nach dieser vorbildlichen Wegbereiterin für Pilotinnen.

15. Alex Mariah Peter

Die 16. Staffel von Germany’s Next Topmodel bot etwas Neues: Denn mit Alex Mariah Peter gewann zum ersten Mal seit Bestehen dieser TV-Show eine Transfrau. Geboren 1997 in Köln hatte die Gewinnerin im Alter von 21 Jahren ihr Coming-out. Anschließend ließ sie Operationen zur Geschlechtsangleichung vornehmen.

Der Topmodel-Sieg war unterdessen ein echter Karriere-Kick: Alex Mariah modelte danach schon für Top-Marken wie Swarovski, Douglas, Oceansapart, Dior Beauty, Westwing, L’Oréal, Crocs und Karl Lagerfeld. Und engagierte sich auch sozial: So baute sie 2023 im Rahmen einer Lego-Kooperation ein Herz, das man bei einer Versteigerung anbot. Die Einnahmen wurden der Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ gespendet.

16. Özlem Doger-Herter

Datenbasierte Projekte und Technik sind Männersache? Von wegen! Mit ihrem 2018 gegründeten Start-up ask-a-woman.com fördert Özlem Doger-Herter Diversität in der Technologiebranche. Studiert hat die Bonner Unternehmerin an der Technischen Hochschule Köln. Aktuell arbeitet sie auch als Ambassador der Stanford University für WOMEN IN DATA SCIENCE, Hochschul-Dozentin und Autorin des Springer Verlags.

Und weil Multitasking eben oft Frauensache ist, macht sich Doger-Herter auch als Botschafterin des Digital Hub in Bonn stark und ist seit 2020 bei bundesweiten und internationalen Hackathons aktiv, z. B. beim Hackathon der Bundesregierung #WirVsVirus.

17. Marianne Pitzen

Marianne Pitzen zählt zu den aufmüpfigen Frauen – und wurde 2014 von der gleichnamigen Stiftung ausgezeichnet. Weil sie mit dem 1981 gegründeten weltweit ersten Frauenmuseum in Bonn einen wunderbaren Ort geschaffen hat, an dem Künstlerinnen zeitgenössisch Kreatives und Frauenkultur öffentlich in Szene setzen können.

1969 realisierte die in Stuttgart geborene Pitzen ihre erste Ausstellung, zahlreiche weitere sollten in den namhaften Frauengalerien folgen. Zudem veröffentlichte sie in den 70er Jahren gemeinsam mit ihrem Mann „Circular“, eine „Zeitschrift für Kunst und Gestaltung“.

Markenzeichen der Feministin ist auch die Verschmelzung von Künstlerischem und Politischem. So stellte sie schon mehrfach mit provokanten Aktionen Künstlerinnen und ihren Status in den Blickpunkt. 1998 zeichnete man Marianne Pitzen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland aus.

Übrigens: In der Region Köln/Bonn gibt’s zahlreiche weitere besondere Museen, deren Besuch sich echt lohnt.

18. Hella von Sinnen

Moderieren, schauspielern, synchronisieren – von Sinnen kann’s. Die gebürtige Gummersbacherin ist seit Jahrzehnten eine Entertainment-Institution. In den 80er Jahren war die Komikerin in Kölle Mitglied der Kabarettgruppe „Stinkmäuse“ (u. a. mit Dirk Bach) sowie des „Filmdose“Theaterensembles. Und alberte außerdem mit Hugo Egon Balder in der RTLplus-Spielshow “Alles Nichts Oder?!” Später amüsierte die mit den schrillen Outfits ihre Fans und sich selbst in der Kultsendung „Genial daneben“, bei etlichen Promi- und Comedy-Specials oder als Synchronsprecherin. Und wurde 2011 zurecht Ehrenpreisträgerin des Deutschen Comedypreises. Ebenfalls unterhaltsam: „Dat Helli“ moderiert als bekennende Donald-Duck-Liebhaberin seit einigen Jahren den Comic-Talk – eine Gesprächsrunde für Graphic Novels.

Aber die lustige Hella kann auch ernst: So beeindruckt(e) die ehemalige Lebensgefährtin von Cornelia Scheel durch ihren öffentlichen Einsatz gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Und spielte in einem AIDS-Aufklärungswerbespot zu Beginn der 90er eine kultige Kassiererin.

19. Célia Šašić

Nicht nur Fußballfans dürfte Célia Šašić ein Begriff sein: Die ehemalige Nationalspielerin ist heute DFB-Vizepräsidentin für Gleichstellung & Diversität sowie als Botschafterin der EURO 2024 unterwegs. Fußball faszinierte die in Bonn als Célia Okoyino da Mbabi geborene Sportlerin schon mit fünf Jahren: So spielte sie zunächst bei einigen Vereinen in der Region. Anschließend war Šašić in den Frauenfußball-Teams SC 07 Bad Neuenahr (2004-2013) und 1. FFC Frankfurt (2013-2015) aktiv. In ihrer Frankfurter Zeit gewann sie den DFB-Pokal, die UEFA Women’s Champions League und wurde zweimal Torschützenkönigin in der Bundesliga. Auch während ihrer Karriere als Nationalspielerin überzeugte Šašić mit ihrem Torinstinkt und schoss beeindruckende 63 Treffer in 111 Länderspielen. Außerdem wurde sie 2009 und 2013 mit Deutschland Europameisterin. Neben ihren Aufgaben als Fußballfunktionärin engagiert sich Célia Šašić als GoVolunteer-Botschafterin für Vielfalt und Toleranz und fördert bei der Theo-Zwanziger-Stiftung den Mädchen- und Frauenfußball.

20. Dr. Daniela Büchel

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur der REWE Group. Und das ist vor allem Dr. Daniela Büchel zu verdanken, unter deren Führung diese Strategie 2008 definiert wurde. Büchel promovierte in Wirtschaftswissenschaften an der Kölner Uni und arbeitete ab 2003 im REWE-Konzerncontrolling. 2014 wechselte sie schließlich in die Geschäftsleitung und ist für Personal und Nachhaltigkeit verantwortlich.

Und weil sie diese Themen mit Passion und Überzeugung angeht, engagiert Daniela Büchel sich auch außerhalb ihres Konzerns ganz besonders für Umweltbewusstsein und Soziales: Als Beirätin des Projekts “Gemeinsam Boden gut machen” zur Förderung ökologischer Landwirtschaft in Deutschland, als Jurymitglied des Deutschen Nachhaltigkeitspreises und als Teil des Kuratoriums der Tafel Deutschland.

Beherztes Engagement, bedeutsame Leistungen: Frauen aus der Region

Auch wenn die Auflistung hier endet: Beispiele starker, couragierter und kultiger Frauen gibt’s noch viele. Wie Agrippina die Jüngere, die als Kölner Stadtgründerin gilt und deren Statue heute den Rathausturm schmückt. Oder die Heilige Ursula, Schutzpatronin Kölns. Auch Bonn hat zahlreiche beeindruckende Beispiele: Einige davon zeigen ab dem 6. Mai 2024 die vier „FrauenOrte NRW“, mit Stelen und Gedenktafeln für besondere Frauen der Stadtgeschichte. Dort erinnert man u. a. an die „stillen Heldinnen“ Frieda Mager, Sibylla Cronenberg und Katharina Bayerwaltes, die zur NS-Zeit ihr Leben für die Rettung von Jüdinnen und Juden riskierten.

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