Das Kellergeschoss des U-Bahnhofs
Für die Verlegung der Linien unter die Erde gab es zwar noch keinen Termin, da im gesamten Bereich Deutz umfassende Baumaßnahmen hätten durchgeführt werden müssen. Dennoch wurde die unterirdische Haltestelle unterhalb der U-Bahn-Gleise der Linien 1 und 9 angelegt. 17 Meter unter der Erdoberfläche wurde das geschaffen, was Uwe Grimsehl das Kellergeschoss des U-Bahnhofs Bahnhof Deutz/Lanxess Arena nennt. „Es war deutlich kostengünstiger, die Gleise direkt mitzubauen, als nachträglich einen zweiten Bahnhof unterhalb anzulegen“, erklärt er.
Doch die Verlegung der Linien 3 und 4 fand nie statt. Noch heute, mehr als 30 Jahre später, befindet sich die Haltestelle im Rohbau und ist nur durch eine kleine Treppe, versteckt hinter einer Stahltür an Gleis 2 des U-Bahnhofs, erreichbar. Unten herrscht eine feuchte Wärme, einige Leuchtröhren spenden karges Licht und die Linien 1 und 9 donnern laut oberhalb über die Gleise. Menschen kommen nur selten in den verlassenen Bahnhof. Alle drei Monate müssen der Abteilungsleiter und sein Team eine Begehung des niemals fertiggestellten Bahnhofs machen. „Wir überprüfen, ob Wasser eingedrungen ist oder ob Risse in der Wand entstanden sind. Glücklicherweise handelt es sich um einen sehr robusten Betonbau, und es mussten noch nie größere Reparaturarbeiten durchgeführt werden“, sagt Grimsehl.
Keine Nutzung für geheimen U-Bahnhof
An ein Tunnelnetz angeschlossen wurde die Haltestelle nie. „Es existiert wirklich nur dieser Bahnhof, die U-Bahn-Tunnel für eine neue unterirdische Linie müssten erst gebaut werden“, erklärt Uwe Grimsehl. Geplant ist das für die nächsten Jahre nicht. Die Linien 3 und 4 fahren oberirdisch großzügig ausgebaute und barrierefreies Haltepunkte an. „Außerdem sind die Fußwege für die Fahrgäste bei oberirdischen Haltestellen kürzer“, sagt der gelernte Bauingenieur augenzwinkernd.
Auch als Veranstaltungsort kann der U-Bahnhof nicht genutzt werden. Schon häufiger gingen beim Kölner Amt für Brücken, Tunnel und Stadtplanung Anfragen zur Nutzung des „vergessenen“ Bahnhofs als Eventlocation ein. Doch Veranstaltungen scheiterten an genehmigungsrechtlichen Auflagen und der finanziellen Machbarkeit.
„Man müsste Millionen investieren, um überhaupt eine Zugänglichkeit zu schaffen, ganz zu schweigen von dem Innenausbau oder den Maßnahmen für den Brandschutz“, muss Grimsehl alle Interessentinnen und Interessenten enttäuschen.
Und so bleibt der geheime U-Bahnhof von Köln vermutlich weiterhin leer und wird nur alle drei Monate bei Kontrollgängen betreten.