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Haus Fühlingen

Der Gutshof blickt auf eine lange Geschichte zurück, schaurige Erzählungen ranken sich um das Gebäude. Noch steht es unter Denkmalschutz, aber die Zukunft des Gebäudes ist ungewiss.

adobe.stock/MoBloS
Das Haus Fühlingen ist Schauplatz einiger trauriger Ereignisse gewesen.

Die Geschichten, die sich um dieses verlassene Haus ranken, sind verworren und entsprechen nicht immer der Wahrheit. Gerade die vielen Mythen veranlassen immer wieder Menschen dazu, das Gelände illegal zu betreten und sich auf „Spurensuche“ zu begeben. Manche berichten sogar, es spuke in dem Anwesen. Aber Vorsicht: Das Gebäude ist baufällig und an verschiedenen Stellen eingestürzt oder einsturzgefährdet. Das Betreten des Hauses und des Geländes ist verboten.

Erbaut wurde Haus Fühlingen oder die Villa Oppenheim, wie das Gebäude auch genannt wird, von 1884 bis 1888. Nicht zu verwechseln ist es mit der Villa Oppenheim/Palais du Rhin in Bayenthal. Jedoch beginnt die spannende Geschichte dieses Platzes schon früher.

Kampf ums Erbe

Bereits am 5. Juni 1288 fand dort eine bedeutende Schlacht statt. Der Grund war ein Erbfolgestreit zwischen Siegfried von Westerburg (Erzbischof von Köln) und Johann I. von Brabant (Herzog von Brabant), den die beiden auf der Fühlinger Heide austrugen. Oder besser gesagt: austragen ließen. Denn die beiden Kontrahenten schickten ihre Truppen vor. Der Überlieferung nach boten sich den Soldaten grausame Bilder auf dem Schlachtplatz. Es sollen 1.100 Kämpfer an diesem Tag ums Leben gekommen sein.

Viel Platz für ein Anwesen

Einige Jahrhunderte später, im Jahr 1884, erstand Eduard Freiherr von Oppenheim dort 186 Morgen Land der Fühlinger Heide, direkt an der heutigen Neusser Landstraße gelegen. Er wollte dort zu „Trainingszwecken“ ein Gestüt sowie eine Rennbahn etablieren. Vier Jahre lang wurde am Gestüt, der Rennbahn sowie dem prächtigen Gutshaus gebaut. Es umfasste zweieinhalb Geschosse und besaß eine Loggia mit Freitreppe. 1907 verkaufte der Freiherr das Anwesen wieder – das Gelände und die Bodenbeschaffenheit waren nicht für die Trainingszwecke geeignet. Oppenheim hatte bereits 1869 das Gestüt Schlenderhahn, welches für seine Ansprüche besser geeignet war, ersteigert. Dorthin zog die Familie Oppenheim nun. Das Gestüt ist noch heute für seine erstklassigen Vollblüter bekannt. Die Rennbahn wurde von dem nachfolgenden Besitzer abgeholzt und teilweise ausgebaggert.

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Die 1940er-Jahre

Danach wird es ruhig um den Hof. Erst 1943 taucht es wieder in Überlieferungen auf. Mittlerweile in den Händen der Nationalsozialisten, diente das prunkvolle Gebäude als Schlafstätte für Zwangsarbeiter. Ernst Kolb war damals Pächter und Gutsbesitzer. Eigentümerin war Baronin Treusch von Buttlar Brandenfels. Es gab Gerüchte, einer der Arbeiter würde der Gutsbesitzerstochter den Hof machen. Daraufhin rief der Vater die Gestapo. Die Geheimpolizisten brachten den Mann in eine nahe gelegene Ziegelfabrik und erhängten ihn dort. Noch heute soll er durch die Villa spuken.

1962 passierte dort das nächste Unglück. Der ehemalige NS-Richter Gerhard van K. erwarb das opulente Gut und bezog es mit seiner Familie. Alsbald verkaufte er es an die Stadt Köln, mit der Prämisse, dass sowohl er als auch seine Familie dort lebenslanges Wohnrecht besitzen. In der Silvesternacht 1962 soll er sich im zweiten Stock des Hauses erhängt haben. Seine Frau blieb allein im Haus zurück.

Dem Verfall überlassen

Fünf Jahre nach dem Tod des Ehegatten, im Jahr 1963 wurde das Gelände dann von der Stadt Köln aufgekauft und 1967 veranlasste sie den Abriss der Reithallen und seitlichen Teile des Hofes. Türen und Fenster des Seitenflügels wurden zugemauert, die letzten Bewohner verließen diesen Gebäudeteil. Die Witwe blieb derweil weiter im Hauptgebäude wohnen.

1973 fanden Arbeiten auf dem Gelände statt, wobei kurioserweise angeblich zwei Autos mit eingemauert wurden.

Seit dem Tod der letzten Gutsherrin Alica van K., der Gattin des Richters im Jahr 2000, ist das Haus nun unbewohnt und dem Verfall überlassen. Immer wieder gibt es Gerüchte über die Instandsetzung. 2004 wurde es erstmals von einem privaten Investor erworben. Seit 2012 ist es in den Händen einer ominösen Immobilienentwicklungsgesellschaft, deren Namen schon mehrmals wechselte.

Unsichere Aussichten

Da Haus Fühlingen unter Denkmalschutz steht und die Schäden mittlerweile massiv sind, ist eine solche Renovierung allerdings nicht nur schwierig, sondern mit erheblichen Kosten verbunden. Zuletzt sollten 2017 neue exklusive Wohnungen entstehen. Laut eines Berichts des „Kölner Stadt-Anzeiger“ aus dem Januar 2021 überlegt die Stadt Köln, dem Gebäude den Denkmalschutz zu entziehen. Außerdem heißt es im Zeitungsartikel, die Investorenfirma habe im Herbst 2020 Insolvenz angemeldet. Der Verfall des prunkvollen Gebäudes geht damit wohl weiter…

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